Liebe Leserinnen und Leser,

spätestens seit PISA genießt der Arbeitsraum Schule zweifelsfrei eine breite öffentliche Aufmerksamkeit. Und gerade weil er von so hoher gesellschaftlicher Relevanz ist, war es mir wichtig, meinen Erfahrungsbericht so schonungslos wie möglich zu formulieren. Aber nun sind Sie dran:

Wie hat Ihnen mein Buch gefallen?
In welchen Punkten stimmen Sie mir zu, in welchen nicht?
Haben Sie ähnliche Erfahrungen wie ich gesammelt? Vielleicht auch gegenteilige?

Was auch immer Sie mir (und anderen Lesern dieser Seite) mitteilen möchten: hier können Sie es über die Kommentarfunktion tun. Vorsorglich weise ich darauf hin, dass die Kommentare redaktionell geprüft werden.

Viel Spaß beim Schreiben wünscht Ihnen

 

278 Comments

  1. Regine Claire Sommerfeldt
    18. September 2012

    Lieber Philipp,

    bewundernswerte Auftritte, Redebeiträge, Aktionen und ein notwendiges Buch. Vielen Dank.

    Regine Claire

    Reply
    • Marius Blauza
      4. Januar 2013

      Sehr geehrter Herr Möller,
      ich finde ihr Buch einfach nur großartg. In erster Linie-so glaube ich- dient es doch der Unterhaltung. Diesen Zweck erfüllt es für mich. Ich bin selbst Lehrer und finde viele Darstellungen sehr treffend. So regt es mich jedenfalls neben dem Unterhaltungsfaktor uns allem zum Denken an. Darüber was man tagtäglich tut, wenn man vor einer Klasse steht. Ob einzelne Aussagen richtig recherchiert sind oder nicht vermag ich nicht zu sagen und möchte ich auch nicht.
      Mir bleibt nicht viel mehr, als mich für dieses tolle
      Buch zu bedanken.

      Herzliche Grüße

      Reply
      • Norma Kreuzberger
        30. Juni 2013

        30.Juni 2013
        Hallo Herr Möller,
        nachdem ich Ihr Buch gelesen habe, muss ich Ihnen schreiben. Ich war total traurig, als ich las, dass Sie Ihr Lehrerdasein beendet haben. Es ist schade für die Kids. Ich selbst bin Lehrerin, allerdings an einem Gymnasium, 63 Jahre alt, und werde noch bis zum Erreichen der Altersgrenze, wie man so schön sagt, unterrichten, und zwar gerne. Wir haben zwar vergleichsweise paradiesische Zustände an unserer Schule, doch möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen (so wie Sie gerne Geschichten erzählen).
        In meiner Klasse 5 (vor einigen Jahren) war ein verhaltensauffälliger Junge, Eltern geschieden. Im Dezember habe ich mit der Klasse Fensterbilder gebastelt, die sie ihren Eltern zu Weihnachten schenken sollten. Die meisten Kinder bastelten Sterne nach Vorlage, doch dieser Junge, der mich wirklich manchmal an den Rand meiner Geduld gebracht hatte, bastelte einen Schneemann, ein kleines Kunstwerk. Als am Ende der Stunde die Kinder ihre Basteleien sorgfältig verpacken sollten, warf dieser Junge seinen Schneemann in den Mülleimer. Auf meinen erstaunten Blick hin sagte er, dass er ihn weder seiner Mutter noch seinem Vater schenken wolle. Als ich fragte, ob ich ihn wenigstens bekommen könne, holte er den Schneemann aus dem Mülleimer und gab ihn mir. Ich hätte heulen können. Der Schneemann hängt jedes Jahr im Dezember bei uns am Fenster und ich frage mich dann, was aus dem Jungen geworden ist. Er musste nach der 6. Klasse das Gymnasium verlassen, ich habe seitdem nichts mehr von ihm gehört. Ich könnte nun mit Ihnen darüber diskutieren, ob ich für seine Eltern Verständnis aufbringen sollte, das wäre einfach. Ich habe noch keinen Weg gefunden, mich damit abzufinden, dass es manche Kinder eben „schwer“ haben.
        Was die Unterrichtsinhalte betrifft, frage ich mich manchmal auch, warum ich das unterrichte oder unterrichten soll. Erst kürzlich blieb ich einem Achtklässler die Antwort schuldig, warum wir kreatives Schreiben im Englischunterricht üben. (Kann man das überhaupt üben?) Es wäre so einfach, wenn Themen modulartig angeboten würden und die Schüler wählen könnten, aber davon sind wir noch Lichtjahre entfernt.
        Fazit: Ihr Buch hat mein Nachdenken über Schule wieder intensiviert, lässt mich aber auch ratlos und traurig zurück.
        Herzliche Grüße
        Norma Kreuzberger

        Reply
      • Elisa
        4. September 2013

        Lieber Philipp,
        nachdem ich eigentlich auf Grund einer Buchkritik in einer Zeitschrift über isch geh schulhof mit einem witzigen Buch über den Lehreralltag gerechnet hatte, bin ich doch überrascht. Hinter deinen teilweise sehr amüsanten Geschichten verbergen sich traurige Erkenntnisse über unsere Gesellschaft und die Kinder von heute und Erwachsenen von morgen. Das Buch regte mich unglaublich zum Nachdenken an und bestärkte mich letztendlich in meinem Wunsch, Lehrerin zu werden – ich studiere Deutsch und Sport auf Gymnasiallehramt im 5. Semester. Wenn wir alle die Augen vor unseren Problemen verschließen und wir uns den Herausforderungen nicht stellen, wird es niemals besser werden. Meiner Meinung nach sollte das Buch zur Pflichtlektüre der Lehrer(aus)bildung (wie man das ja heute so schön zu formulieren pflegt) werden und auch von Bildungspolitikern gelesen werden.
        Danke!

        Wie können wir helfen?

        Reply
    • Tina
      11. Januar 2013

      Hallo Philipp,
      dein Buch hat mich total beeindruckt, weil es mit so viel schonungsloser Offenheit unser derzetiges deutsches Bildungssystem beschreibt wie es nun einmal ist. Ein großes Lob an dich!
      Ich bin studierte Diplompädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung/Weiterbildung und seit fast vier Jahren in unterschiedlichen Bildungsmaßnahmen tätig, mit Schwerpunkt auf die Berufsvorbereitung Jugendlicher. Ich persönlich bin entsetzt darüber, dass einige Menschen behaupten wir Diplompädagogen seien nicht qualifiziert für den Lehrerberuf. Ich denke dagegen, niemand ist so geeignet dafür wie wir!Das hohe Maß an Flexibilität und die Fähigkeit, aus dem Stehgreif fachdidaktisch wertvollen Unterricht zu gestalten in Fächern, die wir nie studiert haben, ist genau das, was meine tägliche Arbeit im Maßnahmegeschäft ausmacht. Wir Diplompädagogen fangen in der Berufsvorbereitung täglich das auf, was in den Schulen gänzlich versäumt wurde bzw. was die Lehrer nicht geschafft haben. Natürlich spielt das Elternhaus sprich die soziale Herkunft die Hauptrolle der ganzen Misere, aber die “unbeschulbaren” Jugendlichen bekommen letztendlich wir zugeteilt und unterrichten diese tagtäglich zwischen 7:30 und 17:00 Uhr. Wir bekommen ein Bruchteil des Gehalts sowie Urlaubsanspruchs eines studierten Lehrers, erhalten keine Vorbereitungszeit für den Unterricht und haben ein Leben lang Jahresverträge. Wie kann man von einem Skandal sprechen, dass ein Diplompädagoge wie du an einer Schule unterrichtet hat?!? Ich denke du warst für das gesamte Lehrerteam sicherlich eine große Bereicherung und man konnte viel von dir lernen!Die Arbeitsbedingungen als Quereinsteiger an einer Schule sind um Welten besser als die im Maßnahmegeschäft bei diversen Bildungsträgern. Warum dürfen wir Diplompädagogen unseren Schulen nicht mit unserer pädagogischer Kompetenz bereichern?!?
      Gratulation zu diesem Meisterwerk an Buch; ich habe es regelrecht verschlungen.
      Viele Grüße
      Tina

      Reply
    • Karin
      13. Februar 2013

      So ein spannendes Buch über die pure Realität hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Bei jedem Vorfall konnte ich micht super in sie hinein versetzen – da es uns bereits im Kindergarten GENAU so geht.
      Endlich jemand, der die Sache auf den Punkt gebracht hat.
      Super toll!

      Reply
    • josi
      19. März 2013

      Liebe Leser,

      auch ich habe dieses Buch verschlungen, denn vieles kannte ich nur aus dem Fernsehen.
      Seit einigen Monaten nehmen die Zustände allerdings auch an unserer Schule zu.
      Wobei ich im ländlichen Bereich wohne und fern einer Großstadt wie Berlin oder München. Der Zustand der Räumlichkeiten ist nicht so gravierend, da nach vielen Schulschließungen nun endlich alle Schulen Bestand haben und mit Hilfe vom Land Erneuerungsarbeiten durchgeführt werden. Was mir viel mehr Sorgen macht, sind die vielen Eltern, die sich nicht für Ihre Kinder interessieren und diese nur noch als zusätzlichen Balast ansehen.
      Selbst meine Tochter mußte sich von Ihrer Ex-Tante sagen lassen:”Dein Papa hatte ja viel mehr Zeit dir bei deinen Aufgaben zu helfen, als ich es für Nadine habe.”
      Hier sei angemerkt, das die gute Frau ausgebildete Erzieherin ist und diesen Beruf auch ausübt.
      Wenn sie von der Arbeit kommt, möchte sie eben nur noch ihre Ruhe haben. Dies ist eine Entwicklung, die ich auch bei vielen anderen Eltern erkennen kann. Und dies macht mir Angst für die Zukunft.

      Reply
    • Annika
      9. April 2013

      Als angehende Lehrerin, die allerdings vorher einige Jahre im Handwerk tätig gewesen ist, kann ich den Eindruck von teilweise lebensfremden Lehrern nur bestätigen.
      Ich finde den gang von der Schule an die Uni und wieder an die Schule mehr als bedenklich.

      Dein Buch ließ mich lachen, nachdenken und ärgerlich über viele Missstände in Politik und Gesellschaft werden. Ich fand es sehr hilfreich für meinen weiteren Werdegang. Danke dafür!

      Auch wenn ich Gymnasiallehrerin werde, muss ich mich doch oft genug mit schweren sprachlichen Defiziten vieler Schüler konfrontiert sehen und kann nicht so im Unterricht verfahren, wie ich es gern würde.

      Reply
    • Piet
      23. Juni 2013

      Hallo Philipp,

      Ich hab’ dir gesternabend bei Jürgen Becker gesehen und war froh das du es den Pfarrer so schwierig gemacht hattest. Kompliment!
      Als Holländer ansässig in Deutschland, fällt es mir immer mehr auf wie unglaubig fundamentalistisch ‘Deutschland’ ist. Meine normale, lustige, moderne, junge, collegin war völlig durcheinander wenn eine andere college sagte das seine Frau Bhoedistisch war, aber das er selbst an nichts glaubte. Sie in aller Ernst: “Wie kannst du dann leben, ohne gott”. Seitdem meidet mann ihm….!
      Selbst bin ich Anhänger von Darwin, und hab’das Buch The Origin of Species auch wirklich gelesen. Nachdem Richard Dawkins Buch: The Sellfish Gene und The Gods Dellusion.
      Viel, so nicht Alles, von unseres Benehmen lässt sich erklären in das Buch von Elias Canetti; Masse und Macht. Wer dies Alle gelesen hat kann eigentlich unmöglich an einen Schöpfer festhalten.
      Aber, wer liest solche Bücher. Die liegen nicht im normalen Bücherladen und einfach ‘Einfacher’ ist es nicht mehr an die Schöpferungsgeschichte zu zweifeln. Man wird auch ganz schnell ein Aussenstehender.
      Manchmal ist auch ein Problem das viele Deutsche die Englische Sprache zu wenig beherrschen um so etwas überhaubt lesen zu können.
      Für derjenige die das gut verstehen, kritisches Kabarett geniessen, nicht aberglaubig sind suche mal auf You-tube; Standup Comedian, George Carlin, Arrogance of Mankind, oder was er zu sagen hat über gott, religion.
      Viel Spass dabei.

      Reply
    • Liane Heineke-Baugatz
      20. Januar 2014

      Sehr geehrter Herr Möller,

      im letzten Jahr bekam ich Ihr Buch zum Geburtstag geschenkt. Ich habe es lange nicht “angefasst”, da ich mal Berufsschullehrerin, aber nicht Grundschullehrerin war und meine Söhne schon in Ihrem Alter sind und es noch keine Enkel gibt – mich also das Thema “Grundschule” momentan nicht tangiert. Dann fing ich doch mit dem Lesen an und konnte das Buch gar nicht wieder aus der Hand legen. Es ist ein Buch für Jedermann und war für mich eine Bereicherung. Musste trotz Ihrer schockierenden Schilderungen über den Bildungsnotstand in Deutschland so manches Mal beim Lesen lachen und kann nur sagen: Es geht uns alle an. Ich hoffe, dass auch die Leute Ihr Buch lesen, die die bildungspolitischen Entscheidungen treffen. Schade, dass es einen “talentierten” Lehrer weniger in unserem Land gibt. Alles Gute für Sie!
      Liane Heineke-Baugatz

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  2. Felix Hoefert
    28. September 2012

    Gerade vorhin zu Ende gelesen. Gute Arbeit, Philipp :) Mal sehen, wohin meine Kleine mal zur Schule muss.

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  3. Simon
    1. Oktober 2012

    Hey Philipp
    ich hab mir heute das von dir geschriebene Buch “Isch geh Schulhof” gekauft das witzigerweise auch erst heute erscheint.
    Ich möchte mich bedanken, trotz meines doch recht jungen alters (17) habe ich schon relativ viel gelesen aber so etwas originelles ist mir noch nie untergekommen :D
    allein bei dem Titel musste ich schmunzeln.

    mit vielen Grüßen Simon Haag

    Reply
  4. Peter Schmied
    1. Oktober 2012

    Das Buch liefert eine gute Beschreibung eines katastrophalen Zustands von Teilen unserer Gesellschaft. Die Interpretationen und Problemlösungsvorschläge, die im Buch (und hpd-Interview) von Philipp Möller beschrieben werden, halte ich teilweise jedoch nicht für so sinnvoll. Denn Verständnis bedeutet nicht Toleranz. Und für Gewalt gegenüber Menschen, Mobbing und Beschimpfungen darf es keine Nachsicht geben. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob der Mobber etwas dafür kann, dass er mobbt oder ob er, philosophisch gesehen, schuldlos ist. Einzig wichtig dabei ist: a) Schüler müssen vor Mobbing ausnahmslos geschütz werden und b) dem Mobber muss sofort erklärt werden, dass er das (Gewalt, Beschimpfungen und Co.) auf keien Fall jemals wieder tun darf. Auf Mobbing, Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit müssen immer schnellstmöglich harte Konsequenzen folgen.
    Beste Grüße
    Pawlow ;-)

    Reply
  5. Anne
    2. Oktober 2012

    Lieber Phillipp,

    gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen. Erstmal ein ganz großes Lob an Ihre Sarah, dass sie Sie so unterstützt hat und selbstverständlich ein riesen Lob an Sie! Unser zu Grunde gehendes Bildungssystem so schonungslos zu beschreiben…
    Ich musste einige Male schmunzeln aber größtenteils war ich fassungslos.
    Ich bin angehende Erzieherin und werde mit bald tagtäglich mit Kindern zusammen arbeiten. Schon in meiner Vergangenheit konnte ich viele Erfahrungen sammeln und kann zum Glück behaupten, dass verhaltensauffällige Kinder in meiner Einrichtung die Minderheit waren.
    Ich sehe es so, dass ich die Kinder auf die Zukunft und vor allem ihre Schule vorbereite. Somit mag ich mir nicht vorstellen, wie es in den Kindertagesstätten in Berlin zu geht.
    Ich verspreche Ihnen, mein Bestmögliches zu tun, Kinder auf ihre Schulzeit und Zukunft vorzubereiten.
    Ihr Buch, Phillipp, hat nicht meine Augen geöffnet, aber leider zu viel bestätigt.

    Alles alles Gute für Sie, Sarah und Klara

    Anne aus Leipzig

    Reply
    • phil
      5. Oktober 2012

      Liebe Anne,

      besten Dank für deine herzlichen und ehrlichen Worte! Glücklicherweise gibt es ja nicht nur schlechte pädagogische Einrichtungen, und so wünsche ich dir, an einer besseren zu landen. Trotzdem ist es mir ein wichtiges Anliegen, einer breiten Öffentlichkeit diese Zustände zu beschreiben – schön, dass mein Bericht dich bewegt hat.

      LG aus Berlin,

      Phil

      Reply
  6. Rosamund
    13. Oktober 2012

    Hallo Philipp,

    ich kann Dir nicht wirklich Feedback zu Deinem Buch geben, weil ich es noch nicht gelesen habe – aber ich bin heute Deinem Beitrag bei PISAplus gefolgt und möchte Dir gerne ein paar Gedanken dazu geben.

    Erst einmal möchte ich ausdrücken, dass ein Funken Hoffnung in mir aufgestiegen ist, weil ich sehe, dass mittlwerweile auch Menschen aus dem Schulsystem den Mut finden, die Wahrheit auszusprechen und sich für eine wirkliche Veränderung einzusetzen.

    Was wir in der ganzen Diskussion um die Schulproblematik jedoch leider meistens übersehen, ist die Tatsache, dass es weder an den Schülern, noch an den Lehrern, noch an dem Management liegt, sondern dass ein systemischer Fehler zugrunde liegt.

    Es gibt nämlich im Bereich Schule Modelle, die systemisch anders gebaut sind – die so gebaut sind, dass ein friedliches und respektvolles Miteinander die Regel und nicht die Ausnahme ist. Solche Modelle funktionieren seit Jahrzehnten – aber bisher will anscheinend niemand sie wahrnehmen und schon gar nicht daraus lernen.

    Ich selber bin vor mehr als zwanzig Jahren über das Buch von Rebeca Wild “Erziehung zum Sein” gestolpert. Der Ansatz in diesem Buch fasziniert mich bis heute. Die Schulwelt, die sie zusammen mit ihrem Mann geschaffen hat, ist eine ganz andere – sie quillt über von Respekt, Miteinander, Lebendigkeit und Lebensfreude.

    Bis heute verstehe ich nicht, warum wir uns dauernd beklagen über die Mißstände in unseren Schulen und nicht bereit sind, von Modellen und Menschen zu lernen, die anscheinend etwas begriffen haben, weil sie zu anderen Ergebnissen kommen.

    Ich kopiere hier einen Link zu einer Schule, die sich davon hat inspirieren lassen und andere Wege geht:
    http://www.maturanahaus.de/index.php

    Ich wünsche Dir ein gutes Vorankommen!

    Rosamund

    Reply
  7. Paul
    15. Oktober 2012

    Gratulation zu diesem gelungenen Buch. Es spricht mir als Lehrer Sonderschule wirklich aus dem Herzen. Es gibt wirklich wenig ältere und immer noch engagierte Lehrer, das verdanken wir zu großen Teilen der Schulpolitik und unserer Gesellschaft. Ich kenne kaum einen Junglehrer der nicht die Welt bewegen will, die wenigsten, da bin ich mir sicher, werden wegen der Ferien und der Arbeitszeiten Lehrer, wenn man aber ständig daran gehindert wird einen guten Job zu machen – siehe Reformen, Klassengröße, Aufgabenbereiche und bekommt dann keinen Funken Anerkennung von Niemanden dann macht sich iegendwann die Frustration breit. Manche nennen es auch Burnout.

    Das sich jeder Cent der heute in Bildung gesteckt wird in einigen Jahren tausendfach auszahlt hat die Politik noch nicht verstanden. Vermutlich ist aber das Problem eher das es sich in einer Legislaturperiode noch lange nicht ausgezahlt haben wird und daher politisch sinnlos erscheint.
    Schade das unser sozialer Staat so zu ende gehen muss.

    Reply
  8. Matthias
    16. Oktober 2012

    Hallo Philipp,

    Ich habe dein Buch nahezu in einem Rutsch durchgelesen. Neben manchem Lächeln, das mir die Anekdoten aus dem Schulalltag entlockt haben, überwiegt doch die Erschütterung über den Zustand unseres Bildungssystems.
    Ich bin einmal mehr zu dem Schluss gekommen, das zu meiner Schulzeit (geb. 1966) noch geradezu paradiesische Zustände herrschten.

    Aber zwei Dinge muss ich doch noch loswerden – mit freundlichem Gruß ans Lektorat:
    “Trotzdem” leitet einen Hauptsatz ein, ein Gliedsatz beginnt mit “obwohl” (taucht zweimal im Buch auf) und das Partizip von “bewegen” im Sinne von veranlassen ist “bewogen”, nicht “bewegt” (im Nachwort).

    Und – nein, ich bin kein Lehrer.

    Herzliche Grüße

    Matthias

    Reply
    • Ayvlis
      27. Juni 2013

      Bin Jahrgang 1957 und bin Lehrerin geworden, weil ich – eigentlich – diese sogenannten “paradiesischen” Zustände verändern wollte … (s.u.)

      Und: Mich stören grammatikalische “Fehler” im ersten Moment auch, aber ebenso schnell vergesse ich sie auch wieder. Außerdem hat sich dieses “Trotzdem” in einem Nebensatz bei vielen eingebürgert, ob es einem nun gefällt oder nicht (so wie viele “dank” Sketchup glauben, es heiße “ebend” und nicht eben). Liebes Lektorat, der berühmte Untergang des Abendlandes droht m.E. jedenfalls nicht ;)

      Reply
  9. Frank
    20. Oktober 2012

    Danke!

    Danke für dieses ieberkrasse Buch!

    Leider stellt sich bei mir das Gefühl ein, das Bildung einen immer kleineren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt!
    Alleine der Inhalt politischer Debatten, ob am Stammtisch oder im Parlament, dreht sich immer häufiger um Geld, Macht und Einfluss! Dabei ist doch gerade ein ausgereiftes Bildungssystem der Schlüssel zu allen 3 Punkten!
    Ich find es schade das immer weniger Menschen sich mit dem Thema Bildung auseinandersetzen oder meistens erst dann wann das eigene Kind vor der Einschullung steht.

    Ich hoffe inständig, das ihr Buch dazu beiträgt, das wir uns mehr Gedanken zu diesem Thema machen.

    Mit freundlichen (iebergeilen) Grüßen

    Frank

    Reply
    • phil
      21. Oktober 2012

      Hoffen wir es. Danke für die Rückmeldung!

      Reply
  10. Claudia
    22. Oktober 2012

    Lieber Herr Möller ,

    ich habe soeben Ihr Buch zuende gelesen und möchte meine Eindrücke darüber in wenige Worte fassen !
    Als Mutter einer Patchworkfamilie, die gerade auch selber wieder die Schulbank drückt, stürzt mich dieses Buch regelrecht in ein Gefühlschaos.
    Dieses Buch konfrontiert mich mit schon vorhandenen Eindrücken ,aber auch mit viel Neuem. Ich musste teilweise lachen,ernsthaft zustimmend nicken und teilweise sogar weinen.

    Ich denke ernsthaft darüber nach ,Ihr Buch an alle Lehrer meines Sohnes zu verschenken um diese vielleicht einmal wach zu rütteln.

    Ich spreche Ihnen großes Lob für dieses Meisterwerk aus und danke Ihnen für die Einsicht in die wirkliche Welt eines Lehrers.

    Alles Gute für Sie und Ihre Familie und für Ihre Tochter eine Zukunft in besseren Schulen !

    Claudia

    Reply
    • phil
      22. Oktober 2012

      Liebe Claudia,

      zuerst einmal möchte Ihnen meinen aufrichtigen Dank für ihr Feedback aussprechen. Nach all den Stunden in der Schule und anschließend an meinem Rechner tut es wahnsinnig gut, Ihre Zeilen zu lesen!

      Ihnen und Ihrer Family wünsche ich ebenfalls alles erdenklich Gute und vor allem ganz herzliche Grüße aus Berlin,

      PM

      Reply
  11. DrSchmidt
    23. Oktober 2012

    Lieber Herr Möller,
    nach der Lektüre Ihres ernsten wie humorvollen Buches habe ich vier Anmerkungen:

    1. Respekt für Ihren Einsatz und Ihr Engagement in dieser Schule!

    2. Es ist schulpolitisch ein Skandal, Sie ohne Lehrerausbildung unterrichten zu lassen!

    3. Wenn Sie noch 10 bis 20 Jahre weiter im Schuldienst tätig wären, fiele Ihr laienhaftes Urteil über die Arbeit eines Teils des Kollegiums sicher anders aus!

    4. Wie froh bin ich als Grundschullehrerin, dass ich in meinem Bundesland die Schülerinnen und Schüler nach 4 Jahren an die Weiterführenden Schulen abgeben kann und von wild pubertierenden Mädchen und rumprollenden Jungs weitestgehend verschont bleibe!

    Viele Grüße

    Reply
    • Horst
      24. Oktober 2012

      Hat Herr Möller jemals behauptet, sein “Urteil” über die Arbeit der anderen Lehrer sei fachlich sonderlich fundiert? Er gibt lediglich seine Eindrücke wieder.

      Außerdem, ich bitte Sie: Wir alle haben schon genau solche Lehrer (oder generell: Mitarbeiter…) kennengelernt wie sie hier geschildert werden: Schnarchnasen, Resignierte, Naßforsche etc. Da wird schon einiges dran sein an seinen Schilderungen!

      Reply
      • DrSchmidt
        25. Oktober 2012

        Da gebe ich Ihnen Recht und gleichzeitig zu bedenken: Vielleicht steckt hinter so manchem Lehrerverhalten, das man selbst als falsch oder hilflos wahrnimmt, doch eine pädagogische Strategie. Da sollte man nie vorschnell urteilen.

        Reply
        • Ex-Schüler
          14. November 2012

          Ich darf doch bitten Frau Doktor!

          Wenn wir mal ehrlich sind gibt es kaum eine sinnvolle pädagogische Strategie hinter der einfachen Tatsache das viele Lehrer willens, aber völlig unfähig sind einen guten Job zu machen.

          Es gibt 2 ganz einfache Dinge die sich an unserem Schulsystem ändern müßten:

          1. Kleinere Klassen
          2. Schulleiter müssen befugt sein unfähiges Personal raus zu schmeißen.

          Im übrigen ist es in meinen Augen kein Skandal, jemanden wir Herrn Möller ohne entsprechende Ausbildung unterrichten zu lassen.
          Ich bin mir sicher das es ausreichend Quereinsteiger und Aushilfslehrer gibt, die einen besseren Job machen als verbeamtete Lehrer, die in den Augen ihrer Schüler nichts anderes als eine Witzfigur sind.

          Das ist der eigentliche Skandal!

          Reply
          • Jana
            7. Januar 2013

            Nun habe ich nach reinem Lesen der Kommentare doch das Bedürfnis, einzuhaken. Letztendlich finde ich es auch grausam, Menschen ohne Lehrerausbildung in den Schuldienst zu schicken. Allerdings nur, weil ich bereits mehrfach miterlebt habe, wie solche zur Vertretung herangezogenen Leute selbst in einer “normalen” Landgrundschule nach kurzer Zeit völlig verzweifelt vor die Hunde gehen und dringend auf die Unterstützung von uns “ausgebildeten” Lehrkräften angewiesen sind. Die gleichen Erfahrungen macht aber auch jeder Referendar am Anfang seiner Ausbildung.
            Alle “Fehler”, die Philipp in seinem Buch macht, kann ich genauso aus meinem Referendariat abnicken. Trotz Grundschulstudium…Wo ist also noch der große Unterschied, ob studiert oder nicht?
            Das einzig unfaire: Die Regierung spart Geld, da man Lehrer als Angestellte schlechter bezahlen kann.

    • Alte Schule
      18. Februar 2013

      Lieber Herr Dr. Schmidt,
      sind Sie im Personalrat tätig?
      Im Ernst, Ihre unter Punkt 2 getätigte Äußerung veranlaßt mich zu diesem Kommentar:
      2 der besten Lehrer, die ich während meiner Schulzeit kennenlernen durfte, waren rekrutierte Quereinsteiger, ein Ingenieur und ein EX- Grenzschützer, die, wie auch Philip Möller absolut richtig geschrieben hat, eine ganz wesentliche Eigenschaft mitgebracht haben, die kein noch so pädagogisch orientiertes Studium zu vermitteln in der Lage ist: H-U-M-O-R!

      Und was das Buch ebenfalls vermittelt, zumindest hatte ich diesen Eindruck: Auch, oder gerade, oder vielleicht nur sind doch die Eltern die eigentlichen Lehrer fürs Leben, oder? Müssen aus Ihrer Sicht Eltern ein Pädagogik – Studium absolvieren, bevor sie diese Aufgabe, Ehre, Verpflichtung oder einfach auch nur Eigenschaft übernehmen können?
      Ich selbst bin nur ein Technokrat und habe 3 Kinder, ach du scheiße…

      Ich denke mal, bei “Geierchen” ist von der ihm gelehrten Pädagogik auch nicht mehr viel übrig, er hat seine eigene und die hat mir gefallen!

      “Herr Mülla, ers ieberkrass!”

      Reply
    • Ayvlis
      27. Juni 2013

      zu 2) Herr Möller HAT eine pädagogische Ausbildung – und damit wären wir beim nächsten Punkt …

      zu 3) Er hat vermutlich gerade aufgrund seiner anderen – pädagogischen – Profession einen unverstellten Blick auf die Situation. Nur leider wird dieser nicht entsprechend bezahlt. Viele Erzieher/innen, Sozial- und Diplompädagoginnen arbeiten sehr erfolgreich (vor allem in Ganztags-)Schulen, nur leider zu völlig unzulänglichen Konditionen hinsichtlich des Gehalts und der zumeist befristeten Verträge. Und sie leiden darüber hinaus oftmals unter der mangelnden Akzeptanz der Lehrkräfte …

      zu 4) Die meisten Probleme in unserem Bildungssystem existieren gerade aufgrund einer zu frühen “Auslese”, wie verschiedenen Studien (z.B. PISA) seit langem aufgezeigt haben.

      Reply
  12. Lehrerin
    23. Oktober 2012

    Lieber Philipp!

    Ja, ich kann als Lehrerin im sozialen Brennpunkt meine tägliche Arbeit an der Schule wiederfinden und ich musste häufig lachen, weil sich soviel von dem was ich täglich erlebe, im Buch wiederfinden lässt. Sei es das typische “Deutsch”, was gesprochen wird, die Zahl an verhaltensauffälligen Kinder, die einem schwer zu schaffen machen und für die es keine ausreichende Versorgung gibt (Personal!!, da ist endlich die Politik gefragt, stattdessen wird alles immer schlimmer), aber auch die schönen Erlebnisse, denn es kommt auch ganz viel von den Kindern zurück!

    Das erleichternde Gefühl, die Schule für immer zu verlassen kann ich gut nachvollziehen. Auch ich war schon diverse Male innerlich zur Kündigung bereit ;-)

    Ja, der Job ist anstrengend und verrückt, aber er ist ganz sicher eines nicht: Langweilig. Was noch viel wichtiger ist: Er ist absolut sinnvoll!!

    Dieser Beruf kann an Tagen, an denen alles gut läuft, der wunderschönste der Welt sein, an anderen die Hölle. Das muss man wollen. Ich will es, jedenfalls an den meisten Tagen ;-)

    Reply
  13. Viv
    23. Oktober 2012

    Hallo Philipp,
    erst einmal Glückwunsch zu diesem gelungenen Buche, das die Missstände in unseren Schulen darstellt. Ich selbst bin Berlinerin und habe 2 Töchter 9 und 4 Jahre alt, heißt meine Große ist gerade voll dabei in der Grundschule. Dazu sei aber auch ein anderer Aspekt gesagt den dein Buch liefert. In der Grundschule, meiner Tochter werden mit Hilfe des ALGII-Bescheides, Förderungen vom Staat für lernschwächere bereitgestellt, heißt Nachhilfeunterricht wird damit finanziert. Nun ist meine Tochter aber von der anderen Sorte, der Lernstarken, kurz dazu: sie war mit 5 Jahren schon auf dem Stand einer 8-jährigen vom Kinderarzt bescheinigt, also dachten wir als Eltern, kommt uns eine Flex-Klasse (JÜL-System)wo Klasse 1 und 2 zusammen lernen sehr entgegen, wobei uns die Rektorin erklärte, dass unser Kind praktisch von der 1 in die 3. Klasse geleitet werden kann. Meine Tochter ging mit sehr viel Freude und Ergeiz also in die 1. Klasse rein, nach ca. 6 Monaten verschlechterten sich ihre Leistungen enorm. Grund: sie wurde weder gefördert noch gefordert. Ihr Satz damals ” Mama warum soll ich das so machen wie ich es kann, wenn ich doch viel schneller fertig bin als die anderen und mich dann langweile.” Wo sie recht hat hat sie recht. Auch nach Gesprächen (mehrere) mit der Klassenlehrerin änderte sich nicht viel. Als wir dann mal gezielter nachfragten, warum lernschwache Schüler arg unterstützt werden und lernstarke nicht, kam die Erklärung: Wir bekommen nur Fördergelder für die die nicht so schnell sind im lernen aber nicht für die die weiter vom lernen her sind. Diese Förderung müssten wir dann aus eigener Tasche zahlen.
    Auch der Klassenübersprung wurde von den Lehrern nicht weiter verfolgt sondern man wird vertröstet mit den Worten: “Ja können wir ja dann mal bei der Elternversammlung besprechen” Nur leider ist es bisher nur beim Besprechen geblieben auch wenn die Lehrerin genau der selben Meinung ist, das meine Große die Klasse überspringen sollte, aber das würde ja den Notendurchschnitt der Klasse verhauen. Nun ist sie mittlerweile in Klasse 4 und freut sich riesig aufs Gymnasium in der Hoffnung, das dort ihr geistlicher Horizont befriedigt wird. Weil ein Kind zu haben , was aus der Schule kommt und mit sich und der Umwelt so dermaßen unzufrieden ist, ist auch nicht schön.
    Als Fazit sitzt sie zu Hause in ihrem Zimmer und verschlingt regelrecht Wissens- und Lernbücher um wenigstens etwas ausgeglichener zu sein und ihren Anspruch, den sie nun mal hat, auszugleichen.

    Ich ziehe den Hut vor Dir und deiner Arbeit, deinem Engagement und den Willen etwas zu verändern doch ist es erschreckend zu sehen und mitzubekommen, wie wenig unser Bildungssystem für die Zukunft unseres Landes bereit ist zugeben.

    Alles Gute wünsche ich deiner kleinen Familie und Dir.

    LG Viv

    Reply
  14. Silke
    28. Oktober 2012

    Hallo Phil,

    herzlichen Glückwunsch zu deinem Buch.

    Es ist mir als Norddeutsche nicht ganz so leicht gefallen die Dialoge der Schüler für mich zu übersetzen,aber ich hab unsere Schule an der ich seit kurzem arbeite so oft wieder gefunden das es fast weh tut. Bei allem Schmunzeln, es ist so traurig, das trotz Pisa und all den tollen theoretischen Konzepten kein vernünftiger Schulalltag in Deutschland möglich sein soll.Vielleicht rüttelt dein Buch die richtigen Leute in Politik und Gesellschaft auf, das es einmal besser wird.Ein großes Danke für deine Offenheit und deinen Mut!
    Aus dem hohen Norden grüßt dich und deine Familie ganz herzlich
    Silke

    Ps:
    Ritaguns stehen sicher auf der Wunschliste zu Weihnachten 2012 bei vielen Lehrern und Erziehern und all den Menschen , die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und Gott sei Dank wird es sie im freien Handeln nie geben!

    Reply
    • phil
      28. Oktober 2012

      Hallo Silke, besten Dank für Dein Feedback und viele Grüße aus Berlin!

      Reply
  15. Frauke
    29. Oktober 2012

    Hallo Philipp,

    gestern habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen – in Rekordzeit. Vielen Dank, dass Sie es geschrieben haben.

    Aus der Sicht einer “Profi-Elternvertreterin” (seit der Kindergartenzeit) kann ich viele der dargestellten Sachverhalte bestätigen.

    An den Schulen meiner Mädchen (mittlerweile in den Klassen 7 und 10) beobachte ich seit Jahren 0den rasanten Abwärtstrend, die TOTALE Unfähigkeit der eigentlich zuständigen Politiker darauf zu reagieren und -ganz fatal!!- das Unvermögen vieler Schulleitungen plus diverser Lehrer sich dagegen zu wehren.

    Wir Eltern üben regelmäßig den Aufstand bezüglich einiger von Ihnen beschriebenen Missstände… Das nützt aber herzlich wenig, wenn die Schulinstanz nicht mitzieht!

    Der von Ihnen im Buch zuletzt beschriebene Zustand des schönredens ist gängige Praxis an diversen Schulen. Das grenzt teilweise wirklich an Betriebsblindheit!

    Es wäre somit toll, wenn sich viele, viele Lehrer nach dem Lesen Ihres Buches nicht in ihr Schicksal ergeben, sondern aktiv versuchen eine Veränderung herbei zu führen!
    Wir Eltern sind bei Ihnen, Frau oder Herr Lehrer/in!!!!!

    Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich alles Gute! Vielleicht hat Klara ja schon eine Chance auf eine schönere Schulzeit :-)

    Ansonsten müssen Sie das tun, was wir anderen auch getan haben: den Kindern zu Hause zeigen, WIEVIEL Spaß Lernen und Wissen erlangen machen kann.

    Reply
  16. Dorothea Ferrari
    2. November 2012

    Lieber Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch verschlungen und mich köstlich amüsiert. Meine Erfahrungen als Lehrerin in verschiedenen Brennpunktgebieten Berlins können die sicher mitunter etwas persiflierte Darstellung der Schüler- und Elternschaft nur bestätigen. Mittlerweile bin ich Schulleiterin und auch Ihre Erfahrungen mit den so unterschiedlichen Lehrerinnen und Lehrern teile ich voll und ganz. Ich hoffe, mein Kollegium nimmt es mir nicht übel. Verständlich ist aber auch die Resignation vieler, die sich weder von der Schulaufsicht noch der Senatsverwaltung unterstützt sehen. Am grünen Tisch beschlossene Reformen sind leider häufig Sparmodelle -die Inklusion wird wohl das nächste sein. Ausbaden werden es wie so oft die engagierten der Lehrerinnen und Lehrer.
    Unterricht macht sich nicht nebenbei und auch nicht ohne Ausbildung und gute Vorbereitung. Deutlich wird doch aber, dass ein Mindestmaß an Empathie erforderlich ist und die Schüler nicht als Maß, sondern als Individuen gesehen werden müssen. Sonst nutzt die beste Vorbereitung nichts.
    Sie haben das unglaublich treffend auf den Punkt gebracht. Ich würde Sie wirklich gern mal kennen lernen.

    Reply
    • phil
      2. November 2012

      Liebe Frau Ferrari,

      ich freue mich wirklich sehr über ihre Rückmeldung und hoffe doch, dass wir uns mal über den Weg laufen – was bei der Lage ihrer Schule gar nicht so unwahrscheinlich ist, denn schließlich bin ich ja alter Reinickendorfer …

      Auf bald also, vielleicht im Grünen Norden der Stadt?

      Reply
    • lehrerin aus leidenschaft
      16. November 2012

      Liebe Frau Ferrari,

      bei allem Verständnis für die Superbelastung der Lehrerinnen und Lehrer (bin selber eine) – ausbaden müssen die nicht gelingende Inklusion vor allem die Kinder. Inklusion ist ein, von der Bundesrepublik ratifiziertes, Menschenrecht. Es geht dabei um die Gestaltung – wie wir allerdings nicht zuletzt am Buch von Herrn Möller sehen – grundsätzlich in unserem Bildungssystem. Was ist uns Bildung wert, müssen wir uns fragen, und zwar für alle? Dass die Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen versteht sich aus meiner Sicht von selbst.

      Mit solidarischen Grüßen, K. Siekmann

      Reply
  17. Jo
    3. November 2012

    DANKE fürs Aussprechen. Ist so, auch an der ISS.
    Es braucht Konzepte wie das der Gemeinschaftsschule.

    Reply
  18. Henning
    4. November 2012

    Hallo Philipp,

    am Donnerstag bin ich auf das Disput Berlin Video gestoßen und hab mir direkt mal Ihr Buch bestellt. :)

    Den Auftritt dort, wie auch die anderen Videos (Buskampagne, Charlotte Roche) finde ich echt klasse. Ich teile zwar Ihre Meinung zur Religion in weiten Teilen nicht, sehe es jedoch auch so, dass der Job der Religionskritikers gemacht werden sollte. Stumpfer „Glaube“ ist nicht zielführend. Vielmehr sollte sich jeder für sich selbst mit derlei Thematiken auseinandersetzen und die Dinge kritisch hinterfragen. Ihr Engagement trägt dazu, und da bin ich sicher, einen großen Teil bei. Es ist toll dass Sie den Mut aufbringen sich vor solch ein Publikum wie bei Disput Berlin zu stellen und dort souverän den Religionskritiker zu machen.

    Zum Buch:

    Einen super Schreibstil haben Sie! Ich hab 1 Tag gebraucht und hatte es durch so interessant und spannend fand ich es. Inhaltlich schwanke ich irgendwo zwischen „schockiert“ und „das ist doch nichts neues“. Dennoch denke ich, dass das Buch ein guter Beitrag zur Debatte um unser Bildungssystem ist. Ich selbst habe erst vor gut 5 Jahren die Schule verlassen und kann mich gut daran erinnern wie irrsinnig das Bildungssystem inhaltlich und methodisch ist. Obwohl es sich dabei um ein Gymnasium im ländlichen NRW gehandelt hat, gab es auch dort eine große Zahl von Lehrkräften, die aufgrund von schlechtem Unterricht das Potential vieler Schüler vergeudet haben. Ihre im Buch gemachten Vorschlag unfähiges oder zu altes Lehrpersonal mit anderen Aufgaben zu betrauen kann ich daher nur teilen.

    Den schonungslosen Stil, die Offenheit und die teilweise harte Bewertung der Kollegen finde ich genau richtig. Mit Samthandschuhen hätten Sie jedenfalls keinen Bestseller gelandet :) Meine Stimme als Bildungsminister hätten Sie!

    LG aus NRW und alles Gute für Sie, Klara und Sarah

    Henning

    Reply
  19. Michael
    11. November 2012

    Lieber Philipp,

    wirklich zufaellig fiel mir Ihr Buch kuerzlich beim Stoebern in einer Buchhandlung in die Haende.

    Ich sah nur das Deckblatt und las den Titel, da wusste ich, dass ich diese Lektuere brauche !

    Einfach genial – ich gratuliere Ihnen zu diesem Meisterwerk !!!

    Es ist inhaltlich ein Volltreffer ins schwarze Loch der bitteren Wahrheit und stilistisch eine Meisterleistung, die es erlaubt, bei aller bitteren Wahrheit auch ein wenig Spaß zu haben ! Schwoere !!!

    Ich ueberlege, ob ich der Bildungssenatorin ein Exemplar zu Weihnachten schenke …

    Alles Gute fuer Sie !!!

    Herzlichst,

    Michael Marunde
    Grundschullehrer a. D.

    Reply
    • phil
      12. November 2012

      Lieber Michael,

      besten Dank für die Rückmeldung!

      Sollte Ihnen die Bildungssenatorin darauf antworten, würde ich mich freuen davon zu hören …

      Beste Grüße,

      PM

      Reply
    • phil
      14. November 2012

      Hallo “Michael”, waren Sie zufällig in Berlin tätig? Dann schauen Sie doch mal hier: http://philippmöller.de/protagonisten-gesucht/

      Reply
  20. Danny Reimann
    12. November 2012

    “Isch geh Schulhof”
    Hallo Herr Möller!
    Irgendwie habe ich heute den Drang etwas über Ihr Buch zu schreiben.
    Vor zwei Tagen fing ich an dieses Buch zu lesen. Heutemorgen kam ich nicht so einfach aus dem Bett. Erst nach weiteren 140 Seiten – es war mittlerweile 13 Uhr durch – musste ich dann leider doch mal aufstehen. Gerne hätte ich aber weitergelesen.
    Mit Kapitel 22 beginnend werde ich es wohl morgen früh zuende lesen und traurig sein, dass ich am Anfang meines Urlaubs nicht mehr von solchen Geschichten lesen kann.
    Traurig sein …. ja, dass ist das Gefühl, welches ich am Ende eines jeden Kapitels habe. Wenn es auch so gut geschrieben ist, dass man sich streckenweise vor lachen in die Ecke schmeißen möchte, so ist es aber doch sehr sehr traurig.
    Ich stelle mir selbst beim lesen häufig die Frage, was man tun kann? Was kann man selbst als Einzelperson tun, solche Verhältnisse an Schulen zu beenden? Man muss eigentlich dort anfangen, wo alles beginnt. Im Elternhaus. Aber wie? “Die armen Kinder!”, denkt man sich beim lesen, während man sich einerseits über ihre Art und Weise kaputt lacht und gleichzeitig traurig und manchmal auch wütend darüber ist, wie sehr sie selbst – bedingt durch die Dummheit und Faulheit ihrer Eltern – unbewusst ihr Leben versauen!
    Als ich selbst noch zur Schule ging – damals zu DDR-Zeiten -, hatten wir Respekt vor unseren Lehrerinnen und Lehrern. Ja, wir hatten fast schon eine Art Angst vor unserer Direktorin.
    Ich will hier nicht sagen, dass das System gut und perfekt war, auch das Lernsystem war mit Sicherheit nicht unbedingt gut durchdacht, aber immerhin gingen wir zum größten Teil respektvoll miteinander um und lernten eine Menge!
    Angst haben zu sollen vor Bestrafungen, ist sicherlich nicht der Weg aus Kindern gute Erwachsene zu machen. Aber ich erinnere mich daran, wie wir zur Wendezeit eine Schule im “Westen” besuchten. Wir verteilten uns auf die Klassen und erlebten in der Regel passiv den jeweiligen Unterricht mit. Wir Kinder waren erschrocken darüber, wie die Schüler dieser Hauptschule im Unterricht untereinander “ungestört vom Lehrer oder der Lehrerin” reden durften. Ja, sie schwangen sich über die Tische um durch den Raum zu dem einen oder anderen Klassenkameraden zu gehen. Mitten im Unterricht! Sie waren laut und unaufmerksam und störten – um es hier mal kurz zu machen.
    Und das sind Dinge gewesen, die uns schockierten. Das kannten wir nicht. Aber es war auch spannend für uns.
    Danach “lernten” wir im Laufe der Wendezeit, dass uns die Lehrerinnen und Lehrer und auch unsere Direktorin nichts mehr anhaben konnten. Scheiß auf Tadel! Vor die gesamte Schülerbelegschaft der Schule beim Fahnenappel treten, wenn man Mist gebaut hat, dass war vorbei. Die Lehrkräfte hatten keine Macht mehr. Schulklassen wurden im Laufe der Zeit aufgelöst und auf andere Schulen und deren Arten (Haupt- & Realschulen und Gymnasien) verteilt. Das Gemeinschaftsgefühl der Schüler wurde zerstört. Viele sackten in der Leistung ab.
    Im Nachhinein finde ich das DDR-Schulsystem im Gegensatz zu dem jetzt erlebten erheblich besser. Auc h wenn es irgendwie durch Angst geschürt wurde. Aber man braucht doch nur grundlegende Dinge den Jugendlichen da draußen als Frage stellen. Die wissen nichts! Und ich schätze meine eigene Schulzeit als erheblich besser erlebt zu haben ein, als die meisten Schüler heute!
    Seit Jahren sage ich bei Gesprächen mit Freunden und Bekannten über unser Schulsystem, dass man die Bundeswehr abschaffen sollte und aus dem Personal mehr Lehrkräfte, leider auch Sozialarbeiter, und Polizisten machen sollte. Das durch Abschaffung der Bundeswehr eingesparte Geld und die Leute wären dann ja nun vorhanden. Ob sich das wirklich rechnet, kann ich nicht beurteilen. Aber eine Bundeswehr brauchen wir nicht!
    Aber was kann der einzelne Bürger tun?
    Die Politik hat keinen Plan, was da draußen abgeht! Ihr Buch sollte daher Pflichtlektüre für alle Politiker werden und auch in jeder Schulbibliothek stehen!
    Ja, Herr Möller, was will ich nun mit all dem hier sagen? Keine Ahnung! Ich selbst möchte so gerne etwas dazu beitragen, dass diese – Ihre geschilderten – Zustände sich ändern. Auch ich habe Angst, dass meine zwei Kinder solche Schulverhältnisse kennenlernen müssen! Aber ich weiß nicht was ich tun soll?
    Ihr Buch wird in meiner kleinen Sammlung an guten Büchern einen Platz behalten. Ich freue mich mit diesem Buch immer mal wieder anderen Menschen ein tolles Geschenk machen zu können. Gerade deshalb, weil ich einige Lehrerinenn und Lehrer zu meinem Freundes- und Bekanntenkreis zählen darf.
    Ich danke Ihnen, Herr Möller, für diesen Einblick in Teile unserer Gesellschaft! Ich hoffe, dass wir vielleicht noch mehr von Ihnen lesen dürfen. Vielleicht nutzen Sie das Erlebte und versuchen auch außerhalb des Buches und einiger Interviews weiterhin diese Zustände an Schulen öffentlich zu machen. Bleiben Sie am Ball und animieren Sie Kolleginnen/Kollegen oder Ex-Kolleginnen/Ex-Kollegen die Kraft zu haben, in ihrem anstrengenden, verantwortungsvollen Job ihr Erlebtes und die Zustände öffentlich zu machen!
    Viele Grüße aus dem Norden!
    Danny Reimann

    Reply
    • Sann_Shine
      5. Dezember 2012

      Hallo Danny,

      ich gehöre auch noch zu denjenigen, die das Schulsystem der DDR komplette zehn Jahre “genießen” durften, ich bin POS-Abgängerin 1989. Rückblickend würde ich auch sagen, dass unser damaliges Bildungssystem im Vergleich zum heutigen absolut spitze war. Es wurde von Finnland übernommen, bis heute paktiziert und die Finnen findet man regelmäßig an der Spitze der Pisa-Studien.

      Im Gegensatz zu dir hatte ich in meiner Schulzeit nicht den Eindruck, dass “das Schulsystem irgendwie durch Angst geschürt wurde”. Vielen Leuten fällt es leider schwer, die Methodik/Didaktik des DDR-Schulsystems von seiner Ideologie abzuspalten. Das muss man aber unbedingt trennen! Schließlich hat Finnland ja auch nicht die damalige Ideologie mit übernommen! ;-)

      Für eine gute, fundierte Allgemeinbildung ist auch das von Philipp Möller angesprochene fächer-übergreifende Lernen unerlässlich. In unserem damaligen Schulsystem war ALLES miteinander verknüpft, sodass wir in Musik auf Geschichtswissen zurückgreifen mussten und in Mathematik auch Deutschkenntnisse gefragt waren. Außerdem war der Bezug zur Berufswelt allein schon durch die “Patenbrigaden” von der ersten Klasse an hergestellt, und später im PA-Unterricht in den Klassen 9 und 10 waren wir regelmäßig praktisch in Betrieben tätig. Ein Schüler-Praktikum in dem Sinne kannten wir nicht.

      Respekt, Disziplin, Regeln – das waren die Grundpfeiler unseres damaligen Systems. Mit “Respekt” meine ich nicht nur den Respekt vor dem Lehrer (der wohl heutzutage nur noch spärlich ausgeprägt ist), sondern Respekt untereinander, Achtung vor jedem, der im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Leben in der Gesellschaft beitrug. Das wurde uns auch in der Schule so vermittelt, dass jeder Beruf, vom Müllmann über die Köchin bis hin zum Ingenieur, ehrbar und wichtig war. Wir waren in Verbänden organisiert und waren in Arbeitsgemeinschaften tätig. Lehrer hatten einen gewisschen Status und Einfluss auf das Elternhaus. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Schule damals sehr eng mit dem Elternhaus zusammenarbeitete und dass das super funktioniert hat. Die Frage, die sich mir stellt ist: WARUM funktioniert das heute nicht mehr?

      Als mein Sohn noch zur Schule ging (Gymnasium), gab es keine regelmäßigen Elternabende oder Hausbesuche durch die (Klassen-)Lehrer. Das damals noch aktuelle Kurs-System am Gymnasium tat sein Übriges. Natürlich gab es die Möglichkeit einer “Eltern-Sprechstunde” in der Schule. Leider aber zu einer Tageszeit, die für Berufstätige utopisch war. Dafür hätte man extra einen Tag Urlaub nehmen müssen.

      Engagierte Eltern trafen sich mehr oder weniger regelmäßig zu einem “Eltern-Stammtisch”, um sich über ihre Sorgen, Nöte oder Fortschritte ihrer Kids auszutauschen. Aber mal ehrlich: WAS bringt sowas? Ich möchte doch von einer pädagogischen Kraft wissen, welches (Lern-)Verhalten mein Kind in der Schule aufweist, in welchen Fächern er besondere Fähigkeiten entwickelt und welche Fächer ihm RICHTIG schwer fallen. Und ich möchte mit der pädagogischen Kraft Ziele festlegen und Methoden zu deren Erreichung besprechen können.

      Ja, Danny, unser Bildungssystem krankt, die Gesellschaft verroht. Bei uns war damals die Devise: “Schneller, weiter, höher!” Die Schwächeren und Langsameren wurden von den Anderen mitgezogen. Heute ist es leider umgekehrt, so scheint es; die Gesellschaft orientiert sich an den Leistungsschwächsten, damit diese sich nicht benachteiltigt fühlen und keinen Schaden nehmen. Und was ist mit den anderen?

      Herzliche Grüße aus Thüringen
      Susann

      Reply
      • Jürgen
        28. Juli 2013

        Na prima, dann übernehmen wir einfach ‘mal das nordkoreanische Schulsystem und schon haben wir alle Probleme gelöst.

        Nein, das Schulsystem ist es nicht, sondern eher die staatliche Macht, die Ordnung und Disziplin schafft. (Hinweis: Intelligenz -Große Unterschiede und ihre Folgen- von Stein/Neubauer lesen.)

        Nebenbei: Ich glaube, Paavo Malinen war das schwedische Bildungssystem wesentlich näher als das, was er im Ostblock erfahren hatte.

        Reply
  21. Lehrerin aus Überzeugung
    16. November 2012

    Lieber Phillip Möller,

    danke für Ihr sehr persönliches, unterhaltsames und wirklich nachdenklich machendes Buch. Schade, dass Sie nicht Lehrer geblieben sind, denn Leute wie Sie brauchen die Kinder dieser Gesellschaft.
    Ich finde, Sie haben sehr gut deutlich machen können wie die Gesellschaft mit ihrem größten Zukunftspotential umgeht, wie das System Schule Personen verschleißt, mit befristet angestellten Personen umgeht und umgekehrt nicht in der Lage ist, unfähige Personen aus dem Schuldienst zu entfernen. Neben den hausgemachten gesellschaftlichen Problemen ist das Scheitern vieler Kinder in diesem System vorprogrammiert. Wir sind aber leider ja auch immer noch Meister darin, wenn um Sortieren oder besser Getthoisieren geht – kein Wunder, denn keine der bildungsnahen Familien setzt seine Kinder freiwillig solchen Umständen aus. Und so kommt ist, dass Großteile der Gesellschaft mit dem Prekariat bis ins Erwachsenenalter gar nicht in Berührung kommen und danach nur noch mit Verachtung auf diese Menschen herabschauen – auch Lehrer übrigens. Ihre gesellschaftliche Analyse fand ich deshalb umso beeindruckender.
    In einem Punkt möchte ich Ihnen jedoch widersprechen: Bitte keine ausgebrannten Lehrer in die Lehrerausbildung! Auch wenn ich Ihre Idee vom Umgang mit Diversität teile – dann aber bitte lieber in die Verwaltung! Ich bilde selber Lehrer aus und wir brauchen engagierte, belastbare Leute, die mit absoluter Überzeugung, die auf einem humansitischem Menschenbild basiert, Lehrer waren oder noch sind. Ich selbst bin Förderschullehrerin und habe an einer Förderschule mit einem hohen Migrationsanteil gearbeitet – die Probleme geballt und ebenso wie Sie sie dargestellt haben. (Mein Lieblingsspruch einer meiner Schüler lautet: “Isch geh ins Klo” – immerhin mit Präposition – worauf ich zu sagen pflegte: “Okay – vergiss die Taucherbrille nicht…”. Etwas sarkastisch, aber ohne Humor geht es nicht.)Trotzdem: Ich liebe meinen Job – mittlerweile arbeite ich mit meinen verbleibenden Stunden in einer Gesamtschule als Beratungslehrerin, gehe in “schwierige Klasse”, mache mit den Schülern Verhaltenprogramme und trotz aller Frustrationen, Überlastungen, trauriger Kinderschicksale liebe ich meine Arbeit, halte sie für absolut sinnvoll und versuche das auch unseren Referandaren, vor allem nach dem ersten Praxisschock, zu vermitteln. Denn neben allen neuen Unterrichtskonzepten, gut gemeinten Reformen usw. brauchen die Kiddies aus meiner Sicht vor allem eines: Menschen, die ihnen Zuversicht vermitteln, die an sie glauben, die ihnen ihre eigenen Fortschritte begeistert deutlich machen, seien sie im Vergleich auch noch so klein. Menschen, die sie Kind sein lassen und sie so nehmen wie sie sind und es verstehen, die Potentiale jedes einzelnen zu sehen und zu fördern – denn das ist meine Überzeugung: Potentiale hat jedes Kind und jedes Kind kommt mit Stolz, Freude und Neugier in die Schule. Ich wünsche mir, dass wir es irgendwann schaffen, diesen Umstand zu erhalten und zu nutzen.
    Ich werde sicherlich Passagen aus Ihrem Buch in meinen Seminaren nutzen, um mit den angehenden Lehrern Handlungsalternativen zu erarbeiten bzw. Situationsanalyse zu betreiben – vielleicht schaffen wir und andere es gemeinsam nach und nach auch von innen heraus der Schule ein meschliches Antlitz zu verleihen.

    Viele hoffnungsfrohe Grüße aus Hessen,

    K. Siekmann

    Reply
  22. Kim K.
    18. November 2012

    Tolles Buch!
    Sehr witzig und dramatisch zugleich- die ungeschminkte Wahrheit!
    Da sieht man mal wieder, dass Pädagogen die besseren Lehrer wären, da sie auch was von pädagogischer Praxis verstehen.
    Trotzdem habe ich das ständige Genöle von Lehrern wirklich satt. Überbelastung, Burn Out,….endlich spricht auch mal jemand die Erzieher & Sozialpädagogen an, die mit den beschriebenen Jugendlichen tagtäglich arbeiten, teilweise nur ein Drittel dessen, was Lehrer verdienen. Aus Erfahrung (habe beides studiert und in beidrn Bereichen gearbeitet!) kann ich sagen, dass das Lehramtsstudium keineswegs schwerer ist, aber die Sozialpädagogen ungerechterweise immer noch belächelt werden.
    Wenn man die ganzen Klagen von Lehrern hört, frage ich mich immer, was aus unserer Gesellschaft würde, wenn die weniger verdienenden und intensiver arbeitenden Pädagogen (und ich meine NICHT Lehrer!!!) auch ständig nölen würden???
    Hört auf zu meckern und arbeitet!!! Unsere Gesellschaft hat sich verändert und da müssen auch Lehrer mitmachen! Sicher ist auch das Studium, die Gesellschaft, und und und verantwortlich, aber nölen nutzt nichts. Dann sucht Eich einen Job, wie alle anderen, mit 26-30 Tagen Urlaub ( mehr steht Euch theoretisch ja auch nicht zu!!!)
    Sicher kann ich nicht nur von schlechten Lehrern sprechen, aber meine Kinder haben auch ein paar Pfeifen erlebt (unterschiedlichen Alters, aber viele junge Lehrer, die anstatt Empathie, Wohlwollen & Verständnis mitzubringen nur mit ihren Rechten und Lehrplänen um sich werfen- das zum Thema Pädagogik!!!)
    Ich habe bewusst meinen Lehrerjob an den Nagel gehängt, weil ich das Genöle, die Arroganz und das Verhalten gegenüber den Schülern nicht mehr ertragen konnte. Ich wollte den Menschen sehen und nicht die Lehrpläne! Und genau das mache ich immer noch. Der ausschlaggebende Spruch war von einer Kollegin (Gymnasium): “Auch Du wirst irgendwann Deinen Enthusiasmus verlieren und nur noch das Nötigste machen, wie wir alle hier!!” Ähnlich, wie im Buch beschrieben. Das wollte ich nie und habe ich auch nie. Und nur um einen sicheren Job mit viel Geld und noch mehr Ferien, die mir nicht zustehen zu bekommen, wollte ich nicht mein Gesicht verlieren. Ich wollte morgens noch in den Spiegel gucken und sagen können, dass ich meinen Beruf liebe, auch wenn er anstrengend ist und von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt wird.
    Und genau das kann ich jeden Morgen

    P. S. : Hiermit möchte ich mich bei den prozentual sehr wenigen engagierten und wertvollen Lehrkräften entschuldigen. Ihr seid nicht gemeint! Macht weiter so & lässt Euch von den nölenden & ständig kranken Kollegen nicht runterziehen!!!
    So. Das musste ich mal loswerden!!!

    Reply
  23. D.H.
    19. November 2012

    Hallo Herr Möller!
    Ich habe Ihr Buch heute zuende gelesen. Herzlichen Glückwunsch! Echt klasse!

    Ich selbst (Auch Jahrgang ’80) habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Als Soziologin(M.A.) fand ich mich kurz nach Beendigung meines Studiums 2009 als quereingestiegene Dozentin bei einem privaten Bildungstrager vor einer Klasse jugendlicher Harz 4 Empfänger wieder.

    Viele Grüße und alles, alles Gute
    D.

    P.S. Meine Tochter ist übrigens 2 Tage älter als Ihre Klara! :-)

    Reply
  24. Dr. H. R. Fux
    22. November 2012

    Ich habe selten so ein doofes Buch gelesen. Geschrieben von einem arroganten Besserwisser.

    Reply
    • Dr. Robert Hofmann
      7. Dezember 2012

      Sehr geehrter Herr Dr. Fux,

      ich wiederum habe selten einen so doofen Kommentar gelesen, geschrieben von einem arroganten Besserwisser.

      Ich halte Herrn Möller nach der Lektüre seines Buches für einen hochintelligenten und empathischen Menschen, der nicht nur über eine analytische Schärfe verfügt, sondern diese auch selbstironisch und witzig zu Papier bringt.

      Ansonsten bin ich auch der Meinung: “Keine Macht den Doofen!” – Herr Möller gehört aber sicher nicht dieser Spezies an.

      Dr. Robert Hofmann

      Reply
      • Barbara
        13. Oktober 2013

        @ Dr. Hofmann:

        Bravo – bin ganz Ihrer Ansicht – Dr. H.R. Fux hat sich aber doch selbst erkannt –
        und Selbsterkenntnis… andererseits sind manche eben leider unbelehrbar.

        Danke, Herr Möller, für Ihr Buch. Hat mich sehr betroffen gemacht. Mich würde interessieren, ob es an der politischen Front Wirkungen bzw. Reaktionen gegeben hat.

        Schade, dass es statt des Parteienklüngels keine Politik “der besten Köpfe” gibt – aber das ist wohl utopisch, darauf zu hoffen.

        Mich machen die Zustände in unserer “hoch-entwickelten Gesellschaft” psychisch krank!
        Es ist ein Wunder, dass ich noch nicht zur Bulimikerin geworden bin.

        Ihnen wünsche ich nie versiegenden Optimismus und den Erhalt Ihrer Ideale!

        Liebe Grüße

        Barbara

        Reply
  25. Alexander Schulz
    22. November 2012

    Hallo Herr Möller,

    mein Eindruck von Ihnen bei Anne Will:
    respektlos, intolerant, arrogant, überheblich, selbstgefällig
    Jemand, der anscheinend der Meinung ist, einen Alleinvertretungsanspruch auf die Wahrheit zu haben, disqualifiziert sich selbst!

    Gruß
    Alexander Schulz
    (Lehrer, Naturwissenschaftler und dennoch, oder vielleicht deswegen, gläubiger Christ)

    Reply
    • hof
      26. Oktober 2013

      danke für Ihren Kommentar, Herr Schulz!

      Reply
  26. Marius
    22. November 2012

    Lächerlicher Auftritt bei Anne Will.

    Wenn Sie erwarten, dass die Gläubigen Ihnen als Atheisten Respekt entgegenbringen, müssen Sie erstmal selbst den Gläubigen Menschen Respekt zeigen, allein weil diese auf unserem Planeten in überzahl sind (als Autor und kritzler werden Sie dazu schon eine passende Quelle finden).

    Stattdessen beleidigen Sie in der Sendung auf unterstem Niveau.

    Mal sehen wie ungläubig Sie bleiben, wenn Sie mal ernsthaft erkranken und Ihnen kein Arzt mehr helfen kann, natürlich wünsche ich Ihnen das nicht, aber den meisten Menschen widerfährt es, irgendwann.

    Reply
  27. Heike
    22. November 2012

    Hallo,
    ich habe dich gerade bei Anne Will gesehen und musste miterleben, wie ein fast militanter Es-Pfarrer versucht hat, dir Dinge zu unterstellen, die du nie gesagt hat.
    Ich möchte dir ein absolutes “Zustimmung” zurufen. Schnell wird Menschen Rechthaberei unterstellt, die einfach klüger sind.
    Heike

    Reply
  28. Patrick
    22. November 2012

    Hallo Philipp,

    gerade eben habe ich Dich bei Anne Will gesehen und bin begeistert ;)
    Selbst bin ich Agnostiker, im theologischen Sinne aber eindeutig Atheist, und fast jedes mal, wenn in irgend einer Talkshow ein Atheist eingeladen wurde, denke ich mir ‘Was für ein Schaf’. Argumentativ eher schwach und viel zu viel falsche Toleranz. Werden die eigentlich absichtlich ausgewählt? Es ist ja kein Geheimnis, dass der öffentlich rechtliche stark christlich geprägt ist…
    Ne, Du warst super!
    Es würde mich freuen in Zukunft mehr von dir in den Medien zu hören.

    Patrick

    Reply
  29. Angela Schmidt
    22. November 2012

    Zum Besuch bei Anne Will:

    Da ich weiß, wie Christen ticken, finde ich Ihre Antworten oft unpassend, zu allgemein, zu frech und damit leider wirkungslos. Damit werden die allgemeinen Vorurteile gegenüber Atheisten bestätigt. Da ich die Schmidt-Salomon-Literatur kenne, sind für mich die vielzitierten “Kobolde, “Menschen und andere Tiere”, die “ewigen Höllenqualen” etc. zu langweiligen Standardantworten geworden, die unverstanden verpuffen. Von der “Hölle” spricht in der Kirche schon lange niemand mehr, ein Christ stöhnt bei deren Erwähnung innerlich auf und denkt: Die haben ja keine Ahnung! (Selbst wenn es 100mal so geschrieben steht!) Vielleicht sollte man gezielter vorgehen: z.B. die Gottessohnschaft Jesu gekonnt anzweifeln, die Absurdität der “Kreuzigung für unsere Sünden” oder die Millionen Toten aus dem AT erwähnen, die auf Gottes Konto gehen… Das würde sofort verstanden, da es den meisten Christen selbst peinlich ist. Die ewig tönende Behauptung: “Gott ist die Liebe!” schreit ebenso nach Verunglimpfung!
    Das grandiose Buch von Franz Buggle: “Denn sie wissen nicht, was sie glauben” müsste unter die Leute, vielleicht im Doppelpack mit der Bibel verkauft werden! :)
    LG.

    Reply
  30. rafaelo
    22. November 2012

    Hallo,
    ich habe das Buch förmlich verschlungen. Ich bin schon seit 30 Jahren Lehrer, 15 davon im Wedding! In jedem Kapitel fand ich meine Schule, meine Kinder und mich wieder. Oft haben meine KollegenInnen und ich das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen…Immer wieder neue Wege im Bildungssystem, neue Projekte, neue nicht durchdachte “Anweisungen von Oben”.
    Wie kann denn z.B. Ganztagsschule funktionieren? Wer denkt schon an: die räumlichen Probleme, bildungsferne Eltern, mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache, ständig neue Zuwandererkinder mit null Deutschkenntnissen die in die Klassen gesteckt werden, undurchdachte Stundentafeln, die Haushaltssperre, fehlendes Personal, LRS-Kinder, ADS oder ADHS-Kinder, körperlich und geistig behinderten Kinder …diese Liste ist unendlich. Wie bringt man das alles unter einen Hut-eine KLasse?
    Auf der Strecke bleiben die Kinder-unsere Zukunft.
    Nach 30 Jahren bin ich es als Einzelkämpfer aber gewohnt die Zähne zusammenzubeißen und den willigen Kindern Wissen zu vermitteln. Noch habe ich Spaß an meiner Arbeit. Aber es sind noch 15 Jahre bis zu meinem Renteneintrittsalter. Werde ich durchhalten?
    Liebe Grüße

    Reply
    • Bettina Abibou
      9. Januar 2013

      ich hoffe Sie werden durchhalten.

      bin nun nach 10 Jahren wieder zurück nach NRW gezogen, habe schulpflichtige Kinder sind beide in Berlin eingeschult worden.

      Komme nun hier in NRW an, mein kleiner 12 , 6. Klasse hat komischerweise nun keine Probleme mehr, aber die Tochter war auf Sekundarschule Klasse 10 und jetzt in Realschule Klasse 10.

      Oh welch ein Unterschied herrscht in Deutschland, habe immer auf Elternsprechtagen gesagt, wenn ich zurück in den Westen gehe sind meine Kinder doof. Und es stimmt.

      Hier gibt es doch vielmehr Werte die man lernt, Rücksichtnahme, Hausaufgaben machen, usw.

      Das schlimmste Erlebniss war für meine Kinder, hier in NRW gibt es Hefte und keine losen Blattsammlungen und gekrizele in irgendwelchen Ringordnern. Sie waren geschockt.

      Gut so, sie müssen da nun durch, meine Tochter wird die 10 wohl wiederholen müssen, da ihr das Wissen fehlt (konnte in Berlin nicht vermittelt werden, Lehrermangel und Unterrichtsstörungen). Bin nicht rassistisch, mein kleiner ist schwarz und wir sind Juden. Aber es störten in der Klasse meiner Tochter immer nur Kopftuchträgerinnen, weren eh verheiratet.

      Sage immer wieder Danke Deutschland.

      Aber egal für die Kinder , viel lesen und dann wirst du gut in der Schule.

      viele liebe Grüße

      B. Abibou

      Reply
  31. Alte Lehrerin
    24. November 2012

    Lieber Philipp,
    Sie könnten mein Sohn sein und haben für mich ein tolles Buch geschrieben. Ich bin jetzt fast 35 Jahre Lehrerin bin Leidenschaft, habe die polytechnische Oberschule der DDR, die Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe im Land Brandenburg ( die “Restschule”) und jetzt die Grundschule kennengelernt.
    Dabei wollte ich nie mit meinem Wissen stehen bleiben.
    Ich habe noch einmal, nach Mathematik und Chemie auch Informatik studiert. Dazu bin ich ein Fan von Prof. Dr. Gerald Hüther und Vera F. Birkenbihl, die leider viel zu früh gestorben ist. Ich bin weit davon entfernt so zu unterrichten, wie ich es vor über 30 Jahren getan habe und meine Schüler danken es mir jeden Tag. Ich freue mich, dass ich die letzten Jahre bis zur Rente an einer tollen Schule mit tollen Kollegen und Kolleginnen arbeiten darf. Mir ist nicht entgangen, dass sich auch die Kinder verändert haben und wir uns an meiner Grundschule mit anderen Problemen der gutsituierten Eltern rumschlagen. Aber wir sollten nicht gegen sie arbeiten, sondern mit ihnen. In diesem Sinne vielen Dank für Ihr Buch.

    Reply
  32. Helmut Becker
    24. November 2012

    Hallo Herr Möller,
    ich habe Sie zufällig bei Anne Will gesehen und Sie machten auch mich einen sehr unglücklichen Eindruck. Angst stand in Ihren Augen. Ihre Gottlosigkeit scheint Sie nicht zu befriedigen. Was mich auch nicht wundert,
    denn in der Bibel, Psalm 14, steht, nur der Narr (oder auch Tor) sagt in seinem Herzen, es gibt keinen Gott. Ich rate Ihnen, beten Sie, um persönlich zu erfahren, ob es Gott gibt oder nicht. Ich bin hoch motiviert, mit Ihnen über Gott, seinen Liebesbrief an Sie (die Bibel), Himmel und Hölle, Tod und Teufel und über ein Leben in der Ewigkeit zu reden. Denn Gott hat dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gegeben (die Bibel). Und die Bibel weiter: Es ist dem Menschen einmal gesetzt zu sterben und danach das Gericht.
    Ich hoffe, Sie bringen den Mut auf, Kontakt mit mir auszunehmen.
    Viele Grüße
    Helmut Becker

    Reply
    • Lorenz
      7. Dezember 2012

      “nur der Narr (oder auch Tor) sagt in seinem Herzen, es gibt keinen Gott” – denn der Weise spricht es laut aus.

      Reply
  33. Sonja
    27. November 2012

    Hallo Philipp,

    ich habe gestern dein Buch gekauft und eben fertig gelesen. Du sprichst mir wirklich aus der Seele. Ich selbst bin Lehramtstudentin in Baden-Württemberg und habe nach meinem Praxissemester beschlossen, lieber nach dem 1. Staatsexamen den Master zu machen und kein Lehrer zu werden.

    Mich belastet diese Notenfixiertheit, das was du Lernbulimie nennst (ich liebe diesen Begriff, der das Phänomen echt super umschreibt ;) ) und vor allem das Defizitdenken an den Schulen. Anstatt dass Stärken gefördert werden, macht man den Schülern meist nur klar, was sie nicht können. Und da soll man gern zur Schule gehen… Mir als Praktikant wurde es schnell zu nervenaufreibend. An Empathie und Fachwissen mangelt es mir meiner Einschätzung nach nicht, aber an dem dicken Fell.

    Dein Buch hat mich in meinem Entschluss gestärkt, nach meinem Examen eine Möglichkeit zu suchen, um Kinder- und Jugendpsychologin zu werden. Gerade in meinem Praktikum hatte ich das Gefühl, dass auf minutiös erstellte und durchgeführte Lernpläne mehr Wert gelegt wird, als darauf den Kindern eine Hilfe zu sein und sie zu unterstützen. Gerade letzteres liegt mir persönlich aber viel besser.

    Ich hoffe ebenso wie du, dass sich einiges ändern wird am deutschen Schulsystem. Meiner Ansicht nach sind alternative Schulmodelle wie die Jenaplan-Schule oder die Bodenseeschule St.Martin oder die Freie Anne-Sophie Schule in Künzelsau super Alternativen, von denen sich der Staat für sein Modell eine ordentliche Schreibe abschneiden kann. An solchen Schulen könnte selbst ich mir das Unterrichten noch gut vorstellen.

    Alles Gute für deine weitere Karriere und danke für deinen kurzweiligen Erfahrungsbericht,
    Sonja

    Reply
  34. Sann_Shine
    5. Dezember 2012

    Hallo Philipp,

    ich habe mir gestern dein Buch gekauft und bin eben dabei das letzte Drittel zu lesen. Es fällt mir sehr schwer dieses Buch aus der Hand zu legen. Was mich an dem Buch fasziniert ist, dass hier nicht nur Erlebnisse und Episoden aus dem Schulalltag aneinandergereiht werden, sondern unser desolates Bildungssystem aus eigener Perspektive beleuchtet wird.

    Die Meinungen, die dabei zum Besten gegeben werden, teile ich nicht uneingeschränkt. Ich perönlich halte z. B. gar nichts von JÜL-Projekten. Etwas in dieser Form gab es nämlich schon einmal – vor 1989! Wir nannten es damals Hortbetreuung. Bei der gemeinsamen Hausaufgabenstunde (Klassen 1 bis 4) hatten die größeren Kinder die Möglichkeit ihr Wissen zu festigen, indem sie den kleineren zur Hand gingen, und die kleineren Kinder bekamen dadurch die Möglichkeit, völlig ungezwungen, von den größeren zu lernen. In der Nachmittagsbetreuung finde ich das auch durchaus okay, im normalen Schulalltag aber sollte jeder Jahrgang seines Alters entsprechend unterrichtet werden.

    Frontal-Unterricht ist unerlässlich, wenn es darum geht zunächst Basics zu vermitteln. Darauf aufbauend kann man vieles durch Projekt-Arbeit und “Experimente” vermitteln. Ich war neun Jahre lang in der Erwerbslosen-Qualifizierung tätig und habe, gerade bei den bildungsschwachen Menschen, die Learning-by-Doing-Methode für mich entdeckt.

    „Erkläre es mir und ich werde es vergessen.
    Zeige es mir und ich werde mich erinnern.
    Lass es mich selber tun und ich werde es verstehen.“

    Dieses Zitat von Konfuzius hat sich während meiner Tätigkeit immer wieder bewahrheitet. Ich denke, dass Kinder im praktischen Unterricht, wo dieser möglich ist, viel aufnahmefähiger sind als in der theoretischen Wissensvermittlung.

    In deinem Buch setzt du dich mit dem Gedanken auseinander, dass die Schul- und Stundenpläne viel zu starr sind für die freie Persönlichkeitsentfaltung unserer Kinder. Schließlich kann man nicht von jedem erwarten, dass er morgens um acht aufnahmefähig ist für Deutsch, um dann um zehn aufnahmefähig für Mathematik zu sein. Wir sind hier doch aber nicht bei “Wünsch dir was!”, sondern bei “So isses!” Um in unserer Gesellschaft akzeptiert zu sein gehört auch ein gewisses Maß an (Willens-)Anpassung dazu. Wenn unsere Kinder später einmal im Berufsalltag stehen, dann kann der Lagerarbeiter auch nicht morgens um acht sagen, dass er jetzt nicht den LKW be- oder entladen möchte, weil er lieber etwas anderes tun will, obwohl das Laden gerade in diesem Moment oberste Priorität hat. Hat unser Lagerarbeit frühzeitig gelernt sich und seine Interessen unterzuordnen, wird er einfach seinen Job machen und damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Andererseits wird er den Job entweder nicht lange behalten können oder beizeiten gestresst sein oder schlimmstenfalls von Burn-Out heimgesucht werden. Schule ist nach meinem Dafürhalten nicht nur reine Wissensvermittlung. Auch Sozial- und Rollenverhalten sollten hier trainiert werden, sodass unsere Kinder später wirklich lebensfähig und nicht nur wandelnde Lexika sind.

    Leider gibt es zu wenig engagierte Lehrer, die gewillt sind sich dessen anzunehmen. Viele resignieren wohl irgendwann und machen einfach nur ihren Job. Dieser Job ist aber nicht nur ein Beruf, er ist eine Berufung. Wer einmal als “Lehrer” tätig war, kommt davon nicht so schnell wieder los. Auch ich habe meinen Job geliebt, habe gegen Windmühlen gekämpft und irgendwann lernen müssen, dass man auch kleinste Erfolge als riesen Fortschritt ansehen muss. Für meine nur rudimentär vorhandene Geduld, wenn es darum geht etwas zu verändern und zu erreichen, war das eine harte Probe. ;-) Leider sind die Tätigkeiten an freien Bildungseinrichtungen der Erwerbslosen-Qualifizierung inzwischen so schlecht bezahlt, dass man nicht mehr wirklich allein davon leben kann. Dabei waren wir, ähnlich wie du, nicht nur Dozenten, sondern so ganz nebenbei auch noch Sozialpädagogen, Bewährungshelfer und Therapeuten. Ich gab diesen Job schweren Herzens auf und ging wieder zurück in ein Angestelltenverhältnis. Aber noch heute, eineinhalb Jahre später, vermisse ich diese Tätigkeit sehr.

    In meinem Freundes- und Bekanntenkreis stieß ich auf wenig Verständnis, was meinen alten Job anging. Warum ich mir das antue, die sind doch sowieso alle blöd, ich könne doch sowieso nichts daran ändern und gedankt bekäme ich das auch nicht usw. DAS habe ich, ähnlich wie du wohl auch, anders gesehen. Deshalb beende ich meine Ausführungen mit einer kleinen, berühmten Geschichte, die du bestimmt auch kennst, und die ich immer wieder zum Besten gegeben habe, wenn mich jemand fragte, warum ich mir “das antue”.

    Alles Gute für dich, verbunden mit herzlichen Grüßen aus Thüringen!
    Susann

    Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

    Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

    Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: “Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!”

    Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: “Für ihn wird es etwas ändern!”

    Reply
  35. Tom Habeck
    5. Dezember 2012

    Ich hoffe für Sie, Sie werden eines Tages so authentisch, wie Sie sich darstellen. Dann können Sie auch als authentisch wahrgenommen werden.
    Ihr Wort hat kein Gewicht.

    Reply
  36. Sann_Shine
    6. Dezember 2012

    Wissen ist Macht – nichts wissen, macht nichts…!

    Uns fehlt jegliches Verständnis für die Zustände an deutschen Schulen. Wir regen uns darüber auf, versuchen zu analysieren woran es liegen könnte, was doch nur in Spekulationen und dadurch zwangsläufig in Schuldzuweisungen ausartet (bildungsfernes Elternhaus, desillusionierte Lehrer usw.), warten mit Verbesserungsvorschlägen auf. In meiner langjährigen Tätigkeit in der Erwerbslosenqualifizierung habe ich mir genau darüber auch immer den Kopf zerbrochen. Häufig hat sich mir dabei der Gedanke aufgedrängt, dass das alles so gewollt ist. Getreu dem Motto: “Ein dummes Volk regiert sich besser!”

    Und mal ehrlich: Ist es nicht so, dass wir tagtäglich regelrecht zugemüllt werden mit Infos, die uns eigentlich komplett am Allerwertesten vorbeigehen sollten? Für den Unterhaltungswert sorgen Dieter Bohlen und Co. Zu den wichtigen Infos aus der Welt zählt zweifelsohne die Schwangerschaft im englischen Königshaus, und das “richtige” Leben sehen wir bei “Berlin Tag & Nacht”, “Peter Zwegat” und “Bauer sucht Frau”. Damit ausgerüstet wird dem Volk suggeriert, dass es nun alles an Wissen besitzt, was es für das Leben braucht.

    Schön eingelullt in diese Scheinwelten funktioniert das Volk – es geht ihm doch gut damit. Nicht-Arbeit wird großzügig entlohnt, damit niemand auf die Idee kommt zu rebellieren. Für die nächste Generation Hartz IV ist es auch nicht besonders wirtschaftlich, Geld in Bildung zu investieren.

    Jetzt stelle man sich vor, wir hätten stattdessen junge Leute mit einer fundierten Allgemeinbildung und gut ausgeprägten rhethorischen Fähigkeiten “produziert”! Das wäre doch für die Obrigkeiten, die wohl weniger aus Enthusiasmus als vielmehr aus Geld- und Machtgier im Parlament hocken (sonst hätten die keine Zeit für teure Nebenjobs)viel zu gefährlich. Nein, wir sorgen lieber dafür, dass zunehmend mehr (junge) Menschen gerade mal in der Lage sind, angelesenes Halbwissen aus der Bild-Zeitung und Stammtisch-Meinungen zum Besten zu geben. Weil sie nicht (mehr) in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zu erfassen, da ja auch die Lesekompetenz immer mehr gen Null konvergiert, können sie uns nicht wirklich gefährlich werden, und man kann so ganz gemütlich und unauffällig seine Schäfchen ins Trockene bringen. Und für die WICHTIGEN Aufgaben in Industrie und Wirtschaft gibt es ja noch ausländische Fachkräfte. Warum also sollten hier in Deutschland für teuer Geld Fachkräfte ausgebildet werden? Das wird doch völlig überbewertet!

    So lange das SO ist, brauchen wir uns also nicht weiter über unsere katastrophale Bildungspolitik zu ereifern. Ich würde so weit gehen, bestimmte Fernsehsender und -sendungen zu verbieten, staatlich zu kontrollieren, um der Massenverblödung Grenzen zu setzen. Aber wie schon gesagt: DAS scheint wohl nicht wirklich gewollt…

    Reply
  37. kwisi
    12. Dezember 2012

    twitterst du eigentlich Herr Möller

    Reply
  38. Robert Doerner
    16. Dezember 2012

    Hallo Herr Möller!

    Mit großem Interesse, aber auch tiefer Betroffenheit und teilweise zu Tränen gerührt habe ich Ihr Buch gelesen…

    Sie haben unglaubliche Schwachstellen im Berliner Schulwesen aufgezeigt, aber wie war die Reaktion des Senats darauf? Hat Sie Wowereit zu einem Gespräch empfangen? Wahrscheinlich nicht, denn die sind ja mit etwas Wichtigerem wie dem Flughafenbau beschäftigt…

    Mit freundlichen Grüßen

    Robert Doerner

    Reply
  39. Sercan
    18. Dezember 2012

    Hallo Philipp,

    ich bin zufällig an deinem Buch bei Thalia vorbeigesaust (weiß der Teufel was ich da gesucht habe, da ich eigentlich nicht der große Bücherwurm bin),
    als mir der Titel deines Buches samt Cover aufgefallen ist.
    “Nicht schon wieder so’n Sarrazin-Buch” dachte ich mir und habe mir einen ersten Eindruck beim durchlesen des Klappentextes machen können.

    Es hat mein Interesse geweckt und ich habe es als ebook gelesen.

    Ich möchte dich hiermit jedenfalls loben.
    Tolles Buch. Sachlich wie auch Emotional alles nachvollziehbar.

    Meine Meinung ist ähnlich:

    Das Schulsystem ist veraltet und unbrauchbar.
    Lehrer sind meist unqualifiziert oder ruhen sich auf ihrem Beamtenstatus aus.
    Soziale Umstände des Schülers bleiben auf der Strecke.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit dem Buch, habe es schon einigen weiterempfohlen. ;)

    Lieben Gruß aus NRW

    Sercan

    Reply
    • phil
      18. Dezember 2012

      “Lehrer sind meist unqualifiziert oder ruhen sich auf ihrem Beamtenstatus aus.”

      “Meist” würde ich nicht sagen, damit werden wir zu vielen unserer Lehrkräfte nicht gerecht – obwohl es sie natürlich gibt: die Ungeeigneten, die Ausgebrannten und Überforderten. Angesichts der Situation vieler Lehrer aber auch echt kein Wunder!

      Reply
  40. Stefan Kämmer
    19. Dezember 2012

    Lieber Herr Möller,

    vielen Dank für dieses Buch!

    Ich habe auch nach dem Studium zwei Jahre an einer “Brennpunktschule” gearbeitet und ich kann all Ihre Erfahrungen bestätigen. Sie haben die Kinder, ihre Situation, Sprache und sogar Gestik so genau beschrieben, dass ich einige meiner Schützlinge vor mir sehen konnte.
    Genau wie Ihnen hat mir das Leid der Kinder sehr zu schaffen gemacht. Meine Arbeit bestand zu 98% aus Sozialarbeit und ich musste ebenfalls alle Fächer, die angeboten wurden unterrichten. Nach zwei Jahren gab es für mich nur die Möglichkeit an eine andere Schule zu wechseln oder den Beruf aufzugeben.
    Da ich Gymnasiallehrer bin und zu dieser Zeit aufgrund von Schulschließungen viele Grundschullehrer an die Hauptschulen versetzt wurden, hatte ich das große Glück an ein Gymnasium versetzt zu werden.
    Ich unterrichte jetzt seit 8 Jahren an diesem Gymnasium und genieße meinen Beruf. Ich muss oft an die Kinder denken, die ich zurück gelassen habe. Sie hatten nicht das Glück auf eine angenehme Schule versetzt zu werden.
    Ich hoffe, dass der Erfolg Ihres Buches einen Einfluss auf die oft genannten Politiker hat und dass sich an unserem Bildungssystem etwas ändert.
    Es wäre nicht schwer etwas zu verbessern, dazu bräuchte man nur den politischen Willen und viel Geld.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Stefan Kämmer

    Reply
  41. Mo
    20. Dezember 2012

    Sehr geehrter Herr Möller!
    Vielen lieben Dank für Ihr tolles Buch!
    Ich bin fasziniert davon, mit welcher Klarheit und trotzdem vollem Respekt Sie von Ihren Erfahrungen berichten.
    Als angehende Grundschullehrerin (NRW) habe ich im Rahmen von Praktika ähnliche Erfahrungen gemacht.
    Ich finde es äußerst erfrischend, mal eine neue Sichtweise auf die Thematik zu zeigen, die weder in die “Sarrazin” Richtung driftet, noch übermäßige Toleranz an den Tag legt.
    Beste Grüße

    Reply
  42. Andreas Salzmann
    21. Dezember 2012

    Lieber Herr Möller.Herzlichen Dank für die sehr ergreifenden Schilderungen Ihrer persönlichen Erfahrungen.Der Löwe in Ihnen ist schon lange erwacht und es freut mich sehr,dass es immer mehr Menschen mit Ihrer gesunden Einstellung gibt.Der Kampf,gegen die inhumanen Systeme ist aber nach meiner Erfahrung keine Sysiphusarbeit mehr,sondern eher wohl Kampf gegen Windmühlen,die über mehrere tausend Jahre installiert wurden.Sie sind einer der unzähligen Erst-Helfer im planetaren Schlachthaus der Ideologien und Ihr Erste-Hilfe Kasten ist der evolutionäre Humanismus und Ihr sagenhaftes Mitgefühl.Ich danke Ihnen im Namen all derer,die sinnlos leiden müssen,gelitten haben und die noch leiden werden.Schaffen Sie eine kleine Insel des Glücks für sich,Ihre Familie und ein paar Mitmenschen,dann haben Sie bereits mehr als das Notwendige,bzw. Menschenmögliche getan.
    Und bitte hören Sie bitte niemals auf der Stachel im Fleisch falscher Ideologen zu sein.

    Reply
  43. Terry mit ohne 'h'
    22. Dezember 2012

    Lieber Philipp,

    gestern das Buch gekauft, gerade damit fertig geworden.
    Vielen Dank für ‘Isch geh Schulhof‘!!!

    Als angehende Abiturientin aus Bayern kann ich sämtliche aussagen über das Bulimielernen bestätigen. Man lernt, weil man das Wissen und den Unterrichtsstoff in einer Klausur wiedergeben muss. Keineswegs, um sein Leben zu bereichern. Nach der Klausur werden sämtliche Karteikärtchen, die man zum Lernen gebraucht hat, sorgfältig verstaut – man weiß ja nie, vielleicht brauch ich es ja nochmal, dann muss ich den ganzen Mist nicht nochmal abschreiben.

    Seit langem spiele ich mit dem Gedanken Lehramt zu studieren, wenn ich meine Schullaufbahn nächstes Jahr (hoffentlich erfolgreich) abgeschlossen habe.
    Ihr Buch hat mich davon überzeugt, dass ich wohl Nerven aus Stahlseilen brauchen werden (auch wenn die beschriebenen Situationen bestimmt nicht überall vertreten sind).
    Außerdem hat es mich überzeugt, dass etwas getan muss, um die vorliegende Situation in vielen Grundschulen Berlins, bzw. Deutschlands, zu verändern und hoffentlich zu verbessern.
    Wie ich meinen Teil dazu beitragen kann, will ich auf jeden Fall noch herausfinden; Sie haben mich ungemein dazu motiviert :-)

    Ich möchte mich nochmals herzlich für ‚Isch geh Schulhof‘ bedanken, ich hatte Dank Ihres Schreibstils und Ihrer humoristischen Art wirklich große Freude daran, es zu lesen.

    Ich werde es auf jeden Fall sämtlichen Freundinnen weiter empfehlen und wünsche Ihnen noch viel Erfolg mit dem Buch!

    Liebe Grüße von einer gefrusteten Bulimielernerin aus Bayern (-;

    Theresa

    Reply
    • Michael
      6. Januar 2013

      Hey Theresa,

      freut mich, dass du das “Bulemielernen” so schön durchschaut hast. Ich durfte noch 9 Jahre am Gymnasium meine Zeit verbringen und war idR um 14.00 spätestens zu hause.

      Ich studiere grade auf Lehramt (Deutsch/Geschichte) an der LMU in München. Wenn du wissen willst, ob das was für dich ist, beantworte ich dir gerne ein paar Fragen (Mail: MichaelMorasch87@aol.com)

      Liebe Grüße,

      Michael

      Reply
  44. Mai
    23. Dezember 2012

    Lieber Philip!

    Vielen Dank für dieses Buch!
    Ich habe es an einem Abend durchgelesen. Nicht, weil es so leicht zu lesen ist, sondern weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mein Vater hat es mir empfohlen, es zu lesen, er ist ein großer Fan von dir und sieht in dir schon den nächsten Kultusminister :)Durch dein Buch hat eine Auseinandersetzung mit Pädagogik im besonderen und allgemeinen in meiner Familie begonnen, du sprichst Dinge an, die ich schon länger gefühlt habe. Jetzt wird das Buch an meine Schwester weitergegeben, die zur Zeit Grundschullehrerin in Berlin ist :)
    Ich habe nicht verstanden, warum ein Mensch, der so prädestiniert dafür ist, mit Kindern zu arbeiten, und dem dieser Job auch so viel Spaß macht, damit aufhört und glücklich damit ist. Aber vielleicht ist es deine Aufgabe, deine Ansichten auf einer anderen Ebene zu vertreten.
    Ich wünsche dir und deiner Familie fröhliche Weihnachten!

    Viele Grüße, Mai

    Reply
  45. Sieghard Scheffczyk
    27. Dezember 2012

    Hallo Herr Möller,

    die Lektüre Ihres Buches hat mich derart „aufgerüttelt“, dass ich dieses in der nächsten Ausgabe der KON TE XIS-Informatiosnschrift für Lehrerinnen und Lehrer (deutschlandweit ca. 5500 Abonnenten, pdf-File der aktuellen Ausgabe anbei) in aller Ausführlichkeit vorstellen werde. Meinen Rezensionstext – dieser wird in der Frühjahrsausgabe im März erscheinen und einschließlich des Buch-Covers, das ich mir bei Bastei Lübbe besorgen werde – falls Sie es mir nicht mailen können – eine ganze Druckseite füllen -, würde ich Ihnen gerne vorab schicken. Bitte teilen Sie mir hierfür Ihre E-Mail-Adresse mit.

    Ich wünsche Ihnen einen gute Rutsch und für 2013 viel Glück und Erfolg.

    Beste Grüße aus dem FEZ

    Sieghard Scheffczyk

    Projektleiter

    Redakteur der KON TE XIS-Informationsschrift

    JugendTechnikSchule

    Straße zum FEZ 2

    12459 Berlin

    Reply
  46. Robert
    28. Dezember 2012

    Lieber Philipp Möller,
    vielen herzlichen Dank für Ihre Arbeit und Aufklärung gegen diesen bleiernen Schwachsinn in unserer Gesellschaft!
    Ich teile fast alle Argumente und Gedanken, die Sie in Ihren Texten und Auftritten oft genial formulieren. Und ich bin so froh, dass einer sich hinstellt und so geschickt mit Florett und Säbel für die Aufklärung im 21. Jhdt. kämpft. Danke!
    Eine kleine Anregung für ihre wichtigen Diskussionsbeiträge in den Medien hätte ich aber doch: Wäre es nicht besser, die (naive) Sehnsucht vieler Menschen nach einer ordnenden Macht anzuerkennen (nicht zu teilen). Auch die Angst vor dem Tod verneinen Sie immer wieder. Wäre es nicht ehrlicher, sich dieser Urangst des/vieler Menschen zu stellen, um neue (aufgeklärte) Antworten zu finden – sich der “harten” Realität zu stellen?
    Die Drohung vieler Christen, dass die Welt/das Leben/der Tod/etc ohne Gott keinen (höheren) “Sinn” habe, könnte ja zutreffen. Trotzdem wäre dies ja kein Argument für den Glauben (auch wenn ein Gott noch so schön wäre).
    Dieser Gedanke ist nur eine Kleinigkeit, aber an dem Punkt bekomme ich immer ein Stirnrunzeln in den TV-Diskussionen.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Kraft!

    Reply
  47. Robert
    28. Dezember 2012

    In Ergänzung: wenn Sie die Angst vor dem Tod oder die Sinnsuche abtun, wirken Sie für viele Menschen unglaubwürdig. Darunter leidet m.E. auch ihr gesamter Standpunkt in der Diskussion. Die meisten (älteren?) Menschen haben Angst vor dem Tod und der Sinnlosigkeit. Man müsste dies respektieren und sollte die Konsequenzen nicht verstecken.

    Reply
  48. Sebastian
    31. Dezember 2012

    Hallo Herr Möller,

    Vielen Dank für dieses Buch!
    Auf interessante und erstklassige Weise ist eine Sicht auf die Zustände des Bildungssystems entstanden, die unseren Volksvertretern mal etwas näher gebracht werden sollte.

    Selbst wenn man nicht Vater oder Lehrer ist wie ich, sollte man sich für das interessieren, was vor der eigenen Haustür geschieht.

    Gruß aus der Heimat und Daumen hoch!

    Sebastian

    Reply
    • Bettina Herms
      1. Januar 2013

      Als ich dieses Buch gelesen, besser gesagt, verschlungen hatte, habe ich meinen Bruder in Berlin angerufen und gefragt, ob er unter einem Pseudonym dieses Buch geschrieben hat. Er ist auch Lehrer einer Grundschule im Wedding und erzählt uns seit vielen Jahren haargenau das, was in diesem Buch steht. Eigentlich kaum zu glauben, aber volle Realität. Armes Deutschland und ich fürchte, es kommt noch schlimmer.
      Bettina

      Reply
  49. Alexandra
    1. Januar 2013

    Hallo Philipp!

    Meine Schwägerin hat mir dein Buch zu Weihnachten geschenkt und ich bin schon durch. So ein Buch hätte ich auch schreiben können. Ich bin 1 Jahr nach dir geboren und heuer in meinem 3. Dienstjahr als Lehrerin in einer Schule die deiner gleicht. Meine Kids sind jedoch zwischen 10 und 15 Jahre alt. Ich unterrichte auch nicht in Berlin sondern in einer Neuen Mittelschule in Graz, Österreich. Genau wie du stand ich mal in der Klasse und wünschte mir ein Ritalin – Beteubungsgewähr. Ich amüsiere mich auch köstlich über das Schnalzen mit der Zunge statt dem “nein”. Beim Lesen hab ich immer wieder laut gelacht und mich so gefreut, dass es Kollegen gibt, denen es auch so geht wie mir. Und vor allem gratuliere ich dir zu dem Mut das alles zu veröffentlichen!
    Ich bin mit meinen 31 Jahren die jüngste Lehrerin in meiner Schule. Für mich ist fast jeder Tag eine Achterbahn-Fahrt. So hatte ich auch heuer meinen schlimmsten und glücklichsten Moment in der Schule. Der schlimmst war Mitte November als ich nach mehrern erschütternden Vorfällen und totaler Energielosiegkeit gar nicht mehr in die Schule zurück wollte. Und der schönste war das Weihnachtsfest welches ich mit meiner noch großen Naivität und meinem unerschütterlichen Glauben an ein friedliches Miteinander in Bewegung gesetzt habe. Denn seit 5 Jahren gab es an dieser Schule keine gemeinsamen Feste oder Feiern mehr.
    Ich hoffe ich höre noch mehr von dir. Inzwischen wünsche ich dir weiter viel Erfolg im Beruf als auch im Privatleben.

    Alexandra

    Reply
  50. Christian Glasmeyer
    2. Januar 2013

    Ich kann ihr Buch eigentlich nicht genug loben; natürlich sind weder die Zustännde an den Schulen noch Berichte über diese neu, ihr Buch ist aber erstens im besten Sinne unterhaltsam und zweitens, auch und vor allem durch ihre Auftreten und integeres Verhalten, konstruktiv medienwirksam. Zudem, für mich persönlich der zentrale Punkt des Buches, der Zustand scheint weder völlig hoffnungslos noch irreversibel, sie zeigen ja genügend praktische Verbesserungsvorschläge auf.

    Dennoch würde ich sie bitten, vielleicht ihre Interviewpartner etwas sorgfältiger auszuwählen, die bei Google ziemlich hoch gelistete BILD-Seite, http://www.bild.de/ratgeber/kind-familie/grundschule/grundschule-aushilfslehrer-packt-aus-isch-geh-schulhof-philipp-moeller-26607882.bild.html, hat gleich ganz oben den “schönen” Kommentar:
    Es mangelt nicht so sehr am Bildungssystem sondern an Flugzeugen, die diese Menschen wieder in ihre Heimat bringen.

    Das ist wohl weder in ihrem Sinne noch der Sache dienlich, solche Medien an der Diskussion zu beteiligen…

    Reply
    • phil
      3. Januar 2013

      Das ist wohl weder in ihrem Sinne noch der Sache dienlich, solche Medien an der Diskussion zu beteiligen…

      Das stimmt natürlich, aber darauf habe ich nun wirklich keinen Einfluss. Die einzige Möglichkeit solche Dinge zu verhindern, hätte darin bestanden, der BILD kein Interview zu geben – und das wäre (aus verschiedenen Gründen) nicht besonders klug gewesen.

      Reply
  51. Cord Urbild
    2. Januar 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich kann Ihren Ausführungen in Teilen zustimmen, in anderen Passagen zeigt sich m. E. jedoch eine nicht hinreichende Auseinandersetzung mit der eigentlichen Problematik bzw. eine schlichte Verkennung der Möglichkeiten und Grenzen von Schule.

    Sicherlich haben Sie Recht, dass einige KollegInnen mit ihrer Aufgabe heillos überfordert sind. Und sicherlich haben Sie sich auch bemüht, weitgehend objektiv darzustellen, was eigentlich nur subjektiv darstellbar ist.
    Gerade in den Reflexionsteilen Ihres Buches, das ich mit einigem Interesse gelesen habe, fehlt mir jedoch bisweilen die nötige Tiefe. Ich kann verstehen, dass Ihnen gerade als Vater, aber auch als Lehrer angst und bange wird, wenn Sie die vorgefundenen Zustände betrachten.
    Nicht zustimmen kann ich Ihnen, wenn Sie diese als spezifisch schulische Probleme betrachten. Hier haben wir es m. E. mit gesellschaftlichen Problemen zu tun, die die Schule alleine schlicht nicht lösen kann! Es wären gesamtgesellschaftliche Veränderungen vonnöten, die aber offensichtlich nicht gewollt sind, solange das Gros der Gesellschaft sich von Apple und Co. einlullen lässt und sein Glück rein über wirtschaftlichen Erfolg und Konsum definiert.
    Sicherlich kann Schule hier einen Beitrag leisten, ich meine aber beobachten zu können, dass immer mehr Probleme, die früher unsere Eltern mit ihren Kindern gelöst haben, mittlerweile auf die Schule abgewälzt werden, und dort können diese, wie Sie ja selber richtig sehen, nur unzureichend gelöst werden, da es den Lehrern sowohl an Ausstattung, Zeit als auch Einflussmöglichkeiten fehlt, um gezielt und nachhaltig eingreifen zu können.
    Wenn dann noch auf PISA verwiesen wird, ist das schon bald zynisch, denn die OECD, die diese Studie durchführt, ist eine reine Wirtschaftsorganisation und orientiert sich folgerichtig nicht an humanitären oder gesellschaftlichen, sondern an rein wirtschaftlichen Kriterien. Wollen wir das? Ist es alternativlos, sich an Asien zu orientieren? Dann müssen wir auch aisatische Verhältnisse und ein entsprechendes Menschenbild akzeptieren. Ein Verweis auf Skandinavien, wo angeblich alles viel besser läuft, und eine Orientierung an dessen Schulsystem hilft auch nicht weiter: Erstens kenne ich einige Menschen dort, die uns gerade um das gegliederte Schulsystem, das Sie ja nicht gerade bevorzugen, wenn ich Sie richtig verstanden habe, und dessen Erfolg beneiden und sich fragen, warum wir gerade dabei sind, ein gerade in der Spitze (Gymnasium) hervorragend funktionierendes System abschaffen zu wollen. Damit ist übrigens gerade den schwächeren SchülerInnen keineswegs gedient. Vielmehr müsste man für diese speziell auf sie zugeschnittene Didaktiken und Methoden entwickeln, um sie optimal zu fördern, aber das ist nur mit einem hohen Personal- und Ressourcenaufwand möglich, und diesen scheint unsere Gesellschaft nicht aufbringen zu wollen. Das nun aber zum anlass zu nehmen, um gerade die “Spitze” unserer Gesellschaft in die Mittelmäßigkeit zu zwingen (und nichts anderes passiert, wenn man potenzielle Gymnasiasten, anstatt deren Potenzial rechtzeitig zu fördern, mit bildungsfernen Kindern möglichst lange zusammen lässt, denn es ist, wie schon ein Blick in eine vierjährige Grundschule (= Gesamtschule) zeigt, keineswegs so, dass die Schwächeren von den Stärkeren profitieren würden, sondern es ist vielmehr so, dass sich die späteren Gymnasiasten, die das Zeug zu dieser Schulart haben und nicht nur von den Eltern dorthin gedrängt werden, bereits ab spätestens der dritten Klasse zu langweilen beginnen und hier bereits Ressourcen brach liegen). Daher kann ich Ihre Empfehlung für einen so genannten reformpädagogischen Ansatz nur schwer nachvollziehen (das hatten wir schon mehrfach, und es hat nie funktioniert, es sei denn, es handelte sich um Modellschulen mit entsprechender Ausstattung, die aber so nicht flächendeckend eingerichtet werden können, ohne eben einen entsprechenden monetären Aufwand zu betreiben.
    Zudem kann ich nicht nachvollziehen, wie Sie zu der Aussage kommen, dass der Lehrberuf viel Zeit lassen würde. Mein Alltag sieht jedenfalls anders aus, und ich habe das nun schon länger als zwei Jahre durchgezogen. Sicherlich, ich kann mir meine Arbeit besser einteilen als andere. Meine eigenen Kinder beschweren sich jedoch mehr als einmal pro Jahr, dass sie von ihrem Vater, obwohl dieser zu Hause arbeitet, nicht allzu viel haben, denn bei mir endet der Arbeitstag eben nicht um 17 Uhr, und ich leiste pro Jahr (gerechnet auf 41 Wochenstunden und 30 tage Urlaub) ca. 300 unbezahlte (!) Überstunden. Ich denke, man müsste schon länger im Lehrberuf tätig sein, um sich hier ein abschließendes Urteil erlauben zu können. Sie sind ja auch wieder “ausgestiegen”, und ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass sich nach sechs bis acht Dienstjahren, nachdem der erste Enthusiasmus einer gewissen Einsicht in die Grenzen der eigenen Möglichkeiten gewichen ist, erst wirkliche “Abnutzungserscheinungen” einstellen. Von daher habe ich Verständnis auch für diejenigen KollegInnen, die irgendwann nicht mehr können, weswegen Sie (völlig zu Recht!) ja schließlich auch Ausstiegsmöglichkeiten für betroffene KollegInnen einfordern.
    Dennoch: Das Problem ist nicht die Schule, sondern der Umstand, dass man sich in den letzten Jahren immer mehr angewöhnt hat, von dieser Institution Dinge zu erwarten, die sie schlicht angesichts eines massiven gesellschaftlichen Wandels nicht leisten kann! Hier muss, wie bereits oben erwähnt, andernorts angesetzt werden und Eltern müssen wieder dazu bereit sein, die Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen und für deren körperliches, seelisches und geistiges Wohl zu sorgen. Wo Eltern hier versagen, kann Schule höchstens noch auffangen, und das dürfte auch mit Reformpädagogik kaum zu leisten sein.
    Als Religionslehrer möchte ich noch ein, zwei anmerkungen zu dem machen, was Sie diesbezüglich schreiben: Ich bin voll und ganz für einen eigenverantwortlichen Umgang mit Religion, der im Übrigen an der Aufklärung orientiert sein sollte. Pauschal zu behaupten, Religion sei grundsätzlich überholt und habe im modernen Leben keinen Platz mehr, halte ich jedoch für wenig reflektiert, um nicht zu sagen arrogant. Tun wir uns doch den Gefallen und differenzieren wir hier ein wenig, wiewohl ich Ihnen Ihren ganz persönlichen Atheismus oder Agnostizismus ja gönne – wenn er reflektiert und nicht dogmatisch daherkommt, und mir scheint eher Letzteres der Fall zu sein. Und: Natürlich ist Luther nicht aufgeklärt! Luther lebt im ausgehenden Mittelalter, die Aufklärung hat rund 200 Jahre nach Luther stattgefunden. Also: Wenn man schon schießt, dann bitte mit “geradem Lauf”.

    Auch wenn wir also nicht in allem einer Meinung sind (das wäre ja schrecklich, wo bliebe dann der gesellschfatliche Diskurs?): Danke für so manche Anregung und so manches “wahres Wort” und Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und viel Erfolg im deutschen Bildungsdschungel!

    Reply
  52. Hoffnung
    2. Januar 2013

    Hallo Philipp,

    ja, dein Buch bestätigte bis vor einem halben Jahr noch meinen Alltag. Jetzt habe ich die Schule gewechselt, und obwohl gleiches Gebiet, um Welten besser.
    Das Schulsystem ist regelrecht krank – das ist gar nicht zu leugnen.

    Von den Politikern aber regelrecht “hausgemacht”. Ungebildeten Menschen kannst du viel erzählen und unkritisch betrachtet glauben sie dir alles. Meiner Meinung nach genau das, worauf die Politik hinarbeitet. Ein Staat bestehend aus Dummen.

    “Hurra, wir verblöden!”

    Der ieberkrasse Fersehkonsum von Hart-IV-TV auf RTL u. Co. tut da sein Übriges. Und leichte Kost wird von unseren Schülern gerne konsumiert.

    An dem Schulsystem und dem Niveau der Gesellschaft wird sich auch in Jahren nicht viel ändern – außer, dass es immer heftiger wird.

    Dem Staat ist es wohl egal, was mit seinen Zöglingen passiert und wie marode die Gesellschaft wird.

    Hoffnung? Ja, Werte, Normen und soziales Miteinander vermitteln und vorleben. Vielleicht hilft es …

    Danke für das Buch!

    Reply
  53. Corinna
    3. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,

    ich habe Ihr Buch zu Weihnachten bekommen und in einem Zug durchgelesen. Auch ich bin sozusagen “Junglehrerin” und habe die letzten zwei Jahre an einer einer Schule in einer größeren bayerischen Stadt ähnliche Erfahrungen gemacht. Und ich musste oft schmunzeln über so manche Ähnlichkeit im Empfinden, sodass ich Ihnen zwischendurch gerne zurufen wollte: “So ging es mir auch schon; genauso habe ich mich auch gefühlt!” Einzig mit Ihren religiösen (Nicht-)Überzeugungen kann ich nicht mitgehen, aber das ist ja jedem selbst überlassen…
    Mittlerweile bin ich an einer Schule auf dem Land und die Verhätnisse lassen sich in keinster Weise vergleichen. Ich habe hier wiederrum festgestellt, wie entscheident der soziale Backround ist, für die Entwicklung der Kinder.
    Aber was ich außerdem so bemerkenswert finde an Ihrem Buch ist, dass Sie nicht nur die zum Teil schwierige Situation an deutsch Schulen aufzeigen, sondern Ihren täglichen Kampf
    – gegen schwierige soziale Verhältnisse, mangelnde Liebe und Unterstützung im Elternhaus, Aggressionen etc. und
    – für neue Ideen in zu stark veralteten Kollegien sowie die Durchführung eines “guten Unterrichts”
    mit viel Einfühlungsvermögen für die Kids beschreiben und Ihre Priorität darin bestand, das Beste für die Kids herauszuholen.
    Denn ich glaube – und meine das auch aus Ihren Zeilen gelesen zu haben – wenn man sich von Herzen für die Kids und ihre Lebenswelt- egal welcher Herkunft und Bildungsschicht – interessiert, sich für sie einsetzt und immer wieder versucht, in anregenden Lernumgebungen Lernprozesse zu initiieren und zu begleiten, bringt man die Kids doch ein ganzens Stück auf ihrem Lebensweg voran und bekommt dafür täglich – trotz eines hohen Arbeitspensums bezüglich der Vorbereitung und einer hohen nervlichen Belastung – den schönsten Dank: nämlich die Zuneigung der Kinder.
    Und das macht diesen Beruf für mich – trotz aller Widrigkeiten – immer wieder zum schönsten Beruf der Welt :) !

    Vielen Dank für dieses Buch!

    Reply
    • phil
      4. Januar 2013

      Liebe Corinna,

      danke für dein positives und ausführliches Feedback! Den kleinen Seitenhieb deinerseits möchte ich aber nicht unwidersprochen stehenlassen:

      Einzig mit Ihren religiösen (Nicht-)Überzeugungen kann ich nicht mitgehen, aber das ist ja jedem selbst überlassen…

      Und genau da, im letzten Teil deines Satzes, liegt das Problem: religiöse Überzeugungen sind eben nur den Menschen “selbst überlassen”, die im Kindesalter nicht mit den angeblichen Wahrheiten einer bestimmten Religion indoktriniert wurden. Milliarden Beispiele belegen, dass religiöse Überzeugungen in allerhöchstem Maße denen der eigenen Eltern bzw. Kultur entsprechen.

      Und genau deshalb, um den Kindern unseres Landes ihr Recht auf religiöse Selbstbestimmung zu ermöglichen, spreche ich mich entschieden dafür aus, den konfessionell gebundenen, bekenntnisorientierten Religionsunterricht durch einen Ethikunterricht zu ersetzen, der Kindern gemeinsame Werte vermittelt, ohne diese an eine Mythologie zu binden. In Schulen sollen schließlich keine Bekenntnisse vermittelt sondern Erkentnisse ermöglicht werden. Wir sollten Kindern zeigen wie man denkt – nicht was sie denken sollen!

      Denn bedenke: christliche, muslimische oder jüdische Kinder gibt es genau so wenig wie sozialdemokratische, liberale oder republikanische Kinder – es gibt nur Kinder christlicher, muslimischer oder jüdischer bzw. sozialdemokratischer, liberaler oder republikanischer Eltern! Religiöse wie politische Überzeugungen bedürfen einer breiten Grundlage an Erfahrungen und Informationen, und über solche verfügen v.a. Grundschüler.innen einfach noch nicht, weshalb ich es für in höchstem Maße unfair halte, diesen Menschen (die allein aus evolutionspsychologischen Gründen darauf angewiesen sind, uns Erwachsenen jedes Wort zu glauben) größenwahnsinnige, widersprüchliche und unethische Mythologien (=Religionen) als Wahrheit bzw. – noch schlimmer! – als Grundlage unserer heutigen Wertvorstellungen zu vermitteln.

      Vielmehr sollten wir nachfolgenden Generationen (nach und nach) alle Informationen zur Verfügung stellen, die wir bereits sammeln bzw. generieren konnten, und sie dann selbst entscheiden lassen – das wäre die einzig konsequente Umsetzung des von dir zurecht als zentralen Gedanken genannten der Selbstbestimmung :)

      In diesem Sinne weiterhin viel Spaß und Erfolg als Lehrerin sowie herzliche Grüße aus Berlin,

      Phil

      Reply
  54. Tina
    4. Januar 2013

    Hallo lieber Phillip,
    bevor man die Bildungsreform ändert, muss man sicher gehen, dass jeder einzelne Mensch von diesen Missstnden bescheid weiß.
    Meine Tochter, die in “sehr guten” Schulen war, hat keinerlei Ahnung, dass es derartige an dt. Schulen gibt !!!!
    Wenn jeder kapiert hat, dass es so nicht weiter gehen kann, können die politiker nicht mehr wegschauen …

    Reply
  55. Wolfgang
    5. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,

    das Buch habe ich mir selbst gekauft, da der auf der Rückseite beschriebene Inhalt sehr interessant klang.
    Nun habe ich das Buch durchgelesen und es übertraf alle meine Erwartungen. Endlich einmal jemand, der die Missstände erläutert, auch mit humorigem Hintergrund.
    Da ich zeitlebens Berliner bin und das Umfeld jeden Tag mitbekomme, ist es erschreckend, wie mit der Zeit der Verfall der Deutschen Sprache bei der Jugend stattfindet. Es sind nicht nur die ausländischen Mitbewohner, sondern auch die deutschstämmige Jugend ist davon betroffen. Da ich bereits 63 Jahre alt bin und (meines Erachtens) eine gute Erziehung genoss, kann ich das als Außenstehender gut beurteilen.

    Bei mir auf Arbeit wurde ein neuer Mitarbeiter (23 Jahre alt) eingestellt. Laufend hämmert er auf seinem Handy ein, wahrscheinlich sendet er SMS oder ist im Internet. Nach einer Ermahnung verschwindet er jetzt 3x am Tag für ca. 20 Minuten auf Toilette…!! – Hätte ich das früher gemacht, mein Arbeitgeber hätte mich rausgeworfen!!

    Eigentlich ist es Egoismus der Leute. Es wird keine Rücksicht mehr auf andere genommen. Die Achtung vor anderen Menschen ist abhanden gekommen.
    Ich habe mal so überlegt, vielleicht ist es von der Regierung auch so gewollt. Gebt den Menschen Brot und Spiele und sie sind zufrieden und kümmern sich nicht um Politik und andere gesellschaftliche Ereignisse. So können sie in bestimmten Kreisen nicht stören.

    Überlegen Sie mal: Bei diesen Kinder, so wie Sie sie beschrieben haben, wie werden die Lehrer der Zukunft aussehen?? Um überhaupt noch Lehrer ausbilden zu können, müssen doch die Ansprüche heruntergeschraubt werden bei diesen Schülern, oder?
    Und dann, wie Sie auch beschrieben haben:
    GUTE NACHT DEUTSCHLAND!

    Ich wünsche Ihnen mit Ihrer Verlobten und Ihrer Tochter für die Zukunft alles Gute und dass Ihre Verlobte die Kraft hat, den Lehrerberuf in Zukunft so auszuüben, wie sie es sich vorstellt. Vielleicht haben dann die zukünftigen Schüler bei ihr bessere Chancen.

    Reply
  56. Stephanie Seehaus
    7. Januar 2013

    Lieber “Herr Mülla”,

    ich habe ihr Buch gerade fertig gelesen (ja, ich konnte um drei nicht mehr schlafen und morgen geht die Schule wieder los, endlich. Ich war einfach zu aufgeregt!).

    Ich habe Ihr Buch verschlungen! Es hat die richtige Mischung aus Erlebnisbericht und kritischen Gedanken.

    Ich bin 25 und habe bereits sehr viel Unterrichtserfahrung. Ja, es ging mir wie Ihnen, mit dem einzigen Unterschied, dass ich ein Lehramtsstudium (immer noch nicht ganz abgeschlossen, durch die fehlende Organisationsmöglichkeit bei Mehrfachimmatrikulation und Lehrertätigkeit) nebenbei gemacht habe. Ich wollte schon immer Lehrerin werden und hatte auch den perfekten Werdegang – Abitur – 25 Absagen – eine Zusage für TU Berlin.

    Im Gegensatz zu den bei Ihnen beschriebenen alten Strukturen, müssen die angehenden Lehrer seit 2006 (in Berlin) bereits im ersten Semester ein Orientierungspraktikum machen. Es folgen im Laufe des Studiums zwei weitere Praktika.

    Trotzdessen beobachte ich ebenfalls, dass viele meiner Mitstudenten in keiner Neuköllner Schule länger als zwei Wochen überleben würden. Mein Hauptfach ist auch noch WAT (früher Arbeitslehre), da gibt es dann neben gefährlichen Linealen auch noch Bohrer und Sägen.

    Zur Zeit arbeite ich an einer privaten, internationalen Schule(nach einem Jahr unterrichten in England, ja, ganz ohne Master und Staatsexam). Das Schulamt in Brandenburg ist anscheinend tolleranter, denn ich unterrichte 20 Stunden und das im zweiten Jahr.

    Aber das ist alles nicht so wichtig! Ihr Buch hat mich dazu motiviert, nach meinem Studium und meinem nebenberuflichen Referendariat(gibts in Brandenburg, Infos hier: http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/5lbm1.c.169847.de) wieder an die Brennpunktschulen zu gehen. Ich vermisse meine Zeit in Neukölln und die Wertschätzung der Schülerinnen und Schüler für meinen Unterricht. Wie man sich vorstellen kann, ist diese Wertschätzung an einer privaten Schule eher niedrig. Außerdem habe ich in Neukölln festgestellt, dass trotz Armut, bildungsfernem Elternhaus und sprachlichen Problemen, diese Schülerinnen und Schüler wesentlich kreativer, kritischer und nachdenklicher waren, als das was ich jetzt erlebe.

    Danke für das ehrliche und unverfälschte Berichten und ich hoffe, dass viele, viele Menschen Ihr Buch lesen werden und auch der Aufforderung zur aktiven Teilnahme an bildungspolitischen Entscheidungen (man kann sogar als Bürger den Rahmenplan eines Faches mitbestimmen, leider wissen das auch viele Lehramtsstudenten nicht!)nachgehen.

    Ich hoffe auf ein zweites Buch, diesmal vielleicht über weitere theoretische Ansätze von Dr. Schmidt-Salomon.

    Liebe Grüße
    Stephanie Seehaus

    Reply
  57. Liane Schimmel
    7. Januar 2013

    Hallo Herr Möller,

    ein starkes Buch mit bewundernswerter Offenheit. Legen Sie es den verantwortlichen vor ,vielleicht hilft es beim Denken.
    Ich bin selbst Grundschullehrer ,war im staatlichen und auch im privaten System tätig ,vieles in ihrem Buch tangiert auch meine Erfahrungen und ist so realitätsnah.
    Wo und wie können wir ändern?
    Bleiben Sie hellwach!!!!
    HG
    L.Schimmel

    Reply
  58. Liane Schimmel
    7. Januar 2013

    verantwortlich bitte mit großem V
    Die Sprache Ihrer Schüler ist schon transformiert.
    L.Schimmel

    Reply
  59. Bettina Abibou
    9. Januar 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    bin begeistert, habe heute ihr Buch in Detmold gekauft und schon am ersten Tag die Hälfte gelesen.

    Bin gerade vor 2 Monaten aus Berlin (lebte dort 10 Jahre) zurück in meine Heimat Ost-Westfalen-Lippe gezogen.

    Sie sprechen mir sozusagen aus der Seele, ich selber bin auch Autorin für zeitgenössische Lyrik und pflege den Gedanken über meine 10 Jahre Berlin zu schreiben.

    Oh, Hilfe, Sie haben mir vieles vorweg genommen, aber habe noch viel Stoff zum verarbeiten.

    Wünsche Ihnen für die Zukunft noch sehr viel Erfolg und weiter so.

    Mit freundlichem Gruß

    Reply
  60. Beate
    11. Januar 2013

    Hallo Herr Möller,
    ich muss sagen ihr Erstwerk ist ihnen wirklich gelungen. Auch ich habe, wie einige andere dieses Buch in wenigen Tagen gelesen. Mich persönlich hat es erschreckt, aber auch zum Teil Ahnungen und Berichte dritter bestätigt. Nun habe ich das Glück auf dem Land im Süden unserer Republik zu leben, aber auch hier erhält die Idylle risse.

    Zu Glaubensfragen möchte ich “kurz” etwas anmerken, es wäre schade, wenn wir unsere Existenz nur einem Zufall verdanken und unser Leben mit dem Tod zu ende ist.
    Mich hat es als Kind (und auch heute noch) sehr getröste zu wissen, dass es da jemand gibt zu dem ich immer kommen kann, mit allen Sorgen und Nöten. Sie mögen dies vermutlich wissenschaftlich erklären zu wissen, aber dieser jemand, den ich persönlich meinen Schöpfer und Vater nenne, antwortet auf die eine oder andere Weise. Ich glaube diese Geborgenheit, das tiefe innere Vertrauen an eine größere Macht als man selbst ist, die eigenen Eltern oder irgend ein anderer Mensch, dieses Vertrauen ist auch für kleine Kinder wichtig.
    Die Frage ist nur, wie stelle ich einem kleinem Kind diese Person vor?!
    Denn jedes Kind, jeder Mensch sollte in der Gewissheit leben und wachsen, das jeder “gewollt ist kein Wink des Zufalls…, sondern ein Gedanke Gottes” (frei zitiert).
    Weiter bitte ich sie zu bedenken, dass das Fehlverhalten eines Menschen, ob er sich nun zu einer bestimmten Kirche zugehörig fühlt oder sogar dort eine führende Rolle inne hat stets nur ein Mensch ist und bleibt, mit allen Fehler. Nicht umsonst hat Jesus die “Moral” der damaligen Zeit offengelegt. Und sind wir ehrlich, was würde er heute tun? (Vorausgesetzt sie glauben, dass es ihn gab.)
    Und weiter, wie es schon in einem der Gebote heißt “du sollst dir kein Bildnis machen…”, damit ist nicht das greifbare Abbild von Gott gemeint, sondern die Vorstellung wie und wer Gott ist, ihn in eine Schublade zu stecken, in einen Bilderrahmen oder wo auch immer ist meiner Meinung nach falsch.
    Für meine Person, bin ich mir sicher dass es ihn gibt und er jeden einzelnen Menschen liebt so wie er ist. Ob dieser nun an ihn, unseren Schöpfer, glaubt oder nicht.
    Ihnen weiter viel Erfolg.

    Alles Gute für sie und ihre kleine Familie
    Beate

    Reply
  61. Michaela
    12. Januar 2013

    Hallo,

    habe beim Stöbern einer Buchhandlung das Buch gefunden, und musste schon beim Titel hilflos schmunzeln. Die Situationen, die dort beschrieben werden, können auch auf andere Städte und die entsprechenden Stadtteile umgemünzt werden.
    Und natürlich gibt es in jedem Beruf immer wieder Kollegen, die demotiviert und überfordert sind. Viel wichtiger ist aber doch, dass es immer Menschen gibt, die sich trotz der bekannten Problematik, mit Kindern (egal welcher Migrationshintergrund vorhanden, falls denn einer vorhanden ist) arbeitet und ihnen verschieden Möglichkeiten gibt, das Leben auch als positiv kennen lernen zu dürfen.

    Natürlich kann man sich jetzt wieder hinsetzten und versuchen, irgendwo Schuldige zu suchen. Doch wo will man anfangen? Bei den Eltern, die völlig überfordert und somit unfähig sind? Bei den Lehrern, die gegen Windmühlen kämpfen? Bei den Politikern, die irgendwelche tollen Reformen haben, die sich nicht umsetzten lassen? Sinnvoll wäre doch, jeder würde mal seinen Platz mit dem anderen tauschen, damit man einen Blick auf die Sichtweise des anderen bekommt. Das würde wohl das ein oder andere aufklären können. Oder noch einfacher, jeder sollte sich selbst mal in Frage stellen (was kann ich tun, damit die Situation eine bessere wird?).

    Reply
  62. Andreas
    12. Januar 2013

    Hallo werter Philipp Möller,

    wenn Weihnachten zu etwas gut ist, dann um sich im Alltag sträflich vernachlässigter Lektüre zu widmen. Tolles kurzweiliges Buch, 2 Nächte und ich war durch. Übrigens bin ich auch Vertretungslehrer…nach umfassendem Naturwissenschaftsstudium und gleichzeitigen Studien im Magister Artium in Philosophie und Musikwissenschaften. Viele Darstellungen haben mich aufrichtig ermuntert den ein oder anderen Selbstzweifel zu lindern, da ich zwar Exot bin, aber dennoch offenbar auf einem intuitiv richtigem Wege. Ich sage nur Respekt, Humor und Fachwissen…
    Etwas zu knapp und spät fand ich die Einsicht über die Schicksale der Elterngeneration (genau jene, die auch mal Kinder waren) die aus mannigfaltigen Gründen gewissermaßen gescheitert sind. Falscher Platz hier sicherlich, aber genau das macht mir Lust auf ein Folgebuch, welches zum Inhalt die Bedingungen, Umstände, Menschen hat, aus der sich die heutige Elterngeneration rekrutiert. Keinen hochtrabenden Psychoanalytik-Schinken oder verwässerndes Soziologengeschwafel, sondern einfach Beobachtungen über das “wie es ist”.

    Aktuell versuche ich mein Bestes eine Bande von rund 30 etwa Viertklässlern unterschiedlichster Herkunft mit Baglamas, Balalaiken, Gitarren und Ukulelen zu etwas cooleren für die Zukunft gewappneten und vor allem glücklichen Wesen hinzubiegen.

    Ich möchte nicht verhehlen, dass ich mich einerseits aufrichtig freue über Deine Entwicklung vom Hilfspädagogen zum symphatischen wortgewandten Aushängeschild der GBS, aber auch ein kleines Fünkchen liebenswerte Eifersucht mitschwingt. Bitte trotzdem unbedingt weiter so !

    Seit ich mich mit gut 13 im Konfirmandenunterricht bezüglich Sinnfragen, Unendlichkeit, Ursprung etc. geringfügig unangenehmer Nachfragen verdient gemacht habe, lese und denke und konstruiere ich brav
    meine Plausibilitäten als atheistisch humanistische Kreatur. Meine Gefährten sind die Wissenschaft, die Philosophie und die Musik. Bevor ich abschweife, ich denke passender kann ich gar nicht sein, um Eure/Deine enorm wichtige Arbeit zu unterstützen in meinem bescheidenen Rahmen.

    Viel Grüße und alles Gute
    Andreas

    Reply
    • phil
      13. Januar 2013

      Lieber Andreas,

      vielen Dank für dein tolles Feedback!

      Etwas zu knapp und spät fand ich die Einsicht über die Schicksale der Elterngeneration (genau jene, die auch mal Kinder waren) die aus mannigfaltigen Gründen gewissermaßen gescheitert sind.

      Ja, das war mal ganz anders geplant, ist aber ins Nachwort gewandert weil ich dort die Möglichkeit hatte, dieses Thema in einem angemesseneren Rahmen und Tonfall zu schildern.

      aber auch ein kleines Fünkchen liebenswerte Eifersucht mitschwingt.

      Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schaft. Brandheißer Tip dagegen ist Michael Schmidt-Salomons “Jenseits von Gut und Böse”.

      LG und ebenfalls: weiter so!

      Phil

      Reply
  63. Sandra
    14. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,
    auch ich möchte mich für das gute Buch bedanken.
    Sie sprechen mir aus der Seele!Es ist erschreckend das unsere Gesellschaft solch eine Entwicklung macht. Ich arbeite im Kindergarten in der Nähe von Bonn und auch dort gibt es solche Probleme die sich verschlimmern. Manchmal stehe ich dort und denke ich bin in einem falschen Film.
    Nur leider bin auch ich nur ein kleines Licht am Ende des Tunnels…

    Ich wünsche ihnen und ihrer Familie alles Gute.

    LG Sandra

    Ich wünsche ihnen und ihrer Familie alles gute

    Reply
  64. Sebastian Preuschoff
    15. Januar 2013

    Hi Philipp, ich lese dein Buch total gerne. Lasse mir ordentlich Zeit damit und grause mich schon davor, dass es nur noch ~ 80 Seiten sind. Ich lese nicht viel, aber dein Buch musste ich mir kaufen und ich bin begeistert!

    Reply
    • phil
      16. Januar 2013

      Lasse mir ordentlich Zeit damit und grause mich schon davor, dass es nur noch ~ 80 Seiten sind.

      Keine Sorge: das Nächste ist schon in Arbeit und wird im November erscheinen :)

      Reply
  65. Anna-Gesine Seitz
    15. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,
    ich bin pensionierte Hauptschullehrerin. Die Kleinstadt in Niedersachsen, in der ich tätig war, war sicher kein sozialer Brennpunkt, aber ich habe auch meinen Schulalltag in Ihrem Buch wiedergefunden. Ich habe beim Lesen Ihres Buches gelacht, war entsetzt und habe gedacht : Ja,das war doch Alltag. Also danke für ein uneingeschrenktes Lesevergnügen.
    Ich war auch Religionslehrerin-Gerne ! Eigentlich sind wir, nachdem ich Ihre Kommentare auf dieser Seite gelesen habe, gar nicht so weit von einander entfernt. Ich habe immer versucht meinen Schülern Tolleranz vor allen Religion und Anschauungen beizubringen.Religionen dürfen auch von Kindern und Jugendlichen kritisch hinterfragt werden.Nur so können sie sich eine eigenständigen Meinung entwickeln. Nur kann man Religionen nicht ablehnen, wenn man nichts über sie weiß.
    Also machen Sie trotz allem so weiter !
    LG Anna-Gesine Seitz

    Reply
    • phil
      16. Januar 2013

      Ich habe immer versucht meinen Schülern Tolleranz vor allen Religion und Anschauungen beizubringen.

      Wobei das natürlich keineswegs dem Ihnen auferlegten Bildungsauftrag entspricht, denn beim Religionsunterricht handelt es sich keineswegs um einen religionskundlichen Unterricht, sondern um einen konfessionell gebundenen Bekenntnisunterricht, in dem Schülern der christliche Glaube verimttelt werden soll.

      Gegen einen Unterricht, in dem Kinder über Religion aufgeklärt werden, habe ich selbstverständlich nichts einzuwenden – zumal man ohne Kentnisse über Religion nicht einmal die Tagesschau verstehen wird …

      Danke jedenfalls für Ihr Feedback!

      Reply
  66. Brigitte
    15. Januar 2013

    Lieber Philipp,
    ich habe gerade dein Buch gelesen und war begeistert. Zu meiner Person: -in 9 Monaten gehe ich in die wohlverdiente Rente nach 42 Dienstjahren ( mit 63 Jahren )
    – ich habe zu DDR- Zeiten 20 Jahre als Horterzieherin gearbeitet und nach der Wende als Grundschullehrerin
    In den 22 Jahren als Grundschullehrerin in Thüringen habe ich unendlich viele Neuerungen mitgemacht- sinnvolle und unsinnige.
    Als ich jetzt dein Buch las, fand ich , dass du mir in vielen Fragen aus dem Herzen gesprochen hast. Besonders die Stelle, an der du die ungerechte Bezahlung der Erzieher erwähntest und deine Begründung hierfür fand ich treffend.Obwohl ich schon 63 bin, fühle ich mich noch nicht ausgebrannt, weil ich meinen Beruf liebe und auch die Kinder. Ich bilde mich auch gern weiter und gehe neue Wege, wenn sie sinnvoll sind und den Kindern nützen.Was mich aufregt und belastet, sind unsinnige Berichte und Veranstaltungen, die andere Leute für ihre Profilierung brauchen. Ich hoffe im Interesse meiner Enkelkinder, der Kollegen und natürlich aller anderen Kinder, dass mehr für die Bildungseinrichtungen und die Bildung für alle getan wird. Mein Berufsleben geht ja dem Ende zu und ich kann sagen, ich war in meinem Beruf immer glücklich, wenn es die Kinder auch waren.
    Danke noch eimal für dein erfrischendes und kritisches Buch.
    Brigitte

    Reply
  67. Esther
    16. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,

    Ihr Buch hat mir wirklich beeindruckt, es war ob Sie meine Schule beschrieben haben. Ich arbeite in den Niederlanden und bei uns gibt es die gleichen Problemen. Die Schüler haben zuhause viele Probleme, werden nicht unterstützt von den Eltern und sprechen nicht erst mal richtig Niederländisch. Ich habe ungefähr den gleichen hintergrund wie Sie. Erst mal Schulpädogik studiert und danach Lehrerin geworden. Bin gespannt was Sie jetzt machen!

    Reply
    • phil
      16. Januar 2013

      Bin gespannt was Sie jetzt machen!

      Ich arbeite am nächsten Buch und möchte – sofern es meine Zeit zulässt – das Thema Bildungspolitik noch im größeren Rahmen diskutieren, denn so geht es ja ganz offensichtlich nicht weiter!

      Spannend auch, dass es bei euch ähnlich zugeht. Auch Menschen aus GB haben mich bereits angeschrieben und meinten, dass es dort ebenfalls solche Probleme gibt. Ein europäisches Problem? Oder eines der Großstädte? Schwer zu sagen …

      Grüße nach NL und danke fürs Feedback,

      Phil

      Reply
  68. Michel S.
    16. Januar 2013

    Ich habe das Buch auf mein E-Book geladen. Das Buch war gut geschrieben und zählt zu meinen Lieblingsbüchern.
    Ich hab zwar nicht immer die gleichen Ansichten wie Sie, aber fast alle Aussagen unterstütze ich zu 100%!
    Viel Glück bei der Umsetzung der Ideen und beim schreiben der nächsten Bücher!

    Reply
  69. Matthias Schmidt
    18. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,
    mit großem Interesse und Gewinn habe ich ihr Buch gelesen. Zugegeben hat es mich mehrfach zum lauten Lachen angeregt und, ich bin seit 12 Jahren Lehrer, sehr an meine eigene schulische Situation erinnert. Danke für das schonungslose Aufklären unserer Bildungsmisere!
    In einem Land, in dem es für fast alles Geld gibt (keine Bankenschelte), darf man die Bildung und Begleitung der kommenden Generation so nicht vernachlässigen. Kinder werden nicht erzogen, sondern begleitet und man hofft, dass sich was Gutes daraus ergibt. Genau wie Sie wünsche ich mir ein Umdenken und ich bin gespannt, wie sich die letzten Jahre zuküntig auswirken.

    In einem Aspekt muss ich Ihnen jedoch entschieden widersprechen. In einem Land, in dem Individualismus groß geschrieben und als Lösung für einen meiner Meinung nach falsch verstandenen Freiheitsgedanken propagiert wird, werden Werte wie Nächstenliebe, Verständnis und Vertrauen unweigerlich auf der Strecke bleiben. Was führt Menschen heute dazu, die Erziehung der eigenen Kinder zu vernachlässigen? Einerseits natürlich die eigene Sozialisation, der eigene Erfahrungshorizont, der Gelerntes bewusst oder unbewusst weitergibt. Andererseits aber auch eine unendliche Gier nach Erfolg, Anerkennung, Wohlstand, Gesundheit, Schönheit, die uns in allen Facetten unserer deutschen Gesellschaft gelernt wird. Meinen Sie, der Mensch ist zufriedener, wenn er Geld und Erfolg hat und einen Satz grammatikalisch korrekt aussprechen kann?
    Meiner Meinung nach setzen Sie mit ihren Lösungsangeboten auf das falsche Pferd. Wohin uns diese Individualismusdebatte (jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, hauptsache er wird dabei nicht behindert) bringt, dass sehen wir jeden Tag in unseren Schulen. Egoismus, Gewalt, Hilflosigkeit.
    Was wir brauchen ist die liebevolle Hinwendung zu einem liebenden Gott, der alles für uns am Kreuz getan hat. Was passiert, wenn sich der Mensch selbst zu Gott macht, erleben wir jeden Tag in den Medien. Es muss Schluss sein mit gottlosem Verhalten und Egoismus, sondern lasst uns den Mitmenschen so betrachten, wie ein liebender Gott ihn gedacht hat. Ohne Häme und Vorurteile, das wäre wirklich weltverändernd!

    Noch einmal, danke für ihr Buch und ihre Kritik an nicht akzeptablen Umständen in unseren Bildungseinrichtungen.

    Herzliche Grüße und Gottes Segen (keine Ironie),

    Matthias Schmidt

    Reply
  70. Michel
    18. Januar 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich habe Ihr Buch geradezu ‘verschlungen’. Ich bin Seiteneinsteiger in NRW und arbeite seit dem Sommer nach meinem Studium der Informatik auf Diplom als Lehrer für Informatik und Mathematik an einem katholischen Gymnasium in einer (eher überschaubaren) Großstadt in NRW.

    Selbstverständlich – ist das so oder nur meine Annahme? – sind die Verhältnisse an meiner Schule bei weitem nicht so desaströs wie in Ihrem Buch beschrieben. Deutliche Parallelen sehe ich aber in dem Sinn bzw. vielmehr Unsinn, der ‘von oben’ der Schule auferlegt wird. Ein Beispiel ist meine persönliche Situation:

    Ich habe bis Januar 2012 studiert und mich danach sofort um den Seiteneinstieg ins Gymnasium bemüht. Die offizielle Seiteneinstiegsregelung sieht in NRW vor, dass man zwei Jahre Berufs- oder Kindererziehungszeiten nachweisen kann. Mit meinen Kindern, die damals 4 bzw. 1 waren, wäre das kein Problem, gäbe es nicht die Einschränkung, dass diese Zeiten erst nach dem Abschluss des Studiums gesammelt werden dürfen.

    Warum das so ist, erschließt sich mir nicht. Warum die Erziehung meiner Tochter mit einem Diplom eine andere Erfahrung sein soll und mich besser auf das Lehramt vorbereitet als die Erziehung vor Abschluß des Studiums kann ich nicht sagen. Folge dieser Regelung ist allerdings, dass ich die dadurch entstehende Wartezeit mit Vertretungsstellen überbrücke.

    Man stelle sich das vor: Anstatt mich also von Anfang an wenigstens berufsbegleitend auszubilden unterrichte ich jetzt anderthalb Jahre ohne irgendeine weitere Qualifikation. Danach bekomme ich dann die Ausbildung, aber auch nur berufsbegleitend.

    Ich habe kein Verständnis dafür, warum solcher Unsinn erdacht wird. Aber ich lebe irgendwie damit. Oder wechsle doch noch nach Rheinlandpfalz, wo der Seiteneinstieg mit weniger Wartezeit möglich ist.

    Reply
  71. Orkan Hauck
    23. Januar 2013

    Die Katastrophe, die im Buch beschrieben wird hat nur wenig mit Schulpolitik zu tun. Es geht hier um die Themen Einwanderungspolitik und Wohlfahrtsstaatspolitik.

    Reply
  72. Michaela Berle
    23. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,

    gemeinsam können wir etwas ändern! Genauso sehe ich das auch und halte es für sehr, sehr wichtig das etwas gegen die Vernachlässigung wichtiger Lernprozesse getan wird und zwar jetzt, möglichst bald!

    Also, erst einmal ein ganz großes Lob an Sie! Sie treffen mit Ihren Aussagen im Buch genau den Nagel auf den Kopf! Zwar bin ich jetzt bald 13 Jahre aus der Schule und kann jetzt “nur” erzählen das wir die schlimmste Klasse im Jahrgang gewesen sind. Und wegen uns unsere Klassenlehrerin in die Psychiatrie eingeliefert werden musste. Ich finde das ist doch echt schon mies, aber was Sie beschrieben haben sprengt doch echt schon den Rahmen!

    Lernende brauchen einen freien Kopf! Die Lebensqualität sollte nicht durch familiäre Belastungen, Diskriminierung, Feindseligkeiten, und, und, und…. eingeschränkt sein. Hat nicht jeder das Recht auf Anerkennung, Liebe und Frieden?

    Auch die Fragen: Wann sagt denn mal der Staat, stop das ist genug? Wo sind die Grenzen? Wann hören sie auf? Neid und Eifersucht machen viel kaputt und ist allgegenwärtig.

    Tja…, wo führt das alles noch hin? So oder so ändert sich noch das Blatt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

    Viele Grüße und alles Gute für Sie und Ihrer Familie!
    Michaela

    Reply
  73. angélique
    25. Januar 2013

    lieber philipp,

    es kommt praktisch nie vor, dass ich im Bus auf dem Weg zur Arbeit oder zurück ein Buch lese, aber das von Dir kam mir vor wie ein Dialog, den ich nicht unterbrechen wollte. Es ist einfach genial. Du triffst den Ton in jeder Lage, bringst sicherlich nicht nur mich zum Nachdenken (und zum Lachen).
    Ich bin selbst Pädagogin und arbeite zum Teil an einer Förderschule, und Berliner Zustände herrschen da zwar nicht, aber auch ich komme mit klaren Ansagen, Humor und “verrückten Ideen” meistens weiter – die Kids verstehen mich besser und sind motivierter, wenn ich Mensch bin. Aufmerksamkeit und Zeit sind ein hohes Gut!

    Ich könnte jetzt zu -zig Facetten Deines Buches etwas sagen, aber das führt zu weit. Oder aber “isch gehe Schraiben” und veröfentliche auch ein Buch! i
    Fest steht, ich habe Dir beim Lesen ständig zugenickt und finde, dass es durchaus Leute wie Dich braucht, die sich trauen an “Idealen” festzuhalten und sich für sie einzusetzen – zumindest dafür zu kämpfen, dass etwas besser sein darf! (Ideale vorerst im Koffer lassen, ist ein gute burnout-Vorbeugung)
    Und ich glaube, Du hast eine gute Entscheidung getroffen, die Schule zu verlassen, auch wenn Du ohne Zweifel ein Top-Lehrer warst.
    Ich wünsche Dir alles Gute und behalte Dich gerne hin und wieder im Auge (-:

    Angélique aus Lübeck

    Reply
  74. angélique
    25. Januar 2013

    Allerdings fürchte ich, dass es immer so sein wird, dass lebensferne Theoretiker/innen ganz oben der Praxis ganz unten irgendwelche nichttaugliche Konzepte auferlegen… Das beantwortet die Frage, wer sich warum immer wieder unbrauchbare Bull-Shit-Reformen einfallen lässt. Ist offenbar billiger und einfacher!

    Reply
  75. Deukisch
    26. Januar 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich bekam dein Buch zum Geburtstag geschenkt und war erst ein wenig enttäuscht, hielt ich dich doch fälschlicherweise für einen Trittbrettfahrer “Frau Freitags”.
    Nun bin ich fertig mit “Isch geh Schulhof” und bin froh, das dein Werk über Umwegen in meinem Bücherregal gelandet ist!
    Ich habe einige Anmerkungen bezüglich des Buches als auch der Diskussion darum:
    1. Ich kann die Empörung über den Umstand, Quereinsteiger im Lehrberuf einzustellen, nicht ganz nachvollziehen. Ich behaupte mal ganz frech, dass gerade Akademiker aus den Studiengängen mit pädagogischem Schwerpunkt besonders dazu befähigt sind. Im Lehramtstudium habe ich das vermisst und aus diesem Grund auch abgebrochen. Soll natürlich nicht heißen, Lehrerstellen sollen ausschließlich mit Diplompädagogen & Co. besetzt werden…
    2. Hier hatte ich bereits einen nie endend wollenden Text zur Debatte “Pro-Contra-Glauben” verfasst, weil das aber meiner Meinung nach nichts zur Sache tut, was meinen Kommentar angeht, habe ich ihn wieder verworfen.

    Ich freue mich, dass es mehr von dir zu lesen geben wird und tröste mich über die Zeit gezwungenermaßen mit “Frau Freitag” hinweg.

    Alles Gute und weiterhin viel Erfolg!
    Liebe Grüße

    P.S.: Was war ich noch vor einigen Jahren empört über die Beweggründe einer Kollegin umzuziehen. Sie wollte ihre Tochter nicht auf eine Grundschule ihres Einzugsgebietes schicken, weil dort unmögliche Zustände herrschten (natürlich gab und gibt es dort einen hohen Anteil von Hartz-IV-Kindern mit Migrationshintergrund).
    Heute, selbst Mutter, bin ich froh, dass unsere Kinder nicht auf diese Schule gehen werden. Traurig aber wahr!

    Reply
  76. Claudia
    26. Januar 2013

    Lieber Philipp!
    Auch ich habe Ihr Buch mit Begeisterung gelesen.
    Als Lehrerin, die seit 1977 unermüdlich im Hauptschuleinsatz in NRW ist, geht es mir tendenziell ähnlich wie den Kollegen, die sich beim Feedback geäußert haben.
    Meinem Partner (nicht Lehrer) und mir ist aufgefallen, dass Sie nach der amüsanten Beschreibung des Schulzustandes zu Beginn Ihrer Aufgabe und später als Klassenlehrer einen Break haben.
    Wir vermissen einen Hinweis darauf, mit welchen Tricks und Mitteln Sie es erreicht haben, dass die Schüler Ihrer Ordnung gefolgt sind, beziehungsweise sie sich freiwillig dazu entschlossen haben, den Unterricht nicht mehr zu boykottieren.
    Da Sie heute nicht mehr im Job an die Schulzeiten gebunden sind gäbe es eine Möglichkeit, dass Sie in Schulen durch einen erfrischenden Vortrag mit anschließender Aussprache Ihre Erfahrungen und hilfreiche Unterstützung weitergeben könnten?
    Ich wäre sehr daran interessiert.
    Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.
    Mit lieben Grüßen
    Claudia Wigger

    Reply
  77. Petra
    27. Januar 2013

    Hallo Philipp,
    schön, wenn man die Gabe hat, Missstände so auf den Punkt zu bringen, wie Sie es machen. Seit über 40 Jahren gibt es Pädagogen, die Elternschulen fordern, denn starke Eltern =starke Kinder. Leider gibt es immer noch zu viele blinde Politiker, die immer noch nicht erkannt haben, dass wir kein “Jugendproblem”, sondern ein “Elternproblem” haben. (Siehe z.B. Sebastian). Wenn Eltern wüssten, was Kinder brauchen:Urvertrauen, Vorbilder, Liebe und Grenzen, würden nicht so viele Lehrer so oft krank sein, weil sie dann nicht so viel Energie für Seelen heilen aufbringen müssten.
    Herzlichen Dank für diesen offenen Blick hinter die Kulissen. Vielleicht öffnet ein “Jesus” wie sie ja den Politikern die Augen. Menschen wie Sie braucht unser Land.
    Herzlichst
    Petra

    Reply
  78. Jeffrey Liedtke
    29. Januar 2013

    Hallöch’en
    Ich habe dein Buch gelesen , ohne vorerst mir das Bild von dir anzugucken. Das Buch ist echt klasse geschrieben (: Ich meine (( ich bin 15 )) das wir uns kennen ;) Du warst ja damals an der xxx-xxx-Grundschule alse Mathelehrer aktiv , nicht wahr ? ich meinte ja , wir kennen uns (: und glauben sie mir , mein name haben sie tatsaechlich sehr oft gehört bei der lieben Fr. xxx (:

    Viel Glück.

    [Anonymisierung durch Philipp Möller]

    Reply
  79. Heike
    29. Januar 2013

    Lieber Herr Möller, ich habe endlich Ihr Buch gelesen und konnte so ziemlich alles nachvollziehen.Ich bin Erzieherin an einer Berliner Grundschule. Neben den von Ihnen dargestellten Problemen kommen ja noch die üblichen schulpolitischen dazu.Nicht an jeder Schule gibt es engagierte Leitungen, die im Sinne der Kinder und Kollegen entscheiden.Und auch in sogenannten “besseren Gegenden” existieren unterschwellige Probleme,die einfach nicht erwähnt werden dürfen oder totgeschwiegen werden.Ich hab zwei supernette ,liebe Mädels aus meiner Klasse ziemlich in die Klemme gebracht,weil wir in einer Unterhaltung festgestellt haben,dass ich,die sie ja doch sehr gern haben,ihrem Glauben nach nichts wert bin und in die Hölle komm.Es ist so schwierig für meine Süßen,das alles einzuordnen.Ich finde es sehr gut,dass Sie gerade auch die Sache mit dem Glauben so deutlich darstellen.Toleranz ist das eine,aber Toleranz gegenüber Intoleranz kann wirklich nicht sein.Auf ihre Frage nach meinem Glauben antwortete ich meinen Mädels,ich glaube an meine Familie und an uns als Menschen.Sie haben ziemlich gegrübelt,aber ich glaube ,ehrlich gesagt,nicht,dass ich langfristig viel bewirke. Das ist schon etwas frustrierend,da tut es gut,auch mal zu lachen. Ich habe herzhaft gelacht beim Lesen ihres Buches und soviel wieder erkannt! Vielen Dank! Ich hoffe inbrünstig,dass auch Politiker Ihr Buch ernsthaft lesen und es nicht nur als ein “Buch” abtun. Denn es ist genauso,wie Sie es beschreiben!Liebe Grüße Heike

    Reply
  80. Werner Reckziegel
    3. Februar 2013

    Habe soeben das Buch “Isch geh Schulhof” gelesen:

    War selbst Unerstufenleher und möchte sagen:
    Ein äußerst offenes, interessantes und amüsantes Beschreiben der Erlebnisse und ein sehr gutes psychologisches Ausdeuten.

    Vor einem aber muss und möchte ich warnen:
    Diese Grundschule in einem Berliner Kiez mit
    außergewöhnlich hohem Magrationshintergrund
    kann nicht auf das Bildungssystem insgesamt hochgerechnet und verallgemeinert werden, so sehr ich auch selbst gegen die Kleinstaaterei und Zersplitterung des jetzigen Bildungssystems kritsch argumentiere.

    Reply
    • phil
      3. Februar 2013

      mit
      außergewöhnlich hohem Magrationshintergrund

      Der war gar nicht so hoch: gerade mal 52%.

      Reply
  81. Jean
    3. Februar 2013

    Hallo Herr Möller..

    hier etwas für Sie :o

    http://www.youtube.com/watch?v=Zfs9FbYqHmQ

    Ich bete für Sie!

    Grüße!

    Reply
  82. Jobst
    3. Februar 2013

    Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich muss eingestehen, dass ich an vielen Stellen aber auch wirklich gut unterhalten wurde. Zum Ende des Buches überwog aber die Nachdenklichkeit. Ein Schlagwort sagt aus, dass jede Gesellschafft sich daran messen muss, wie diese mit Ihren Kindern umgeht. Unsere Sehnsucht nach Freiheit läßt oft vergessen, dass wir damit viele sorgen in der Erziehung nicht kompensieren können. Berlin ist aber in ganz Deutschland zu finden. Wir werfen die Zukunft der jungen Menschen weg, um später dreimal so viel Geld in die Hand zu nehmen um die Gesellschaft vor diesen zerstörten Seelen zu schützen. Doch die Sucht nach Geld und schnellen Ruhm wird unser aller Ruin sein und unsere Form des Zusammenlebens nachhaltig ändern.

    Vielen Dank für einen solchen Eindruck und Ihre Arbeit am Brennpunkt.

    Reply
  83. Beate
    4. Februar 2013

    Hallo Philipp, gut, dass Ihr Vertrag nicht verlängert wurde und Sie somit Zeit hatten, über die Schulmisere in vielen Bezirken unserer Stadt zu schreiben. Uns Lehrern fehlt nicht der Mut, sich zu äußern, sondern die Zeit……
    Wenn Ihnen so viele Lehrer, die die Praxis am besten beurteilen können, beipflichten, ist doch eine fundierte Recherche erst mal überflüssig. So ein Argument ist nur wieder ein Wegschieben von Problemen, was letztendlich keinem hilft, denn eh empirische Daten da sind, ist schon wieder kostbare Zeit vergangen. Habe gestern gerade in den Nachrichten gehört, dass die Anzahl der Gewalttätigkeiten an Grundschulen stark angestiegen ist. Warum wohl?
    Arbeitspolitisch ist es sicher richtig, dass in erster Linie die arbeitslosen Lehrer eingestellt werden sollten. Die Frage ist allerdings, ob diese wirklich qualifiziert sind für die wichtigste Seite unseres Berufs, nämlich Empathie im Umgang mit den Schülern! Spätestens seit der Hattie-Studie weiß man, dass der Lehrende die entscheidende Rolle spielt und nicht die Unterrichtsform. Ich nehme immer wieder gerne Referendare, ärgere mich aber zunehmend, wie stark der theoretische Überbau in den Seminaren und Vorführstunden gewichtet wird und es kommen immer mehr Begriffe dazu, die später für einen erfolgreichen Schulalltag absolut nicht relevant sind.
    Auch die Schulinspektion, für die viel Geld ausgegeben wird, betrachtet nur den sichtbaren Rahmen und stellt Unzulänglichkeiten fest, die viel Geld kosten würden, wenn man sie sinnvoll verändern würde und daher bleibt mit kleinen Auflagen alles so wie es ist.
    Bedauerlich ist, dass unsere Gesellschaft noch nicht kapiert hat, dass die Einsparungen in der Bildung heute zu Problemen von morgen werden. Ansätze sind bedenklicherweise schon sichtbar…

    In der Hoffnung, dass Ihr Buch nicht nur zu Gesprächen, sondern auch zum Handeln der verantwortlichen Politiker beiträgt, verbleibe ich mit ieberkrassen Grüßen
    Beate

    Reply
  84. Chantal
    5. Februar 2013

    Hallo Philipp,

    ich finde Ihr Buch sehr unterhaltsam geschrieben und möchte Ihnen einfach ein Lob aussprechen. Wenn man mal von den Problemen an Schulen absieht, finde ich durchaus interessant, dass Sie auch Ihre persönliche Situation beschrieben haben. Damit haben Sie sicher auch die Situation von vielen jungen Menschen dargestellt, die auf Arbeitssuche sind und besonders im öffentlichen Dienst mit Zeitverträgen hingehalten werden, wodurch so wichtige Sachen wie Familienplanung etc. oft beiseite geschoben werden. Habe und werde Ihr Buch sicherlich weiterempfehlen.

    Viele Grüße
    Chantal

    Reply
  85. René Wolf
    6. Februar 2013

    Lieber Herr Möller,

    danke für Ihre unterhaltsamen und ernsten Betrachtungen zur Situation in unseren Schulen. Ihnen ist da eine schöne Balance gelungen. Da Sie am Ende des Buches gesellschaftliche Hintergründe
    und mögliche Lösungen beleuchten, gehe ich von Ihrem Interesse an Meinungen aus, welche nicht bei der Zustandsbeschreibung verharren. In welcher Gesellschaft leben wir? Oder, mit Adorno gefragt:
    “Gibt es ein richtiges Leben im falschen?” Sie selbst sagen, wir seien der Staat und müssten nur irgendwie selbst aktiv werden, uns demokratisch für bessere Bildung einsetzen. Ist es so einfach?
    Sie wissen, wieviel Kraft und Zeit bei einem normalen Arbeitsleben bleiben, um sich zu informieren und zu engagieren. Wer im Hamsterrad läuft, dem fehlt meist die Muße, sich tiefer mit gesellschaftlichen Strukturen auseinander zu setzen. Wen interessiert, warum Ausländer zu uns kommen? Wer weiß, wie unser Wohlstand mit dem Leid in armen Ländern zusammenhängt? Wie viele gehen für bessere soziale Bedingungen in unserem Land auf die Straße? Und wie vielen reicht es, aller vier Jahre ihre Stimme wortwörtlich abzugeben und damit ein System zu legitimieren, das alles tut, um miserable Bildungs- Bedingungen zu zementieren, wenn nicht gar durch weitere Kürzungen zu verschärfen? Wer von denen, an die wir ständig demokratisch appelieren, ist an tatsächlicher Aufklärung interessiert?
    Geht es um äußerliche Verschönerungs- Maßnahmen für ein in sich faules System?
    Ich kann die Figur ihres “Geierchens” gut verstehen. Diesen pragmatischen Zynismus, gepaart mit pädagogischer Kompetenz, der sagt: “Es ändert zwar nicht viel, aber durch mich können wenigstens einige Schüler für ein paar Momente das Gefühl haben, behütet zu sein.”
    Wie geht es Ihnen jetzt in der Giordano- Bruno- Stiftung? Religionskritik könnte immerhin Kritik an jeglicher Art von blindem Glauben einschließen. Etwa daran, dass uns Konsum glücklich macht, dass Erwerbsarbeit um jeden Preis nötig ist, man im warenproduzierenden System funktionieren muss und Kriege manchmal eben “alternativlos” sind. Ich denke da auch an Walter Benjamin, der “Kapitalismus als Religion” postulierte.
    Sind wir wirklich der Staat? Sind wir ein bewusstes Teil jener Maschinerie, die durch ihre Verflechtung mit einer wachstumsbasierten Wirtschaft um jeden Preis unsere Lebensbedingungen täglich verschlimmert?
    Ist der Kampf um bessere Bildungsmöglichkeiten in diesem System nicht eine reine Don- Quichotterie?
    Und schließlich: sollte die Kritik an der Gesellschaft nicht auch Kritik an uns selbst einschließen, die wir durch unseren Lebensstil dazu beitragen, dass eine Milliarde Menschen hungern?
    Wir fahren mit dem SUV zum Bio- Laden. Fragen uns, woher das Fleisch kommt- aber nicht, woher die Baumwolle stammt. Und was das mit dem Elend jener zu tun hat, von denen einige “unser Sozialsystem ausnutzen” oder “integrationsunwillig” sind. Die in ihrer Verzweiflung und durch den in reichen Ländern alltäglichen Rassismus in eine- sich auch der deutschen Sprache verweigernde- Lethargie fallen.
    Lieber Herr Möller, ich bin 48 Jahre alt. Und froh darüber, die Hälfte meines Lebens in einem anderen System aufgewachsen zu sein. Bei aller berechtigten DDR- Kritik- was “Kapitalismus” heißt, habe ich gelernt.
    Und wer heute über gesellschaftliche Verhältnisse spricht, darf diesen Begriff nicht schamhaft umgehen.

    Mit freundlichen Grüßen- René Wolf.

    Reply
    • Jürgen
      8. August 2013

      Lieber René Wolf,

      mit Ihrem Beitrag tuen Sie mir irgendwie leid.
      Sie schreiben sehr oft von wir und uns und wenig vom Ich.
      Die Schwierigkeit ist, das ich mit meinen Vorstellungen und Wünschen in einer Demokratie immer den gemeinsamen Nenner mit seinen Kompromissen beachten muss. Und Kompromisse müssen weh tun, sonst sind es keine. Deshalb muss ich aber nicht leiden. Ich kann mich beteiligen.
      Mit der Freiheit ist es ähnlich. Freiheit ist nicht das, was ich mir herausnehme, sondern das, was ich anderen gebe.

      Zum Schluss brechen Sie dann mit dem “Kapitalismus” (zugunsten von was?). Wo haben Sie den denn erfahren? In den USA, in der Schweiz oder gar in Deutschland? In meinen Augen gibt es den Kapitalismus gar nicht, ebenso wie es den Kommunismus nicht gibt. Jede Glaubenrichtung braucht ihren Erzfeind. Ich gehe da lieber in die Kirche.

      Alles Gute,
      Jürgen

      Reply
  86. barbara
    9. Februar 2013

    Hallo Herr Möller,
    Ihr Buch ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern es legt den Finger in die Wunde: SO kann und darf es bei uns nicht weitergehen.
    Warum muss jeder einzelne Pädagoge sich mehr oder weniger erfolgreich den notwendigen Respekt seiner Schüler regelrecht erkämpfen? Im Sport gibt es doch auch Möglichkeiten,respektvoll miteinander umzugehen, und keiner fühlt sich drangsaliert, wenn man von ihm erwartet, dass er sich an die Regeln hält.
    Was wäre ein Fußballspiel ohne Regeln und gelbe und rote Karten? Chaos und Mord und Totschlag!
    Viele endlose Debatten und unzählige Konferenzen könnte man sich sparen. Gebt endlich den Lehrern einfache Mittel an die Hand, damit Unterricht kein Machtkampf mehr ist oder der Ort, an dem sich autoritär erzogene Schüler mal so richtig austoben können, weil die Lehrer ja sowieso nichts machen können.
    Mit ein paar Maßnahmen – und viel Geld für kleinere Klassen/ Gruppen könnte man das Problem angehen. Was machen wir stattdessen? Für Inspektionen werden Lehrer abgezogen, die besser zum Unterrichten eingesetzt werden sollten.
    Aber was erwarten wir auch von einer Gesellschaft, in der jemand, der ungestraft Lehrer zu faulen Säcken erklären darf,Bundeskanzler werden kann.
    Es ist immer so einfach, Prügelknaben zu finden, auf die man unreflektiert einschlagen kann.
    Da viele Menschen auch einen Lehrer kennen, an den sie schlechte Erinnerungen haben, können Politiker mit dem Schüren von Lehrerhass auch noch Wählerstimmen gewinnen. Da muss man sich ja auch über nichts wundern.
    Das gelobte PISA-Land Finnland zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es viel Geld für Schule ausgibt, und dass Schule und Lehrer einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert haben. Das sollten wir uns einmal zum Vorbild nehmen.

    Reply
  87. barbara
    10. Februar 2013

    Nach dem Lesen des Buches stellte sich mir eine wichtige Frage:
    Wieso gibt es in Berlin keine Schulen für männliche muslimische Kinder, die von muslimischen männlichen Lehrern unterrichtet werden? Es gibt doch auch katholische Schulen für Mädchen usw.
    Die Akzeptanz dieser Schulen bei muslimischen Familien wäre sicher ungleich größer als die der allgemeinbildenden Schulen, in denen die männlichen Muslime offenbar keine Chance haben.
    Ich glaube, nur ein muslimischer Lehrer kann es fertigbringen, den jungen Moslems behutsam die Kultur und Sprache des Landes, in dem sie leben, nahezubringen, denn er kennt ihr Dilemma der unterschiedlichen Kulturen aus eigener Erfahrung und hat Einblick in das Familienleben der Kinder.
    Da es keine Autoritätsprobleme für den Lehrer und kein machohaftes Kräftemessen der Schüler geben würde, wäre auch das Fundament für Spaß am Lernen gegeben. Und: wie wir wissen, ist Lernen nur auf diese Weise wirklich effektiv. Da es keinen Grund mehr gäbe, durch Gewalt aufzufallen, könnte die Energie der Jungen zum Lernen und Wetteifern um gute Leistungen genutzt werden. Nach ein paar Jahren würde man feststellen, dass diese Jungen eine Zukunft haben, denn sie sind nicht dümmer als die nicht-muslimischen Kinder.
    Warum also macht man nicht einmal einen Versuch in dieser Richtung? Reformschulen gibt es doch überall – warum also nicht einmal eine Reformschule, die den männlichen muslimischen Schülern eine Perspektive bietet?

    Herzliche Grüße von Barbara

    Reply
    • phil
      10. Februar 2013

      Es gibt keine muslimischen Kinder, nur Kinder muslimischer Eltern!

      Reply
      • barbara
        10. Februar 2013

        Na gut, dann meine ich eben genau DIE.

        Reply
  88. Sascha
    11. Februar 2013

    Hallo Herr Möller,

    als Respektsperson liegt es mir fern, Sie zu duzen, auch wenn wir altersmäßig eher nah beieinander liegen.

    Aber als Lehrer oder ehemaliger Lehrer gehört es schlicht dazu, jemandem Respekt zu zollen, und da ich gerade Ihr Buch lese, scheint es mir wichtig, das mal zu erwähnen.

    Grund für meinen Kommentar hier ist die Art, wie Sie Ihre Erlebnisse festgehalten haben, und darüber hinaus möchte ich auch noch einen Querverweis auf das Backcover anmerken, auf dem dann auch noch eine positive Resonanz seitens des Autorenpärchens von “Generation Doof” prangt. Ich kenne auch dieses Buch, aber es schwang mir immer ein wenig der Eindruck mit, als ob Stefan Bonner und Anne Weiss mit ihrem Bildungsstand ein bisschen auf Werbetour gehen wollten.

    Bei Ihnen habe ich da weniger das Gefühl, weil da viel Verständnis und Erfahrungswerte durchscheinen. Ich muss zugeben, dass ich den Schulalltag von heute nur noch am Rande mitbekomme, deswegen sind mir solche Berichte oder Aussagen ehrlich gesagt doch sehr fremd. Nachdem ich bei “Generation Doof” zwar Wiedererkennungswert vernehmen konnte, aber auch den Faktor Fremdschämen sowie “Von-oben-herab” nicht los wurde, wimmelt es in Ihrem Buch wenigstens von Erklärungsversuchen und dem nötigen Einfühlungsvermögen. Es zeigt jedenfalls sehr gut, dass man sich nicht auf die vordergründigen Aggressionen einlassen darf und auch die Gründe verstehen sollte, warum sich jemand so verhält. Und dass die Schule tatsächlich die Nabelschnur für den Kern der Sache darstellt.

    Ich finde, Ihr Buch ist wichtig. Wichtig für diejenigen, die pauschalisieren und polarisieren, die die Politik noch als gut und wertschöpfend empfinden oder Kinder als Verantwortliche hinstellen mögen.

    Herzlichen Dank dafür!

    Beste Grüße,
    Sascha

    Reply
  89. Caro
    11. Februar 2013

    Lieber Herr Mülla ;-),

    ich habe dein Buch gestern in einem Rutsch gelesen. (Ein Hoch auf die Faschingsferien!)Ich bin Realschullehrerin im ersten Dienstjahr, mit übervollem Deputat und zur Zeit etwas “lost” im Methodendschungel. In Baden-Württemberg sieht es so aus, als ob die Gemeinschaftssschule tatsächlich kommt, aber den Begriff mit Konzepten füllen, das soll mal jede Schule selbst. Das erinnerte mich etwas an deine vielfältigen “Umetikettierungen” – zum Mathelehrer, Sportlehrer, Klassenlehrer etc. und das ganze natürlich ohne vernünftige Fortbildung und Begleitung. Das Grundproblem sehe ich ähnlich wie Du: unfähige Menschen in den höheren Etagen des Schulsystems und Kollegen, die ihre Zeit an der Schule nur noch absitzen. Eine passende Lösung habe ich dagegen auch noch nicht gefunden. (Sobald ich die habe, lasse ich es dich wissen ;-) )

    Dein Buch hat mir sehr gut gefallen. Im Vergleich zu anderen bekannten “Schulalltagsbüchern” sorgst du immer wieder mit kleinen Einschüben z.B. zum Thema Spiegelneuronen dafür, dass die Sprachfähigkeit des Lesers durch die Schülerzitate nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

    Das traurige an der ganzen Geschichte, und mir geht es da ähnlich wie dir, obwohl die Geschichten von uns auf dem Land bei weitem nicht mit deinen mithalten können, sind die Einzelschicksale der Schüler. Das kann einem wirklich den Boden unten den Füßen wegziehen.

    Ich würde mir wünschen, dass du zurück ins Schulsystem gehst – nicht an die Front – aber als Sprachrohr für engagierte Lehrer, die sich für die Belange ihrer Schüler einsetzen.

    Alles Gute

    Caro

    Reply
    • phil
      11. Februar 2013

      ich habe dein Buch gestern in einem Rutsch gelesen

      Wow, das hab nichtmal ich geschafft :)

      Reply
  90. Petra
    17. Februar 2013

    Danke, fuer ein sehr unterhaltsames Buch. Ich war nie in Europa in der Schule und fand es sehr interessant darüber zu lesen. Denke jetzt auch das es Hoffnung fuer meine Kinder (6 & 8) gibt, die wesentlich besser Deutsch sprechen als die Schulkinder in ihrem Buch und das trotz englischer Schule, Verwandten und Freunden hier in Australien.

    Reply
  91. Sandra
    18. Februar 2013

    Hallo Herr Möller,

    also ich muss ganz ehrlich sagen. Ich habe es noch nie geschafft jemals ein Buch von vorne bis hinten durchzulesen. Aber dein Buch, das musste ich einfach lesen … und zwar komplett.
    Es ist Traurig, spannend und auch depremierend zu gleich.
    Ich ging damals in eine Klasse die aus ca. 95% Ausländern und ca. 5% Deutschen bestanden. Viele male habe ich mich in der Schule gelangweilt, weil wir jedes Jahr den selben unterricht gemacht haben, gerade in Deutsch. Ich brauchte in den 5 Jahren nicht einmal lernen, weil ich das alles konnte.
    Als ich aber auf die Berufsschule gegangen bin, da merkte ich erst was mir an unterrichtsstoff fehlt.(was ich nicht gelenert bekommen habe) Und ich glaube, so wird es den Schülerinnen und Schülern auch später gehen.

    Kommt noch ein weiteres Buch raus?

    Alles Gute

    Sandra

    Reply
  92. Andi
    18. Februar 2013

    Hallo Phillip
    Ich lese nicht viel Bücher, aber Dein “Isch geh Schulhof” hat es mir angetan und ich habe es mit viel Genuss, staunen,lachen aber auch Bestürzung gelesen.
    Einige Sequenzen kommen auch bei uns in der Berufsschule in der Schweiz vor.
    Fazit: Cooles, Lustig geschriebenes Buch. Sehr empfehlenswert
    L.G. Andi

    Reply
  93. Kerstin
    18. Februar 2013

    Ich bin seit 25 Jahren Lehrerin, nicht verbeamtet und ich denke,ich kann von mir sagen, dass ich eine leidenschaftliche Lehrerin bin.
    Auch ich habe ihr Buch durch Zufall in die Hände bekommen und auch ich habe es an einem Wochenende in meinem Urlaub durchgelesen. Nein, lachen konnte ich dabei nicht. Das ist eigentlich schon der Anfang vom Ende. Wenn grundliegende Probleme mit einem lachenden Auge offenbart werden. Wenn die (alte) Bildungsministerin als Abschluss nur ein Abitur vorweisen kann, wenn es 16 verschiedene Bildungssysteme in einem Land gibt, wenn die Muttersprache dieses Landes nicht mehr von allen Menschen verstehend gesprochen werden kann, wenn Gewalt und Mobbing in Schulen nicht konsequent bekämpft werden, wenn Akzeptanz, Respekt und Achtung von Personen nur Worthülsen sind, … Ich könnte ohne Probleme fortfahren. Doch was mich absolut erschüttert ist die Tatsache, dass ein Endzwanziger aus der Not des Geldverdienens in einer Grundschule unterrichten darf. Seine eigene Freundin soll jahrelang dafür studieren und sich auch danach ständig weiterbilden. Und dieser Diplompädagoge kann ohne Kenntnisse der Grundschulmehodik, ohne Lehrplankenntnisse, ohne Überprüfung seiner Fähigkeiten Grundschulkinder unterrichten. Selbst “nur” als Zweitlehrer ist es für mich nicht nachvollziehbar. Und dieser “Möchtegernlehrer” stellt sich dann nach zwei praktischen Jahren ohne Weiterbildung und Hospitationen durch Vorgesetzte hin und will gestandenen Lehrern erzählen, was falsch im Bildungsland Deutschland läuft?
    Wie viel Arroganz und Selbstüberschätzung gehört zu solch einem Verhalten? Ihre Aussage über die Arbeitszeit von Lehrern ist absoluter Hohn! Kaffee trinken bzw. holen während des Unterrichts absolut unverständlich! Sportunterricht durch Laien – welche Gefahr für die Gesundheit der Schüler! Sich über schmutzige Klassenzimmer aufregen und nichts ändern – was für eine Arbeitsmoral. Kollegen bei der Schulleitung anschwärzen – für mich ein Fall von Denunziantentum! Unterrichten nach Büchern – Lehrpläne muss man erfüllen, nicht die Bücher abarbeiten! Ich könnte fortsetzen. Dies ist mein Eindruck von ihrer “Arbeit”. Dies entspricht in keinster Weise einem Lehrer, der mit Leidenschaft etwas ändern will.
    Sicher haben sie viel Kritikwürdiges in ihrem Buch aufgezeigt. Doch – was haben sie in ihren eigenen Stunden anders gemacht? Unterricht will ich es absichtlich nicht nennen.Haben sie in zwei Jahren je etwas von Stationsbetrieb, freiem Arbeiten, Partner – oder Gruppenarbeit, Wochenplanarbeit, differenziertem Lernen, selbständigem Lernen mit den verschiiedensten Medien gehört oder gar angewendet? Ich habe nichts davon gelesen. Doch engagierte Lehrer schaffen das auch in Klassen mit riesigen Niveauunterschieden. Dafür brauchen die Schüler gewisse Grundkenntnisse. Die in ihrer Schule nicht einmal Schüler der 5. oder 6. Klasse haben. Was haben sie persönlich für das Basiswissen getan? Wie kann ein Schüler ohne die Grundaufgaben in Mathe in Klasse 4, 5 oder 6 sitzen? Wie kann ein Schüler ohne Lesekompetenz weiter als bis in Klasse 2 kommen?
    Sie haben im ihrer zweijährigen Tätigkeit als “Vertretungslehrer” nichts davon verändert. Sie haben den gleichen Trott mitgemacht, wie es an dieser Schule lief. Vielleicht hatten sie für die Schüler mehr Verständnis. Doch das ändert nichts an unserem gesellschaftlichen Auftrag – den Lehrplan des jeweiligen Bundeslandes in die Praxis umsetzen, so dass jedes Kind einen Zuwachs an Wissen, Können und Kompetenzen entsprechend seinem Möglichkeiten in jedem Schuljahr erhält, und dies auch noch auf kindgerechte Art und Weise und mit möglichst viel Freude dabei. Können sie in ihrer Tätigkeit an der Schule ein positives Resümeeziehen?
    Und statt sich aktiv am Prozess des Umdenkens und der Umgestaltung in unseren Schulen einzubringen, freuen sie sich über die Nichtverlängerung ihres Vertrages. Warum sind sie froh, dass andere jetzt wieder die Probleme lösen müssen, wenn sie doch so tolle Vorschläge der Veränderung aufzeigen? Schlau reden ist die eine Seite, selbst etwas aktiv dafür zu tun die andere, weit schwierigere, Aufgabe. Doch nun dürfen all die alten, müden, erschöpften, kranken Lehrer ihre Arbeit fortsetzen. Außer die einzelnen Ausnahmen von “normalen” Lehrern.
    Wenn alle nach zwei Jahren die Flinte ins Korn werfen würden, wäre der Lehrermangel in Deutschland ein nicht mehr beherrschbares Problem. Doch wir kämpfen jeden Tag aufs Neue!
    Auch mich hat mein Lehrerdasein in den Burnout getrieben. Nein, nicht der Umgang mit den Kindern! Dieser Umgang ist für mich das beste Medikament. Der Umgang mit eigenen Kollegen, solche die nur schlau reden können, so wie sie, und sich dafür Lob und Anerkennungabholen und auch noch glauben, sie seien die besten Lehrkräfte, die De3utschland zu bieten hat. Solche Menschen machen einem das Leben schwer. Dazu gehören selbstverständlich auch die von ihnen genannten “Reformen” oder Entscheidungen am runden Tisch, fernab von jeden Praxiserfahrungen oder Vorortbedingungen.
    Auch ich habe ein Zitat zum Ende meiner Ausführungen: Denk ich an De3utschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht!
    Dies betrifft nicht nur den berechtigten kritischen Inhalt ihres Buches. Auch ihre eigenen privaten Schlussfolgerungen, typisch für diese Generation, machen mir Angst vor der Zukunft.
    Zur Wiederholung noch einmal: Schlau reden ist nur eine Seite der Medaille. Die zweite, weit wichtigere, Seite heißt, eigene aktive Veränderungen durchzuführen.
    Wie sie sicherlich merken, ist meine Wut auch nach zwei Wochen nicht abgeklungen.

    Danke fürs Lesen!

    Reply
  94. Tina
    19. Februar 2013

    Hallo Herr Möller,

    ich bin dabei “isch geh….” zu lesen, mir bleibt teilweise das Lachen im Hals stecken-das Buch beschreibt eine Realität die wir auf einem Dorf im Nordbadischen sooo nicht kennen. Meine Kinder (beide 14) haben das Buch ebenfalls gelesen, haben sich köstlich amüsiert und konnten nicht glauben das es Realität ist was da beschrieben wird. Ich kann mir vorstellen, das es ein Kampf gegen Windmühlen ist an so einer Schule irgendwas zu verändern. Lehrer sind nicht dafür verantwortlich die Grundsteine menschlichen Miteinanders zu legen. Dafür sind die Eltern verantwortlich. Man bräuchte ja in jeder solchen Klasse (4e) wenigstens 3 Psychologen um die Kids erstmal wieder auf die Reihe zu bekommen. Hut ab vor Lehrern die sich dem Kampf jeden Tag aufs neue stellen. Es wundert keinen, wenn dem ein oder anderen Lehrer (mit oder ohne Lehramtstudium) die Kraft ausgeht.

    Reply
  95. Daniela
    19. Februar 2013

    Lieber Herr Möller!

    Zufällig ist mir Ihr Buch aufgrund des Titels in die Hände gefallen und hab mir gedacht “Hey, der Titel hört sich an wie der Schulalltag meiner Kinder! das muß ich lesen!”

    Vorab: Dieses Buch spricht mir aus der Seele! Schonungslos schreiben Sie über die Zustände in Grundschulen. Hier in NRW am Rande des Ruhrgebiets sieht das leider nicht anders aus!

    Ich bin selber Mutter von drei Kindern (11, 9 und 5). Meine Tochter ist inzwischen auf der Weiterführenden Schule (die Zustände sind zwar nicht wirklich besser, aber dort sind Lehrer wenigstens noch Respektspersonen). Mein Sohn ist noch mitten drin und mein kleinster hat es noch vor sich.

    vor einiger Zeit laß ich das Buch “Das Lehrer-Hasser-Buch”. Auch diese Autorin UND Mutter sprach mir aus der Seele.

    In dem was sie beschreibt und dem was sie beschreiben was teilweise die Lehrer angeht konnte ich Parallelen sehen. Traurig wie es ist. Lehrer die resigniert haben, Lehrer denen die Schüler völlig egal sind und die einfach nur ihr altes Programm von vor 20-30 Jahren herunterleiher. Ohne Sinn und Verstand Kinder nieder machen und demotivieren. In meinen Augen gehören solche Lehrer schlichtweg rausgeschmissen! Sie bringen den Kindern nichts. Bei manchen frage ich mich sogar warum sie überhaupt Lehrer geworden sind. Ich erinnere mich an ein Gespräch, in dem ich anmerkte, dass mich diese krassen Schimpfwörter (Bastard ist hier noch ein liebevoller Kosename) und die maßlose Gewalt empfindlich stören, da mein Sohn mit diesem Gewaltpotenzial und dieser Ausdrucksweise auch zu Hause aufwarten würde. Die Antwort auf diese Anmerkung ließ mich bis ins Mark erstarren. Ich bekam zu hören das wir doch früher auch diese Schimpfwörter benutzt hätten und uns doch auch geprügelt hätten. Ich mag ja nun schon ein Weilchen aus der Schule sein, kann mich jedoch nicht an so eine Umgangsart erinnern. Diese verharmlosen massiver Missstände durch Lehrer kann doch wohl nicht der ernst einiger Lehrer sein!
    Mir ist JEDER Quereinsteiger mit Sinn für Humer, Engagement und Empathie lieber als ein ausgebildeter Lehrer mit so einer Grundeinstellung!
    Abndersherum muß ich auch den vielen Lehrern (auch an der Schule meiner Kinder gibt es gute Lehrer) beipflichten, dass viele Kinder nicht mal das Mindestmaß an Manieren und Höflichkeit erlernt haben. Dafür kennen sie Wörter die ich nicht mal kenne und wenn ich Glück habe verstehe ich diese Wörter. Da ist “Räbelsäule” ein noch fast verständliches Wort. Danke, Bitte und die Tageszeit sind für diese Kinder Fremdwörter. dafür haben sie einem Erwachsenen gegenüber und unverschämte Befehlstonart an sich, das man versucht ist, diese Kinder an den Ohren zu ihren Eltern zu schleifen um dann festzustellen: Die Eltern sind entweder stolz auf diese respektlose Art oder ihnen ist es schlichtweg egal! Eltern die auf Elternabenden auftauchen? Fehlanzeige! Die sich in der Schule engagieren? Fehlanzeige! Aber wehe es wehrt sich mal ein Kind gegen diese verwahrlosten, emotional und sozial zurückgebliebenen Kinder. Dann ist das Theater groß. Auch Lehrer sind dagegen machtlos oder haben zu viel Angst vor den Eltern. Also wird das Kind getadelt was sich lediglich gewehrt hat. Da muß man bei den Eltern wenigstens keine Angst haben vermöbelt zu werden.
    Bei meiner Tochter lief es zwar nicht anders, aber sie hatte einen der wirjklich engagierten Lehrer und somit Glück. Mein Sohn hat da leider weniger Glück und ist auf eine Lehrerin gestoßen die nur noch ihre Zeit absitzt! Traurig aber wahr.

    Hoffnung auf Besserung sehe ich keine solange Eltern und Lehrer sich immer wieder gegenseitig die Verantwortung für das Desaster in die Schuhe schieben. Die Lehrerschaft ist der Meinung es liegt nur an den Eltern und die eltern sind der Meinung die Lehrer tun nix und sind einfach nur faul.

    Solange Eltern UND Lehrer nicht gemeinsam an den nötigen Stellen für eine bessere Bildung kämpfen, solange können wir auch aufhören unsere Zeit mit Endlosdiskussionen zu vergeuden, die Kinder zu Hause fördern (oder eben auch nicht) und auf engagierte Quereinsteiger wie sie, lieber Herr Möller, hoffen.

    Und nun nur zu liebe Eltern und Leher. Schiebt hier den schwarzen Peter immer wieder dem jeweils anderen zu anstatt sich um Lösungen zu bemühen! Damit kann man sich ja auch viel Arbeit sparen. Ja! Eine Lösung kostet manchmal Zeit und Energie! Aber in vielen fällen lohnt es sich. Also ihr Lehrer kommt mal runter von dem hohen Ross und hört euch mal an was die Eltern so für Vorschläge haben (auch ohne ein studium) und ihr Eltern solltet auch mal einfach einen Schritt auf die Lehrer zugehen und euch anhören was diese so zu sagen haben. Es sind nicht alle Lehrer schlecht!

    In diesem Sinne

    Daniela

    Reply
  96. Nina
    20. Februar 2013

    Lieber Herr Möller,

    gestern habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen. Eine Zeitlang habe ich an einer Sonderschule für Erziehungshilfe und Förderschule unterrichtet und viele Beobachtungen stimmen mit den Ihren überein!

    Als kleinen Tip für Klara würde ich Ihnen empfehlen, sich die Berliner Waldorfschulen anzusehen. Natürlich ist dort auch nicht alles Gold, doch zumindest ist die Grundlage dieser Pädagogik, den Menschen in erster Linie zu einem sozialen Wesen werden zu lassen und ihm individuelle Wachstums- und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.
    Übrigens: die Kinder werden nicht in Weltanschauung unterrichtet und es gibt freien Religionsunterricht, welcher konfessionslos gehalten ist.

    Mit vielen Grüßen und alles Gute!
    Nina Engelhard

    Reply
    • phil
      20. Februar 2013

      Liebe Nina,

      danke für den Hinweis, den ich allerdings direkt mal verwerfen möchte. Die Pädagogik von Waldorfschulen beruht auf den Schriften von Rudolf Steiner, maßgeblich der Anthroposophie und der Theosophie, deren Inhalt sich ohne weiteres als pure Esoterik bezeichnen lässt. Dazu reicht ein Blick in das Inhaltsverzeichnis seiner “anthroposophischen Leitsätze”:

      “INHALT

      Etwas vom Geist-Verstehen und Schicksals-Erleben

      Geistige Weltbereiche und menschliche Selbsterkenntnis

      Wie die Leitsätze anzuwenden sindLeitsätze Nr. 76 bis 78 (10. August 1924)
      Im Anbruch des Michael-Zeitalters

      Die menschliche Seelenverfassung vor dem Anbruch des
      Michael-Zeitalters

      Der vor-michaelische und der Michaels-Weg

      Michaels Aufgabe in der Ahriman-Sphäre. (Goetheanum, 10.
      Oktober 1924)

      Michaels Erfahrungen und Erlebnisse während der Erfüllung
      seiner kosmischen Mission. (Goetheanum, 19. Oktober 1924)

      Menschheitszukunft und Michael-Tätigkeit.

      Das Michael-Christus-Erlebnis des Menschen. (Goetheanum, 2.
      November 1924)

      Michaels Mission im Weltenalter der Menschen-Freiheit.

      Die Weltgedanken im Wirken Michaels und im Wirken
      Ahrimans. (Goetheanum, 16. November 1924)

      Erste Betrachtung: Vor den Toren der Bewusstseinsseele.
      Leitsätze Nr. 124 bis 126 (30. November 1924)
      Zweite Betrachtung:
      Fortsetzung der zweiten Betrachtung:
      Michaels Leid über die Menschheitsentwicklung vor der Zeit
      seiner Erdenwirksamkeit. (Goetheanum, 14. Dezember 1924)

      Dritte Betrachtung:
      Michaels Leid über die Menschheitsentwicklung vor der Zeit
      seiner Erdenwirksamkeit. (Goetheanum, 14. Dezember 1924)
      Leitsätze Nr. 134 bis 136 (21. Dezember 1924)
      Weihnachtsbetrachtung: Das Logos-Mysterium. (Goetheanum,
      zu Weihnacht 1924)
      Leitsätze Nr. 137 bis 139 (28. Dezember 1924)
      Himmelsgeschichte. Mythologische Geschichte. Erdgeschichte.Leitsätze Nr. 140 bis 143 (4. Januar 1925)
      Leitsätze Nr. 144 bis 146 (11. Januar 1925)
      Erster Teil der Betrachtung:
      Was offenbart sich, wenn man in die vorigen Leben zwischen
      Tod und neuer Geburt zurückschaut? (Goetheanum,
      Jahreswende 1925)
      Leitsätze Nr. 147 bis 149 (18. Januar 1925)
      Zweiter Teil der Betrachtung:
      Was offenbart sich, wenn man in die vorigen Leben zwischen
      Tod und neuer Geburt zurückschaut?
      (Goetheanum,
      Jahreswende 1925)
      Leitsätze Nr. 150 bis 152 (25. Januar 1925)
      Was ist die Erde in Wirklichkeit im Makrokosmos?
      (Goetheanum, Januar 1925)
      Leitsätze Nr. 153 bis 155 (1. Februar 1925)
      Schlaf und Wachen im Lichte der vorangegangenen
      Betrachtungen. (Goetheanum, Januar 1925)
      Gnosis und Anthroposophie. (Goetheanum, Januar 1925)
      Leitsätze Nr. 159 bis 161 (15. Februar 1925)
      Die Freiheit des Menschen und das Michael-Zeitalter.
      (Goetheanum, Januar 1925)
      Leitsätze Nr. 162 bis 164 (22. Februar 1925)
      Wo ist der Mensch als denkendes und sich erinnerndes Wesen?
      (Goetheanum, Januar 1925)Der Mensch in seiner makrokosmischen Wesenheit.
      (Goetheanum, Januar 1925)
      Leitsätze Nr. 168 bis 170 (8. März 1925)
      Des Menschen Sinnes- und Denkorganisation im Verhältnis zur
      Welt. (Goetheanum, Februar 1925)
      Leitsätze Nr. 171 bis 173 (15. März 1925)
      Gedächtnis und Gewissen. (Goetheanum, Februar 1925)
      Leitsätze Nr. 174 bis 176 (22. März 1925)
      Das scheinbare Erlöschen der Geist-Erkenntnis in der Neuzeit.
      (Goetheanum, März 1925)
      Leitsätze Nr. 177 bis 179 (29. März 1925)
      Die geschichtlichen Erschütterungen beim Heraufkommen der
      Bewusstseinsseele. (Goetheanum, März 1925)
      Leitsätze Nr. 180 bis 182 (5. April 1925)
      Von der Natur zur Unter-Natur. (Goetheanum, März 1925)
      Leitsätze Nr. 183 bis 185 (12. April 1925)

      Quelle: http://anthroposophie.byu.edu/schriften/026.pdf

      Besonders stark verwurzelt in der Antroposophie ist die Existenz der Seele; eine Suche nach diesem Begriff im o.g. Dokument ergibt 404 Treffer. Zentrale für Steiners Lehre ist die Teilung des Menschen in den Leib, die Seele und den Geist.

      Auch von konfessioneller Freiheit kann ich in seiner Schrift nichts entdecken:

      “Aber diese Wesenheiten haben den Christus aus der Sonne zur Erde gesandt. Dieser hat sein Wesen zum Heile der Menschheit mit der Erstorbenheit des göttlich-geistigen Seins in Ahrimans Reich verbunden. So hat die Menschheit die zweifache Möglichkeit, die die Gewähr ihrer Freiheit ist: zu Christus sich wenden in der Geistgesinnung, die beim Heruntersteigen aus der Anschauung des übersinnlichen Geistdaseins bis zum Gebrauche der Intelligenz unterbewusst vorhanden war, jetzt in bewusster Art; oder sich erfühlen wollen in der Losgelöstheit von diesem Geistdasein und damit verfallen in die Orientierung, die die ahrimanischen Mächte nehmen.” (S. 73 f.)

      “Jene warme Liebe, die am erhabensten strömt, wenn sie dem Jesus-Kinde gilt, das in der Welten-Weihe-Nacht auf Erden
      erscheint. Damit hat der Mensch die höchste irdische GeistesTatsache, die zugleich eine physische war, auf seine Seele wirken lassen; er hat sich auf den Weg begeben, den Christus in sich aufzunehmen.” (S. 143)

      Außerdem:

      http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/
      http://www.sueddeutsche.de/karriere/umstrittene-waldorfschulen-naturgeister-im-interview-1.703184

      Reply
      • Nina
        10. März 2013

        Lieber Phil,
        das dachte ich mir fast, dass Sie auf diese Dinge stoßen werden. Nur kurz zum Verständnis: als Waldorflehrer müssen Sie diese Dinge weder gelesen noch verinnerlicht haben und auf gar keinen Fall unterrichten. Müssen Sie ja in einem katholischen Gymnasium auch nicht, oder? http://www.waldorfschule.de da steht meines Wissens nach auch ein Leitbild.
        Aber ich muss Sie auch nicht überzeugen, es war nur eine Idee. In der Theorie findet sich immer viel-es lohnt sich manchmal einfach ein Blick in die Praxis und ein Gespräch mit den Menschen dort, wo Sie genau diese Fragen stellen können.
        Viele Grüße, Nina Engelhard

        Reply
  97. Martina Bedregal Calderón
    26. Februar 2013

    Ich finde Ihr Buch einfach klasse, auch wenn es mich zwischen Lachen und Weinen hin- und hergerissen hat. Ich betreue ehrenamtlich die Hausaufgaben von Kindern mit Schulproblemen in einem Stadtteil Kiels, in den durch eine bestimmte Sozial- und Wohnungspolitik 43 % Erwerbslose und die meisten Migranten und Menschen mit Suchtproblematiken “hingetthoisiert ” wurden.

    Ihr Buch spricht jede Menge Einsichten und Tatsachen endlich mal offen aus, ein großes Dankeschön dafür!

    Die Bildungsmisere ist der Spiegel der Gesamtmisere unseres Landes. Wir brauchen nicht nur eine neue Bildungspolitiek, sondern auch ein neues gesellschaftliches,politisches und wirtschaftliches Modell.

    Ich berate ehrenamtlich auch Migranten, Erwerbslose, Verrentete, Kranke in meinem Stadtteil. Häufig begleite ich sie zumJobcenter oder zu anderen Ämtern. Aufgrund nunmehr 7-jähriger Erfahrung (einschließlich als teilweise selbst Betroffene) entsteht immer mehr der Eindruck, dass Staat, Medien und Wirtschaft ein Heer von ungebildeten, billigen, nicht aufbegehrenden, resignierenden Menschenhaben wollen, die man ausbeuten oder marginalisieren kann. Es wird höchste Zeit, daran etwas zu ändern, von den Menschenaus, nicht im Warten auf politische Wandlungen, die nicht kommen werden.

    Reply
  98. Martina Bedregal Calderón
    26. Februar 2013

    Bildungspolitik sollte es natürlich heißen ;-)

    Reply
  99. Wolf
    26. Februar 2013

    Hallo Herr Möller,

    ich bin nur ein Jahr jünger als sie und bin direkt nach meinem Lehramtsstudium im Rahmen meines Referendariats in sehr kaltes Wasser geworfen worden. Und ich habe großen Respekt vor jedem, der sich in einer “Problemschule” der Aufgabe stellt, mit den Kids zu arbeiten und zu versuchen, sie abzuholen und für etwas zu begeistern.

    Ich bin Lehrer an einem Gymnasium und arbeite mit Kindern ab der 7. Klasse zusammen. Man mag vermuten, dass es an einem Gymnasium gesitteter zugeht als an Hauptschulen zum Beispiel, aber so ist es leider nicht.

    Manchmal bringen die Kids mich zur Verzweiflung. Ich möchte als junger Lehrer gerne cool sein, will den Kindern keine Angst machen, indem ich zu streng bin, aber wenn ich zu cool und kumpelhaft bin, nehmen sie mich nicht ernst. Und gerade bei den pubertierenden Teenagern musste ich lernen, dass ich mir keinen Fehler erlauben darf, sonst habe ich verloren. Dort konnte ich mich in Ihrem Buch wiederfinden.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Kinder besser lernen, wenn sie Dinge praktisch erfahren können und nicht nur aus einem Buch lernen müssen. Aber oft bleibt nicht die Zeit für Ausflüge oder ausgefallene praktische Übungen, am Ende hat man als Lehrer den Lehrplan im Nacken, den es zu erfüllen gilt, damit die Schüler erfolgreich in die nächste Klasse übergehen können.
    Mit den Schnellläufern, die das Abi schon nach 12 Jahren abschließen, ist es noch schlimmer geworden, der Druck ist nicht nur auf die Lehrkräfte sehr hoch, sondern auch auf die Schüler. Ich unterrichte unter anderem Sport und nutze diese Stunden oft, um mit den Schülern Entspannungsübungen zu machen, Rückenschule, Yoga usw, da ihnen zum körperlichen Auspowern oft die Energie fehlt.

    Ich war schon wegen Burn Out in Behandlung, als ich noch im Referendariat war. Ich liebe meinen Job und ich lebe von den Momenten, in denen ich die volle Aufmerksamkeit der Schüler habe und ich an ihren neugierigen Fragen merke, dass ich sie erreicht habe, dass sie in dem Moment etwas lernen und lernen wollen.
    Aber dann gibt es wieder die vielen Schattenseiten. Ich hatte ein Mädchen in einer Klasse, die magersüchtig war, eine andere war schwanger und kam nach einer Abtreibung mehrere Wochen nicht zum Unterricht und seit sie wider da ist, hat sie sich sehr verändert. Ich habe Schüler, die zu Hause gar nicht gefördert werden, 14jährige, die zu Hause das Essen für die kleinen Geschwister machen müssen und den halben Haushalt schmeißen, weil die Eltern beide berufstätig sind. Und das andere Extrem, dass Eltern ihre Kinder zu sehr fördern, sie zum Sport und in die Musikschule schleifen oder privat eine weitere Sprache erlernen lassen. Ich kann bei den ganzen Schicksalen nicht einfach wegsehen, aber Gespräche mit Eltern sind oft fruchtlos.

    Ich habe eine kleine Tochter, die 2 1/2 Jahre alt ist und um deren Zukunft ich mich natürlich sorge. Ich möchte, dass sie eine gute Schulbildung bekommt und frage mich, ob Privatschulen es besser machen? Um ihr das ermöglichen zu können, müsste ich einen Nebenjob annehmen.
    Und hier zeigt sich das nächste Problem. Lehrer werden kaum noch verbeamtet und mein Angestelltengehalt reicht gerade so aus. Zum Glück bin ich nicht der Alleinverdiener in unserem Haushalt, aber würde meine Frau neben ihrem Studium nicht arbeiten gehen, sähe es finanziell sehr duster aus.
    Meine Ex, bei der meine Tochter lebt, ist auch Lehrerin, aber nach jahrelangem Studium, Referendariat und nun einem halben Jahr als Lehrkraft musste sie feststellen, dass sie diesem Beruf nicht gewachsen ist. Sie hatte den Traum, verbeamtet zu werden, ist dafür sogar in ein anderes Bundesland gezogen, aber sie zerbricht an schwierigen Schülern, an mangelnder Unterstützung, an zu großem Druck, was mir natürlich auch Leid tut. Mehr Praxis im Studium hätte ihr vielleicht geholfen, früher zu erkennen, dass sie sich beruflich umorientieren sollte.

    Ich wollte immer Lehrer sein und gehe in dieser Aufgabe auch auf. Im Studium hätte es aber geholfen, zu lernen, wie ich Arbeit und Freizeit manage, wie ich mich um eine positive work-life-balance kümmere, um einem Burn Out vorzubeugen.

    Über Ihr Buch bin ich dankbar, denn es deckt sich teilweise 1:1 mit meinen Erfahrungen; und ich begrüße Ihr Engagement. Ich werde das Buch Freunden und ehemaligen Kommilitonen empfehlen.

    Ihnen und Ihrer kleinen Familie alles Gute!

    Wolf

    Reply
  100. Mathias R.
    27. Februar 2013

    Hallo Frau Möller! (muss sein!)

    Habe durch Zufall Dein Buch entdeckt (ich mache es mal wie die Kleinen und biete Dir das Du an) und es an einem Nachmittag verschlungen.

    Traurig, erschreckend, lustig, aufwühlend, einfühlsam.
    Mehr braucht man eigentlich nicht dazu zu sagen.

    Ich konnte mich mit jedem geschriebenen Wort indentifizieren und die Seiten sind nur so verflogen. Klasse Arbeit.

    Vielen Dank für Deine Mühe an dem Buch, weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
    Mathias

    Reply
  101. André F.
    28. Februar 2013

    Hallo Philipp Möller,

    ich danke für Ihr Buch und möchte hier vorausschicken, dass ich eigentlich kein großer Leser bin.
    Die Bücher welche ich in meinem Leben bisher gelesen habe, kann ich gerade noch an zwei Händen abzählen.
    Aber gerade das soll Sie und Ihr Buch ehren, einen Nichtleser dazu gebracht zu haben sich ein Buch zu kaufen.

    Ein Grund dafür war der Fakt, dass das Thema Bildungssystem noch vor einigen Jahren ein großes Gesprächthema in unserer Familie darstellte.

    Nun, nein, ich bin kein Lehrer aber der Rest meiner Familie war, beziehungsweise sind Lehrer. Der Großteil aber eben zu DDR Zeiten.
    Da wäre einerseits meine leider schon verstorbene Tante, eine Mathematik Professorin an einem Lehrerinstitut in meiner Heimatstadt. Ein Onkel, der als Kreisturnrat arbeitete. Meine Cousine, welche noch als Lehrerin in einem Sportgymnasium arbeitet, meine Schwiegermutter – eine Grundschullehrerin und zu guter letzt meine Mutter, die viele Jahre als Kreisschulrätin und Schulinspektorin, bis zur Wende arbeitete.

    Aus deren Gesprächen in der Zeit nach der Wende kenne ich die Missstände im Bildungssystem und finde es daher umso erschreckender, dass dieser Zustand sich nicht gebessert, sondern eher noch verschlimmert hat.
    Aber man wollte wohl auch zur Wendezeit nicht zugeben, dass man schon damals Dinge hätte anders anpacken sollen, damit sie nicht da enden, wo sie heute sind.
    Meine Mutter resignierte dann irgendwann und gab ihren Job als Lehrerin auf. Einerseits durch ihre damalige SED Mitgliedschaft und andererseits der Machtlosigkeit gegenüber dem neuen Bildungssystem.
    Lieber arbeitete sie dann bis zu ihrer Rente in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen.

    Daher wünsche ich mir, dass durch Ihr Buch so viele Lehrkräfte wie möglich, sich ihrer Aufgabe bewusst werden und gemeinsam versuchen etwas zu ändern.
    Was soll sonst aus unseren Kindern werden? Soll es immer so weiter gehen?

    Viele Grüße an Sie und Ihre Familie aus Thüringen.

    André F.

    Reply
  102. Jennifer
    2. März 2013

    Sehr geehrter Herr Möller!
    Ich habe eben gerade Ihr Buch fertig gelesen und erlaube mir Ihnen mein Kompliment auszusprechen.
    Was mir besonders gefällt, ist, dass Sie es schaffen den Blickwinkel auf die Poblematik der Menschen aus” sozial schwachen Milieus” mal ein wenig zu ändern.
    Absurd finde ich, dass ein Mann wie Sie, der sich offensichtlich sehr engagiert hat, neue Ideen zum Thema Bildung hatte und bereit war Reformen mitzutragen, dann auf diese Art und Weise aus dem Schuldienst entfernt wird.
    Das sagt alles über unser Schulsystem.
    Schade finde ich Ihre Aversion gegen Religion. Nicht jeder religiöse Mensch ist ein verirrter, reaktionärer Spinner, der an Märchen glaubt.
    Die Busaktion finde ich auch nicht gut. Es ist genauso sinnig oder unsinnig auf einen Bus zu schreiben ” Jesus lebt”. Dieses Thema kann man meiner Meinung nach schlecht auf einem Bus abhandeln.

    Viele Grüße

    J.S

    Reply
  103. Kira
    4. März 2013

    Duuu, Herr Möller…
    Nabend! Ich habe heute Nachmittag angefangen, Ihr Buch zu lesen und bin jetzt (Stand 02:21) fertig und bin ziemlich… neudeutsch gesagt “geflasht”.
    Nachdem ich mir die wundervollen Bücher von Frau Freitag schon zu Gemüte geführt habe, konnte ich an “Isch geh Schulhof” nicht vorbeigehen. Ich bin nicht der Typ Mensch, der einen Autoren kontaktiert, sonst konsumiere ich eigentlich nur, aber es gibt drei bis fünf Punkte, die mich dazu animiert haben.
    Der für mich Wichtigste ist, dass Sie im Zuge der Warterei ihrer Freundin auf einen Studienplatz auf eine Eignungsprüfung für Lehrer ansprechen. JA VERDAMMT! Ich bin in der gleichen Situation, nur ist es bei mir die Sonderpädagogik, die ich auf Lehramt studieren möchte. Es mag überheblich klingen, aber ich weiß, dass es für mich mehr Berufung als Beruf ist, Lehrer an einer Sonder- bzw. Förderschule zu werden und das ich das gut machen werde. Das ist Arbeit, die mich persönlich einfach glücklich macht. Aber mein Abischnitt ist nicht gut genug, demnach hagelt es seit geraumer Zeit Absagen. Inzwischen habe ich mich zu einer Ausbildung als Heilerziehungspflegerin entschlossen, damit ich wenigstens in die Richtung kann. Ich kenne einige, die Sonderpädagogik oder auch allgemein Lehramt studieren und sagen, dass das nichts ist, was sie bis ans Ende ihres Lebens machen möchten. Und ich bekomme keinen Platz, obwohl ich genau weiß, dass ich diesen Beruf bis ans Ende meiner Berufslaufbahn mit Freude ausüben werde. Gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit oder ohne Behinderung MUSS doch mit Spaß und Motivation angegangen werden und sollte keinesfalls nur ein Mittel zum Zweck – in dem Fall Geld – sein. Ich gönne wirklich jedem seinen Studienplatz, aber es macht mich wütend, dass ich aufgrund meiner zugegebenermaßen nicht berauschenden schulischen Leistungen seit mehr als zwei Jahren auf einen Studienplatz warte, mit dem ich mir meinen Traum verwirklichen kann.
    Der zweite Punkt ist eigentlich nur ein begeistertes Nicken und vollkommenste Zustimmung zum Nachwort!
    Und der dritte Punkt ist einfach nur besserwisserisch und klugscheißerisch. Ein mir eigener, manchmal unangenehmer Charakterzug: Seite 158, Z. 29f.
    Es heißt “Fächerübergreifendes Lernen at its best!”, nicht it´s… Ich entschuldige mich vielmals, aber das konnte ich einfach nicht überlesen ;-)
    Viele viele liebe Grüße und seien Sie sicher, wenn das nächste Buch im November erscheint bin ich eine sichere Käuferin!
    Viel Glück weiterhin bei Ihrer schriftstellerischen Karriere und auch im familiären Bereich mit Sarah und Klara!
    Kira

    Reply
  104. Erich
    4. März 2013

    Vielen dank für dieses Buch und Respekt es zu veröffentlichen.
    Gehört auf den Tisch eines jeden Abgeordneten. Fürchte jedoch, das jener Personenkreis sich nicht dafür interessieren würde, beziehungsweise es begreift.
    Bin selber Jahrgang 63 und in unseren Grundschulen ging es da noch gesittet zu, aber ab der 7 Klasse wurden aus den braven Buben und Mädels Rabauken, die unsere damaligen Lehrer aber noch im Griff hatten, um nicht zu sagen an den Ohren.
    Aber was heute an den Schulen abläuft ist schon kriminell.
    Währen Milliarden für Banken und Euro Rettung verschwendet werden, wird kein Geld in das eigene Land investiert. Auch nicht da, wo es dringend gebraucht wird.
    Man kann nur hoffen, das ihr Buch und ihre Versuch die Lage zu optimieren von Erfolg gekrönt ist. Wünsche ihnen und ihrer Familie alles Gute und Erfolg mit ihrer Initiative.
    Sollten sie Rechtschreibfehler finden, dürfen sie diese gerne behalten. War in der Schule im Fach Deutsch nicht gerade Klassenbester.

    MfG
    Erich

    Reply
    • phil
      4. März 2013

      “Sollten sie Rechtschreibfehler finden, dürfen sie diese gerne behalten. War in der Schule im Fach Deutsch nicht gerade Klassenbester.”

      Ich auch nicht :)

      Reply
  105. Förder-, Musik-, Kunstlehrerin in 3min
    4. März 2013

    Vielen Dank für dieses Buch.

    Ich arbeite nun seit 5 Monaten einer Grundschule (etwa 70% aller Kindern mit Migrationshintergrund und einige GU-Klassen)
    Ich bin 23 Jahre alt, wie gesagt Quereinsteigerin in 3min, frisch gebackene Freundebuchschreiberin und nicht gerade stolze Besitzerin von Dreimonatsverträgen. Ich liebe die Arbeit als Weggefährtin, die extremen Gefühle der Kinder(Wut, Freude, Trauer, Neugier), die Herausforderungen und die Beziehungsarbeit. Ich lerne von Tag zu Tag. Mal klappt es besser, man nicht so.
    Ich konnte kaum erwarten, was mich wohl auf den nächsten Seiten des Buches für verrückte Erlebnisse erwarten würden. Auch ich kann manchmal einfach nur noch den Kopf schütteln. (Nasenpiercing mit 8J., Läusealarm, moderne Kunstwerke auf Klopapier, blutiger Popel an den Wänden)
    Aber auch schockiert über das hohe Maß an Gewaltbereitschaft, die Umsetzung von “Inklusion”, die dauerhafte Überbelastung der Lehrer oder die Tatsache keinen Fundus an bzw. Budget für Kunstmaterialien zu haben. Keine guten Bedingungen für erfolgreiches Lernen.

    Die Kinder sind mit all ihren Macken große Klasse, der Job hingegen nur begrenzt.

    Viele Grüße
    Du, Frau Jaaaaanseeeeen

    Reply
  106. Jacky
    5. März 2013

    Hallo,
    ich bin 19 Jahre alt und studiere Lehramt im 2. Semester. Leider erfüllte ich den gewünschten Abidurchschnitt nicht und wurde in meinem Wunsch-Studiengang(Grundschullehramt) nicht angenommen. Das Studium des Mittelschullehramts ist jedoch NC-frei, daher bin ich jetzt da eingeschrieben.
    Ich komme gerade frisch von der Schule und konnte im Praktikum auch die Perspektive der Lehrer kennenlernen. Jedoch wohne ich eher in ländlicher Gegend, daher sind mit solche “pädagogischen Härtefälle” noch nicht so oft begegnet. Beim Lesen des Buches war ich teilweise geschockt und resigniert. Jedoch hoffe ich auf Verbesserungen, bin auf die weitere Entwicklung des Bildungssystems gespannt und möchte gerne in Zukunft meinen Beitrag dazu leisten! Ich hoffe mehr von Ihnen zu hören!
    Liebe Grüße!

    Reply
  107. Friedrich
    8. März 2013

    Hallo Herr Möller!
    Als altgedienter Lehrer – von 1966-2006 im Amt – habe ich Ihr Buch mit großem Interesse gelesen. Ich gehöre also nicht zu den Kollegen, die nach ihrer aktiven Zeit alles hinter sich lassen. Aus den Berichten über Ihre Erlebnisse als Lehrer in Ihrer Schule geht hervor, dass verhaltensgestörte Kinder ein besonders belastendes Moment darstellen. Diese in den letzten Jahren immer mehr um sich greifende Störung wird auch als Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) bezeichnet.
    Ich muss Ihnen großen Respekt zollen, dass Sie einen Schulalltag, der durch ständige Prügeleien, Gewaltausbrüche sogar gegenüber Lehrern, und permanente Unruhe, Respektlosigkeit, Fäkal- und Sexsprache, schulisches Desinteresse usw. geprägt war, als Lehrer, noch dazu als Seiteneinsteiger (!), zwei Jahre lang durchgehalten und es trotz allem geschafft haben, einige Erfolge zu erreichen. Das gelingt nur sehr robusten und vor allem nervenstarken Typen wie Ihnen. Anderenfalls droht das Burnout.
    Ich glaube nicht, dass ich eine so völlig aus den Fugen geratene Schülerschaft hätte so lange unbeschadet ertragen können, geschweige denn ein ganzes Berufsleben.
    Im Prinzip sind mir die von Ihnen aufgezeigten Probleme nicht neu. Doch hätte ich nicht gedacht, dass Schulkinder, noch dazu in so großer Zahl und sogar an einer Grundschule, so völlig aus dem Ruder laufen können wie an der Ludwig-Feuerbach-Grundschule, von dessen Zuschnitt es in Berlin und anderen Städten mit Sicherheit noch viele weitere gibt. Ich kann Ihnen nur zustimmen, dass man sich vor diesem Hintergrund schon ernsthafte Sorgen um die Zukunft unserer Gesellschaft machen muss.

    Aber auch in „normalen“ Schulen, abseits sozialer Brennpunkte, in denen es deutlich gesitteter zugeht, haben Lehrkräfte mit schwer und schwerst erziehbaren Kindern zu tun. In nicht wenigen Klassen ist auch dort – vor allem in der Hauptschule – ein konzentriertes, ungestörtes Unterrichten nur noch mit größter Mühe möglich. Die Lehrkräfte sind oftmals Belastungen ausgesetzt, die das Maß des Erträglichen weit überschreiten. Das betrifft auch Schulen, in denen Migrationskinder weit in der Minderzahl sind.
    Ich selbst habe 40 Jahre fast ausschließlich an einer ländlichen Grundschule (Kl. 1 – 4) unterrichtet. Auch wenn es hier wesentlich ruhiger und erträglicher zugeht als bei Ihnen und an Schulzentren, gibt es auch hier Problemkinder über Problemkinder. Nach meiner Einschätzung sind mindestens 30 % aller Kinder betroffen, wenn man die „harmlosen“ Fälle mitrechnet. Außerdem ist ein dramatisches Absinken der Lernleistungen festzustellen. Das war in den ersten Jahren meiner Dienstzeit (bis etwa 1975) völlig anders, das ADHS gab es noch nicht. Damals war Schulehalten durchweg eine Freude, obwohl die Klassen wesentlich größer als heute und die Schulen sehr spartanisch mit Lehrmitteln ausgestattet waren. 40 und mehr Kinder in einem Raum waren durchaus normal. Könnten heutige Lehrer das erleben, würden sie glauben, sie wären auf einem anderen Stern.

    Es ist Ihr großes Verdienst, dass Sie durch Ihr Buch der Öffentlichkeit und auch der Schuladministration die Möglichkeit bieten zu erfahren, was sich heute wirklich hinter Schulmauern abspielt. Wer die Wahrheit erfährt, müsste entsetzt sein. Darüber hinaus haben Sie auch Hinweise gegeben, wie die Schulsituation verbessert werden könnte: durch kleinere Klassen, mehr Lehrer, bessere Lehrerausbildung, lebensnähere Lerninhalte, staatlicherseits mehr Geld für Schule und Bildung und manches mehr.

    Bedingt vor allem durch unsere drei Kinder mit (sehr gemäßigtem) ADHS beschäftige ich mich seit 1985 intensiv mit Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten solcher Störungen. Dadurch ist mir klar geworden, dass die üblicherweise angewandten Behandlungen nicht ausreichen und es tatsächlich noch ganz andere Ursachen gibt. Eine wäre die in vielen Haushalten dominierende Fastfood-Kost, vitaminarm, dafür chemie- und zuckerreich. Dazu kommt oftmals noch eine Unverträglichkeit oder Allergie auf an sich gesunde Nahrungsmittel. Ungeeignete Lebensmittel bringen bei entsprechend disponierten Kindern die Hirnchemie gar nicht so selten aus dem Takt. In zahlreichen Familien hat man vielen ADHS-Kindern mit einer konsequenten Ernährungsumstellung zu einer bemerkenswerten Besserung verholfen, so auch wir bei unseren Dreien.
    Etwas ausführlicher möchte ich nun auf eine weitere wesentliche Ursache eingehen, nämlich auf das praktizierte übermäßige Impfen, was die meisten Menschen überraschen mag. Beobachtungen bei unserem eigenen Sohn haben mich darauf gebracht, mich mit diesem Thema gründlich zu befassen. Im 4. Lebensjahr erhielt der Junge eine Fünffach-Impfung die sein Wesen stark veränderte. Aus einem richtigen „Wonneproppen“ wurde ein Problemkind mit vielen ADHS-Symptomen.
    Heutige Kinder erhalten bis zum 6. Lebensjahr 40 Impfdosen, davon 33 (!) im 1. Lebensjahr. Bis etwa 1975 waren es insgesamt nur fünf Dosen, im 1. Lebensjahr nur eine einzige. Was die meisten Menschen nicht wissen: Impfstoffe enthalten eine Reihe gefährlicher Substanzen wie Quecksilber, Aluminium, Formaldehyd und viele andere chemische Zusätze. Mahnt da nicht schon allein der gesunde Menschenverstand: Vorsicht, das könnte gefährlich werden? Tatsächlich können auch Impfstoffe wie Nahrungsmittel im Kopf ein „Chaos“ anrichten. Es gibt Ärzte und Heilpraktiker, die darum wissen und ADHS-Kindern in vielen Fällen durch eine Impfschadenbehandlung entscheidend geholfen haben – ohne die Psychodroge Ritalin. Dazu möchte ich den holländischen Arzt Dr. Tinus Smits zu Worte kommen lassen:
    „Fien (11 Mon.) wurde sehr aggressiv nach ihrer vierten DPTP/HIB-Impfung mit zwei Monaten und blieb in ihrer motorischen Entwicklung stehen. Sie schlug sogar ihre Physiotherapeutin. Drei homöopathische Behandlungen verwandelten sie vollständig. Ihre Aggressionen hörten auf, die Sprachentwicklung ging voran.“
    Mir liegen weit über 100 Berichte dieser Art von verschiedenen Ärzten und Heilpraktikern vor.

    Mir sind mindesten 15 Familien bekannt, deren Kinder nicht (oder nur wenig) geimpft sind und sich einer auffallenden körperlichen und seelisch-geistigen Robustheit und Gesundheit erfreuen. Fast alle zeigen in der Schule eine lobenswerte Lernfreude und erledigen ihre schulischen Aufgaben völlig selbständig. Sie unterscheiden sich deutlich von der Masse ihrer Altersgenossen. Zwei kurze Berichte, die wiederum stellvertretend für viele andere stehen, mögen das belegen:
    „Meine Enkelin Maxi, 2½ Jahre alt, wurde auf meine Intervention hin nicht geimpft. Sie ist weniger krank, emotional beweglicher, wirkt fröhlicher als andere und lässt sich nicht so leicht beeinflussen. Besonders hervorzuheben sind: brillante Auffassungsgabe, immer gut gelaunt und glücklich, lächelt und strahlt den ganzen Tag.“„
    „Gestern hatten wir einige Freunde und Bekannte zu Besuch. Es herrschte (mal wieder) helle Begeisterung über Aussehen, Verhalten, Fröhlichkeit und Liebreiz unserer Tochter. Ich sage das nicht, um mir auf die Schulter zu klopfen, sondern weil ich überzeugt bin, dass die Ungeimpftheit unseres Kindes einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet hat.“

    Es würde sich also lohnen, auch die Aspekte Ernährung und Impfen in Überlegungen einzubeziehen, die mögliche Hilfen für Kinder mit ADHS betreffen.
    Herr Möller, wo Sie gerade glücklicher Vater geworden sind, möchte ich Ihnen empfehlen, sich mit dem Impfen zu beschäftigen und dann zu überlegen, ob Sie wirklich alle empfohlenen Impfungen bei Ihrer Tochter vornehmen lassen. Impfen muss auch nicht unbedingt im 1. Lebensjahr sein.

    Es sei noch angemerkt, dass ich zwei Bücher zum Thema ADHS/ADS geschrieben habe:
    „Unkonzentriert-Aggressiv-Überaktiv. – Ein Problem der Erziehung oder der Ernährung?“
    „ADS – eine Impffolge? – Heilerfolge mit Homöopathie und Bioresonanz“

    Mit freundlichen Grüßen
    Friedrich

    Reply
    • Sabine
      17. März 2013

      Lieber Friedrich,

      der hergestellte Bezug zwischen Impfungen und ADHS-Symptomen scheint mir willkürlich.
      Ist es nicht so, dass viele bildungsferne Familien ihre Kinder aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit nicht impfen lassen, und dennoch gerade dort mangelnde Aufmerksamkeitsfähigkeit ein Problem ist?

      Reply
  108. heike
    11. März 2013

    lieber Philipp Möller, danke für dieses Buch, ich habe es am letzten Wochenende verschlungen. Warum? Ich fühlte mich verstanden! Ich bin seit 25 Jahren Erzieherin aus Berufung. Seit 25 Jahren erfüllt mich die Arbeit mit Elementarkindern in der Kita, sie gab gibt mir unendlich viel Freude zurück. Ich habe in Hamburg in einem Mitteschichtsorientiertem Stadtteil gearbeitet, eine kleine Kita mit 33 Kindern. Meine Kita mußte schließen, da wir die Plätze nicht mehr belegen konnten, da in unmittelbarer Nachbarschaft 3 nigelnagelneue Kitas öffneten. Mein Arbeitgeber versetzte mich daraufhin in den sozialen Brennpunkt Stadtteil Hamburg Mümmelmannsberg. Ist so ähnlich wie Berlin Marzahn. 20.0000Menschen in einem Hochhausviertel. Viele Migrationshaushalte, viele sozialbenachteiligte Kinder und Familien.Ungeliebte, vernachläßigte Kinder die sofort in Krise geraten bei kleinen Streitereien, Kinder die absolut keine Frustrationtoleranz haben. Nur als Beispiel: In meiner alten Kita habe ich mit den 3 – 5 Jahre alten Kindern, 1Std. Kindertänze aus aller Welt getanzt. Hier konnten die Kinder 15 Minuten mitmachen, dann ging es nicht mehr. Keine Konzentration, Streitereien, sehr reizoffen und abgelenkt, oder körperlich geschwächt, keine Kondition, kein Durchhaltevermögen. Dieses erlebte ich im Morgenkreis, bei versuchten Gesprächen, Lieder singen, Spiele für die soziale Kompetenz. Ich war erschüttert. Die Kinder konnten sich nicht auf das Essen, Frühstück wie Mittagessen konzentrieren. Sobald eine Ablenkung im Raum war, haben sie aufgehört zu essen, obwohl sie teilweise ausgehungert waren, da sie zu hause nicht ausreichend versorgt wurden. Die Kolleginnen erlebte ich distanziert, kalt und gesprächsarm. Ich fühle mit den Kindern, aber das macht mich kaputt. Das Hierarchiebetonte Leitungsverhalten macht mich fertig. Ich versuche eine andere Kita in einem anderen Stadtteil zu finden. Ich bin 54 Jahre alt. So bis zum 67.Lebensjahr durchzuhalten kann ich mir nicht vorstellen. Da ich jetzt nach 1 Jahr in dieser Kita, Ohrgeräusche auf beiden Ohren habe, Tinnitus. Ich muß mehr sprechen,lauter sprechen, in für mich militärisch kurzen knappen Sätzen, sonst werde ich nicht verstanden. witzig sein mit den Kindern geht gar nicht, dann johlt die ganze Gruppe und kommt nicht mehr zur Ruhe. sie sind dann nicht mehr lenkbar. Jedes Gruppe aufräumen, jedes Kinder anziehen in der Garderobe ist für die Kinder und für mich und die Kolleginnen purer Kriegszustand. Ich habe 21 Kinder, davon 3 Integrationskinder. Obwohl eigentlich 20 eine Entwicklungsverzögerung haben. wir arbeiten mit 3 Erzieherinnen, die sich aber nur 3 Stunden am Tag zu dritt überschneiden,da nur noch 5 oder 6 Stunden tägliche Arbeitszeit vergeben wird, bei einer 8 Stunden offenen Gruppe. Wenn keiner Urlaub hat oder Krank ist, Sonst sind wir zu zweit bei 3 Stündiger Überschneidungszeit. EU-Norm ist 16 Kinder und 2 Erzieherinnen. Das wäre für die Kinder eine echte Chance. Unsere Arbeitsbedingungen sind die Lebensbedingungen und Chancenmöglichkeiten für die Kinder. Aber das ist den Politikern zu teuer. Die Krise des nicht ausreichendvorhandenen Kita Personals ist hausgemacht. Würden mehr Vollzeitstellen und eine bessere Bezahlung (wie früher im BAT) vorhanden sein. So würden auch mehr junge Menschen diesen Beruf ergreifen. Wir bereiten mit guter Kita Arbeit, die Kinder auf die Grundschule vor. Sozial emotionales regelgerechtes Verhalten, Feinmotorik, Grobmotorik, zuhören können, Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen, alles was die Kinder in der Schule brauchen, lernen sie bei einer guten Kita-Arbeit hier bei uns. Wenn das Personal Dauerhaft anwesend ist und nicht vor Erschöpfung und burn out krank ist. Als ich von meiner Kita hier in den sozialen Brennpunkt wechselte, dachte ich auch: ich muß ein Buch schreiben, aber nach Feierabend hatte ich nicht mehr die Kraft, den Tag noch mal revue passieren zu lassen und mir Notizen zu machen. Danke für dieses Buch. Ach ja und evtl. rechtschreibfehler sind mir scheißegal.

    Reply
  109. Karoline
    12. März 2013

    Lieber Herr Möller,

    zunächst ist es erfreulich, dass Sie psychisch gesund aus Ihrer Interims-Lehrertätigkeit herausgegangen sind. Mir begegnet das Schulsystem nur täglich als Mutter zweier Kinder. Wie absurd Schule sein kann, erlebe ich täglich aus dem Munde meiner Kinder. “Mama, die Frau xy redet und redet und dann sollen wir für jeden Mist erstmal endlos Begriffe suchen, die werden dann an die Tafel geschrieben – warum kann die nicht direkt sagen, worum es geht, dann könnten wir endlich anfangen zu arbeiten.” “Die Frau xy hat doch überhaupt keinen Plan – die nimmt keiner Ernst, da machen wir Quatsch.” – Fazit: Als Eltern gerät man in die Position des Hilfslehrers, versucht Anreize zu schaffen, die Neugier aufrecht zu erhalten und das Sozialverhalten in die richtigen Bahnen zu lenken. Nicht zu vergessen, die Rechtschreibung zu pauken, um das kreative Schreiben auch leserlich zu gestalten. Wie kann es sein, dass Sitzenbleiben in der Grundschule Gang und Gäbe geworden ist? Und wir sprechen über ganz normale Kinder aus geregelten Verhältnissen? Wie kommt es, dass Kinder, die hoch motiviert in die Schule gestartet sind, bereits in der zweiten Klasse derart desillusioniert sind, dass sie zu Totalverweigerern werden? Ist es dann ein Wunder, dass Kinder, die nicht über solche häuslichen Voraussetzungen verfügen, komplett versagen? Ich persönlich habe mich darauf eingestellt, zweimal die Grundschule zu durchlaufen und noch zweimal Abitur zu machen. Dabei hatte ich vor ein paar Jahren noch die naive Vorstellung, dass ich damit fertig sei ;-) Sie haben auch ein Kind, also seien Sie gewiss, Sie werden wieder als Lehrer arbeiten – auch wenn es am Küchentisch ist.

    Herzliche Grüße aus der NRW-Anstalt
    Karoline

    Reply
  110. Sandra
    13. März 2013

    Hallo Herr Möller,
    ein super Buch! Vielen Dank! Ihr Nachwort hat mich noch einmal so mitgerissen und beeindruckt, dass ich Ihnen einfach schreiben musste. Ihr Buch war für mich genau die Bestätigung auf den richtigen Weg zu sein! Wir haben vor zweieinhalb Jahren nach langem Suchen gemeinsam mit anderen Eltern den Mut gehabt, das Experiment Jenaplan-Gymnasium zu starten und haben in Nürnberg ein solches gegründet. Dort können die Kinder ohne Druck, ohne Noten, in altersübergreifenden Gruppen lernen. Lernen durch Wecken von Neugier auf Wissen. Hört sich erst mal schwierig an, aber es klappt! Die Kids planen ihre Arbeitsaufgaben selber, lernen gemeinsam in Lernbüros und schätzen ihre erreichten Lernfortschritte selber ein und beweisen diese durch Präsentationen, Referate, Filme, Interviews und logisch auch durch Tests. Diese können aber noch einmal wiederholt werden und nehmen so den Druck von den Kindern. Natürlich müssen wir uns an den G8-Lehrplan halten, schließlich sollen die Kinder auch irgendwann mal einen Abschluss machen. Idealerweise ein Abitur, aber dies ist nicht wirklich das Ziel für meine Tochter, sondern Ihr eine Alternative zu Bildungsbulimie und überfüllten Schulen mit überforderten Lehrern zu bieten. Dies funktioniert leider nur in Form einer Privatschule, die natürlich eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt. Mein Wunsch ist es, dass endlich unser eingestaubtes und völlig morbides Bildungssystem sich der Neuzeit stellt und eine grundlegende Reform stattfinden würde. Dann hätten ALLE Kinder die Möglichkeit mit Spaß in die Schule zu gehen und mit Neugier zu lernen.
    Ihr Buch macht nicht nur ganz massiv auf die Missstände der Bildungspolitik aufmerksam, sondern stellt außerdem gesellschaftspolitische Themen wie Integration und Armut in unserem Land an den Pranger. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass Sie mir aus der Seele sprechen!
    Danke!
    Alles Liebe für Sie und Ihre Familie!
    Sandra
    Ps: Vielleicht hat sich unser Bildungssystem reformiert bis Ihre Tochter in die Schule muss/darf! ;-) Ich drücke die Daumen!

    Reply
  111. Gerald Hentze
    14. März 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch mit großem Interesse gelesen und habe als ehemaliger Regelschullehrer von Thüringen viele Parallelen entdeckt. Was die Bildungsmisere in unserer Republik betrifft, sprechen Sie mir aus vollem Herzen und ich kann das Ganze nur bestätigen.Bilden und Lernen macht zur Zeit in Deutschland keine Freude sondern verbreitet allseits Frust, sowohl bei Lehrern, als auch bei Schülern und deren Eltern.
    Übrigens:
    Es wär mal interessant zu erfahren, was aus dem Gros der Kinder geworden ist, nachdem sie die Grundschule verlassen haben.
    Für Sie und Ihre Familie wüsche ich jedenfalls eine sorgenfreie Zukunft und für Ihr Kind einen lernfreudiges Haus mit lehrfreudigen Erwachsenen.

    Also viele Grüße aus dem grünen Herz Deutschlands
    Gerald

    Reply
  112. Claudia
    15. März 2013

    Hallo Herr Möller!
    Ich habe mit grosser Begeisterung Ihr Buch gelesen und fühlte mich plötzlich sehr erleichtert. Sie haben genau das ausgesprochen, was ich schon seit langer Zeit denke. Ich bin Mutter von zwei Schulkindern in der 3. und 6. Klasse und arbeite selbst an einer Grundschule als “Betreuungskraft”. Also stehe ich mitten im schulischen Alltag und kenne beide Seiten nur zu gut.
    Aus Sicht der Mutter kriege ich regelmässig die Wut. Da wird den Kindern mit aller Gewalt ein Stoff eingetrichtert, der gar nicht mehr verstanden werden soll, Hauptsache es gibt schnell eine Arbeit und auf zum nächsten Thema. Der Begriff “Bullemie-Lernen” geisterte mir schon oft durch den Kopf. Erschreckend ist für mich, dass die Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen. Das richtige, verständnisvolle Lernen muss zu Hause passieren und kostet unendlich viel Nerven. Wirklich viele Kinder nehmen diverse homöopatische Mittelchen um bessere Noten zu schreiben. Aber Zeit, um einfach mal draussen sein zu können und den Kopf frei zu bekommen, gibt es nur noch selten. Wie soll man da Freude am Lernen entwickeln?? Auch den Lehrern gefällt das nicht, da auch ihnen die Lust am Leheren immer mehr verloren geht, aber wirklich viel Handlungsraum haben die einzelnen Personen leider auch nicht mehr.
    Aus Sicht der Mitarbeiterin einer Grundschule ziehe ich vor jedem einzelnen Lehrer den Hut. Es ist schon lange nicht mehr nur die Aufgabe des Lehrens. Die Geduld, trotz der steigenden Resignation, ist einfach nur zu bewundern.
    Und eine Sache möchte ich noch anmerken….schnarchige und unmotivierte Lehrer können manchmal auch eine Wohltat sein! Wenn man den ganzen Tag voll Power gehen muss und dann eine “chillige” Stunde kommt, weil einfach kein Druck aufgebaut, sondern “gemalt” wird, dann ist das für manche Kinder eine willkommene Abwechslung.

    Ich persönlich gebe die Hoffnung nicht auf, dass unser Schulsystem sich irgendwann den gegebenen Situationen annimmt und Kinder wieder respektvoller mit sich und ihrer Umwelt umgehen, Spass am Lernen haben und die Möglichkeiten bekommen, sich nach ihren Fähigkeiten entwickeln zu können.

    Vielen, vielen Dank für Ihr wirklich gelungenes Buch und das Gefühl, nicht alleine zu sein!!

    Liebe Grüsse aus einer Kleinstadt in Niedersachsen
    Claudia

    Reply
  113. Sabine
    17. März 2013

    Hallo Frau Mülla, ;-)

    Danke für dieses Buch, das mir eine (weitere) Vorstellung davon gegeben hat, wie Lehrer ticken. Mein Sohn geht an eine Schule mit einer Klientel wie von Ihnen beschrieben. Allerdings sind wir deutsche, bildungsnahe Mittelschicht. Mein Sohn fühlt sich an seiner Schule wohl, und ich bin mit den Leistungen der Schule sehr zufrieden.
    Was mich aber maßlos irritiert, und was ich in ihrem Buch bestätigt finde, steht auf Seite 330: “Sofort zücken engagierte Mütter ihre Telefone…”
    Will man sich als Eltern kümmern und auch für andere Kinder engagieren, fühlen sich Lehrer sofort bedroht, und man bekommt vermittelt, ein Eindringling oder gar Aggressor zu sein. Ok, dann setze ich meine Intelligenz also ineffektiv ein, mime in der Schule die nur auf ihren Vorteil bedachte, ansonsten gleichgültige Mutter und setze mich im Kulturverein nebenan für eine Verbesserung des Sozialraums ein. Das nächste Schulfest findet allerdings ohne mich statt.

    Um es in Anlehnung an Loriot zu sagen: Eltern und Lehrer passen einfach nicht zueinander. :-(

    Reply
    • phil
      17. März 2013

      Was mich aber maßlos irritiert, und was ich in ihrem Buch bestätigt finde, steht auf Seite 330: “Sofort zücken engagierte Mütter ihre Telefone…”

      Das bedeutet ja keineswegs, dass ich mich um die Kooperation mit den Eltern drücken wollte – im Gegenteil: ich hätte mich sehr gefreut über eine stärkere Präsenz der Eltern! Schließlich kann Bildung nur dann funktionieren, wenn die Verantwortlichen an einem Strang ziehen und miteinander eine gesunde Beziehung pflegen.

      Beste Grüße aus Berlin,

      PM

      Reply
  114. Referendarin
    17. März 2013

    Hallo Herr Möller,

    bezeichnender Weise ist mir Ihr Buch ausgerechnet zum bestandenen Zweiten Staatsexamen geschenkt worden! In der anstrengenden und druckvollen Zeit des nun 1 1/2 jährigen Referendariats habe ich nach Tagen, die sie kennen dürften, mir oft die Frage gestellt, wie es wäre, wenn ich morgen einfach nicht mehr hingehen würde. In diesen Momenten habe ich dann plötzlich genau die Erleichterung gefühlt, die Sie hatten, als klar wurde, dass Sie nie wieder als Grundschullehrer arbeiten würden! Aber dann gab es auch wieder sehr viele Tage der Euphorie, der Begeisterung und der Freude an diesem Beruf. Ihr Buch hat dazu beigetragen, meine Qualifikation immer wieder zu überprüfen. Ganz klar schreiben Sie, wer aus Ihrer Sicht für den Beruf geeigent ist und wer es lieber bleiben lassen sollte. Insbesondere das Statement: “Wer sich in seinem Beruf Action wünscht, wer gern Verantwortung für Heranwachsende unterschiedlicher Herkunft übernimmt, wer emotionale Herausforderungen sucht und über eine hohe Widerstandskraft verfügt – der ist hier genau richtig. Alle anderen lassen es lieber bleiben.” hab ich länger für mich überprüft. Die ersten beiden Punkte kann ich schon bejahen. Punkt 3 wird sich in den nächsten Jahren zeigen… Allein schon wegen solcher ehrlichen Aussagen, die Lehrer zur Selbstreflexion bewegen, ist es ein wertvolles Buch! Danke dafür! Auch sonst kann man sicherlich aus Ihrem Auftreten und Ihren Strategien, die sie sich angeeignet haben, um als strenger Lehrer zu gelten, sehr viel lernen! Mehr, als aus jedem wissenschaftlichen Ratgeber zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen!
    Ich finde es auch toll, dass Sie für sich die Quintessenz gezogen habe, dass 1000 Euro mehr oder weniger auf dem Konto nicht wichtig sind, sondern Ihre kleine Familie Ihnen das Herz aufgehen lässt! Egal, in welchem Job wir auch immer arbeiten, solange man den liebevollen Rückhalt und Träume außerhalb der Berufswelt hat, kann man seine Widerstandsfähigkeit doch erheblich stärken und aus Konflikten eher gestärkt hinaus gehen.
    Als Musiklehrerin hat es mich nicht zuletzt erfreut, dass Sie sich der schwierigen Aufgabe dadurch gestellt haben, dass Sie bei den Interessen der Kinder angesetzt haben. Mich würde es abschließend aber dennoch interessieren, wie Sie mit einer Liste von Lieblingsliedern umgehen würden, die größtenteils aus der Art von Hip Hop-Liedern besteht, deren Texte man bei genauerer Betrachtung moralisch nicht vertreten kann?

    Liebe Grüße aus NRW und viel Erfolg bei dem, was Sie aktuell und demnächst machen!

    Reply
    • ebenfalls Referendarin
      18. März 2013

      Ich habe zwar Musik nicht als Fach, doch habe ich beim Lesen ihrer Zeilen eine Idee bekommen, wie ich mit der beschriebenen Situation umgehen würde.

      Ich gehe davon aus, sie haben die Aufgabe gegeben die Schüler sollen ihre Lieblingslieder aufzeigen, damit diese im Unterricht behandelt werden.
      Unter diesen Umständen, ist auch immer damit zu rechnen, dass dabei nicht gerade die Art von Liedern raus kommt, die man sich gerne wünscht.
      Ich würde dies als Bereicherung sehen. Toll, dass die Schüler eine Reihe von Liedern mitgebracht haben. Nun wird sich für eines entschieden, welches im Klassenverband behandelt wird – stehen sie zu ihrem Wort. Unter verschiedenen Kriterien kann das Lied nun betrachtet werden. Z.B. Musik (Genre Hip Hop), Deutsch (Sprache und Ausdruck), Ethik… etc. Was die Kinder aus einer solchen Unterrichtseinheit (auch für weitere ähnliche Lieder) lernen, ist doch gerade für ein “Lernen fürs Leben” essenziell.
      Nutzen sie genau diese Chance und halten an ihrer Idee fest – Die Schüler werden es ihnen danken! :-)

      Reply
  115. Chiara
    18. März 2013

    Da gibt es nicht viel zu sagen. Dieses Buch liefert genau dass, was jeder der nur annähernd mit unserem Bildungssystem (indirekt und auch direkt) in Kontakt steht (und das betrifft so ziemlich jeden auf dieser Welt) gelesen haben sollte.
    Es zeigt auf wie Schule ist und auch was man aus ihr machen kann und sollte, ohne dabei selber kaputt zu gehen.

    DANKE für dieses tolle Buch!

    All diejenigen Leute, die jetzt noch behaupten “Oooh, Grundschullehrer/in…süß. Ja die Kinder sind ja noch lieb und hören wenigstens. Aber in den weiterführenden Schulen würde ich auch nicht unterrichten wollen…” bitte ich dringlichst einmal direkte Schulluft zu schnuppern und anschließend ehrlich zu reflektieren, ob den Lehrern und Lehrerinnen in unserem Land – egal aus welcher Schulform – nicht doch ein heiden Respekt für ihre tägliche Arbeit entgegengebracht werden sollte.
    Die Politik kann diesen Respekt entgegenbringen, indem sie endlich die Bitten der Lehrer/innen und die Chancen eines funktionierenden Bildungssystems erkennen und ernst nehmen!

    Beste Grüße aus Niedersachsen

    Reply
  116. Sandy
    19. März 2013

    Lieber Philipp,

    nachdem ich Ihr Buch regelrecht verschlungen habe, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, meinen “Senf” dazu zu geben.

    Ich bin selber gebürtige Berlinerin und aufgrund der schlimmen Verhältnisse in berliner Schulen noch im ersten Schuljahr meiner Tochter weg gezogen.

    Mich haben die Zustände dort dermaßen schockiert, dass ich schnell den Entschluss fassen konnte, dort mein Kind nicht aufwachsen zu lassen.

    Natürlich musste ich oft beim Lesen lachen, obwohl es sicher alles andere als lustig dort zu geht. Meine Tochter fragte mich bereits eine Woche nach Einschulung was “fick dich” heisst, mir fiel alles aus dem Gesicht, denn einer 6 Jährigen möchte ich das nicht erklären, die Lehrerin war derart abgestumpft, dass sie mit einer interessierten Mutter wie ich es bin völlig überfordert und genervt war.

    Als ich vor der Klasse meiner Tochter auf das Unterrichtsende wartete, hörte ich nur Geschreie durch die Tür und diverse Schimpfwörter, die Kinder sprangen von Tisch zu Tisch, von Unterricht konnte keine Rede sein.

    Der Sozialpädagoge schrie während dessen auf dem Flur einen Jungen an, wie scheisse doch sein Verhalten ist, wie scheisse er es findet, dass die Gruppe nun warten müsse, wie scheisse er es findet, dass es tagtäglich so wäre und und und. Ich hab gedacht ich fall vom Glauben ab (wen ich einen hätte). Also zog ich noch im ersten Schuljahr nach NRW. Auch dort hatten wir nicht direkt Glück und gerieten an eine Lehrerin die offensichtlich den Spass an ihrem Job verloren hat. Nun hat meine Tochter eine junge engagierte Lehrerin, ist schulisch vom schwachen Schüler zu den leistungsstärksten der Klasse “aufgestiegen” und hat endlich Spass und Lernerfolge in der Schule!

    Ich hoffe sehr, dass sich in der Schulpolitik was ändert, denn erfahrungsgemäß fehlen junge Lehrer die noch nicht eingefahren sind und mit Sätzen argumentieren wie “ich mache meinen Job nun seit so und soviel Jahren”…man kann schliesslich auch 30 Jahre den gleichen Fehler begehen!

    Viel Erfolg weiterhin und nochmals ein grosses Lob an Ihre Arbeit!

    PS: Ihr Buch bekommt die Klassenlehrerin meiner Tochter zum Geburtstag, sie wollte mir fast nicht glauben, als ich Ihr von den Zuständen auf “unserer” berliner Schule erzählte und meinte nur, sie dachte, sie hätte es schwer ;)

    Reply
  117. Enrico
    20. März 2013

    Hallo,

    habe soeben das Buch fertig gelesen, für mich in beeindruckend kurzer Zeit (1,5 Monate). Ich gebe Ihnen recht das es schwierig ist mit vielen Kindern und ohne unterstützung als quereisteiger zu arbeiten! Auch das Problem mit dem Migrations hintergrund ist wirklich nicht schön. Ich arbeite als Quereinsteiger in einer Kita in Mitte, nahe Wedding. Bin gelernter HEP und darf nach einer Halbjährigen zusatzqualli zum Tätigkeitsbereich Fachkraft für Integration auch in dieser arbeiten. Alles vom Senat gewünscht. In ganz Deutschland ist das nicht nötig nur in Berlin.

    Ihr buch ist super und öffnet hoffentlich Augen!!

    Reply
  118. Betty Poo
    21. März 2013

    Hallo Hr. Möller,
    habe ihr Buch gerade fertig gelesen.
    – zum Thema Bildung:
    Ich arbeite als pädagogische Mitarbeiterin in einer Grundschule. Mein Mann findet meine Berichte über Schule immer übertrieben und glaubt, dass unser Sohn mit seinem häufigen Schimpfwörtergebrauch in der Schule unangenehm hervorsticht. Die Lektüre ihres Buches öffnet ihm hoffentlich die Augen! :-)
    – zum Thema Religion:
    an der integrierten Gesamtschule meines gr. Sohnes wurde der Religionsunterricht tatsächlich durch religionsKUNDLICHEN Unterricht ersetzt, was ich (trotz katholischer Taufe und mittlerweile überzeugter Angehörigkeit der evangelischen Kirche) sehr begrüße!
    Beim Taufgespräch für unseren Sohn hat mein Mann (Atheist) zum Pastor gesagt, dass er nicht an Gott glaubt. Darauf hin hat dieser trocken und ruhig gekontert: “NOCH nicht!”
    Diese tiefe Überzeugung in Verbindung mit Gelassenheit hat meinen Mann tief beeindruckt!

    Mit frdl. Grüßen,
    Betty Poo

    Reply
  119. Danny
    22. März 2013

    Hallo Herr Möller,
    ich fand Ihr Buch sehr gut. Wenn es sich alles wirklich so abgespielt hat, dann ist es sehr traurig, aber für mich unvorstellbar.
    Ich möchte ihnen gerne meine Erfahrung mit Berliner Grundschulen erzählen.
    Mein Sohn kam im Sommer 2000 mit 4 Jahren in die Vorschule. Er war ein Antragkind, da er für sein Alter laut Kinderarzt zu weit war. Mein Sohn würde zwar im Sep. 2000 5 Jahre alt, aber zum Zeitpunkt der Einschulung war er erst 4 J., deswegen Antragskind. Mein Sohn wäre ein Jahr später also in die 1. Klassen gekommen. Ich sorgte dafür, dass er die Vorschule ein zweites Jahr machen konnte, da ich ihn noch ein Jahr spielen lassen wollte. 2002 würde er nur in die 1. Klasse eingeschult. In diesem Jahr fing diese Grundschule mit dem Jül an. Also in diesem Fall die neuen Vorschulkinder Kätzchen oder Spätzchen, zusammen mit den Erstklässlern den Katzen und Spatzen. Die Lehrer waren toll und mein Sohn hat in dem ersten halben Jahr sehr viel gelernt. Ich möchte noch dazu sagen, dass ich selbst als Kind auf diese Grundschule ging und noch einige Lehrer kannte. Doch ich zog mit meinem Lebensgefährten zusammen und das hieß für meinen Sohn, dass er die Schule leider wechseln muss. Womit der ganze Ärger begann.
    Erst wollte die Direktorin meinen Sohn nicht aufnehmen. Ich habe mich drei Wochen mit dieser Frau wörtlich rumgeschlagen. Ich bat das Schulamt um Hilfe, die ich auch bekam. Letztendlich kam mein Sohn auf die neue Schule. Doch ich stand bei der Direktorin auf der Liste “doofe Mutter”. Wann immer sie mich sah, ob bei schulischen Veranstaltungen wie Sommerfest, durchbohrten mich ihre bösen Blicke. Die neue Klassenlehrerin meines Sohnes war ganz OK, doch er langweilte sich sehr im Unterricht, da die neue Klasse noch nicht so weit im Unterrichtsstoff war und die Aufgaben für meinen Sohn zu einfach waren. Mein Sohn fing deswegen leider an im Unterricht zu stören, woraufhin er irgendwann leider nicht mehr alles vom Unterricht mitbekam. Trotzdem waren seine Noten und Bewertungen noch gut. Bis mein Sohn in der 4. Klasse eine neue Klassenlehrerin bekam, die Jungs nicht ausstehen kann. Alle Jungs wurden von dieser Lehrerin gemoppt und auch die Mädchen, die mit Jungs spielten wurden gemoppt, wenn sie mit ihren Gesprächen kein Erfolg hatte. Mein Sohn wurde Krank. Er klagte des Öfteren über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, bis hin zu starker Übelkeit. Er schämte sich wegen seiner plötzlichen schlechten Noten. Ich habe mit einer Psychologin gesprochen, die mir sagte, dass so etwas möglich sei, dass Kinder erst super gut und dann auf einmal schlecht in der Schule werden, weil sie den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Ich bemühte mich um Nachhilfe und meldete meinen Sohn bei der Schülerhilfe an. Aber auch das half nichts. Bis sich mein Sohn getraut hat mit mir über diese Situation in der Schule und mit der Lehrerin zu sprechen, verging fast ein ganzes Schuljahr. Ich wurde in der 5. Klasse zur Elternsprecherin gewählt und bekam plötzlich Anrufe von anderen Eltern, die sich auch über diese Lehrerin bei mir beschwerten. Ich wollte einen außerordentlichen Elternabend einberufen, der jedoch von der Direktorin mit den Worten: “Ich werde so ein Tribunal nicht zu stimmen.” abgelehnt wurde. Ich war so schockiert. Ich wollte doch meinem Sohn und auch den anderen Kindern helfen. Ich ging mit meinem Sohn zum Arzt, der meinem Sohn erst mal von der Schule frei schrieb. Auch andere Eltern schickten ihre Kinder nicht mehr zur Schule. Eines Nachmittags bekam ich wieder einen Anruf, aber diesmal von der Direktorin, die mir sagte, es sollen an diesem Abend alle Eltern in die Schule kommen, die etwas gegen diese Lehrerin haben. So kam es, dass elf Elternpaare von zwanzig Schülern an diesem Abend an dem Gespräch dran teil nahmen.
    Alle Vorwürfe der Kinder wurden nieder geredet. Wie z.B. Unterrichtsmaterialien werden weggeworfen, weil sie nicht zu ihrem Unterricht gehören würde nicht stimmen. Das Strafsitzen wäre auch nur frei erfunden, obwohl ich und einige andere Eltern das mal mit eigenen Augen mitbekommen haben und die Schüler aus dem Klassenzimmer geholt haben, damit sie in ihre große Pause gehen können.
    Zum Schluss haben 6 Kinder die Schule gewechselt. Mein Sohn war einer davon. Wenn mein Sohn auf dieser Schule geblieben wäre hätte er gerade mal eine Bewertung für die Hauptschule bekommen und die anderen Schüler/innen ebenfalls. Alle sechs Schüler kamen gemeinsam in die gleiche neue Grundschule, nur wurden sie in drei Klassen aufgeteilt. Mein Sohn erholte sich relativ schnell von seinem schlechten Erlebnis. Er bekam jegliche Hilfe von uns (Eltern) und der neuen Grundschule (Lehrer und Direktorin), dir er brauchte. In der neuen Grundschule wurden den Schülern wieder gezeigt, dass lernen auch Spaß machen kann. Drei dieser Schüler/innen bekamen für die Oberschule eine Bewertung fürs Gym. Mein Sohn bekam eine sehr gute Bewertung für die Realschule. Er suchte sich die BFO in Borsigwalde (Reinickendorf)aus. In meinen und vor allem in den Augen meines Sohnes die beste Oberschule überhaupt. In dieser Realschule wird sehr viel Wert auf Höflichkeit und Rücksichtnahme vom Schüler zum Lehrer, aber auch umgekehrt, also vom Lehrer zum Schüler gelegt. Alle Lehrer/innen und das meine ich so wie ich es schreibe, alle Lehrer/innen ohne Ausnahme sind so gut in ihrem Beruf, dass man das was sie tun nicht nur als Beruf ausüben, sondern als Berufung nennen kann. Mein Sohn hat einen sehr guten MSA / Realschulabschluss dort gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen Direktor, Lehrer, Schüler und Eltern klappt an dieser Schule super. Ich hatte die Ehre an dieser Schule 4 Jahre lang Elternsprecherin von der Klasse meines Sohnes zu sein und war auch 2 Jahre lang die Vertretung von der Gesamtelternvertreterin und könnte somit auch mehr erfahren und mitwirken. Auch wenn mal an dieser Oberschule ein Lehrer/innen krank wurde, konnte ein anderer Lehrer/innen die Klasse dann vertreten, wegen dem guten Zusammenspiel. Somit haben sie nie etwas versäumt.
    Mein Sohn ist nun 17 J. und hat eine sehr gute Lehrstelle bekommen, wo er sich schon im Okt. 2011 beworben hat. Im Jan.2012 hat er seinen Lehrvertrag unterschrieben.
    Ich möchte an dieser Stelle den Lehrern / Direktorin der Borsigwalder Grundschule in der Miraustraße ein großes „DANKE SCHÖN“ sagen.
    Ebenfalls ein riesiges und vom ganzen Herzen „DANKE SCHÖN FÜR ALLES“ an die Lehrer / Direktor (besonders der Klassenlehrerin meines Sohnes Frau Schallat).
    Ich hoffe sie bleiben so wie sie sind und machen immer weiter so herzlich aber konsequent ihren Unterricht.
    Liebe Grüße
    Danny
    PS.: Nach dem ich Ihr Buch gelesen habe, habe ich echt überlegt ob ich auch eines mit meinen Erfahrungen schreiben soll.

    Reply
  120. Yvonne
    24. März 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ich rege mich schon jahrelang über die Schulpolitik auf, und das auch aus persönlichen Motiven. Unser Sohn (12 Jahre) ist hörbehindert. Das heißt links taub aber rechts normal hörend. Erst besuchte er eine “normale” Grundschule. Zu unserem Erschrecken wurde dort NICHT festgestellt das er LRS hat. Die Lehrer haben alles auf die Hörbehinderung geschoben. Als er die Schule wechselte, auf eine Förderschule für Hören und Kommunikation wurde die LRS festgestellt. Nun hat sich vor ca. 2 Jahren herausgestellt das er aber einen IQ von 116 hat. Nun stellte sich die Frage auf welche Schule sollte unser Kind gehen?? Der IQ und die Verarbeitungsgeschwindigkeit sprachen eigentlich für ein Gymnasium aber die LRS und die Hörbehinderung lassen den Besuch einer normalen Schule nicht zu. Also besucht unser Kind eine Förderhauptschule. Mit seinem IQ eine Schande finde ich. Nur sind die Klassen für Ihn einfach viel zu groß. Und mit den Fremdsprachen hadert er auch. Es wäre schön wenn er statt den Fremdspachen ein Fach wählen könnte (Physik oder Chemie liegt ihm genauso wie Mathe). Mich würde mal Ihre Meinung interessieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Yvonne

    Reply
  121. Uwe Maass
    25. März 2013

    Hallo
    Ich bin geprüfter Meister für Bäderbetriebe
    ( im Volksmund auch als Bademeister bezeichnet).
    Bin also nicht aus der Branche Lehrer, aber habe auch mit Jugendlichen zu tun.
    Ich finde das Buch super.
    Habe zum Anfang gelacht, aber zum Schluss auch gedacht wie wahr.
    Ich bin 52 Jahre habe 2 Kinder die mit der Schule fertig sind, und auf der Kleinstadtschule kaum Probleme hatten.
    Ich finde es schon erschreckend wie heute
    das Sozialverhalten vieler Jugendlicher ist, weil meiner Meinung nach sich vor allen Dingen die Eltern sich gar nicht mehr um Ihre
    Kinder kümmern, aber auch in den Schulen die
    Konsequenz fehlt, bei Fehlern gerügt zu werden.
    Und wenn man es macht kommen noch die Eltern und beschweren sich, mein Kind ist ja so lieb. Und alle anderen sind böse und wollen meinem Kind nur schlechtes.
    Nur Fehlverhalten zieht Konsequenzen nach sich in jedem Lebensbereich.
    Ich finde das Buch super gut und sollte von sehr vielen Menschen gelesen werden.
    Es sind sehr viele Wahrheiten darin.
    Und die Schulreformen sollten aufhören.
    Allerdings hat man das zu meiner Zeit mit
    Mengenlehre etc. auch schon getan und wird wahrscheinlich auch nicht aufhören. Leider.

    Reply
    • Christina
      23. Mai 2013

      Hallo Uwe!

      “…aber auch in den Schulen die
      Konsequenz fehlt, bei Fehlern gerügt zu werden.
      Und wenn man es macht kommen noch die Eltern und beschweren sich, mein Kind ist ja so lieb. Und alle anderen sind böse und wollen meinem Kind nur schlechtes.”
      GENAUSO ist es! Ich bin Grundschullehrerin und sehr konsequent (habe einen sehr strengen Ruf und werde trotzdem, oder genau deswegen, von meiner Klasse gemocht). Einerseits wollen die Eltern die Erziehungsarbeit möglichst vollständig auf die Schule übertragen, WENN man ihre Kinder dann aber erzieht, macht man es ihrer Meinung nach natürlich nicht richtig und kriegt selber noch eins auf den Deckel.
      Es gibt tatsächlich Kinder, die auf eine Konsequenz hin sagen: “Nein, das mach ich nicht, da hol ich meinen Papa und der sagt dir dann, dass du das nicht darfst.” Solange zu Hause in so abartiger Weise die Autorität eines Lehrers untergraben wird (und das wird immer häufiger), soll man sich doch bitte nicht wundern, wenn die Kinder immer frecher und unverschämter werden!! Das mal an alle Eltern!
      Gruß C

      Reply
  122. Petra
    25. März 2013

    Guten Tag,
    Sie sprechen mit Ihren Darstellungen vielen Betroffenen aus dem Herzen: Eltern, Lehrer, Erzieher, Großeltern,…- die meisten finden sich wieder: Hoher Wiedererkennungswert des (Schul-)Alltags. Seit Jahren arbeite ich als Physiotherapeutin in einer sozialpädiatrischen Einrichtung – d.h. mir sind sowohl die Verhaltensweisen der Kinder als auch die Problematiken in “sozial schwachen” Familien geläufig.
    Allerdings sind mir, nach langjährigen Recherchen, inzwischen auch Zusammenhänge klar, die selten zur Sprache kommen. Wenn wir wirklich etwas an der bestehenden Situation verbessern wollen, dürfen wir uns nicht auf Beschreibungen und Lamentieren zurückziehen. Auch Therapien, Reformen, usw. könnnen meist nur abmildern. Ehrliche und offene Ursachenforschung ist gefragt und die darf auch vor “unbeliebten” Fakten nicht Halt machen. Wer die Zunahme an neurologischen Störungen (Sprach- und Sprechstörungen, Hör- und Sehstörungen, Lese-/Rechtschreibschwächen, Rechenschwäche usw., eine Vielzahl neurologischer Erkrankungen..)beobachtet, sollte auch beobachten, dass in den vergangenen Jahrzehnten schon kleinste Säuglinge und Kinder mit Nervengiften regelrecht bombardiert werden. Nervengifte in Form von bspw. Impfungen – oder gibt es Zweifel an der nervenschädigenden Wirkung von Formaldehyd, Chlor-und Aluminiumverbindungen, Borsalzen, Phosphatverbindungen, Salzsäure usw. usw… ganz abgesehen davon, dass Bestandteile von fast allen Impfstoffen gentechnisch hergestellt werden, manche auf Affennieren, auf menschlichen Krebszellen, auf Zellen von abgetriebenen Föten…
    Wer Zweifel an der Darstellung hat, befrage einen naturheilkundlich orientierten Arzt oder Heilpraktiker – (Impf-)Entgiftungen nehmen einen Großteil ihrer Arbeit ein.
    Wenn wir wirklich an den Ursachen beginnen wollen, dann müssen diese Fakten mitberücksichtigt werden. Wer lediglich an den Symptomen ansetzt, wird nur teilweise befriedigende Ergebnisse erzielen. Wer bereit ist, sein Kind, nicht nur von diesen (Impf-) Giften zu befreien, der wird erkennen, welche “Schätze” hinter den Masken von ADHS, Autismus, Aggressionen usw. zum Vorschein kommen. Und genau darum geht es ja, das Potential und die Fähigkeiten aller Menschen zu unterstützen und zu entwickeln. Das ist im weitesten Sinne Aufgabe einer jeden Gesellschaft!

    Reply
  123. Grit
    28. März 2013

    Lieber Herr Möller,

    Sie gehören u. a. zu den wenigen Jahrgängen, die ich als Junglehrerin in den Wirren der Wendezeit unterrichten durfte (Geburtsjahre 1980 – 1983). Noch heute habe ich Kontakt zu “meinen” Schülern – ich war sooo gern Lehrerin!
    Ich hatte noch einen Stimmtest (v o r Zulassung zum Studium) und Sprechunterricht zur Verbesserung des Sprachbildes. Im 3. Semester hatte ich meine ersten Unterrichtsprobestunden und danach haben sich alle die vom Studium abgemeldet, die gerafft haben: Hilfe! Das kann ich nicht.
    Warum das heute nicht mehr geht, ist mir ein Rätsel – es ist so einfach. Alles, was Sie schreiben (meinen Respekt dafür, dass Sie das so deutlich öffentlich machen, die meisten meckern nur hinter vorgehaltener Hand), entspricht der traurigen Wahrheit. Auch Grundschullehrer an Schulen in sog. “EFH-Bezirken” sind tw. unengagiert. Die Klassenlehrerin meines Sohnes klagte uns damals ihr “Leid”, dass sie gern früher aufhören würde, aber ihre Pension dann nicht reichen würde. Häh? Zum einen interessiert das nicht, zum anderen gibt es unendlich viele junge Eltern, die nicht mal netto so viel verdienen, wie diese Frau an PEnsion erhält. Schon seit Jahren bin ich der Meinung, dass Lehrer generell nicht mehr beamtet sein sollten, angestellte Lehrer sind ausreichend. Dann könnte man auch was unternehmen gegen die vielen Frau Herrmanns aus Ihrem Buch. Es muss sich dringend was tun in der Bildung, und zwar von Beginn an: Stichwort: Erzieherinnenausbildung und -vergütung. Die Quintessenz einer solchen “Bildung” wie wir sie unseren Kindern angedeihen lassen, dürfte eigentlich niemanden kalt lassen, denn die Folgen davon betreffen uns alle schon jetzt: soziale Kälte, unbesetzte Lehrstellen mangels geeigneten Bewerbern usw.
    Vielen vielen Dank für Ihr dezidiertes Buch, welches sehr vielseitig ist und auf keinen Fall nur als Unterhaltung aufgefasst werden sollte! Denn eigentlich ist es alles – nur nicht lustig, wenn man genauer drüber nachdenkt.
    Alles Gute für Sie, bleiben Sie dran!

    Viele Grüße aus NRW, Grit

    Reply
  124. Räubertochter
    30. März 2013

    Tolles Buch!
    Als Erzieherin in einer Schultagesstätte konnte ich bereits ähnliche, aber (zum Glück) auch ganz andere Erfahrungen sammeln.
    Ihre Überzeugung Ethikunterricht statt Religionsunterricht anzubieten teile ich seit langem und würde es begrüßen,wenn diese Idee nicht mehr als Angriff auf den Glauben gewertet wird, sondern als Chance für die Kinder, tatsächlich selbst zu entscheiden, ob, warum und wenn ja welcher Religion sie angehören möchten. Wichtig ist eine gemeinsame Wertebasis, die nicht an den Glauben, sondern an das Bedürfnis des friedlichen Miteinanders gebunden ist. Die Vermittlung dieser gemeinsamen Wertebasis sollte allerdings, wie ich finde, nicht erst in der Schule beginnen, sondern bereits im Kindergarten fester Bestandteil sein. Kindergärten die einen altersgerechten Einblick in verschiedene religiöse Vorstellungen vermitteln, ohne aufzufordern und zu werten, so wie es in vielen städtischen Kindergärten schon passiert, sollten die Regel sein. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist in der Schule Ethikunterricht statt Religionsunterricht einzuführen, wenn die Kinder vorher in konfessionellen Kindergärten herangereift sind, wo bereits eine Prägung statt gefunden hat, welche die “freie” Entscheidung des späteren Erwachsenen bereits beeinflusst.

    Wenn Offenheit- dann von Anfang an.

    kunterbunte Grüße

    PS:Ich bin gespannt auf ihr nächstes Buch!

    Reply
  125. Chris Popp (booknerds.de)
    4. April 2013

    Lieber Herr Möller,

    ich bin sehr begeistert von “Isch geh Schulhof” und werde meine Erfahrungen demnächst auch noch einmal Revue passieren lassen. Ich weiß nicht, ob es erwünscht ist, hier auch Links zu Rezensionen zu posten, bin aber einfach mal so frei:
    http://www.booknerds.de/2013/04/philipp-moeller-isch-geh-schulhof-buch/

    Mehr von mir demnächst.

    Beste Grüße
    Chris Popp/booknerds.de

    Reply
  126. Mario Sammler
    4. April 2013

    Lieber Philipp,

    ich gestatte mir das Du, weil ich schon sehr alt bin und wir quasi Kollegen sind bzw. waren.
    Dein Buch bekam ich von dem Templiner Humanisten Weida geschenkt. Habe es sofort gelesen und gerade beendet. Respekt.Dein Nachwort ist in Teile eine These die ich seit langem vertrete – Menschen können zu unterschiedlichen Zeiten dasselbe denken und schreiben ohne das es Plagiate sind. Es bedarf für die täglichen Dinge des gesellschaftlichen Miteinanders keine exakten Wissenschaftlichen Grundlagen, sondern wie du richtig feststellst, Empathie, Mitgefühl,Solidarität, Mut, Courage, Humor, etc. kurzum gesunden Meschenverstand und den Willen etwas zu verändern. Auch ich versuche immer wieder und das schon seit dreiundzwanzig Jahren dies meinen Schülern zu vermitteln. Luther kommt bei dir zu kurz und leider auch schlecht weg – ich habe mal irgend wann für mich beschlossen, wenn ich mit dem was ich intendiere nur zwei Schüler eines Jahrganges erreiche ist meine Arbeit getan – irgendwann laß ich genau das über Luther, er war zufrieden wenn er in der Lesung des Römer- und Korintherbriefes an der Universität zu Wittenberg nur zwei Studenten erreicht hatte war auch seine Arbeit getan. Ich habe Berlin unfreiwillig schon lange vor deiner Geburt verlassen, aber deine These stimmt man wird nicht freiwillig zu dem was man ist, ist aber verantwortlich für die eigenen Taten. Ich wurde während der Zeit der entwickelten sozialistischen Gesellschaft sozialisiert und alles was ich heute bin verdanke ich diesem System – Dinge wie Gerechtigkeit, Solidarität, adequate Verteilung von Reichtum, respektive Bildung sind mir wichtig. Alles das was du in deinem Buch über deine Arbeit als Lehrer schreibst ist mir bekannt nur fehlt in der Gegend in der ich lebe leider oder Gott sei Dank der Migrationshintergrund den du nur zu gut studieren durftest. Trotzdem fehlt es auch hier an politischer Weitsichtigkeit und Konsequenz die Bildung und deren Veränderung betreffend. Man fragt sich ähnlich wie du in was für einem Land leben wir hier eigentlich?
    Ich folge dir auch in diesem Argument, der Staat, das bin auch ich, deshalb lasse ich Leuten mit bildungspolitischer Verantwortlichkeit die es an Konsequenz mangeln lassen den Wind eiskalt ins Gesicht wehen und versäume es dabei nicht meine Schüler über ihre Rechte und Pflichten nachhaltig aufzuklären.

    Es gibt nur eins, was auf die Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung. JFK

    In diesem Sinne mit Bitte um Entschuldigung für die Tippfehler…und vielleicht mal auf ein persönliches Treffen

    Dir weiterhin viel Erfolg und für dich und deine kleine Familie alles Glück der Welt

    Hochachtungsvoll

    M.Sammler

    Reply
  127. Thomas Köhnen
    4. April 2013

    Hallo Philipp,
    wenn ich Dich so nennen darf. Ich arbeite seit knapp 30 Jahren als Pädagoge( Berufsausbildung und ähnliches).
    Mich hat dein Buch von der ersten Minute an begeistert.
    Ich habe deine Erlebnisse ähnlich wie Du nachempfinden können.
    Auch ich habe mich schon oft gefragt warum schreib ich zu meinen Erlebnissen kein Buch.
    Ich glaube, dass ich nicht wie du die rhetorischen Fähigkeiten habe.
    Außerdem gibt es so was Ähnliches schon von einem ehemaligen Koll. von mir.
    „ Kellerkinder“ von Thomas Schneider. Besser kann man die Gegebenheiten in dem Bereich wo ich tätig bin auch nicht beschreiben.
    Leider sind seine Bücher (2) nicht so gut wie Deins vermarktet worden.
    Seit 4,5 Jahren bin ich in der „ 2 Chance“ einem Schulverweigererprojekt tätig. Nach Deinen Beschreibungen wundert es mich nicht, dass dieses Problem immer stärker zunimmt. Nach einer Studie werden die Ursachen dieses Problems, der Schulverweigerung, spätestens in der 2. Klasse gelegt. Nach Deiner Beschreibung sind die Lehrer gar nicht in der Lage diesem Sachverhalt in der Ursache entgegnen zu wirken.
    Trotzdem
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute
    Und Beste Grüße
    Thomas Köhnen

    Reply
  128. Leonie Preuss
    15. April 2013

    Hallo Herr Möller,

    ich habe Ihr Buch sehr gespannt gelesen und war an vielen Stellen schockiert bis beinahe traumatisiert, manchmal aber auch sehr erheitert, einige meiner Mitschüler in Dialogen sowie durch Aussehen und Verhaltensweisen wiedererkannt zu haben.
    Ich besuche die 8. Klasse eines Gymnasiums (!) und erkenne dort Tag für Tag die selben, wenn auch in abgeschwächter Form, vor allem sprachlichen und emotionalen Defizite meiner MitschülerInnen (wobei ich wahrscheinlich auch nicht viel besser bin), die Sie in Ihrem Buch beschreiben.
    Außerdem danke ich für den Ausdruck Lernbulemie, der mir als Sachverhalt, jedoch noch nicht als Begriff bekannt war!
    Im Weiteren sehe ich dank Ihnen mein schulisches Umfeld mit anderen Augen. Unglaublich genervte und überforderte Lehrer habe ich zwar schon immer verstanden, aber unbegreifliche Verhaltensweisen meiner Mitschüler tue jetzt nicht mehr mit einem Kopfschütteln ab.

    Ich danke Ihnen!

    Liebe Grüße

    Reply
  129. Steffen
    27. April 2013

    Hallo Herr Möller,

    danke für Ihr Buch, welches mir tiefe Erschütterung über unser Bildungssystem bescherte aber auch unsere häusliche Erziehung.
    Leider war mir dis schon vorher Bewußt, aber man verdängt so etwas oft, da in “unserer” Familie alles relativ gut läuft.
    Danke für auch für die Hinweise, daß vieles vorgegeben ist und nicht immer von einem selbst beeinflußt werden kann z.B. Alkoholkrankheit und ähnlich Begebenheiten. Man sollteversuchen sich auch in andere Personen hineinzudenken und Toleranter zu sein. Mir hat Ihr Buch sehr gefallen. Danke dafür.
    Ich hoffe, das unsere sogenannten “Volksvertreter”, die wir immer mal Wählen dürfen nicht blos Ihr Buch lesen, sonder auch Konsequenzen daraus ziehen und endlich auch mal Visionen entwickeln um etwas zu bewegen.
    Unseere Konzerne erwirtschaften Milliarden Gewinne, zahlen dafür kaum Steuern und werden von unserem Staat immer wieder durch Lobbyarbeit entlastet. Es wäre so einfach die nötigen Mittel zu beschaffen…

    Viele Grüße

    Steffen

    Reply
  130. T.
    28. April 2013

    Hallo Herr Möller,
    niemals hätte ich erwartet wie sehr mich dieses Buch beeindruckt. Ich bin kein Pädagoge. Ich bin Mama einer 9-jährigen Tochter. Wir haben zu Beginn diesen Schuljahres die Grundschule gewechselt. Das war nicht wirklich einfach. Das im gleichen Dorf zwei so unterschiedliche Schulen (beide städtisch) existieren, ist unfassbar. Unsere erste Wahl ähnelt, in sehr abgeschwächter Form, an ihre Schule. Meine Tochter verbrachte dort 3 Jahre und hatte keinen Spaß beim Lernen. Es war wie Sie es beschreiben. Vorkauen, auskotzen, usw. Es war auch Zuhause eine traumatische Erfahrung für uns. Jeden Tag waren die Hausaufgaben eine einzige Qual. Natürlich weil weniger als die Hälfte in der Schule verstanden wurde. Zuerst ging ich immer davon aus, meine Tochter sei zu blöd, sie träume und passe nicht auf. Ich schäme mich jetzt sehr dafür. Irgendwann fragte ich mich, warum die Lehrerin bei Elternsprechtagen eigentlich garnichts über mein Kind erzählen konnte… Sie war 62, vollbeladen mit privaten Problemen… Eigentlich schon abgeschlossen mit dem Beruf, kein Engagement mehr, aber Aufhören ging nicht wegen des Geldes. Obwohl sie mir wirklich leid tat und ich sie mochte, musste ich in erster Linie an meine Tochter denken. Also haben wir die Kleine an die andere Schule wechseln, dabei gleich die Klasse wiederholen lassen, weil sie dort in der Vierten gar nicht mitgekommen wäre, so viel Stoff fehlte. Sie ist jetzt ein gutes halbes Jahr dort. Sie setzt sich nun freiwillig an ihre Hausaufgaben und geht wirklich gerne zur Schule. Die Noten sind gut und uns geht es allen besser. An dieser Schule herrscht ein ganz anderes Klima. Eine tolle Schulleitung, sehr engagierte Lehrer. Ein Traum!!! Es geht also auch anders. So, genug von uns! Sie haben wirklich ein tolles Buch geschrieben und ich hoffe, Sie können vielleicht etwas damit erreichen, die richtigen Stellen zum Nachdenken bringen…. Danke dafür! Alles Gute für Sie und Ihre Familie!

    Reply
    • Volker
      8. Mai 2013

      Hallo Herr Möller,
      ein fantastisches Buch, unterhaltsam, aufrüttelnd und lehrreich. Ihr Nachwort fast überzeugend. Es ist schon richtig, Kinder sind das Produkt ihres Umgangs und der Erziehung ihrer Eltern, ihre Eltern waren auch mal Kinder usw. usw. Nun ist es doch so in Deutschland:
      Eigener Nachwuchs wird kaum noch gezeugt, wir sind ein ausgesprochenes Einwanderungsland.
      Nun wer kommt hauptsächlich nach Deutschland?
      Bildungsferne Familien aus den verschiedenen
      Staaten, die nach Ihrer Ankunft wenig bis gar keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und oft auch nicht integrationswillig und -fähig sind. Nicht dass ich jetzt falsch verstanden werde, ich habe nichts aber auch garnichts gegen Migranten, jedoch muss jeder der willkommen geheißen werden will, die deutsche Sprache können oder erlernen, und aktiv mitarbeiten, dass seine Kinder sich zügig ins deutsche Bildungswesen eingliedern.
      Nur so kann das Bildungswesen, obwohl es natürlich stark reformbedürftig ist, wirken.
      So, nun warte ich auf Ihr nächstes Buch.

      Reply
  131. Ute
    4. Mai 2013

    Moin Herr Möller.

    Jo, man erkennt Einiges wieder und es ist sehr erschreckend, was für Katastrophen die Bildungslandschaft verformen. Um eine Dimension erschreckender wird das Ganze dann, wenn man das Buch “Digitale Demenz” von Manfred Spitzer direkt im Anschluss an Ihr Buch liest. Da bleibt bezüglich der Bildungslandschaft nur noch zu sagen: Der Letzte macht das Licht aus.
    Einstein hat einmal Folgendes gesagt: “I fear the day tat technology will surpass our human interaction. The world will have a generation of idiots.” Quelle: http://beauchampart.wordpress.com/2013/02/17/a-generation-of-idiots/

    Reply
  132. O.S.
    5. Mai 2013

    Hallo, ich bin der Ehemann einer Berliner Erzieherin, die seit 25 jahren im Bildungsdienst ihre “Frau” steht. Kapitel 1 kann ich selbst als täglicher U-Bahn Nutzer nur bestätigen, nur daß es in Realität nicht so lustig ist.
    Die anderen Geschichten aus dem Buch werden mir seit Jahren mit mehr oder weniger grossem Frust vorgetragen. Diese Vorträge entsprechen haargenau dem Buch oder sind noch schlimmer, nur daß in Wirklichkeit hier auch schon lange keiner mehr darüber lachen kann.
    Ich will nur hoffen, daß unsere realitätsfernen Gutmenschen nicht wieder die Gunst der Stunde nutzen, um alles schön zu reden und evtl. den Ruf des Autoren zu beschädigen.

    Reply
  133. Uta
    11. Mai 2013

    Hallo, lieber Philipp,
    gerade habe ich die letzten Seiten Deines Buches gelesen (verschlungen wäre vielleicht der bessere Ausdruck). Ein Kollegin gab es mir mit der Aussage: “Da ist bei uns ja noch alles Spaß im Vergleich damit” – sie meinte unseren Jugendclub, in dem wir arbeiten. Und schon da erfahre ich jeden Tag als Sozialarbeiter das, was Du beschreibst:auf die Frage an eine Jugendliche, welchen Berufswunsch sie hat, kam die Antwort: “werd Autowerkstatt” – ja, ich hab uns da so sehr wiedergefunden in allem, was Du beschreibst. Aber die Situation insgesamt im Bereich von Bildung ist natürlich um ein Vielfaches komplizierter, komplexer und gefährdeter- und Du beschreibst es so lebensnah- dafür herzlichen Dank! Aber noch mehr möchte ich Dir dafür Dank sagen,mit welcher zutiefst menschlichen Haltung Du immer wieder die Kinder beschreibst und die Ursachen dafür, warum sie sind, wie sie sind- und Du verlierst nie aus Deinem Denken und Handeln den Blick auf die Einmaligkeit jedes einzelnen und und den Respekt davor- Hochachtung! Würde gern mal mit Dir, wenn ich in Berlin bin und es Deine Zeit erlaubt, konkret über unsere Formen von “Hilfe zur Selbsthilfe” für die kids reden – Dein Erfahrungsschatz ist so wertvoll – es ist aus meiner Sicht nicht das Entschedende. ob man einen “Diplomzettel” in der Tasche hat. In allererster Linie ist die Liebe zu den Kindern wichtig- wir haben einen Beruf, keinen Job, egal ob Lehrer oder Sozialarbeiter. Und Beruf ist fachliches Können + Empathiefähigkeit und Achtung jedes einzelnen in seiner Würde. Du hast alles dies gezeigt. Dank dafür. Dir und Deiner Familie alles erdenklich Gute – und- bitte, arbeite weiter mit Menschen! Es gibt noch viel zu wenige, die sich so engagieren. Unser Land braucht gute Leute, mit Herz, Verstand und Mut zu neuen Ufern.

    Uta

    Reply
  134. Gabi
    11. Mai 2013

    Hallo Herr “Mülla” oder Dings oder so.. ;-))

    vielen Dank für dieses engagierte und unterhaltsame Buch.

    Ich habe es mir quasi zu Weiterbildungszwecken geholt, da ich seit 2009 nachmittags an einer Ganztagsschule Kinder in meinem Hobby “Töpfern” unterrichte, und als “Quereinsteiger” auch erst dachte, es hätte besser einen Sozialarbeiter als mich gebraucht. Oder einen (Kampf-)Sportlehrer und eine große Turnhalle. ;-))

    Obwohl ich diese Erfahrung erst nur zweimal die Woche nachmittags, nach etwas Reflektion und Frustration und zwei Jahren “Arbeitszeit” nur noch einmal die Woche nachmittags machte, bin ich entsetzt über den Umgang der Kinder untereinander, die Bedingungen, unter denen “Schule” teilweise stattfindet und sehe mich eigentlich als “Nicht-Fachmann für Didaktik” außerstande, hier irgendwas zu bewirken, außer etwas gegen zuwirken gegen.. jaaa.. alle Umstände, die Sie auch in Ihrem Buch beschreiben, die Kinder, die keinen Umgang miteinander außer Mobben oder “Dissen” kennen, die keine Werte kennen, die sich nicht gut benehmen können.
    Und die es auch nicht anders gelernt haben, weder in der Schule noch im Elternhaus. Und die sich in der Hauptschule versammeln oder “dort abgeschoben” werden. Dazu noch im Ganztag nur jene, deren Eltern arbeiten und eh keine Zeit haben.

    Glücklicherweise gibt es immer auch noch die anderen Kinder, leider in der Minderzahl, und so leiden diese unter den Bedingungen, die andere für sie schaffen.

    Ich glaube nicht, dass sich durch Bücher die Umstände ändern. Aber ich hoffe, dass mehr Menschen aufmerksam werden und für unser Bildungssystem auf die Straßen gehen.

    Unser Sohn wird eine Stadt weiter fahren zur weiterführenden Schule, da ich ihm dieses System hier nicht zumuten möchte.

    Alles Gute auch für die Zukunft und hoffentlich viele Menschen die hinhören
    wünsche ich Ihnen von Herzen.
    (auch ihrer Frau und ihrem Kind.. toitoitoi)

    Reply
  135. guzi
    15. Mai 2013

    Hallo Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch gerade durchgelesen. Die Beschreibung der Realität bei Beibehaltung eines wohlwollenden Blickwinkels auf die Kinder, Eltern und Lehrer hat mich beeindruckt.
    Ich habe jahrelang in Jugendhilfe/Behindertenhilfe/Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet. Für mich ist diese Realität schon lange zu sehen, nur ist sie jetzt in den Regelschulen angekommen und nicht mehr nur auf Förderschulen, Heime oder andere Spezialeinrichtungen beschränkt. Ich leite nun u.a. Mitarbeiter an in den banalen, aber überaus wesentlichen Fragen: Wie erarbeite ich mir eine Autorität? Was bedeutet Beziehungsarbeit in der Erziehung?,….
    Meine Erfahrung mit Schule ist, daß diese wesentlichen Fragen der Pädagogik kaum gelehrt und vor allem praktisch nicht eingeübt werden. Lehrer oder Erzieher-Sein ist in allererster Linie mal Beziehungsarbeit (und ich nenne sie psychische Schwerstarbeit) und erst, wenn die stabil ist, kann man vielleicht ansatzweise an die Vermittlung von Inhalten denken. Leider hat sich diese Erkenntnis vielen Pädagogen vorenthalten. Hier sehe ich in erster Linie Reformbedarf an der Ausbildung von Pädagogen.
    Die Kinder haben ein ganz feines Gespür dafür, wer ein wirkliches Interesse an ihnen hat und wer nicht, wer Angst vor ihnen hat oder wer nicht, von wem sie echte Orientierung erwarten können und von wem nicht,…. Sie entscheiden innerhalb von Millisekunden, mit wem es sich lohnt, in Beziehung zu gehen und mit wem nicht!
    Und wehe dem, den sie verwerfen! Da folgt Gnadenlosigkeit.
    Und nur, wer die Kinder hinter der rauhen Fassade erkennt und annehmen kann, wie sie sind, wird Zugang zu ihnen finden.
    Das Gleiche denke ich über die Eltern. Mit welcher Borniertheit wird oft, insbesondere gerne von Menschen aus “helfenden” Berufen, über die Überlebenstechniken von Familien am Rande der Gesellschaft geurteilt?! Wir haben vielleicht bessere Ausgangsbedingungen gehabt oder wollten mit aller Kraft aus dieser Lebenswirklichkeit fliehen und haben es vielleicht geschafft.
    Ich habe täglich mit Familien zu tun, die diese Kraft nicht mehr aufbringen, weil unsere Gesellschaft schlechte Bedingungen für persönliches Pech des Einzelnen einstuft und nicht darin eine gesellschaftliche Aufgabe sieht. Wir leben frei nach dem Motto: “Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!” Was für ein Unfug!
    Viele Eltern schämen sich zutiefst, weil sie ahnen, daß es zuwenig ist, was sie tun für ihre Kinder, aber sie können nicht mehr geben, weil sie selbst psychisch “Kinder” in einem Erwachsenenkörper geblieben sind, selbst hochgradig bedürftig und nicht in der Lage, das Notwendige zu geben. Und trotzdem sind es Eltern, die von ihren Kindern abgöttisch geliebt werden und durch nichts zu ersetzen sind, weil jeder Mensch sich nach heilen Beziehungen sehnt. Da wird gerne auch schon mal an irrealem Wunschdenken festgehalten und viele Enttäuschungen holen den kleinen Menschen immer wieder brutal auf den Teppich des Lebens zurück.
    Ich vermisse die Klare Orientierung für diese Eltern, versehen mit einem warmherzigen Blickwinkel auf sie. Das ist eine Frage der Haltung und diese wünschenswerte Haltung konnte man ihrem Buch entnehmen. Dafür vielen Dank.

    In einem bin ich allerdings nicht mit Ihnen einer Meinung: Der Glaube an einen Gott ist dann schädlich, wenn er dogmatisch und über den Kopf kultiviert wird, egal in welcher Form. Wenn er mit Erfahrung verbunden und gelebt wird, ist Gott eine erlebbare Realität und alles andere, als das, was Menschen daraus machen. In diesem Punkt kann ich Ihnen nicht folgen. Ich wünsche Ihnen aber, daß Sie irgendwann in ihrem Leben diese Erfahrung machen dürfen und bis dahin nicht das Staunen verlernen.

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  136. Stephan
    16. Mai 2013

    Guten Tag Herr Möller,

    Mein Name ist Stephan Goderbauer, ich habe mir vor einigen tagen in einer Buchhandlung mehr durch Zufall und Langeweile für ihr Buch entschieden. ins Auge gefallen ist es mir eigentlich nur weil die Zeitschriften so sinnlose Titel hatten dass ich mich doch der anspruchsvolleren Literatur widmen musste. Da mir der Buchtitel sofort ins Auge sprang entschied ich mich für ISCH GEH SCHULHOF.

    Ich als “langsam Leser” hatte ihr buch gestern innerhalb eines Tages durch gelesen, besser gesagt verschlungen was bisher nur in meiner frühen Kindheit bei “PIXIE” Büchern der Fall war.

    Zu aller erst möchte ich mich bei ihnen bedanken ein so komplexes Thema lustig dargestellt und doch auf die Problematik und die Ernsthaftigkeit hingewiesen zu haben.

    Zu meiner Schulzeit, ich weis nicht ob ihnen dieser Umstand bekannt ist, ging die Grundschule in Bayern nur von der ersten bis zur vierten Klasse.
    Als ich dann in das Haifisch Becken, damals noch als Hauptschule bezeichnet, geworfen wurde, war ich längst nicht reif genug um mich mit dem Thema “weiterführende Schulen” auseinander zu setzen.
    Zusätzlich muss ich sagen dass ich eher desinteressiert war was das Thema Schule anging und ich mit dem sogenannten Unterricht den meine Lehrer fabrizierten
    nichts bis gar nichts anfangen konnte!

    Ich war sehr früh der festen Überzeugung dass ich dem Schema F durchgeführten Schulsystem nicht gerecht werden würde. Also beschloss ich ca. in der zweiten bis dritten Klasse mich komplett daraus zurück zu ziehen und die anderen machen zu lassen.

    So kam es dass ich bis zum ende meiner Schulzeit bis in die neunte Klasse nur mitgezogen wurde, und ich bis zum heutigen Tag, wenn ich nicht eine Lehrstelle gefunden hätte, keinen Schulabschluss vorzuweisen hätte.

    Zu meinem Elternhaus und Umfeld: meine Eltern kenne ich beide was kein umstand der Selbstverständlichkeit ist nach dem man ihr Buch gelesen hat.
    Meine Eltern waren immer für mich da, auch unabhängig voneinander.
    Da sie seit einigen Jahren geschieden sind. aber sie haben sich seit meiner frühesten Kindheit um meine Bildung gesorgt und Gedanken gemacht und immer die Initiative ergriffen sei es Elternbeirat bzw Elternvertretung in Kindergarten, Grund.- und Weiterführende Schulen. Meine Eltern Haben eine Garten- und Landschaftsbau Firma und einen Blumenladen ich bin also zu meinem Glück nicht in einem Sozialen Problem Umfeld Groß geworden und ohne Perspektive aufgewachsen. Auch der Bekannten und Freundeskreis meiner Eltern gehört denke ich zum “guten Mittelstand”.

    Ich hatte von Nachhilfe Unterricht in nahezu allen Fächern, Ergotherapie, Meditations Kurse, über einfachste Konzentrationsübungen bis hin zu Edelsteinen die mir selbst vertrauen in Prüfungen geben sollten, Drohungen, Belohnungen, Strafen und Psychologie Kurse jede erdenkliche Hilfe die sich ein Mensch nur vorstellen kann. Ich wurde unter anderem auf Legasthenie und Mathe schwächen getestet, die sich als unbegründet herausstellten.

    Viele Bekannte, Freunde und meine Familie sagten mir immer dass ich Faul gewesen sei, doch bis heute glaube ich dass für mich das falsche Schulsystem gewählt wurde, und ich bei einer individuelleren Behandlung zu Höchstleistungen angespornt werden hätte können.

    Aber ich muss sagen dass der monotone Unterricht und die, ja ich glaube Unlust oder gar Überforderung meiner Lehrer, wie sollte es auch anders sein bei 34 Mitschülern in meiner Klasse, dazu führte dass ich einfach die lust am lernen verlor.

    Heute bin ich 22 Jahre alt beginne im September mit meiner Meisterschule um mich selbstständig machen zu können.

    Es gäbe noch so viel problematisches in unserem Deutschen Schulsystem das eine Erläuterung verdient hätte aber um sie nicht weiter zu langweilen vorausgesetzt ich habe es nicht schon getan schließe ich meinen Brief an sie hiermit ab.

    Ich möchte auch einmal Kinder haben und bin der Meinung ich sollte schon jetzt einen Grundstein legen um ihnen ein Besseres Schulsystem ermöglichen zu können.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen um zu erfahren wie auch ich, möglichst ohne ein ganzes Buch zu schreiben, mithelfen kann den Katastrophalen zustand an unseren Schulen und Lernmitteln für Unsere, Ihre und Meine Zukunft zu sichern, und darauf aufmerksam zu machen.
    Wie soll jemand der unzählige Schulen gewechselt, sich mit Lehrkörpern und Schülern angelegt hat oder sogar vorbestraft ist ein hilfreiches Mitglied unserer Gesellschaft werden.
    Wie soll ein Mensch mit einem Hintergrund wie sie ihn in ihrem Buch Geschildert haben aus diesen Teuflskreis ohne Hilfe ausbrechen und zu einem Anständigen Ehrlichen und Aufrichtigen Erwachsenen werden der Mitgefühl oder Empathie für seine Mitmenschen empfinden kann ohne es je selbst erfahren zu haben?
    Wenn dieser umstand nicht bald angegangen wird haben wir alle und nicht nur unsere Kinder ein riesen Problem!

    In diesem Sinne würde ich mich sehr auf eine Antwort und ein paar hilfreiche Tipps und Anlaufstellen freuen, auch wenn ich mir sicher bin ich bin nicht der einzige der ihnen schreibt, aber ich war und bin wirklich unendlich beeindruckt von ihrem Buch und ihrer Sichtweise.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Stephan Goderbauer

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  137. Pippa
    20. Mai 2013

    Hallo Herr Möller, als Berliner gibt es sicherlich die eine oder andere Stelle, an der ich mich (erschreckenderweise) wiederfinden konnte. Da auch wir in der Familienplanung sind und ähnliches Feedback aus dem Bekanntenkreis bekommen, ist es durchaus beunruhigend, wie wenig bisher für die Bildung getan wird. Sei es durch die Familie selbst, die Gesellschaft oder die Politik. Das Buch war absolut notwendig und findet hoffentlich auch Gehör, deshalb haben wir es weiterempfohlen unter: http://alltagsluxus.wordpress.com/2013/05/20/isch-geh-schulhof/

    Viele Grüße

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  138. Christina
    23. Mai 2013

    Lieber Philipp,

    vielen Dank für dieses Buch! Es spricht mir an vielen Stellen aus der Seele. Ich bin selbst Grundschullehrerin an einer Brennpunktschule (ja, die gibt es auch in Baden-Württermberg;-) und ich bin angesichts der Voraussetzungen, die die Kinder mitbringen bzw. nicht mitbringen auch oft der Verzweiflung nahe (obwohl ich erst seit acht Jahren im Schuldienst bin).
    Ich frage mich auch manchmal, ob ich diesen Beruf bis zur Rente schaffe. Es stimmt, es ist nie langweilig und eine enge Bindung zu der eigenen Klasse zu haben (und die habe ich Gott sei Dank zu meinen Schäfchen:-) ist wahnsinnig schön. Gleichzeitig bringt es mich auf die Palme zu sehen, was alles schief läuft: die Eltern scheren sich teilweise einen Dreck um ihre Kinder und deren geistige und seelische Bedürfnisse, lassen sie vor sämtlichen elektronischen Medien geistig und emotional verkümmern (WARUM bekommt man dann Kinder frage ich mich immer), viele Kollegen sind total frustriert, oft inkonsequent (was mich zur Weißglut treibt!) oder inkompetent. Die Schulleitung hat null Ahnung von Menschenführung, Soft skills oder Derartigem und ist zudem noch STINKEND faul (wir sind eine Ganztagesschule; die KollegInnen haben meist bis 16 Uhr Schule, die Schulleitung ist meist um 13 Uhr “verschwunden”). Das alles ist extrem frustierend und lässt mich an schlechten Tagen kapitulieren.
    Man muss sich dann immer wieder neu zusammen reißen und daran denken, für wen man das macht: für die Kinder, damit sie an ein paar Stunden am Tag wenigstens jemand haben, der ihnen zuhört, sich mit ihnen beschäftigt und sie ab und zu zum Lachen bringt, bevor sie wieder in ihr liebloses Zuhause müssen.
    Ich danke dir, dass du (hoffentlich) mit diesem Buch der breiten Öffentlichkeit gezeigt hast, dass Grundschullehrer sein leider nicht (mehr) bedeutet, ein bisschen mit den Kindern zu basteln und zu singen und alles tralala ist, sondern dass es ein höchst anstrengender, fordernder Beruf ist, der eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat oder haben sollte.
    Solange allerdings die Politik nicht mehr Geld in die Bildung für Personal, Materialien, Gebäude etc. investiert, wird diese Situation für alle immer nur noch schlimmer; da teile ich deine Angst um die Zukunft.
    Viele Grüße
    C

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  139. Anonym
    23. Mai 2013

    Hallo Herr Möller,
    Auch ich habe ihr Buch gelesen, Teile haben mich sehr schockiert, andere Teile bempfande ich als normal. Ich bin 17 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse eines Gymnasiums in einer Kleinstadt. Ich wollte Ihnen von unserem normalen Schulalltag erzählen, denn mir ist klar geworden, dass es zwischen unserem Gymnasium und ihrer Grundschule doch Gleichheiten gibt. Unser Jahrgang hat kein Problem mit Drogen-aber ohne, Betrunkene oder bekiffte Schüler während des Unterrichts, alles kein Problem. Auch wird während des Unterrichts auf “Toilette” gegangen. Dieser Toilettengang dauert bei vielen Schülern regelmäßig ca. 30 Minuten und danach stinken sie entweder nach Rauch oder haben etwas aus der Cafeteria dabei. Selbstverständlich wird während des Unterrichts auch mal ein kleines Nickerchen gemacht, auf Seiten der Schüler und der Lehrer, am Liebsten während eines Films, doch auch die Lehrkraft schläft während Klausuren, eigentlich kommt uns Schülern das zugute, doch ich fühle mich vom Sozialverhalten mancher Personen eher wie auf einer Hauptschule. In einem meiner Kurse kommen von 21 Schülern höchstens zehn zum Unterricht, doch aufgrund der Nichtkenntnis der Namen der Schüler werden keine Fehlstunden aufgeschrieben. Am Ende bekommen alle Schüler mündlich neun Punkte, egal ob anwesend oder nicht, egal, ob sich mündlich beteiligt wurde oder nicht. Die Lehrkraft ist völlig deplatziert. Sie ist zwar sehr intelligent doch kann das Wissen nicht vermitteln. Doch auch viele Schüler sind deplatziert und halten dem Leistungsdruck unter G8 nicht mehr stand, ein Grund für das Drogenproblem. Dadurch verliert unsere Schule massiv an Schülern, doch sobald kritisiert wird, kommen lahme Vorschübe, stattdessen werden für die schwindende Schülerschaft neue Räume gebaut, die am Ende leer bleiben werden. Ja, daran sieht man, dass in unserer Bildungspolitik viel schief läuft und, dass massive Kritik angebracht ist, denn so kann und darf es auf gar keinen Fall weitergehen.

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  140. Cigam
    25. Mai 2013

    Hallo

    Ich bin Kinder- und Jugend- Karatetrainerin in, ja richtig, Berlin. Hohenschönhausen, um genau zu sein. Was es heißt in Hohenschönhausen zu leben? Nun- mein Mann kommt z.B. immer mal wieder nach Hause mit unterwegs aufgeschnappten Zitaten, die er als “Hohenschönhauserisch” bezeichnet, wie beispielsweise: “Mittwoch ich bin einze Schluß!” von einer etwa 19 jährigen, an einer Tramhaltestelle. Abgesehen vom Beruf, bin ich Mutter zweier Kinder, meine Tochter ist 13, mein Sohn wird im Sommer 3 Jahre alt. Hinzu kommen etliche Freunde und Bekannte mit Kindern unterschiedlichen Alters.

    Mein Mann hat Ihr Buch, Herr Möller, von einem Freund aus der IT- Branche empfohlen bekommen und mit der Grundidee, es von unserer Tochter lesen zu lassen, gekauft. Unter anderem, damit ihr bewusst wird, warum wir so penibel darauf achten, dass sie sich im Alltag möglichst korrekt artikuliert, warum es uns ein Graus ist, dass im Chat niemand mehr auf Rechtschreibung achtet und weshalb uns Kürzel wie: LOL, wmd, hdgdl, bff und rofl ein Dorn im Auge sind.

    Nachdem er mir ein paar Auszüge daraus vorgelesen hatte, kaufte ich mir die Ebook Variante. Und dann ein weiteres Exemplar in Papierformat zum Verschenken. Jenes geht an einen befreundeten Ausbilder, dieser hat’s mit noch einer Altersklasse später zu tun, könnte also an meine Ausführungen anschließen.
    Aber ich weiche ab. Zurück zum Thema: meine persönlichen Erfahrungen mit der Bildungskatastrophe im Dichter- und Denkerland. Ich habe den folgenden Text in drei Teile, bzw. Blickwinkel unterteilt: 1. meine Erfahrungen als Karatetrainerin, 2. meine persönlichen Erfahrungen als Mutter und Freundin und 3. gehe ich nochmal kurz auf meine persönliche Entwicklung und Erfahrung im Kindesalter ein. Vorab sei noch bemerkt, dass ich die Namen sämtlicher Betroffener zu deren Schutz und Gewährleistung ihres Rechtes auf Privatsphäre, geändert habe.

    Ich unterrichte also Karate, in bunt gemischten Gruppen von Kindern und Jugendlichen zwischen, lasst mich nachdenken, meine Jüngsten sind 4 Jahre jung, die Ältesten 16. Abgesehen von zwei Muttis und einem Papa, die spontan entschieden, mitzutrainieren. Die kleinste Gruppe besteht aus 5 Kid’s, die beiden größten bestehen aus je 28 Kindern. Nun habe ich es mit Kindern zu tun, deren Eltern zumindest noch soweit an der Entwicklung ihrer Kinder interessiert sind, dass sie ihnen ein Hobby finanzieren, bzw. clever und engagiert genug sind, um die Kostenübernahme per Bildungspacket zu beantragen. Von den im Buch beschriebenen Extremfällen habe ich also je Gruppe “nur” ein bis fünf Kinder. Aber das Gesamtniveau ist dennoch erschreckend. Als ich mit dem Unterrichten anfing, war ich erschüttert, wie viele teils 10 jährige Kinder keine Schleife binden, rückwärts laufen oder auch nur links und rechts auseinanderhalten können. Selbst einen Knoten bekommen viele Kinder nicht hin, einige kommen praktisch nackt in die Halle und lassen sich von mir ihren Anzug anziehen. Auf die Frage, ob sie sich morgens auch von Mutti anziehen lassen, antworten die wenigsten mit nein, viele zucken nur mit den Achseln, einige schauen wortlos zu Boden oder werden rot, keins von diesen Kids kann mir dabei in die Augen sehen. Das ist überhaupt ein weit verbreitetes Phänomen, kaum ein Kind scheint gelernt zu haben, dass man sein Gegenüber anschaut, wärend man mit ihm redet. Ganze Sätze sind nahezu unmöglich, wenn ein Kind in einzelnen Worten (“Rutsch!”) oder gar Wortgruppen (“Platz machen”) ausdrückt, was es möchte, anstatt seinen Nachbarn grob durch die Halle zu schubsen, ist das schon viel Wert.

    Bevor ich also überhaupt mit dem technischen Training beginnen kann, müssen ersteinmal grundlegende Dinge, wie: wo befindet sich dieses ominöse “Hinten”, von dem beim Rückwärtslaufen die Rede ist?, wir sprechen in ganzen Sätzen, wir sehen uns an, wenn wir miteinander reden, wir melden uns, wenn wir eine Frage haben, niemand rennt einfach ungefragt aus der Halle und wenn ich brülle: “Antreten!” stehen wir, nach Gürtelgrad sortiert, auf einer Linie, geklärt werden. Besonders deutlich wird das in den Anfängergruppen der ersten und zweiten Klassen, in denen zunächst noch keinerlei Struktur vorhanden ist (logisch, woher auch- Kinder strukturieren sich ja nicht von selbst). Das kann nur mit der nötigen Strenge und kontinuierlich erfolgenden Konsequenzen funktionieren. Allerdings darf der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleiben, denn erstens lernen Kinder bei positiver Verstärkung weit besser, zweitens treten sie aus dem Verein aus, wenn es ihnen keinen Spaß macht. Schließlich kommen diese Kinder in ihrer Freizeit zu mir, nicht weil die Schulpflicht sie “zwingt”.

    Als nächstes bedenke man, was für Kinder für gewöhnlich ins Karatetraining geschickt werden, bzw. welche freiwillig kommen. 
    Auf der einen Seite sind das die kleinen, schüchternen zurückhaltenden “grauen Mäuse”, die sich kaum ein Wort zu sagen trauen. Ihre Eltern schicken sie zum Karate, damit ich deren Selbstbewusstsein aufbaue und sie sich wehren lernen.
    Auf der anderen Seite haben wir das ganze Gegenteil: unausgeglichene kleine Energiebündel, die keine Sekunde still halten können, viele verhaltensauffällig, etliche hyperaktiv (ja, hyperaktiv kann man auch ohne Aufmerksamkeitsdefizit sein), etliche aggressiv. Deshalb gilt in meinen Kursen, was Prügeleien betrifft, eine eiserne Regel: wer sich kloppen will, muß sich nur melden- der darf dann mit mir Vorlieb nehmen. Wer einen Mitschüler schlägt oder tritt, darf sich direkt und ohne zweite Chance umziehen gehen und den Rest des Trainings von der Bank aus “in Zivil” verfolgen.
    Soweit im Allgemeinen. Ab und zu kann ich ein wenig hinter die Kulissen blicken, weil ich die Eltern persönlich kennenlerne und das Umfeld einiger Kinder genauer beobachte (z.B. wenn sie auf die Grundschule gehen, auf der meine Tochter gewesen ist).

    Ein Beispiel. Bobby ist 8 Jahre alt und geht in die zweite Klasse einer Schuleingangsphase, sitzt also mit Erstklässlern zusammen in einem Raum. Häufig kommt er bei unmöglichen Temperaturen ohne Jacke, fast immer in kaputten Schuhen. Von 8 Trainingseinheiten (er trainiert zweimal pro Woche) hat er ein bis zweimal seine Trainingssachen dabei. Mitlerweile geht er nach dem Training allein nach Hause, anfangs ist er- soweit ich das mitbekommen habe- zweimal von seinem Vater abgeholt worden und ging sonst in den Hort zurück. Seine Mutter habe ich noch nie gesehen. 
    Sein Vater kommt also in den Vorraum der Turnhalle, das Handy am Ohr. Nichts deutet darauf hin, dass er auch nur ansatzweise mitbekommt, sich unter Menschen zu befinden. Kaum hat er aufgelegt, fängt er an auf dem Display herumzutippen. Als sein Sohn umgezogen die Treppe herunterkommt, blickt er nicht einmal auf, geschweige denn, dass er Bobby begrüßen würde. Als dieser sich die Schuhe angezogen hat, seine Schultasche und sein Sportzeug nimmt und sich zu ihm aufblickend vor seinen Vater stellt, dreht sich dieser wortlos um und geht los. Sein Sohn trottet hängenden Kopfes hinter ihm her. 
    Wen wundert es da, dass das Kind im Training um Aufmerksamkeit heischt? Positive wie negative, ganz egal- Hauptsache, es nimmt mal jemand Notiz von ihm. Er ist jetzt seit knapp zwei Jahren dabei und ist technisch gesehen gelinde ausgedrückt eine Katastrophe. Er zeigt weder Talent noch Interesse Karate zu erlernen- dennoch kommt er immer wieder gern zum Training. Kreist er frei, lasse ich ihn auf der Bank sitzen und ignoriere ihn. Zumindest für eine Weile. Nach ein paar Minuten integriere ich ihn wieder ins Training, so er das wünscht (“Na, magst Du jetzt wieder ordentlich mitmachen, Bobby?”). An ganz extremen Tagen, wenn er keine 30 Sekunden durchhält ohne zu stören, bekommt er drei Verwarnungen (das gilt für die anderen natürlich auch). Bei der ersten lasse ich ihn zwei Runden rennen (“Du scheinst mir nicht ausgelastet zu sein- renne mal zwei Runden. Übrigens: das ist Verwarnung Nr. 1 für Dich!”), bei der zweiten sind es dann 10 bis 20 Liegestütze und nach der dritten Verwarnung muß er sich umziehen gehen (wenn er denn Sportzeug oder gar seinen Karateanzug anhatte) und den Rest des Trainings zuschauen. Kaum ist er damit fertig, spiele ich mit den anderen Kindern ein Spiel. Wenn er Pech hat, ist sogar Urkundenspiel-Tag. Zweimal im Monat spielen wir Urkunden- Spiele. Einmal ein Reaktionsspiel, einmal wird der “Beste Techniker” ausgezeichnet. Mal im Team, sodass jeder mit einem 1. oder 2. Platz nach Hause geht, mal einzeln, sodass nur die besten drei ausgezeichnet werden. Natürlich sind es unterschiedlichste Aufgaben, damit jeder mal mit seinem Talent glänzen kann. Wer 10 Urkunden gesammelt hat, bekommt eine Medaille. Natürlich nur, wenn die Urkunden sauber und ungeknittert vorgelegt werden. Am Ende des Trainings lasse ich mir von Bobby versprechen, dass er es das nächste mal schafft, das komplette Training ohne vorzeitiges Aus auf der Bank zu absolvieren, damit er auch mitspielen kann. Im folgenden Training muß ich ihn meist auch nur drei bis viermal an sein Versprechen erinnern, ansonsten ist er dann für seine Verhältnisse recht umgänglich.

    Für mich ist oft das Schlimmste, dass ich den jeweiligen Eltern nicht unverblümt die Meinung geigen kann. In dem Fall nähmen sie ihre Kinder wohl aus dem Verein, womit den Kleinen ja nun auch nicht geholfen wäre… Also lächle und schweige ich im Interesse der Kinder.

    In meinem nächsten Beispiel geht es gleich um eine ganze Familie. Eine sogenannte Patchworkfamilie, genau genommen. Fünf Kinder hätten wir da, vier Jungs und ein Mädchen. Die beiden ältesten hat Papa Jörn mit in die Familie gebracht, Daniel und Robert. Von der Kindesmutter trennte er sich als Daniel etwa zweieinhalb war und Robert knapp ein Jahr. Jörn arbeitet ausschließlich nachts, sodass er lange Zeit nicht mitbekam, was sich in seiner Abwesenheit zu Hause abspielte. Mutti hatte offenbar nach der Geburt ihres zweiten Kindes nichts besseres zu tun, als dieses zusammen mit dessen Bruder in einen kleinen dunklen Raum zu sperren, wärend sie sich stundenlang auf Party’s vergnügte. Daniel war also zwischen 18 monatigem und zweieinhalbjährigem Alter regelmäßig stundenlang in einem kleinen dunklen Raum eingesperrt, zusammen mit seinem Bruder, der, noch im Säuglingsalter, stundenlang vor Hunger, Durst, fehlender Nähe, Angst und Windel voll, erbärmlich schrie und jammerte. Auch so kann Mitgefühl geprägt werden, es kann dem kleinen Kerl nicht viel besser gegangen sein. Daniel war zum Schluß mit seinen zweieinhalb Jahren alt genug, um auch heute noch (er wird bald 17) bewusste, wenn auch leicht verschwommene, Erinnerungen an diese Erlebnisse zu haben. Was alles in seinem Unterbewusstsein hängen blieb- da möchte ich nicht einmal drüber nachdenken. Bis heute kann er nicht bei geschlossener Tür schlafen. Es kann 3:00 Uhr in der Nacht und er im Tiefschlaf sein- schließt man seine Tür, wird er wach, steht auf, öffnet die Tür einen Spalt und legt sich wieder hin. Er kann sich morgens nicht erinnern, nachts wach gewesen zu sein. Davon weiß ich, da er immer ins Sommerlager mitfuhr, einmal im Jahr fahren wir mit etwa 100-120 Vereinskindern für eine Woche in die Mecklenburgische Schweiz. Eine einem Ferienlager nicht unähnliche Vereinsreise.
    Jedenfalls hat sich Jörn umgehend von diesem widerlichen Stück Mensch getrennt, als er früher als geplant nach Hause kam und das Elend auf Beinen in Form seiner eigenen Kinder vorfand. Per Gerichtsschluss darf sich diese Frau den Kindern nicht nähern oder anderweitig Kontakt aufnehmen, Jörn hat das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommen.
    Mit seiner neuen Frau Frauke hat er dann noch drei weitere Kinder bekommen. Ebenfalls im Verein ist Daniels Schwester Luisa. Sie ist die zweitjüngste der fünf Rabauken, mit ihren 8 Jahren, und das einzige Mädchen der Bande. Ein aufgewecktes Mädel, leider durch die sprachlichen Defizite ihrer Mutter und die noch immer häufige Abwesenheit des Vaters unbedingt förderungsbedürftig. Dass die Mutter solche Hilfe noch dringender nötig hat als ihre Tochter, zeigte sich recht deutlich, als ich die Beiden auf dem Weg zum Einkaufen traf. Das heißt, ich war auf dem Weg zum Einkaufen. Frauke erklärte mir, dass sie mit Luisa auf dem Weg zum “Lodopäden” sei, wärend Luisa, unbeachtet von der Mutter, sie korregierend neben ihr herhüpfte: “Logopäde, Mutti. Das heißt Logopäde!”.

    Auch wärend eines Sommerlagers kennengelernt habe ich Petra (7 Jahre alt) und Pierre (11 Jahre alt). Beide haben nachweislich ADHS, sprich der Stoffwechseltest bestätigte es (darauf werde ich später noch inmal drauf zurück kommen). Petra war dort in der mir zugeteilten Gruppe. Sie trainiert normaler Weise aber nicht bei mir, sondern in einem anderen Teil Lichtenbergs bei einem anderen Trainer. Dieser warnte mich vor: ab und an habe sie “Aussetzer”, das würde ich merken, sowie ihre Atmung anfinge, seltsam zu klingen. Er riet mir, mich dann auf Augenhöhe zu begeben und ruhig mit ihr zu sprechen, sie jedoch keinesfalls festzuhalten, ihre Arme zufixieren, oder ähnliches. Hält der mich für blöde? Naja, es mag Leute geben, die nicht so recht wissen, wie sie dann reagieren sollen, er meinte es ja gut. Sie war die ganze Woche über brav wie ein Lamm, selbst ihre Mutter traute ihren Ohren nicht, als ich ihr vom vorbildlichen Verhalten ihrer Tochter berichtete. Wir haben sie sogar am Ende der Woche mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Sie nahm jeden Morgen und Abend brav ihre Tabletten (experimentelles Zeug auf pflanzlicher Basis- womöglich sogar nur ein Placebo…), wurde deshalb ab und an etwas müde und schlief insgesamt zwei der 7 Nächte bei mir im Betreuerbungalow, weil sie zu sehr Angst im Dunkeln hatte, trotz der anderen 5 Kinder im Raum.

    Im krassen Gegensatz dazu stand Pierre. SEINE Eltern kamen auf die grandiose Idee, mal auszuprobieren, ob es nicht vielleicht auch ohne Medikamente geht, waren aber nicht verrückt genug, sich dem Ergebnis dieses wahnwitzigen Experimentes selbst auszusetzen. Sie gaben ihm also statt seiner Tabletten nur einen Zettel mit, auf dem stand, dass es doch schöner für das Kind sei, wenn er das Sommerlager ohne Pillen erleben könne. Nun. Ständig ging er auf andere Kinder los, schrie Kinder wie Betreuer an, beleidigt jeden, der ihm über den Weg lief, knallte Türen ohne Notiz von der möglicher Weise im Türrahmen stehenden Person zu nehmen, und das mit solcher Wucht, dass insgesamt dreimal eine dieser geknallen Türen mit einem Krachen aus der Angel flog. Soweit, so harmlos. Schon am ersten Abend fiel er auf, als er mit einer meterlangen Metallkette und einem daran befestigten Vorhängeschloss, Marke extra-schwer, herumwirbelnd über das Gelände lief. Auf die Frage seines Betreuers wo er das herhabe, antwortete er nur: “Das brauche ich noch.” – “Ähm, nee, brauchste nich! Her damit, sofort!!”. 
    Am dritten Tag saß er auf der untersten Stufe einer Steintreppe. Den Kopf eines anderen Kindes in der Hand konnte er in letzter Sekunde von einem zufällig vorbeikommenden Trainer davon abgehalten werden, besagten Kinderkopf auf die nächst höhere Stufe zu knallen… Das war es dann für ihn, die restliche Zeit verbrachte er ausschließlich an der Hand des Sensei’s, keine Sekunde mehr wurde er aus den Augen gelassen.

    Soviel zu den Kleinen. Erstmal. Schauen wir uns kurz an, was für Menschen aus solchen Knirpsen heranwachsen, ok? Ich möchte nämlich auch gern von zwei Mädels berichten, beide Anfang 20. Das ist aber auch schon alles, was sie gemein haben- abgesehen davon, dass sie beide Braungurte im Karate sind.:

    Lara wuchs in einer Familie auf, die dieses Wort nicht verdient. Als eine von drei Töchtern und mit fünf oder sechs Brüdern lebte sie mit ihren Eltern in diversen Asylantenheimen oder auf der Straße. Aus einigen der Heime wurden sie rausgeworfen, weil sie dem dort herrschenden Benimmstandart nicht entsprachen. Wie geht soetwas?, frage ich mich. Lara erzählte mir, dass ihre Eltern zuweilen Hundefutter aßen (“Die Tiere kriegen bessere Nahrung als wir!”), Geld für Zigaretten und Alkohol waren aber immer da. Dieses kleine, mangelernährte Wesen hatte doch tatsächlich die Kraft im Alter von gerade mal 14 Jahren zum Jugendamt zu gehen, dort ihre Lebensumstände zu erläutern und sich mit den Worten: “Ich muß da raus, meine Eltern sind kein Umgang für mich!”, einen Platz in einer betreuten Jugend-WG zu sichern. Von dort aus holte sie ihren Schulabschluss nach (ihr fehlte irgendwo zwischen drin ein Schuljahr…), begann mit dem Karatetraining und erlernte Stück für Stück den aufrechten Gang eines selbstbewussten jungen Menschen. Heute ist sie Anfang 20, lebt mit ihrem Freund zusammen in einer gemeinsamen Wohnung und hat gerade ihr erstes Kind zur Welt gebracht.

    Lena hingegen wuchs in einem reinen Frauenhaushalt auf. Dank ihrer hochintellektuellen Mutter und ihrer ebenfalls nicht blöden zwei Jahre jüngeren Schwester fragen wir uns oft, wie es kommt, dass Lena sich so dermaßen dagegen sträubt, Allgemeinwissen in irgendeiner Form in sich aufzunehmen. Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch- sie ist ein nettes Mädel und keinesfalls ist sie als doof zu bezeichnen. Am besten erkläre ich das wohl anhand ihrer derzeitigen Situation, das spricht für sich: Im Moment macht sie gerade ihren Bachelor. In Aerobic!!! Jaaa, das ist tatsächlich möglich.
    Wir spielten mit ihr einmal ein Brettspiel, Sophies Welt. Es geht darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, indem man geschichtliche und philosophische Fragen beantwortet. Bei einigen sind drei Antwortmöglichkeiten vorgegeben, andere kann man unmöglich “falsch” beantworten, nur eine unterschiedlich hohe Punktzahl erreichen. Eine dieser Drei-Antworten-Frage lautete wie folgt: Wer schrieb “Faust”? Goethe, Schiller oder Rembrandt? Ihre Antwort (ohne Scheiß!): “Keine Ahnung, ich interessiere mich nicht für Politik.”

    Das soll zum Thema Karate genügen. Als nächstes würde ich gern über die sechs Grundschuljahre meiner Tochter und den Wechsel zur Oberstufe (sie ist jetzt im zweiten Halbjahr der 7. Klasse) berichten, sowie Erzählungen aus meinem Bekanntenkreis wiedergeben.

    Sophie wurde 2000 geboren, 2006 eingeschult- und war somit in einer der ersten Klassen ihrer Schule, die die Schuleingangsphase genießen durfte. Funktioniert hat das ganze natürlich nicht, lernschwache Kinder entwickelten sich noch langsamer als ohnehin schon, “faule” Kinder zogen es, da man ihnen die Wahl ließ, vor, die jeweils einfacheren Aufgaben zu lösen und leistungsstarken Kinder wurde suggeriert, sie seien für die Leistungen ihrer Mitschüler mitverantwortlich. Nicht blind und ohne Mitgefühl anderen gegenüber durch die Welt zu laufen ist ja schön und gut, aber wenn das Kind nach Hause kommt und nur zu berichten weiß, wie sich die anderen Kinder entwickeln und nicht ansatzweise einschätzen kann, wie sie selbst dasteht- das ist ja dann doch am Ziel vorbei. Dabei war Sophie noch in einer der Lerngruppen, deren Klassenlehrerin noch erstaunlich gut mit der Situation klar kam. Da unsere Kinder die ersten dieses Systems waren, wurde die erste Klasse nach dem ersten Schuljahr geteilt und mit neun Erstklässlern aufgefüllt. Nach dem zweiten Jahr wurden die Kinder, die die Schuleingangsphase in zwei Jahren bewältigten, wiederzu einer dritten Klasse zusammengefügt. Der Klassenverband war in den ersten beiden Jahren denkbar schlecht, obwohl man mit diesem System eigentlich bessere Bedingungen für die so wichtige Phase der ersten Schulzeit gewärleisten sollte.

    Natürlich gab es auch “ADHS- Kinder” in der Lerngruppe, Franz ist wohl der krasseste zu nennende Fall. Als ich im Buch bei Raik angelangt war, mußte ich stark an Franz denken. Mein erster Zusammenstoß mit ihm sah wie folgt aus.:
    Die Lerngruppe A hatte am Ende des Flures zwei sich gegenüberliegende Räume, einer diente als Unterrichtsraum, einer mehr als Aufenthaltsraum für die VHG-Stunden, dieser wurde aber auch für Teilungsunterricht genutzt, wenn die Sonnen- und Mondkinder doch einmal getrennt von einander unterrichtet wurden. VHG steht für verlässliche Halbtagsgrundschule, sprich Unterricht von 7:30-13:30 von der ersten Klasse an. Da die ganz Kleinen natürlich nicht sechsstündigem Unterricht folgen können, werden Freistunden in den Stundenplan mit eingebaut, weshalb in jeder Lerngruppe der Schuleingangsphase mindestens ein Lehrer und ein Erzieher vorhanden sein muß, der sich dann um die Kinder kümmert, die gerade keinen Unterricht haben, sondern eine VHG-Stunde.
    Nun kam ich also, um meine Tochter abzuholen, den Flur entlang. Ganz am Ende des Flures, noch hinter den Klassenzimmertüren, stand ein einzelner Stuhl. Darauf saß ein kleiner Junge, der die Beine baumeln ließ. Wärend ich auf ihn zuging, rannte ein kleines Mädchen quer über den Flur, von einem Zimmer in das gegenüberliegende. Noch bevor sie den Jungen passierte, realisierte dieser meine Anwesenheit, erkannte mich als ein Elternteil eines Kindes seiner Klasse, grinste mich an, sah zu dem Mädchen und steckte ihr ein Bein in den Weg, als es ihr unmöglich war, doch noch einen Bogen um ihn zu machen. Das arme Ding flog mit einem ziemlichen Wumms der Länge nach hin, sie verzerrte schmerzerfüllt das Gesicht, sah sich wütend um, als wolle sie dem Übeltäter die Meinung geigen. Doch als sie realisierte wer ihr da ein Bein gestellt hat, resignierte sie sofort, ihr Gesicht entspannte sich, als sei gar nichts passiert oder als sei das nichts Ungewöhnliches gewesen. Sie stand auf und setzte ihren Weg fort. Er hingegen sah mir geradewegs in die Augen und kommentierte das eben Geschehende: “Hallo, ich bin der Franz. Ich bin immer so fies.” ich entgegnete: “Deine Eltern müssen ja mächtig stolz auf Dich sein.”, und folgte dem Mädchen in den Klassenraum, um meine Tochter zu holen.

    Bis heute habe ich viele Male seine Eltern getroffen und ich treffe sie noch, da Franz mit Sophie zusammen auf die selbe Oberschule gewechselt hat- natürlich auch in die selbe Klasse. Sie gehören definitiv nicht zum “Planeten Harz IV”, haben keinen Migrationshintergrund und sprechen in vollständigen, grammatikalisch korrekten Sätzen. Leider scheinen sie zu den Leuten zu gehören, die antiautoritäre Erziehung damit verwechseln, das Kind gar nicht zu erziehen. Um sich dann zu fragen: Was haben wir nur falsch gemacht? Wir können uns selbst gar nicht erklären, wie unser Junge so werden konnte. Und da man sich nicht gern selbst die Schuld gibt, findet man dann ebend jemanden, der dem Kind ADHS diagnostiziert und schleppt ihn dann regelmäßig zu einem Psychologen, dem sich der Junge nicht öffnet. Tatsächliches Interesse am aktuellen Leben des Kindes zeigen die Eltern aber bis heute nicht. Warum auch- die Verantwortung wurde ja erfolgreich auf die Schule und den Psychologen geschoben. So schienen die Eltern nicht gewußt zu haben, dass der erste Wandertag nach dem Schulwechsel ein Picknick werden sollte, damit die Kinder sich kennen lernen können. Franz kam an diesem Tag mit einer Tüte Erdnussflips und einem Red Bull zur Schule…

    Um Sophie zu einem selbstständigen Menschen zu erziehen, begann ich recht früh, sie den Schulweg allein gehen zu lassen. Die ersten zwei oder drei Wochen habe ich sie gebracht und abgeholt, dann hatte ich mit dem Hort eine Uhrzeit abgesprochen, zu der sie allein losgehen durfte. Am ersten Tag wartete ich draußen vor dem Tor, ob sie pünktlich rauskam, am zweiten an der Straßenecke, am dritten Tag noch ein paar Meter weiter. Lehrer und Horterzieher wussten also, dass ich meiner Tochter entgegen gehe. Eines Tages, da war Sophie seit gut vier Wochen an der Schule, wollte ich ihr wieder entgegen gehen. Doch obwohl ich extra langsam ging, schaffte ich es bis ans Schultor ohne meinem Kind zu begegnen. Ich frug im Hort nach, ob und wann Sophie das Schulgelände verlassen habe. Man schaute also ins schlaue Büchlein, aus dem die Hortkinder ausgetragen werden, wenn sie nach Hause gehen oder abgeholt wurden. Kein Eintrag. Gut 10 Minuten lang liefen dann Horterzieher wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend, fragten in anderen Gruppen Erzieher und Kinder, doch niemand konnte Auskunft geben. Schließlich erfuhr ich von einem Viertklässler, dass er Sophie vor einer knappen halben Stunde habe losgehen sehen. Ich sah auf die Uhr. Ja, demnach war sie pünktlich losgegangen. Es stellte sich heraus, dass sie einen anderen Weg gegangen war. Glücklicher Weise war sie clever genug, vor der Haustür zu warten- und nicht nocheinmal loszulaufen und mich zu suchen. Wer weiß, wie oft wir sonst noch auf verschiedenen Wegen an einander vorbeigelaufen wären… Jedenfalls fand ich es ziemlich krass, dass mir niemand an der Schule- zumindest niemand, der dort arbeitete- sagen konnte, wo sich mein Kind befindet.

    Nach der Schuleingangsphase kam Sophie also in eine bunt zusammengewürfelte 3. Klasse. Im dritten Schuljahr begann dann auch der Englischunterricht. Da sie mit ständig neuen Vokabeln im Vokabelheft nach Hause kam, bemerkte ich erst in der vierten Klasse, dass die Kinder offenbar gar kein Englisch lernten. Sophie büffelte zu Hause zwar ständig ihre Vokabeln, schrieb ihre Hausaufgaben und die Klassenarbeiten sahen inhaltlich auch nicht schlecht aus, dennoch sackten ihre Noten in der 4. Klasse urplötzlich ins Bodenlose. Auch wenn ich versuchte, zu Hause simpelste Dinge mit ihr auf englisch zu besprechen, schien sie kein Wort zu verstehen- obwohl ich ausschließlich Worte, die ich in ihrem Vokabelheft gelesen hatte, verwendete. 

    Ich bat um ein Gespräch mit der Englischlehrerin. Diese wollte mir nun allen Ernstes weis machen, es sei völlig normal, dass die Englischnoten der Kinder in der vierten Klasse ersteinmal schlechter würden. In der dritten Klasse würde man recht spielerisch die ersten Grundzüge lehren, weshalb die meisten Kinder das Fach Englisch als Spaß- und Spielfach betrachteten. Sie habe das schon einige Jahre beobachten können, dass die Schüler, wenn es in der vierten Klasse “plötzlich ernst wird” ersteinmal schlechte Noten nach Hause bringen, weil es dauert, bis sie sich daran gewöhnen, im Unterricht tatsächlich etwas tun zu müssen. Auf meine Frage, wenn man bereits seit Jahren wüsste zu was der laxe Einstieg in dieses Fach bewirke, warum man dann nicht Abstand davon nähme, das weiterhin so zu handhaben und es stattdessen als NORMAL hinstellte, dass Schüler der 4. Klasse oft schlechte Noten in Englisch haben, bekam ich keine Antwort. Da mir die Klassenarbeiten inhaltlich vollkommen angemessen schienen, fragte ich nach, warum mein Kind offenbar keines der verwendeten Wörter korrekt verwenden könne, wo sie es doch in den Klassenarbeiten richtig gemacht hatte. So stellte sich heraus, dass bei Lückentexten offenbar vorher auswendig gelernt wurde, was wo einzusetzen sei- für die Arbeit selbst wurden die Sätze lediglich in eine andere Reihenfolge gebracht. 

    Auch heute noch, obwohl sie jetzt in der siebten Klasse ist und im Englischleistungskurs, kann sie sich sprachlich kaum ausherhalb der Lektion bewegen. Weicht das Gespräch auch nur m wenige Worte von der vorgegebenen Lektion ab, sehe ich nur noch Ratlosigkeit. Nicht gelehrt wird beispielsweise den Versuch zu unternehmen, Unbekanntes aus dem bekannten Kontext zu schließen. Vor etwa einem Jahr hatten wir zu Hause gerade Besuch. Sophie sah mit uns einen Film an, dann brachte sie den Müll raus. Als sie wiederkam, begrüßte sie unser Besuch mit den Worten: “Welcome back.”. Es dauerte über drei Minuten, bis Sophie verstanden hatte, was ihr da gesagt wurde. “What??”, war ihre erste Reaktion. “Schauen wir uns die Worte im einzelnen an. Was könnte Welcome heißen?”. Sie beteuerte ersthaft, das nicht zu wissen. “Wie klingt es denn?” – “Hmm… Wie willkommen?”, fragte sie zweifelnd. Soweit so gut. “Und was mag wohl back heißen? ” – “Tasche. Warum sagst Du: Willkommen, Tasche?” – “Nicht bag. Back. Mit einem harten ck am Ende.” Nach allerlei Gegrübel kam sie wenigstens auf die Idee, “back” im Wörterbuch nahzuschlagen… 
    Und das am Ende der sechsten Klasse. Nach vollen drei Jahren Englischunterricht versteht das Kind die Begrüßungsfloskel “Welcome back” nicht.

    Auch die an Schulen herrschende Umgangsform hat mich ein wenig geplättet. Im Rahmen einer Werbeaktion für unseren Verein war ich mit ein paar Karateschülern beim Sommerfest der Schule meiner Tochter. Die Schulleiterin wuselte auf dem Gelände rum, sie war sichtlich gestresst. Das kann und will ich ihr nicht verübeln. Als sie einen Moment weniger gehetzt aussah, frug ich sie nach dem Turnhallenschlüssel, bzw. wen ich ansprechen müsse, wenn ich im Zweifelsfall in die Halle wolle. Es waren noch 20 Minuten bis zu unserer Vorführung und es sah nach Regen aus. Sie erkannte mich scheinbar nicht als Mutter eines Kindes ihrer Schule. Sie fuhr mich an, was ich von ihr wolle, ob ich nichts besseres zu tun hätte als sie mit so unwichtigem Stuss zu nerven. Ich fragte sie, wie sie wohl mit unseren Kindern reden würde, wenn sie so mit Erwachsen umspringt… die Antwort blieb sie mir schuldig, sie ließ mich einfach stehen und ging weg.

    Besonders schlimm zeigen sich die sprachlichen Entwicklungen, auch im muttersprachlichen Bereich, im Internet. Was und vor allem wie da so geschrieben wird ist absolut armseelig. Und nein, ich spreche gerade nicht von unseren Kindern. Mal ehrlich: wie viele von denen, die das hier lesen, achten im Chat und per SMS auf voll ausgeschriebene Worte, korrekte Grammatik, Zeichensetzung und Groß- und Kleinschrift? Jeder, den ich darauf anspreche gibt mir “im Grunde ja Recht”, hat aber auch mindestens eine Ausrede- äh, verzeihung: Begründung parat, weshalb es ok sei. Nein, Leute- es ist NICHT ok. Allmöglichen Schei… abzukürzen, weil dann mehr in eine SMS passt, ist nicht ok. Weil unsere Kinder keinen blassen Dunst haben, wie diese Worte voll ausgeschrieben werden. Es ist auch nicht egal, ob man in einer Mail alles klein schreibt. Denn erstens wissen unsere Kinder nicht mehr, was man groß und was klein schreibt, zweitens wenden sie die Ist-doch-egal- Regel überall an, wenn sie es im Netz von Erwachsenen so vorgemacht kriegen und drittens ist und bleibt auch eine Email ein Brief- wenn auch ein elektronisch versendeter. Achten Sie in einem Brief an ihren Vorgesetzten oder in einer Postkarte aus dem Urlaub auf Groß- und Kleinschrift? Schreiben Sie Anreden in Briefen groß? (Ich weiß, laut neuer deutscher Rechtschreibung ist das nicht mehr Pflicht, gehört für mich aber ebenso zum guten Ton wie das sich gegenseitige Grüßen im Hausflur.) Wer will es unseren Kindern verübeln, dass sie keine ordnungsgemäße Bewerbung zu verfassen in der Lage sind, dass ihnen Rechtschreibung und Grammatik egal sind (“Man versteht doch, was ich meine, oder?”), wenn wir es nicht anders vorleben? Dass wir, auch wenn wir der Bequemlichkeit halber halles klein geschrieben haben, zumindest WISSEN, was davon groß geschrieben wird- das sehen unsere Kids nicht und es ist auch keine Entschuldigung, im Gegenteil. Kinder lernen durch Nachahmung. Alles, was wir ihnen falsch vormachen, empfinden sie als richtig nachgemacht. Selbst als Nachrichtensprecher muß man heute offenbar kein korrektes Deutsch mehr können. Lassen sie mich ihnen eine Hausaufgabe aufgeben. Sehen Sie sich doch bitte mal inden nächsten Tagen auf verschiedenen Sendern die Nachrichten oder eine sogenannte Wissenssendung an. Achten Sie auf sprachliche und inhaltliche Fehler und notieren Sie diese. Freiwillige Zusatzaufgabe: schreiben Sie betreffende Sender an und beschweren Sie sich anhand der gesammelten Beispiele!

    Unsere Kinder werden von klein auf an immer wieder mit Leuten konfrontiert, die für ihre Entwicklung mit zuständig sind, die jedoch mehr Schaden anrichten als sie richtig machen. Umso wichtiger ist es, die Verantwortung nich völlig auf andere zu übertragen sondern selbst so viel und so gründlich Wissen zu vermitteln, wie nur möglich. Sicher,viele von Ihnen bringen ihre Knder bereits mit ein paar Monaten in die Kita, von Öffnungs- bis Schließzeit. Dann folgt die Schulzeit, vier Jahre Lang mit Hortbetreuung, viele Kids sind ab der fünften Klasse nach dem Unterricht bis inden Abend allein zu Hause, weil beide Elternteile arbeiten gehen. Unser System mag scheiße sein, aber wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind, wussten Sie das auch schon vor der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder. Ich weiß selbst, wie anstrengend es ist, sich nach acht oder neun Stunden Arbeit und insgesamt drei Stunden Fahrweg (anderthalb hin, anderthalb zurück), nach dem Einkaufen, Kochen, Haushalt schmeißen, auch noch aufmerksam den Geschichten des Kindes zu widmen, die es aus Kita oder Schule mitbringt. Ich bin eigentlich gelernte Landschaftsgärtnerin und war mit Sophie alleinerziehend bis sie neun Jahre alt war. Aber diese Zeit und die Wochenenden sowie die Urlaubszeit sind pures Gold wert.

    Aufgrund meines jetztigen Berufes hatte ich die Möglichkeit, unseren Sohn erst mit knapp zwei Jahren in eine Kita stecken zu können. Schließlich ist es wichtig, dass er in einer Gruppe annähernd gleichaltriger Kinder ein solides Sozialverhalten entwickelt. Schon in den ersten Tagen stellte sich heraus, dass unser Sohn entweder mehr weiß aks seine Erzieherin oder diese absichtlich nur Teilinformationen an die Kinder weitergibt. Sie blätterte in einem Bilderbuch mit Tieren und wärend sie den Kindern erklärte, das sei ein Fisch und das ganz viele Bären und jenes ein Tiger, korregierte, bzw. ergänzte unser Sohn: “Ein Kugelfisch. Ein Braunbär, ein Eisbär, ein Pandabär, ein Grizzlybär. Und das ist ein Löwe. “… 
    Mit der Grammatik ist es auch nicht viel besser, oft verwechselt die gute Frau “dem” und “den”, sagt Sachen wie: “Weil sie haben gebastelt” statt “Weil sie gebastelt haben” und- ganz schlimm- “Wegen die Füße”. Ich muß ja schon immer tief durchatmen, wenn jemand “Wegen den Füßen” sagt, aber “Wegen die Füße” schießt ja mal total den Vogel ab, oder? Herrgott nochmal! Es heißt “Wegen der Füße”, Einzahl: “Wegen des Fußes”. Ist jetzt nicht soooo schwer, oder?!

    Ist ein Kind sprachlich sehr weit, wird es im Kindergarten nicht etwa gefördert, nein, die Eltern werden aufgefordert, die Entwicklung ihres Kindes zu bremsen. Sonja ist die Tochter einer Freundin, sie war gerade vier Jahre alt geworden, als sich folgende Geschichte zutrug:
    Sonja lernt immer mal wieder neue Worte, schnappt sie etwas auf, das sie nicht kennt, sagt sie Dinge wie: “Das klingt ja zauberhaft! Bitte sag es noch einmal. Und dann erklär es mir!” Eines dieser neuen Lieblingswörter war nun gerade “hanebüchen”. Als sie dieses Wort gegenüber einem anderen Kind in der Kita in einen Satz mit einbaute, fühlte sich das andere Kind angegriffen, in der Annahme, dass es sich hierbei um eine Beleidigung handle. Was macht eine Vierjährige, die sich beleidigt wähnt? Richtig- sie klatschte Sonja eine, mitten ins Gesicht. Was machte Sonja? Sie legte doch tatsächlich den Kopf schief und sagte: “Tja, so ist das, wenn man sich nicht mit Worten wehren kann!”. Daraufhin wurden Sonjas Eltern zu einem Elterngespräch gebeten. Man bat darum, man möge mit dem Kind zu Hause in ALTERSGERECHTEM JARGON reden- zu ihrem eigenen Schutz. Dann würde sie nicht so häufig von anderen Kindern verprügelt, weil diese sie nicht verstünden…
    Sagt es mir, wenn ich falsch liege- aber ist es nicht Aufgabe der Erzieher dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder bei Unverständnis und Missverständnissen nicht aufeinander losgehen, sondern nachfragen und miteinander reden? Statt also den Kindern zu sagen: wenn ihr etwas nicht versteht- fragt nach! Und Kindern wie Sonja zu vermitteln, dass sie erklären, was sie meinen um zu verhindern, dass diese Kinder überheblich werden und /oder sich dauerhaft missverstanden und unverstanden fühlen; nein, stattdessen versucht man das Kind in seiner Entwicklung solange zu bremsen, bis es von der breiten Masse eingeholt wird.

    Zum Ritalin. Und nochmal zum ADS, bzw. ADHS. Ich selbst komme mit ADS-Kindern im Training wunderbar zurecht. Weil ich weiß, wie sie ticken. Und zwar aus erster Hand. AD(H)S, das sei hier betont, ist eine Stoffwechselerkrankung. Liebe Eltern. Bitte lassen Sie sich von NIEMANDEM erzählen, Ihr Kind habe AD(H)S, ohne dass ein Stoffwechseltest gemacht wurde!! In unserer Reizüberflutenden Welt gibt es etliche Konzentrationsstörungen, AD(H)S ist nur eine davon. Und Hyperaktivität an sich ist GAR KEINE Aufmerksamkeitsstörung. Nur viel Energie in einer Welt, die aus Stillsitzen und Leisesein besteht. Und AD(H)S ist nicht von psychologischer sondern von körperlicher Ursache herrührend. Natürlich fällt es im heutigen Zeitalter der Schnellebigkeit und des permanenten Leistungsdrucks viel schneller auf, wenn ein Kind besonders zappelig ist und sich keine 2 Sekunden lang konzentrieren kann. Dennoch ist AD(H)S als körperlicher Defekt zu betrachten, mit dem das Kind umzugehen lernen muß. 

    Einige Hormone und andere Botenstoffe im Gehirn und den Nebennieren werden anders und in anderen Mengen produziert. Ein AD(H)S- Kind fühlt also unter gleichen Grundbedingungen anders als ein “normales” Kind. Ständig wurde und werde ich mit Adrenalin überflutet, wenn ich wirklich aufgeregt bin, habe ich Dauerschmerzen in der Bauchgegend- auch schon mal tagelang. Zwischenzeitlich dachten meine Eltern, ich sei manisch-depressiv, weil ich häufig so extrem gut gelaunt aufgedreht und überdreht war und dann, plötzlich von einer Sekunde auf die andere, mürrisch in mich zusammen gesackt bin und nicht mehr ansprechbar war. Als ich in die Schule kam, wollte man mir Ritalin verschreiben. Meine Eltern haben sich geweigert. Dafür bin ich ihnen bis heute sehr dankbar. Ich habe etliche Jugendliche und junge Erwachsene kennen gelernt, die das Zeug jahrelang regelmäßig einnahmen. Es handelt sich hierbei um ein Amphetamin. Und jahrelanger Drogenkonsum kann einem Kind nicht gut tun. Einige von diesen Jugendlichen erzählten mir, wenn ihr Koksdealer gerade nichts da habe, ließen sie sich Ritalin verschreiben und zögen sich das durch die Nase. Keiner von ihnen hatte auch nur einen Realschulabschluss, geschweige denn, dass einer auf dem Gymnasium gewesen wäre. Vielleicht habe ich ja nur die falschen Leute kennen gelernt (wer das liest, jahrelang regelmäßig Ritalin eingenommen hat und dennoch Abitur hat, möge dies kommentieren), aber ich bin noch nie einem Erwachsenen mit durchschnittlicher Intelligenz begegnet, der jahrelang mit Ritalin behandelt wurde. Was nützt es dafür zu sorgen, dass die Kinder mittels einer Droge ruhig gestellt werden, wenn dabei ihr Denkvermögen nach und nach eingeht?

    Das größte Problem ist meiner Meinung nach, dass man den Kids praktisch einen Freibrief in die Hand gibt, wenn man ihnen zugesteht, es sei normal, dass sie ständig unkontrolliert ausrasten. Dem ist nicht so. Es fällt bedeutend schwerer sich zu konzentrieren, keine Frage (Sie ahnen nicht, wie lange ich schon an diesem Text arbeite). Wenn man sich ganz besonders doll anstrengt, passieren besonders viele Schusselfehler. Das ist unglaublich frustrierend. Und bedarf eines gewissen Zeitaufwandes seitens der Eltern und unerschöpflichen Vorrates an Geduld, um das je in den Griff zu kriegen. Aber es ist machbar. Ein AD(H)S- Kind muß noch dringender als andere Kinder (die das zweifelsohne auch nötig haben, keine Frage) lernen, sich zu reflektieren. Es muß lernen, anhand der Reaktionen seines Umfeldes zu realisieren, dass es gerade nichts Gutes tut. Darum ist es wichtig, dass das Kind nicht ein entnervtes und zermürbtes Umfeld als Normalzustand speichert. “Das ist normal, der ist immer so.”, ist also der denkbar schlechteste Satz, der in solchen Momenten kommen kann. Dann gilt es, sofort klar zu machen, dass das ebend NICHT normal sei. Sei es der Lehrer, der Horterzieher, der Kindergärtner, das Elternteil, der Freizeitgestalter (sei es im Verein oder Jugendclub); es muß in der Gruppe klar gemacht werden: so sind die Regeln und die gelten für alle. AD(H)S hin oder her. Um sich zu reflektieren braucht man häufig einen Spiegel. Seien Sie Spiegel für Ihre Kinder! Reagieren Sie auf Ihr Kind (und natürlich auch auf andere Menschen) und dessen Verhalten. Seien Sie interessiert am Leben Ihrer Kinder, seien Sie ihnen Vorbilder- und seien Sie vor allem konsequent in ihrem Handeln. Das ist der beste Rat, den ich geben kann. Denn es funktioniert.

    Liebe Grüße aus Berlin,

    Cigam

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  141. RJ
    25. Mai 2013

    Danke für dieses Buch! Ich bin so alt wie Sie waren, als Sie an der Schule arbeiteten und meine Erfahrungen als Erwachsenepädagogik studierende Honorarkraft an einer Schule sind den Ihrigen fast lächerlich ähnlich. Auch ich hatte den “Praxisschock”, dann den guten Willen, wirklich etwas zu verbessern (dafür wurde ich vom Kollegium ausgelacht und bemitleidet) und freue mich nun darauf, diese undankbare Tätigkeit wieder abzugeben und etwas “Richtiges” zu arbeiten… nachdem mir klar wurde, dass sich unter den gegeben Rahmenbedingungen und diesem Kollegium niemals etwas ändern wird. So viel tut man, weil es kein andere tut und es notwendig ist und man tut es gern und all seinem Herzblut; dabei ist die Bezahlung mies und man hat das Gefühl, allein auf weiter Flur zu operieren, weil alle anderen längst aufgegeben haben.

    Ich bin der Meinung, dass so gut wie jeder Mensch eigentlich ein guter Lehrer sein könnte – aber nicht unter den gegebenen Umständen. Diese Umstände machen es so leicht, ein schlechter Lehrer zu sein. Man hat seinen Beamtenstatus, der mit einer Reihe von Privilegien verbunden ist und steht vor schier unlösbaren Aufgaben, bei deren Bewältigung niemand, kein Experte, keine Kollegen, kein Schulleiter und keine Behörde, hilft. Kämpft man sich, jung, idologisch und optimistisch, dadurch, interessiert das erstens keine Sau – und: bessere Bezahlung, verbesserte Rahmenbedingungen oder mehr Hilfe gibt es auch nicht. Ob verantwortungsbewusster, engagierter Lehrer, der mit dem Herzen dabei ist oder frustrierte, desillusionierter, verbitterter Lehrer, der nur noch auf seine (Früh-)Pensionierung wartet: macht in Bezug auf Gehalt und psychischen Stress keinen Unterschied. Doch, einen: wenn man sich voll reinhängt, wird man noch mitleidig belächelt.

    Meiner Meinung nach hat die Problematik zwei Grundlagen: Das Schulsystem spiegelt die Gesellschaft. Nur gibt es erstens in unserer Gesellschaft zu wenig Menschen, die überhaupt Kinder bekommen bzw. mit Kindern zu tun haben. Daraus folgt, dass Kinder und Menschen, die Kinder bekommen oder mit ihnen zu tun haben, keine gesellschaftliche Größe, sondern schon fast Subkultur oder Randgruppe sind. Diese Randgruppe fordert auf politischer Ebene finazielle Mittel ein, die auch vor denen, die keine Kinder sind, keine Kinder kriegen und nichts mit Kindern zu tun haben (wollen), gerechtfertigt werden müssen. Kinder brauchen eine größere Lobby!

    Und zweitens sind die, die Kinder bekommen und mit Kindern zu tun haben, selbst vom Schulsystem seelisch verkrüppelt und in ihrer geistigen und emotionalen Entwicklung verkorkst worden. Wir denken zu herrschaftstreu, zu sehr in bestehenden Strukturen und denken zu wenig selbst nach, finden keine tragfähigen innovativen neuen Konzepte oder scheitern an der Durchführung, weil wir wie fast alle Menschen manchmal auch ein bisschen blöd sind. Und oft ein bisschen beziehungsgestört.

    Ich sage:
    Schulen viel mehr Eigenverantwortung übergeben, ihnen gute Pädagogen beiseitestellen, die sich mit organisationalen Prozessen auskennen und viel Herz und Liebe für die Schule übrig haben.

    Gute, überzeugende, engagierte “Leader” finden und diese in der Schulleitung einsetzen, sie stärken und in ihrer Arbeit unterstützen.

    Weniger Bevormundung von oben, mehr Verantwortung und Initiativmöglichkeiten auf Schulebene.

    Viel weniger formale Regelungen von oben. Wenn Schulen in einem demokratischen Prozess eigene Richtlinien erlässt, mit denen Lehrer, Eltern udn Schüler vor Ort zufrieden sind und einmal im Jahr ihre Arbeit bei der Schulbehörder präsentieren und verteidigen muss, sind bessere, lebensnähere und wirksamere Ergebnisse zu erwarten, als vom jetzigen, von oben dirigierten System.

    Eine Qualitätssicherung, die nicht irgendeinen Notenschnitt oder Geldgrößen als Ziel anvisiert, sondern als Ziel nur drei Größen kennt: 1. Wie zufrieden sind die Lehrer einer Schule mit ihrer Schule und ihren Arbeitsbedingungen? 2. Wie zufrieden sind Eltern mit der Betreuung und Lernbegleitung ihrer Kinder? 3. Wie zufrieden sind aktuelle und ehemalige Schüler mit diesem wichtigen Lebensbereich “Schule”?

    Genereller Vertrauens- und Geldvorschuss, damit jede Schule ihren selbstermittelten Bedarf an Lehrkräften, Honorarkräften, Psychologen, Sozialarbeitern, etc.. decken kann. Und dann wird nicht von oben kontrolliert, sondern von unten gezeigt, wie Geld und andere Leistungen eingesetzt wurden und was sich dadurch verändert und verbessert hat.

    Gute Schulkonzepte und gelungene Maßnahmen an höchster Stelle 1. öffentlich anerkennen und loben, 2. bekanntmachen und verbreiten und 3. nicht über all das schöne, in wichtige Maßnahmen gesteckte Geld beheulen, sondern sich freuen, dass es sinnvoll INVESTIERT wurde, nämlich in die Zukunft dieses Landes.

    Das sind meine Vorschläge. Nicht an die Politik. Sondern an Eltern, Lehrer, Schüler Schulleiter: Vernetzt Euch, findet Euch zusammen, fordert Eure Rechte und die der Euch anvertrauten Kinder ein! Wartet nicht “auf die Politik”, sondern tretet ihr (gemeinsam) in den Hintern!

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  142. Mandelbrotmenge
    29. Mai 2013

    Lieber Herr Möller,

    vielen Dank für dieses unterhaltsam geschriebene, aufrüttelnde Buch. Die von Ihnen beschriebenen Zustände scheinen sich nicht nur auf Berlin zu beschränken, sondern greifen langsam aber sicher bundesweit um sich. Überall werden Grund- und Oberschulen “gesundgeschrumpft”, die Klassengrößen steigen. Es herrscht allzeit Lehrermangel, ebenfalls ein Resultat der Bildungs- und Erziehungspolitik. Dazu kommt das, meiner Meinung nach, weitaus größere Problem, nämlich die Schere zwischen arm und reich. Selbst wenn man, wie ich, auf dem platten Land weit weg von den Großstädten wohnt, kann man doch nicht die Augen verschließen vor den unsäglichen Verhältnissen, in denen viele unserer Nachbarn leben und Kinder aufziehen müssen. Aufgrund mangelnder Perspektiven ist ein positiver Blick auf die eigene Zukunft nahezu unmöglich. Wie soll man seinen Kindern ohne Hoffnung auf eigenes berufliches und finanziell zufriedenstellendes Auskommen ein positives Weltbild vermitteln? Wieso sollte man Rücksichtnahme und Hilfbereitschaft lehren, wenn man in jeder Zeitung lesen und an jeder Straßenecke miterleben kann, dass der Stärkere, oder eben der, der am lautesten schreit, Recht bekommt? Wer unangenehm und schwierig ist, kommt mit Hartnäckigkeit sogar in jeder deutschen Behörde weiter als derjenige, der sich zurückhaltend und rücksichtsvoll verhält.

    Ich glaube nicht, dass sich die Zustände, wie Sie sie in Ihrem Buch beschreiben, auf Großstädte wie Berlin beschränken. Sie greifen um sich, weil einem Großteil der Menschen von der Politik die Möglichkeit genommen wird, durch Ausübung eines angemessenen Berufes samt angemessener Bezahlung den Respekt vor sich selbst zu bewahren.

    Als grundsätzlich positiv denkender Mensch habe ich die Hoffnung, dass die Politik zum Umdenken bereit und in der Lage ist. Wünschenswert wären auch hier qualifizierte Quereinsteiger, die anstelle des ausgebildeten Tunnelblicks eine gehörige Portion Idealismus mitbringen.

    Ich hoffe, Ihr Buch wird von den Menschen gelesen, die Veränderungen möglich machen können. Wenn sich nicht bald etwas in Sachen Arbeits- und Bildungspolitik, sehen wir dunklen Zeiten entgegen.

    Reply
  143. Rüdiger Götze
    1. Juni 2013

    Lieber Herr Philipp Müller
    gestern Ihr Buch geliehen bekommen. Zuerst das Nachwort gelesen, in Ihren Dank.
    Schon jetzt meine grosse Bewunderung für Sie. Ich bin im Jahr 1942 geboren, 8 Jahre Grundschule, dann Lehre als Elektromonteur, dann 2 Jahre Theaterbeleuchter dann Hochschulstudium mit Diplomabschluss als Schauspieler und seit 1963 bis heute in diesem, meinem Traumberuf unterwegs.Sie haben sehr erstaunliches und richtiges im Nachwort geschrieben, kann ich nur als richtig bestätigen. Und sicherlich ist es auch richtig, wenn Sie vermerken es sind schon Fortschritte im Bildungswesen gemacht worden. Aber: ich gehe etwas als Sie, etwas radikaler in meiner Einschätzung.Meine eigene Schulzeit und die meiner beiden Kinder, geb. 1960 Tochter, 1980 Sohn haben mein Bild über die Schule aus eigenem Erleben geprägt. In aller Kürze- Was wir seit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland haben ist kein “Bildungssystem” sondern ein “Abrichtungssystem” (Gleiches gild für Kindergärten/Universitäten/ und auch für die Armee-die ja angeblich erst die richtigen Männer macht, für Gott und das Vaterland und heute für die Verteidigung unserer “Demokratie” und “Freiheit”- )Hier wird, bis auf Ausnahmefälle nicht gebildet (Also Menscnen erzogen ,nicht nur Lesen und Schreiben und Rechnen u.a. zu Erlernen sondern eine eigene Meinung zu erlangen und diese auch im Disput mit anderen Meinungen abzugleichen, was Selbstvertrauen und Zivilcourage entwickel würde.) sondern Nachbeten verlangt! Es ist mir immer eine Hilfe, wenn ich Dinge nicht so richtig orten kann, die Frage zu stellen. “Wem nützt dies?” Da kann man in die richtige Richtung der Suche kommen. Also es hat sich bisher nicht sehr viel vera
    ändert und ich fürchte dies wird auch noch längere Zeit so bleiben, weil ein “Dummes Volk” lässt sich besser regieren!!!!
    Grüsse Sie sehr herzlich R. Götze

    Reply
  144. Jamie
    4. Juni 2013

    Also ich finde ihr Buch einfach nur klasse. So “schonungslos” hat noch keiner über das derliner Bildungssystem geschrieben, zu vieles von dem, was sie dort schreiben, kann man einfach nur sagen, “Ja, genau so ist es”. Trotz alledem möchte ich sie dennoch etwas fragen und zwar nach fast 3 Jahren als Aushilfslehrer in einer beliner Schule im, wie schreiben “westlichen Teil des Tarifbereichs B”, würde ich doch gerne wissen, im welcher Schule sie als Lehrer gearbeit haben und zwar deshalb weil mir das alles sehr bekannt vorkommt, sprich es könnte an “meiner” Schule gewesen sein. Ich hoffe sie können meine Frage beantworten. Gerne auch per Email, falls sie dies nicht hier im “Forum” tun möchten.

    Mit freundl. Grüßen

    Jamie

    Reply
    • phil
      6. Juni 2013

      würde ich doch gerne wissen, im welcher Schule sie als Lehrer gearbeit haben und zwar deshalb weil mir das alles sehr bekannt vorkommt, sprich es könnte an “meiner” Schule gewesen sein. Ich hoffe sie können meine Frage beantworten.

      Nein, weder per Mail noch hier. Die Datenschutzrechtslage ist dahingehend sehr eindeutig :)

      Reply
  145. Meyer
    4. Juni 2013

    Sehr geehrter Herr Müller,

    mit großer Freude und Zustimmung habe ich Ihr Buch gelesen. “Endlich tut sich was, endlich macht jemand auf die Probleme in der Bildungspolitik aufmerksam”, dachte ich.
    Ich bedauere jedoch leider Ihre Zusammenarbeit mit Frau Saalfrank.
    Grüße
    R. Meyer

    Reply
    • phil
      6. Juni 2013

      1. Welche Zusammenarbeit?
      2. Wieso?

      Reply
  146. Miriam
    13. Juni 2013

    Hallo…
    Ich habe habe vor kurzem das Buch durchgelesen und war echt schockiert. Man hört zwar von so etwas, aber in der Kleinstadt in der ich wohne kennt man so was nicht.
    Ich bin jetzt 15 Jahre alt und gehe in die 9 Klasse einer Realschule mit knapp 450 Schülern. Meine Grundschule in dem Dorf ( da bin ich aufgewachsen und sind später in die Stadt umgezogen)knapp 10 km von der Kleinstadt entfernt hatte, als ich in der 4 Klasse war gerade mal ca. 65 Schüler und jetzt gerade mal 45. Es gibt insgesamt nur 4 Klassen und 5 Lehrer und einen Hausmeister. Das schlimmste Vergehen war meist, das mal irgendjemand aus Spaß ein Klo verstoppft hat. Der durfte sich dann beim Haustmeister entschuldigen und dann war alles wieder gut. Außerdem hatte der Schulhof einen riesen großen Hügel in der Mitte, natürlich Schaukeln, Klettergerüst und einen Sandkasten und direkt nebenan einen Sportplatzt mit Fußballtoren, Volleyballplatz und einer Tischtennisplatte. Also im großen und ganzen genau das Gegenteil von der Schule, die im Buch beschrieben wird.
    Da denke ich mir was für ein Glück hatten meine Mitschüler (mehr als die Helfte der 20 meiner früheren Klassenkamaraden sind immer noch in meiner Klasse) und ich… :)

    Das Buch war echt toll und es hat wirklich spaß gemacht es zu lesen. Danke auch für diese Einblicke :)

    Reply
    • Miriam
      13. Juni 2013

      Achja und schuldigung für die vielen Rechtschreibfeheler. Ich habe gerade auch ein paar sehr viele Fehler gefunden. Naja bin schon auf die Ferien in knapp zwei Wochen eingestellt…

      Reply
  147. Annemarie
    13. Juni 2013

    Hallo Herr Möller,

    auch ich habe Ihr Buch gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Teilweise habe sehr lachen müssen. Doch eigentlich ist das ganze sehr traurig.
    Mein Sohn(11) liest jetzt gerade das Buch. Heute Nachmittag sagte er mir, es wäre das beste Buch was er je gelesen hätte. Und er liest sehr sehr viel. Er kann das Buch kaum aus der Hand legen.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer kleinen Familie alles Gute. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Ihnen.

    Gruß
    Annemarie

    Reply
  148. Sesachar
    19. Juni 2013

    Herr Möller,
    vielen Dank für Ihr Buch – das ich gerade im Kollegium unserer Gesamtschule herumgebe. Viele geschilderte Szenen Ihres Berichts kommen uns auch sehr vertraut vor. Sehr schön finde ich, dass Sie nicht mit erhobenem Zeigefinger schreiben, sondern die Mängel mit menschlichem Einfühlungsvermögen schildern. Ich bin ebenfalls Quereinsteiger, allerdings vorwiegend im Betreuungsbereich + partiellen Vertretungsstunden – und das nun schon das 13. Jahr. Die Leistungs- und sozial bedingten Veränderungen im Schulalltag konnte ich so auch sehr nah mitfühlen und -erleben. Tendenz: erschreckend. Resignation: steigend. Im Bildungssystem Deutschlands muss sich etwas ändern – die Methode, Lehrer einzusparen, anstatt kleine Klassen unter 25 Schülern zu ermöglichen, ist eine derer, die einfach nicht richtig sein kann. Kinder heute brauchen viel mehr Betreuung und Zuwendung als noch vor 20 Jahren in meiner Schulzeit. Sie brauchen Ansprechpartner. In “Riesenklassen” gehen die stilleren Problemfälle gänzlich unter, extrem verhaltensauffällige Kinder werden von einer Klasse in die nächste, von einer Schule in die andere geschoben. So lösen sich keine Probleme! Es müssen mehr Ideen, Konzepte und Gelder in die Bildung fließen – was ein Volk auf Dauer erhält, sind seine Kinder. Und wenn ein Volk seine Kinder nicht zu selbstständigen und wenigstens zum Teil verantwortungsbewussten Individuen erziehen kann, dann hat es auf lange Sicht verloren.

    In diesem Sinne viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim “Aufrütteln” – ich hoffe, dass noch mehr Menschen, vor allem Vertreter aus Bildungsanstalten, Ihr Buch lesen und neben zwischenzeitlichem Aufschmunzeln und dem “sich selbst wiederfinden”-Gefühl auch nachdenklich werden.

    K. Utz

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  149. Arne
    26. Juni 2013

    Hallo Herr Möller,
    vielen Dank für Ihre teils erschütternden Schilderungen des Schulalltages an deutschen Schulen. Ehrlich gesagt hatte ich mich auf ein lustiges Buch mit Anekdoten aus dem Lehreralltag und Galgenhumor gefreut. Das ist ihr Buch definitiv nicht, es ist alarmierend und schonungslos ehrlich. Danke!

    Ich selbst bin kein Lehrer, aber als S-Bahnfahrer (in Hamburg) sehe auch ich jeden Tag Kinder und Jugendliche, die in ihren Elternhäusern scheinbar wertefrei und ohne Grenzen erzogen werden. Ihr Buch bestätigt meinen Eindruck – leider.

    Allerdings muss ich anmerken, dass das Hauptproblem in unseren Schulen nicht nur im falschen Handeln der Politik liegt, sondern vor allem bei den Eltern der Kinder. Zwar gehen Sie auf einige Ursachen ein, werden aber selten konkret.
    Beispiel: Digitale Medien. Man hört und liest immer nur von Gewalttätigkeit durch Ballerspiele, aber viel Schlimmer ist der ständige Umgang mit dem PC und dem Fernsehen. Lernspiele am PC für 3-5-jährige klingt total toll, hat aber fatale Folgen für das Gehirn des Kindes. Ebenso der inflationäre Gebrauch des Fernsehers als Babysitter. So züchtet man ADHS-Kinder, auf deren Entwicklung man in der Schule nur noch marginal Einfluss nehmen kann. Da kann selbst das beste Schulsystem kaum etwas ausrichten, denn um zu lernen muss man sich länger als 5 Minuten konzentrieren können.
    Hierzu empfehle ich Ihnen das Buch: “Digitale Demenz” von Manfred Spitzer.

    Sehr gut finde ich aber, dass Sie – wenn auch nur kurz – auf die Wichtigkeit der Kindergartenerzieher/innen eingehen. Denn in der Schule lernt man dazu, in den 6 Jahren davor lernt man zu lernen und zu begreifen.

    Ein weiteres Buch, welches ich Ihnen noch ans Herz lege – wenn sie es denn nicht schon kennen – ist “Neukölln ist überall” von Heinz Buschkowsky. Dieser zeigt auf, dass die Politik keine Erfolge bei sozial schwachen Eltern erzielt, wenn sie sie übermäßig alimentiert. Diese Alimentierung (Hartz IV), die eigentlich als sozialer Fallschirm gedacht ist, wird von vielen als Hängematte missbraucht und DAS lernen die Kiddies, wodurch ihnen häufig in früher Kindheit die Motivation geraubt wird, zu lernen, neugierig zu sein und etwas aus ihrem Leben zu machen.

    Motivation und Konzentration sind die wichtigsten Faktoren, die ein Kind zur Schule mitbringen muss(!) und diese wird von vielen Eltern aus welchen Gründen auch immer zerstört. Dort gilt es anzusetzen, dass die Politik die Eltern endlich in die Pflicht nimmt, Verantwortung für ihre Kinder zu tragen und ansonsten mit Konsequenzen zu rechnen. Aber bis in diesem Gutmenschen-Staat etwas passiert sind in Australien schon einige Koalas vom Baum gepurzelt.

    Mfg
    Arne G.

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  150. Gabi
    26. Juni 2013

    Hallo Herr Möller!

    Ihr Buch ist absolut Spitze! Es ist an keiner Stelle langweilig und ich wollte es nicht aus der Hand legen, so spannend auch geschrieben.
    Ich lebe auch hier in Berlin, habe keine Kinder, aber darüber bin ich nach ihrem Buch auch nicht traurig, denn wollte ich diese Schulzustände meinem Kind zumuten? Ich glaube eher nicht!
    Viele Benehmen der Schüler stören mich im Alltag, aber jetzt kann ich viele Verhalten besser verstehen.
    Es ist gut, dass es Menschen wie Sie gibt, die hier soziale Misstände aufdecken, leider gibt es zu wenige Menschen, die das tun! Es gäbe viel Anlass dazu!
    Ich wünsche Ihnen für Ihre Familie alles Gute und Ihnen persönlich eine positive Zeit mit viel Mut an die Öffentlichkeit zu gehen!

    Alles Gute
    Gabi

    Reply
  151. Ayvlis
    27. Juni 2013

    Lieber Herr Möller,

    gerade habe ich Ihr Buch gelesen und ich muss sagen, ich bin begeistert (von Ihrer Rede „Gottlos glücklich“ übrigens auch).

    Ich selbst bin seit 30 Jahren Lehrerin. Außerdem habe ich viele Jahre in der Lehrerausbildung und –fortbildung gearbeitet. Vor 14 Jahren ging ich in die Schulleitung und zurzeit organisiere ich u.a. Fachtagungen für Akteure mit unterschiedlichen Professionen in Ganztagsschulen. Ihre vielfältigen, differenzierten Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen, mit Schulleitung, Schulverwaltung und Steuerungsebenen kann ich in vollem Umfang bestätige, – gerade weil ich so viele unterschiedlichen Schulen aller Schulformen und –stufen kennengelernt habe.

    Mein Ideal, meine Vision von einer Schule als Lebensort für alle Kinder habe ich nie aufgegeben. Ich frage mich aber nach so vielen Jahren immer wieder, was an Veränderungen, Innovationen ich eigentlich initiieren konnte. Unter dem Strich ist es herzlich wenig, vor allem weil unser Bildungssystem, fehlende personelle und finanzielle Ressourcen, aber auch oftmals Einstellung und Haltung der verschiedenen Akteure dem entgegenstehen.

    Vieles in Ihrem Buch erinnerte mich an meinem beruflichen Alltag. Zwar befinden sich bei uns in der „Provinz“ nicht so viele Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen wie in Berlin, – von den „Treibhäusern der Zukunft“ sind wir dennoch – oder gerade deshalb – Lichtjahre entfernt. Reformgedanken stellen für viele Eltern, Kollegien und vor allem auch Schulträger ein Sakrileg dar. Das Bewusstsein aller muss sich diesbezüglich verändern!

    Ich habe beim Lesen Ihres Buches anfangs viel gelacht, doch das Lachen blieb mir mit der Zeit immer mehr im Halse stecken. Ihre Gedanken zur Symbolik Ihrer Verbeugung am letzten Schultag haben mich sehr bewegt. Das Buch sollte eine Pflichtlektüre für alle Kollegien und Bildungspolitiker/innen werden.

    Ich verbeuge mich vor Ihnen!

    Reply
  152. Britta
    3. Juli 2013

    Lieber Philipp Möller,

    noch nie habe ich mich an den Autor eines Buches gewandt, bei Ihnen muss ich es, nachdem ich gestern die halbe Nacht gelesen habe, tun. Ich möchte Ihnen danken für dieses wichtige Buch, welches alle meine Erfahrungen im Weddinger Schuldienst wiederspiegelt. Witziger Weise bearbeite ich jetzt, nach Krankheit und Umschulung in einer Schulaufsichtsbehörde des Landes Berlin das Sachgebiet PKB. Ich kenne also die Thematik aus beiden Perspektiven.
    Ich wünsche mir, dass Frau Scheeres und Mitarbeiter ihr Buch lesen!

    Reply
  153. Christian
    3. Juli 2013

    Liber Herr Möller,
    ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Sie schaffen es Probleme mit Humor aufzuzeigen. Für mich als Schüler (in Österreich) war es nicht nur interessant einmal den Schulalltag aus der Sicht eines Lehrers zu erleben, sondern auch einen Einblick zu bekommen, wie die Schule in Deutschland (nicht) funktioniert. Es gibt einige Baustellen in den Bildungssystem sowohl in Deutschland als auch in Österreich, vor allem weil diejenigen, die über Reformen entscheiden und diese planen, selber nie unterrichtet haben und die Schule das letzte Mal zur mündlichen Matura betreten haben. Somit haben sie keine reale Vorstellung von dem Alltag in der Schule.
    Danke, dass Sie auch Bürgern, die zurzeit nicht in dem Schulwesen tätig sind, einen Einblick in den Schulalltag gegeben haben. Ich hoffe, dass auch Bildungsminister und andere Politiker und Entscheidungsträger ihr Buch lesen und dann entsprechend unser Schulsystem anpassen.

    Reply
  154. Lisa Kröger
    6. Juli 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    ich möchte Ihnen von ganzem Herzen danken, dass sie dieses Buch geschrieben haben.
    Es hat meinen Horizont um ein kleines Stück erweitert und mich nebenbei auch zum lachen gebracht. Ich selber besitze den Traum Lehrerin zu werden, jedoch nicht in einer solchen Schule, wie Sie es waren, sondern in einer ”normalen” In Schleswig-Holstein.
    Ich könnte von meinen Erlebnissen nur aus der Sicht einer Schülerin erzählen, da ich gerade einmal 16 Jahre alt bin.
    Bei uns ist die Schule komplett anders als in Berlin habe ich festgestellt. Bei uns traut sich kein Schüler in der Grundschule so mit den Lehrern zu sprechen, wie es die Kids in Ihrem Buch wagten. Dass es so asoziale Schulen gibt war mir bis vor ihrem Buch nicht bewusst, denn ich dachte, dass es überall so ist wie es bei mir war. Natürlich ist unser Schulsystem nicht perfekt in Schleswig-Holstein, es gibt auf den weiter führenden Schulen vermehrt Aussetzer einiger Schüler, die z.B. der Meinung sind einen Stein aus dem 2. Stock zu werfen und damit den Hausmeister fast zu erschlagen. Klodeckel sind bei uns wohl nicht mehr dazu da die Toilette abzudecken, sondern dafür darauf herum zu springen bis man ins Klo fällt, da der Deckel bricht, jedoch bringen unsere Schüler ein wenig Respekt den Lehrern entgegen.
    Nochmals vielen Dank für das veröffentlichen Ihres Buches.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Lisa Kröger

    Reply
  155. Marion
    11. Juli 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich habe gerade ihr Buch gelesen und bis zum Schluss mit Ihnen mitgefiebert, ob sie noch zur Vernunft kommen und sich einen anderen Job suchen.

    Ich selbst habe vor zwei Jahren einige Wochen als Vertretungslehrerin für Physik (ohne Lehrerausbildung) an einem Gymnasium in NRW gearbeitet. Leider muss ich auch sagen, dass man die zum Teil großen Sorgen der Kinder sehr schnell sieht. Die Probleme waren hier etwas anders gelagert. Berufstätige Eltern, keine Ansprechpartner für die Kinder, Geld war weniger das Problem. Ich sah mich damals nicht in der Lage so viele unglückliche Kinder nach Lehrplan zu unterrichten und habe meinen Vertrag nicht verlängert. Ich war von Anfang an in einem Dauerschockzustand wegen der traurigen Kinder und nach wenigen Wochen mit den Nerven am Ende. Ich habe in dieser Zeit auch sehr viel geweint.

    Gruß
    Marion

    Reply
  156. Janina
    14. Juli 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich habe gerade erst zu Ihrem Buch gefunden und bereits in den ersten Seiten konnte das Grinsen nicht von meinem Gesicht weichen.

    Ich bin 16 Jahre alt und bald eine Schülerin der Elften Klasse. Nun, ich muss dazu sagen, dass ich nebenbei entsetzt war, weil diese Erlebnisse, die Sie da ‘protokolliert’ haben, leider Alltag sind.
    Auf meine Schule gehen ungefähr 1200 Schüler und an manchen Tagen denke ich mir, in was für einer Welt wir leben, wenn Artikel wie der, die und das nicht mehr verwendet werden und Beleidigungen zu unserer Sprache zu gehören scheinen.

    Als ich letztens zu meinem Abschluss das Phantasialand besuchte und Schüler/innen entdeckte, die jünger als ich waren und deren Sprache so schlimm war, dass ich dachte, ich würde gleich sterben. Ich benutze zwar selber einige der Ausdrücke, aber mir würde nie im Leben einfallen, die Grammatik zu vernachlässigen und in die Fugen unserer (meist schrecklichen) Jugend zu geraten.

    Schüler/innen aus meiner ehemaligen Stufe haben es schon geschafft, Lehrer zum Weinen zu bringen, sodass sie die Klasse verlassen oder das Jungsklo zu verstopfen…oder gar eine ganze Tafel zu schrotten.
    In dem Sinne habe ich wirklich Mitleid mit manchen Lehrern, die solch einigen schrecklichen Alltag erleiden müssen.

    Ich bin Ihnen somit wirklich dankbar, dass Sie dieses Buch veröffentlicht haben.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Janina

    Reply
  157. Inge Fischer
    14. Juli 2013

    Hallo, Herr Möller, auch ich war neben meiner Selbstständigkeit Vertretungslehrerin für Mathe und Physik in Gym und IGS (Gym, Real, HS). Allerdings ohne pädagogisches Studium wie Sie, aber mit pädagogischem Gefühl.

    Ich würde Ihr Buch seitens der Erlebnisse unterschreiben, so Sie mich denn ließen. Nur das allgemeine Gejammer, dass das Bildungssystem bildungsfernen Bevölkerungsschichten keine Teilhabe ermöglicht, ist schlichtweg falsch. Wir haben ein geiles Schulsystem, das jedem Hauptschüler ermöglicht, Arzt zu werden – so er denn will. Aber am Wollen scheitert´s. Lieber Hartzen, ist einfacher. Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, aber lieber stundenlang die Boxerfrisur gestylen. Nix gegen Ihren Schopenhauer, aber der Mensch kann alles, wenn er nur will.

    Das Problem ist die Leistungsabgrenzung des Lehrerlebens. Was kann Schule leisten, was nicht? Schulgemeinde besteht aus Schülern, Lehrern und Eltern. Gemeinsam gehts, anders nicht. Sie können nicht bei allen SuS zuhause täglich auftauchen, die wecken und das Frühstücksbrot schmieren, die Playstation einschließen, den PC ausschalten, das Handy verbannen, vorlesen, HA kontrollieren und mit den Kids mal in den Wald gehen.

    Wenn den Eltern die Bildung ihrer Kinder egal ist, dann können Sie sich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln. Da wird dann nicht gebildet, sondern nur noch betreut und bespaßt. Die Bildungsschere wird weiter auseinander gehen und sich in die teilen, die so weiter machen und in die, die das finanzieren müssen.

    Ja, im Nachwort haben sie recht. Die Gene und die Umwelt prägen die Menschen. Aber es hindert niemand einen daran, sich zu bewegen, etwas anderes zu wollen. Dass das harte Arbeit, mit Schweiß und Tränen verbunden ist, nimmt keiner einem ab. Das Bildungssystem ist da.

    Ich wäre stolz und demütig zugleich, die erste Patientin eines meiner als Hauptschüler gestarteten Schüler sein zu dürfen.

    Reply
  158. Nicole Krüger
    14. Juli 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    eigentlich wollte ich einfach nur was neues zum lesen und habe Ihr Buch gewählt, weil nichts anderes da war. Und wie schon so oft, bin ich froh, dieses Buch gekauft zu haben. Es bestätigt mal wieder meine Meinung über die unglaubliche Unfähigkeit der Politiker. Ich war entsetzt über diese Zustände zu lesen und bin erschüttert. Umso mehr freut es mich, dass es jemanden gibt, der diese Zustände mal veröffentlicht! Ihr Buch sollte auch mal von der gegenwärtigen Bildungsministerin gelesen werden oder noch besser, sie sollte eine Woche in solche Schulen eingesperrt werden! Ich empfinde es als eine Katastrophe und zeigt auf was eigentlich alles getan werden muss. Mir persönlich fallen da viele Lösungen ein aber man muss eben erst mal zuhören und dabei sein um irgendetwas in Gang zu bekommen! Es fehlt an solchen Berichten und noch mehr an Menschen die diese lesen oder vielleicht nicht mal das. Es fehlt an Menschen, die Ihr Buch lesen sollten! Danke für dieses Buch!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Nicole Krüger

    Reply
  159. Eigel Stefan
    21. Juli 2013

    Hallo Philipp,
    für einen Kollegen habe ich ein Geburtstagsgeschenk gesucht und im Buchladen die ersten drei Seiten des Buches gelesen.
    Ich stand lachend vor dem Regal.

    Jetzt, nachdem ich das Buch fertig gelesen habe ist mir das Lachen aber auch wieder vegangen, denn die von Dir beschriebenen Tatsachen sind ja eher traurig, aber leider oft wahr!

    In vielen Dingen gebe ich Dir recht, allerdings sehe ich einges auch anders. Einen Punkt möchte ich aufgreifen:
    Ich bin in der Lehrerausbildung in Baden Württemberg tätig und wenn ich mir vorstelle, dass Dein Vorschlag “Alle Lehrer in der Lehrerausbildung einzusetzen, die in der Schule nicht mehr klar kommen”, dann dreht sich mir der Magen um und ich mache mir noch größere Sorgen um die Qualität der Bildung.
    Gerade die angehenden Lehrer brauchen die Besten der Besten, um das zu Lernen, was für den Dienst auf Lebenszeit notwendig ist.
    Das hat mittlerweile ja auch der DFB (für Dich als Antifußballfan ;-) Deutscher Fußball Bund) verstanden, der versucht die besten Trainier in der Jugendarbeit einzusetzen!

    Die Szene mit Geierchen, in denen die SuS sich mit “echten” Fischen beschäftigen vereutlicht einen wichtigen Baustein des erfolgreichen Lernens eines guten Unterrichts in der Lebensgemeinschaft Schule.

    In diesem Satz stecken Schlagworte, deren Bedeutung alleine schon Bücher füllen würden.
    Also noch ein Paar Schlagworte.

    Handlungsorientierter, lebensnaher, motivierender an die Lebens- und Erfahrungswelt der Schüler angeknüpfender und ganz neu ;-), ein individualisierender Unterricht ist nötig, um SuS zu erreichen.
    Meinst Du, dass das die Lehrer, die das seit Jahren nicht mehr machen an die Jungen weiter geben können?
    Ich glaube nicht!

    Ein wichtiger Baustein in der Lehrerausbildung ist das Thmenfeld “Einstellung und Haltung”.
    Meinst du, dass die Einstellung und Haltung der von Dir beschriebenen KollegInnen förderlich und vorbildlich ist, um die persönlichkeitsbildende Einstellung und Haltung bei jungen, angehenden LehrerInnen auzubilden, zu festigen, oder dahingehend zu verändern?
    Ich glaube nicht!

    In der Lehrerausbildung werden die Besten der Besten benötigt, um gute Lehrer an die Schulen entsenden zu können, denn die sind dann auch in der Lage andere durch ihrer Arbeit zu überzeugen und Schule so nachhaltig zu verändern1
    Ich selbst kenne einige solcher Schulen. Oft waren die “frischen” Lehrer treibernde Kräfte und tragende Säulen für eine nachhaltige Veränderung!

    Liebe Grüße und ein dickes “Tolles, kurzweiliges Buch”,
    Stefan

    Reply
  160. Romus
    23. Juli 2013

    Hallo Phillip!

    Großartig! Danke, dass du dieses Buch geschrieben hast! Ich bin Sozialpädagoge in einer Grundschule im sozialen Brennpunkt in Berlin – Hellersdorf. Du hast genau die Dinge benannt und beschrieben, die tatsächlich in Schule ablaufen.
    Ich erlebe ebenso oft Situationen die an meine und an die Grenzen der Lehrer und Erzieher gehen. Dennoch ist es wichtig lebendige Beziehungen zu den Kindern zu haben und sie trotz aller Schwierigkeiten respektvoll zu behandeln und sie ins Schulleben mit ihren Wünschen und Sorgen mit einzubeziehen.
    Ich mache den Job sehr gerne und plädiere für mehr männliche Pädagogen an Grundschulen.
    Danke!

    Reply
  161. Sandro
    24. Juli 2013

    Guten Tag Herr Möller

    Ich habe gerade Ihr Buch zu Ende gelesen.
    Es ist wirklich unglaublich was zum Teil an solchen Schulen geschieht.
    Das traurige an der ganzen Sache ist doch, dass ein fähiger Lehrer wie Sie
    offenbar nicht benötigt wird.
    Auch wir machen uns Gedanken über die Zukunft unserer Kinder und hoffen
    das Sie bei uns ( Schweiz ) nicht irgendwann in einer solchen Schule landen.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

    Reply
  162. Nadja
    27. Juli 2013

    Hallo Hr Möller,

    mit großem Vergnügen verschlang ich ihr Buch- und das in meinen wohlverdienten Ferien- dies zeigt wiederum, wie wichtig es für uns Lehrer ist Erfahrungen von anderen Lehrern zu hören/lesen. Meist ist man doch Einzelkämpfer und kann nur selten über den eigenen Schulalltag hinaussehen. Ich bin seit 14 Jahren mit meinem 2. Staatsexamen fertig und seit dem Grundschullehrerin in Rheinland-Pfalz. Seit 12 Jahren auch noch Mentorin für all die armen, jungen Geschöpfe, die mit großen Hoffnungen, keinerlei Wissen und noch weniger Erfahrung versuchen sich durch das Examen zu quälen, verantwortlich.
    Seit ich an einer Schwerpunktschule (80% Kinder mit Migrationshintergrund uns seit 5 Jahren auch Kinder mit förderpädagogischem Gutachten) unterrichte, kann ich ihren Argumenten nur recht geben. Die Schulpolitik hat in fast allen Bundesländern versagt und die Politiker versuchen mit immer neuen Reformen ihre Fehlentscheidungen nach außen hin zu verschönen.
    Obwohl ich auf Lebenszeit verbeamtet bin, übe ich deutliche Kritik an dem System! Es gibt leider viel zu viele Kollegen, die schon immer- oder aus Resignation- oder auf Grund ihres unkündbaren Arbeitsverhältnisses nichts mehr für die Kinder tun. Da würden engagierte Quereinsteiger mit Talent und Einsatzwillen sicherlich mehr für die Erziehung der Kinder tun.
    Danke für die unterhaltsamen Geschichten, die genau so auch täglich in meinem Unterrichtsalltag passieren.

    Reply
  163. Sascha
    28. Juli 2013

    Hallo Herr Möller,
    mir erging es genauso wie Stefan. Die ersten Seiten gelesen und erst einmal gedacht, dass es ein lustiges Buch ist. Das es nicht gut um unser Bildungssystem steht, ist mir bekannt aber so? Dieses Buch müsste nicht nur bei unseren Politiker zur Pflichtlektüre werden, sondern sollten auch alle Lehrer, mindestens aber alle Rektoren lesen. Meine jüngste Tochter (8 Jahre) geht in die Grundschule in einem Bundesland, das im Verhältnis seiner Fläche zu den Bevölkerungsärmeren in Deutschland gehört. Mit meiner Tochter gehen noch weitere 49 Kinder in diese Schule. Es sind also NUR 50 Kinder in der Schule! Dabei muss ich sagen, dass hier maximal 6 Kinder Migrationshintergründe haben und jeder jeden kennt. Bei einer Diskussion mit der Klassenlehrerin, die seit dem Sommer (Gott sei Dank) ihre Pension in vollen Zügen genießen darf, erhielt ich im Beisein der Rektorin die Antwort, dass sie sich nicht um ein einzelnes Kind kümmern kann, da sie ja schließlich 19 Kinder in der Klasse habe. Die Rektorin nickte eifrig und unterstrich damit die Richtigkeit dieser Aussage. Natürlich sollen alle Kinder gleich behandelt werden. Aber die Aussage lässt mich Vermuten, dass viele Lehrer, gerade in den ländlichen Regionen, gar nicht wissen wie gut sie es haben und in einer solchen Grundschule, wie in ihrem Buch beschrieben, genauso untergehen, wie der von ihnen beschriebene Herr Friedrich. Dieses Buch würde evtl. auch bei diesem Personal zum Umdenken führen.
    Viele Grüße
    Sascha

    Reply
  164. Johanna
    28. Juli 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich habe ihr Buch gelesen und dabei sehr viel Spaß gehabt, wobei einem das Lachen bei einigen Situationen doch fast im Halse stecken geblieben ist.
    Besonders beeindruckt hat mich, wie Sie mit den Schülern klargekommen sind. Ich bin selbst Lehramtsstudentin und habe bisher nicht den Eindruck, dass wir im Studium konkret auf solche Alltagssituationen vorbereitet werden und wollte wissen, welche Literatur Ihnen geholfen hat, damit besser klarzukommen (Stichwort: Körpersprache, Disziplinstörungen, etc.).

    MfG
    Johanna

    Reply
  165. Angelina
    30. Juli 2013

    Lieber Herr Möller
    Seit insgesamt sechs Tagen habe ich Sommerferien und diese Habe ich bis jetzt größtenteils damit verbracht ihr Buch zu lesen. Ich bin 16 und erkenne viele Inhalte ihres Buches in meiner Schule wieder. Ich gehe auf das örtliche Gymnasium in unserer Kleinstadt. 1000 Schüler und ein paar Lehrer.
    Dabei ist hier weniger die Ausdrucksweise der Schüler ein Problem sondern eher dass viele Lehrer bei uns mit großen emotionalen Schwierigkeiten zu Kämpfen haben, so scheint es zumindest mir. Dazu werde ich nun insgesamt dzwei Beispiele nennen, die ich alle im Vergangenen Jahr über mich ergehen lassen musste.
    Erstens, der emotional tote Lehrer:
    Bestes beispiel dafür, Frau “Landwirt” (ja diesen namen habe ich gerade kurzerhand in ein sinnverwandtes Wort getauscht da ich ihr wirklich in keinster weise etwas böses will ;) )Sie ist dieses Schuljahr neu an unsere Schule gekommen.( was wir damals nicht wussten, nicht einfach freiwillig gewechselt, oh nein Strafversetzt. Da sie auf ihrer alten schule einen Schüler, angeblich absichtlich [wovon ich jetzt nicht direkt überzeugt bin, denn ich kenne ja die Tyrannischen Fähigkeiten von Schülern] mit ihrem Schlüssel verletzt haben soll. Das erfuhr ich alles erst viel später durch freunde meinerseits ihrer ehemaligen Schule. Schon bei der Schulversammlung, am ersten Schultag nach den Ferien, war sie als die Neuzugänge vorgestellt wurden nicht anwesend.
    Irgendwann kam dann aber natürlich die erste Stunde “Fremdsprache” unserer Klasse bei ihr. Erste Stunde, ein Schüler in entspannter Sitzposition noch erfrischt und gebräunt vom sommer erwartet jetzt vom Lehrer nach unzähligen Ermahnungen ruhig zu sein folgendes: Hallo ich bin Herr/Frau wie auch immer… Ich unterrichte euch wie ihr eurem Stundenplan entnehmen könnt Dies und Das… wir brauchen kein/ein Klausuren-heft…Folgende Regeln sind zu beachten sonst fliegt ihr hier hochkant raus. Von Frau Landwirt kam jedoch…nichts? Gar gar nichts. Im Laufenden Schwafelbetrieb meiner Klasse über Ferienerlebnisse, schleicht sie sich an den Lehrertisch Links vorn in der ecke setzt sich hin und fängt in mit Mäusestimmchen und gesenktem Blick an auf “Fremdsprache” irgendetwas vor sich hin zu Stammeln. Die Hälfte meiner Klasse hat weder ihre Anwesenheit noch den “Beginn” des Unterrichts mitbekommen. Schon in diesen ersten drei Minuten sah ich welche Qual es für diese arme Frau war überhaupt hier zu sein. Irgendwann aber schließlich wurde es ruhiger. Was aber an ihrer Körperhaltung, ihrer Lautstärke und auch ihrer Sicherheit absolut nichts veränderte. Durch große Bemühungen erkannte ich dann das wir schon mitten im regulären Unterricht bei ihr waren. Begrüßung, Materialinformation, den Rest der Stunde mit idiotischem “Ich habe in den Ferien…”in “Fremdsprache” von jedem Schüler abzufragen, bei ihr komplette Fehlanzeige. Die darauffolgenden Stunden Verliefen nicht anders. Ihre großen vier Gebote waren:
    -Begrüße niemals die Klasse am Anfang der Stunde
    -Stell dich nicht vor die Klasse
    -Fragen zu Aufgaben seitens Schülern sind zu Ignorieren
    -AUF GAR KEINEN FALL SICHTKONTAKT ZU SCHÜLERN !!
    Und sie Hielt sich wirklich ausgesprochen diszipliniert daran. Fragen wurden wirklich einfach nicht beachtet, eine Hand die sich meldete nicht registriert und auch auf ein etwas provokanteres “Frau Landwirt. Frau Landwirt?!! Ich habe eine FRAGE!!” wurde keine Reaktion gezeigt. Wenn sie vor der Klasse stand zB beim Diktat, hatte sie Schweißperlen auf der Stirn, extrem nervös wippe sie auf den Fußballen hin und her und strich sich immer wieder mit zittriger Hand die Haare aus der Stirn. Schüler wurden sofort vor die Tür geschickt auch wenn sie meines Erachtens sich nicht falsch verhalten hatten: Den Nachbar nach einem Blatt gefragt, Gehustet??!… solche Dinge.
    Sie tat mir Leid. Mir war auch klar warum wir die Klasse waren in die sie geschickt wurde, da wir von allen 10nern die Engelchen sind. Es gab nie Mobbing oder irgendwelche größeren Probleme in unserer Klasse und auch gegenüber Lehrern war unser Kollektives Verhalten teils sogar zu schüchtern und ruhig. Als ich einmal dann nach der Stunde das Tagebuch bei ihr abholte, wollte ich ihr ein bisschen Mut machen in dem ich zu ihr sagte sie könne ruhig ein bisschen gelassener in den Unterricht kommen, denn sie brauche sich keine Sorgen zu machen das hier irgendetwas schief geht, denn ihr unterricht sei gut und wir Schüler nur zu 10% kleine Teufel. Mit ein bisschen mehr Mut könnte der Unterricht für sie wie für uns viel entspanter sein. Darauf schaute sie mir zum ersten mal in die Augen, was in dem Moment irgendwie ziemlich beängstigend war, und sagte nur “Nimm das Tagebuch und geh! Ich habe jetzt Pause! Also lass mich gefälligst in Ruhe!!”. Ich war etwas enttäuscht aber gab mal die Hoffnung nicht gleich auf das meine Worte ihr doch ein bisschen Last von den Schultern genommen hatten. Fehlanzeige, der unterricht blieb bis zu den Weihnachtsferien genau so bestehen. In dieser Zeit wandelte sich dann aber mein Mitleid, schließlich wusste ich nicht was diese Frau wohl schon alles mitgemacht haben muss, in teils weilende Wut. Ja Leher sind die die allein gegen die Klasse Kämpfen, aber ich entgegne Respekt und genau diesen will ich auch zurück bekommen. Ich will Fragen stellen und beantwortet bekommen, ich will das man mich anschaut wenn man mit mir redet und ich will gefälligst begrüßt werden schließlich bin ich kein Tier?!…Ich war also schon daran mir zu überlegen ob ich damit anzufangen sollte zu provozieren. Bei dieser Überlegung ging es mir nicht um Rache daran kein unfreundliches guten Morgen bei beginn der stunde an den Kopf geknallt zu kriegen nein, vielmehr darum das diese Frau absolut nicht mehr in der Lage dazu war zu unterrichten. Auch für sie war es sichtlich ein nicht auszuhaltender Zustand. Um sie zusammenbrechen zu lassen hätte Geflüster gereicht das sie glauben lässt man rede über sie, ab und an ein bisschen Gekicher wenn sie irgendetwas tut und am besten noch ein dummer Kommentar dazu warum sie sich nicht einfach eine Tausche kauft anstatt mit zwei Rucksäcken, einem auf dem Rücken und einem in der Hand, durch die Gegend zu spazieren.
    Nach den Ferien stand dann aber bei der “Fremdspachenstunde” unserer Klassenlehrer vor uns der uns erzählte dass wir Frau Landwirt wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen würde. Es war ihr also so schon zu viel geworden ohne das ich eine meiner Taktiken je hätte anwenden müssen… Ich hoffe sie hat sich mittlerweile weitestgehend erholt und eine Neue Aufgabe bekommen wo sie sich nicht mit ihren Ängsten derart konfrontiert. Sollte sie das lesen und merken das es um sie geht dann Grüß ich sie mal ganz herzlich ;) Ich wünsche ihnen wirklich alles alles gute auch wenn sie das einem Schüler womöglich nicht glauben wollen.

    Zweitens, der sich nicht ganz im deutschen Sprachgebrauch bewegende Mathematik Lehrer mit Doktortitel:
    “Deutsche Sprache schwere Sprache!” spätestens nach diesem Schuljahr ist das mir und allen meinen Klassenkameraden durchaus bewusst. Herr Ausländer (nennen wir ihn mal so. [Bitte keinerlei Diskriminierung aus dieser Wahl entnehmen!! es soll lediglich auf die Umstände genauer verweisen!]) ist einer dieser Typischen Naturwissenschaftler in Outdoorhosen von Schöffel die extrem Motiviert und übermäßig begeistert von ihrem eigenes Fachgebiet, in ihr Referendariat starten. Grinsen auf den Lippen, gezielte Schritte und am besten darum bemüht “Lässig” und “Cool” bei der Klasse anzukommen ( Ja es gibt bedauerlicher weiße viele Menschen die annehmen Individuen meiner Altersklasse würden sich derart unterhalten. ). Autorität? Nicht die Spur. Ich dachte mir schon das dieser Unterricht durchaus interessant werden könnte da unsere Klasse, trotz des eigentlichen braven Verhaltens, doch ab und zu eine strenge Hand braucht. Er stellte sich selbstbewusst vor und machte den Mund auf…:” Halo!:) Ich, Herr “Ausländer” begrüße sie hier, also sie alle hihi, zu einer Jahr Mathematik die wir zusammen verbringen können.” ( Erster Fehler! Kleiner Tipp an alle Lehrer da draußen, wir Schüler dürfen oder können nicht!! WIE MÜSSEN!! Ganz wichtig!!) Es folgte ein DinA4 Blatt vorgefertigte Rede, die er von diesem sorgfältig ablas. Hmpf…erst dachte ich ja Russischer Akzent aber leider war es nicht nur ein Akzent. Denn schon die Frage : “Benötigen wir ein Klassen-arbeits-heft?” Hatte er auf Grund mangelnder Vokabel Kenntnisse nicht verstanden. Generell verstand er kein Wort von dem was wir sagten…da wären wir dann auch wieder beim Unterschied zwischen Theorie und Praxis^^. Warum Sinus ausgerechnet so schwingt wurde dann wie alle Fragen in diesem Jahr mit: “Ähweish..desch ist so!:)” beantwortet.. Ich bin immer noch verzückt darüber das er auch in dieser Sprachlichen Missere nie sein lachen verloren hatte. Genauer kann ich hier aber denke ich glaub ich nicht eingehen da ich dieser Post schon jetzt jeglichen Rahmen Sprengen dürfte. Ich fand es nur so witzig das wir als Schüler im Gegensatz zu ihren Erlebnissen, unserem Lehrer kläglich versuchten die Deutsche Grammatik und Aussprache beizubringen xD.

    Ich hatte mir wirklich überlegt über dieses Schuljahr zu schreiben… in der Buchhandlung bin ich dann auf ihr Buch gestoßen und dachte mir ein bisschen Inspiration vorher könnte wohl ganz gut sein. Ob ich jetzt wirklich darüber schreiben sollte ist mir nicht ganz klar…ich bin überzeugt ich würde niemals fertig werden und annähernd so gut wie ihres würde es niemals werden. Schon allein aus dem einfachen Grund das ich und Rechtschreibung in zwei verschiedenen Welten leben ( also mal ganz Fett tut mir leid für all diese Traurigen Fehler in diesem Text ;/ xD ).
    Sie glauben gar nicht wie extrem toll das für mich wäre wenn Sie persönlich das hier je lesen würden und ihnen vielleicht ein kleines grinsen über die Lippen huscht!:3 aber ich setzt nicht all zu viel Hoffnung daran dass das Überhaupt jemand ganz lesen wird xD

    Ich verabschiede mich also hier mal mit einem Imaginären High-Five das jedem zu teil wird der den Text gelesen hat ;D und ganz leiben grüßen!!:D

    Angie ;D

    Reply
  166. Tina
    31. Juli 2013

    Hallo Herr Möller,

    soeben beendete ich Ihr Buch mit einem lachendem und einem weinenden Auge. Das lachende, durch Ihren Witz schaffen Sie es das Buch nicht langweilig oder zu melankolisch wirken zu lassen, das weinende Auge erinnert mich selbst an meine Schulzeit, die alles andere als erfreulich war.
    Man braucht nicht auf eine Großstadtgrundschule zu gehen oder Migrationshintergrund zu besitzen. Es reicht aus, in einem ca. 2000 Erw. Ort zu wohnen und aus einer Familie zu kommen, die sozial etwas schwieriger gestellt ist (alleierz. Mutter mit 3 Kinder ohne die passenden Väter/mittellos). Meine 2 Geschwister wurden von den gutausgebildeten Lehrern gleich nach der 2. Klasse auf die Sonderschule mit passendem sozialen Status geschickt, ohne das meine Mutter richtig beraten oder eine Alternative angeboten wurde. Auch bei mir wollten die besagten Pädagogen die gleiche Schiene fahren, wobei ich das Glück hatte, das meine Mutter von einer “pädagogisch ausgebildeten” Frau (nicht Lehrerin) ausgiebig beraten wurde, diese meinte ein Jahr zurückstellen reiche vollkommen aus. Mein Glück.
    Als ich in die neue Klasse kam, wurde ich geradewegs zu den anderen “Asozialen” gesetzt, wobei ich diese nicht mal kannte. Da ich doch nicht ganz so dumm war, wie sie es anfänglich prognostizierten, biss ich mich durch. Nach der 4. Klasse hätte ich die Möglichkeit gehabt auf die Realschule zu wechseln, dies lehnten die verehrten Pädagogen ab, mit der Begründung: das schafft die nicht.
    Weiter auf der Schule hieß, weitere 4 Jahre Mobbing seitens der Schüler mit teilweise Unterstützung der Lehrer durch Wegschauen oder öffentlichem Bloßstellen. Während meiner ganzen Grund-/Hauptschulzeit gab es ca. 3 Lehrer, die an mich glaubten, bzw. versuchten mir das Leben eigenermaßen annehmlich zu gestallten. Die anderen Lehrer nahmen mich weder ernst noch förderten sie mein Wissendurst.
    Erst in der Wirtschaftsschule änderte sich daran was, da diese meine soziale Herkunft nicht kannten.
    Ich war lange der Meinung, das sich dies im Laufe der Jahre geändert hat, aber leider muss ich feststellen, dass auch heute noch viele Kinder nach Ihrer sozialen Herkunft beurteilt werden, ohne sich ein “richtiges” Bild von dem jeweiligen Charakter zu machen.
    Heute bin ich Vorsitzende von einem Grundschulförderverein und Trainerin für Selbstbehauptung von Kindern.
    Ich erlebe immer wieder wie Erwachsene, gleichaltrige Kinder oder auch Lehrer in diese Schiene der Vorverurteilung reinrutschen.
    Jeder hat die Möglichkeit gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen. Schaut euch die Kinder an, nicht die Eltern oder Geschwister oder woher sie kommen. Jedes Kind hat eine Chance verdient und sollte nicht gleich in eine Schublade gesteckt werden. Ich hatte dieses Glück in meinen Nachbarn gefunden, die mir so viel über das Leben beigebracht haben.
    Dieses Wissen kann ich meinen Kindern geben, sie haben jetzt ganz andere Möglichkeiten wie ich sie hatte.

    P.S.: Die Sonderschule möchte ich hier nicht schlechtreden, jedoch war zu meiner Zeit die Sonderschule so etwas wie der “Aufbewahrungsort” für Kinder aus der “Unterschicht” (Begriffe von Thilo Sarazin). Viele aus dieser Schule landeten auf der schiefen Bahn (leider auch in unserem Fall).

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  167. Molu
    1. August 2013

    Hallo Herr Möller,
    ich habe heute morgen um 3 Uhr Ihr Buch zu Ende gelesen, nachdem ich es nur so verschlungen habe. Ich muss sagen, Respekt für Ihr Werk! Ich arbeite seit 19 Jahren im Schulsekretariat einer Schule und kann Ihre Erlebnisse sehr gut nachvollziehen. Von meinen vielen Kollegen höre und erlebe ich tagtäglich solche Geschichten, die Sie so “lustig” beschreiben. Beim Kontakt mit den Eltern wird allerdings auch sehr schnell klar, warum manche Kinder so sind, wie sie sind. Übrigens, auch wir hatten einen Lehrertyp namens “Frau Herrmann”, den es mit Sicherheit an jeder Schule gibt. Richtig nachdenklich macht mich jetzt nur, dass meine beiden Kinder auf Lehramt studieren.
    Ihnen jedenfalls ALLES GUTE……..!

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    • phil
      7. August 2013

      Richtig nachdenklich macht mich jetzt nur, dass meine beiden Kinder auf Lehramt studieren.

      Das wird schon! Ist doch eigentlich ein toller Beruf – unter den richtigen Voraussetzungen :)

      Reply
  168. Jasmin
    2. August 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    Gerade bin ich mit dem Lesen Ihres Buches fertig geworden. Es ist großartig geschrieben, liefert schonungslose hautnahe Einblicke und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.

    Meine Schulzeit liegt erst einige Monate zurück und ich muss leider einige Ihrer Erfahrungen mit dem deutschen Schulsystem mit Ihnen teilen. Meine Grundschule in Hamburg lag in einem Einzugsgebiet genau zwischen einer reicheren Vorstadtsiedlung und Plattenbau. An der Schule gab es die Grundschule und eine Haupt- und Realschule (inzwischen Stadtteilschule) und alle Schüler hatten gleichzeitig Pause. Schlägereien auf dem Schulhof waren an der Tagesordnnung, kleine Zweitklässler wurden von Achtklässlern abgezogen und es wurden Zigaretten und zum Teil auch Drogen vor dem Schultor verkauft. Und ich als kleines naives verwöhntes Einzelkind aus der Vorstadtsiedlung mittendrin.
    Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Anfang der vierten Klasse als drei neue Schüler aus dem Kosovo und ein Junge, der nun das dritte Mal die vierte Klasse machen durfte, in unsere Klasse kamen. Sie konnten alle vier kaum ein Wort deutsch und zwei von ihnen waren häufig aggresiv und laut. Geregelter Unterricht war ab diesem Tag nur noch selten möglich. Ab dem Tag gehörte auch unsere Klasse zu den von Ihnen genannten 40%. Mir ist es bis heute ein Rätsel, weshalb Kinder, die die deutsche Sprache nicht beherschen, einfach in gewöhnliche Klassen gesteckt werden, obwohl keine Chance besteht, dass sie dem Unterricht folgen können. Meiner Meinung nach müssten solche Schüler in sehr kleinen Gruppen erstmal die deutsche Sprache begebracht bekommen, um dann später eine reele Chance in der Schule zu bekommen.
    Meine Eltern und ich waren dann froh, als ich in der fünften endlich aufs Gymnasium durfte. Aber auch dort lief nicht alles bestens… Es gabteilweise sehr merkwürdige Lehrer. Um ein Beispiel zu nennen möchte ich unsere Deutschlehrerin aus der 9. Klasse vorstellen: Eine esoterisch angehauchte Frau mit spändig abwesendem Blick, die mithilfe einer Klangschale auf einem grünen Samtkissen und Ruhefuchs verzweifelt versucht hat für Ruhe in der Klasse zu sorgen. Wahllos hat sie Schüler mit Sonderaufgaben bestraft und dabei eine gelbe Karte hochgehalten und mit monotoner Stimme gesagt: “Achtung! Achtung liebe Schüler hier hat sich wieder ein Schüler eine Sonderaufgabe eingefangen!”. Die Sonderaufgaben bestanden bespielsweise darin zu malen, warum man diese Sonderaufgabe bekommen hat. Wir als Schüler fanden diese Lehrerin bestenfalls amüsant, aber vom Unterricht hat keiner was mitgenommen. Aber den lustlosesten und resigniertesten Lehrer mussten wir im Chemie- Kurs auf erhöhtem Niveau (früher bekannt als LK) kennenlernen. Er kam fast täglich betrunken und nach Weinbrand riechend in den Unterricht und hat wikipedia- Artikel vorgelesen.
    Aber auch ich habe nicht bloß schlechte Erfahrungen machen dürfen und einige besonders engagierte Lehrer, haben mir viel vermitteln und fürs Leben mitgeben können. Vielleicht ist es auch Ihnen gelungen bei einigen Ihrer Schüler einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Letztendes habe ich mein Abi geschafft und sogar einen Medizinstudienplatz ergattern können, obwohl ich an einer solchen Grundschule war. Nun freue ich mich auf mein Studium und hoffe dort mithalten zu können.

    Sommerliche Grüße Jasmin

    Reply
  169. Hubert K.
    5. August 2013

    Genug geredet, genug beurteilt. Vieles nur an der Oberfläche. Wir wissen alle, was falsch ist, wissen, wie wir es besser machen würden. Tun wir es doch einfach! Kommen wir zur Handlungsebene. Wir leben in einem Staat, dessen Souverän der Bürger, auch Wähler, ist. Wahlen stehen wieder an. Machen wir es unseren Politikern nicht so einfach. Lassen wir sie einfach nicht aus ihrer Verantwortung. Gehen wir zu den Wahlveranstaltungen und sprechen sie direkt an. Interventionen bei Kindern mit 10 Jahren und älter sind meist sehr schwierig, bzw. sinnlos. Für Elternarbeit gilt dies ebenso. Also sollten wir ganz unten beginnen.
    – Kindergartenpflicht für alle.
    – Ganztagesschulen.
    – Durchsetzung der Grundrechte bei allen
    Mitgliedern der Gesellschaft, ohne Dis-
    kussion.
    – Keine Duldung von Parallelgesellschaften!
    – Herausnahme der Kindergärten und Kitas aus
    den kommunalen Aufgaben. Überführung in den
    staatlichen Aufgabenbereich.
    – Höhere Qualifikation bei Erziehern und Er-
    zieherinnen. Damit verbunden eine ent-
    sprechend gute Bezahlung.
    – Viele Einrichtungen im sozialen Bereich
    haben den Status der Gemeinnützigkeit,
    sind somit der staatlichen Aufsicht ent-
    zogen. Dies ist zu hinterfragen.
    – Diskussion über den Föderalismus in der
    Bildung. Ebenso könnte wir ja den Föd. auch
    im Bereich der Verteidigung fordern.
    – Damit eine Überführung unseres Bildungs-
    systems in das 21. Jahrhundert, was der
    verlangten Mobilität von jungen Arbeit-
    nehmern entsprechen würde.
    Vielleicht kämen wir so einer annähernden
    Chancengleichheit in der Bildung ein Stück
    näher und Ph. Möller müsste nicht mehr von
    unterirdischen Lesefähigkeiten bei Schülern
    sprechen. – Dies alles nach dem Motto: Die
    teuerste Bildung ist keine Bildung.

    Reply
  170. Leon Daniel
    6. August 2013

    Hallo,
    ich möchte hiermit weniger auf das eigentliche Thema des Buches eingehen, nämlich die sozialen /finanziellen Probleme in den angesprochenen, exemplarischen Schulen, sondern viel mehr auf ihre bodenlose Doppelmoral. Einerseits versuchen Sie sich als offenherziger, toleranter Mensch darzustellen, der nicht nur über Rassengrenzen und Homosexualität keine negativen Urteile fällt, aber wenn es zum Thema Religion kommt fahren sie eine Nulltoleranzpolitik, was ihr gesamtes Auftreten unglaubwürdig erscheinen lässt. Wie kann ein Mensch Toleranz “[…] außer gegenüber Intoleranz” fordern, wenn sie selbst den von Menschen gewählten Glauben aufs schärfste kritisieren und direkt in deren Leben eingreifen wollen? Meiner Meinung nach sind sie viel zu sehr Philosoph um auch nur ansatzweise als Grundschullehrer geeignet zu sein, denn gerade im Kapitel als es um Religion/Homosexualität geht, werden sie sehr subjektiv und vermitteln den Kindern weder ein differenziertes Bild, noch gehen sie auf diese ein sondern prügeln ihnen regelrecht ihr Weltbild ein – welches nicht etwa von Toleranz gegenüber anderen Meinungen geprägt ist, sondern Ihre Meinung als die einzig richtige darstellt. Genau diese Doppelmoral brachte mich einige Male kurz davor, ihr Buch in den Müll zu schmeißen, weil sie an einigen Stellen das Thema Ihres Buches einfach grob verfehlen und der “Es-gibt-keinen-Gott-Zombie”, der seine Meinung jedem eintrichtern will, in Ihnen unverholen durchbricht. Dieses Gefühl scheint anhand dieser Seite und ihres Internetauftritts absolut gerechtfertigt und sie erscheinen so viel mehr als eine Art Unterhändler ihrer Stiftung als ein halbwegs ernstzunehmender Autor, der wirklich etwas zu sagen hat. Ich persönlich akzeptiere, wenn jemand eine andere Meinung hat, jedoch ohne die von Ihnen an den Tag gelegte Doppelmoral, welche die religiösen Ansichten von Toleranz ausklammert und welcher sie mit absoluter Intoleranz, fehlendem Respekt und fehlender Ernsthaftigkeit entgegentreten und das bei einem so sensiblem Thema – einfach nur ein Armutszeugnis, dass in dieser Hinsicht sozial unfähige Menschen an den Schulen unterrichten dürften und derartig in diese Lebensbereiche der Schüler eingreifen dürfen. Dafür verdienen sie meine Anerkennung, nicht nur die Inhalte des Buches weisen die schlimmen Umstände auf, nein, sogar der Autor selbst dient als Beispiel der fehlenden Fachkräfte, nicht nur durch nicht vorhandene Qualifikation sondern auch durch menschliche Unfähigkeit haben dies eindrucksvoll bewiesen. Danke dafür.

    Reply
    • Lorenz
      8. August 2013

      “…gerade im Kapitel als es um Religion/Homosexualität geht, werden sie sehr subjektiv und vermitteln den Kindern weder ein differenziertes Bild, noch gehen sie auf diese ein sondern prügeln ihnen regelrecht ihr Weltbild ein – welches nicht etwa von Toleranz gegenüber anderen Meinungen geprägt ist, sondern Ihre Meinung als die einzig richtige darstellt.”
      – Klingt fast so, als glaubten Sie auch noch an Adam und Eva.
      – Anscheinend haben Sie die Stelle mit dem “heiligen Saurus Rexus” überlesen. Sonst würden Sie wohl nicht von ‘einprügeln’ reden.

      Nebenbei: Respekt fordern nur schlechte Rapper und Menschen, denen die Argumente ausgegangen sind.

      Reply
  171. Jürgen
    8. August 2013

    Lieber Philipp Möller,

    zunächst einen schönen Dank für Ihr Buch, es hat mich bereichert, ich bin angenehm enttäuscht!
    Ich bin 1946 eingeschult worden und heute als Mediator und Mentor für Schüler und Schülerinnen tätig.

    Ihr Wissen in allen Ehren, Ihre emotionale Intelligenz haben Sie entwickeln können, aber in Glaubensfragen neigen Sie zum Aberglauben.

    Zunächst habe ich Ihr Buch, unterhaltsam und lustig, aber auch sehr anregend, fast in einem Rutsch gelesen.
    Dann habe ich es noch einmal durchgesehen und folgende Anmerkungen notiert:

    Lehrer neigen sehr zu Abkürzungen, warum eigentlich?
    Es dient in keiner Weise der Verständigung und die Kommunikation geht auch nicht schneller voran.
    Danke, Sie haben es bei ESL und JÜL belassen können.

    Die Hinweise zum Zappel-Philipp-Syndrom ADHS mit Ritalin halte ich für informativ und wichtig.

    Zu Quereinsteiger-Lehrern:
    Meine besten Lehrer waren in Berufsschule und Hochschule die Lehrbeauftragten.

    Pornographie und Internet:
    In meiner Grundschulzeit waren wir ohne Internet und Bildzeitung und ohne Erotikshops nicht ganz “sauber” , aber völlig im Bilde!

    Ihr Buch hat mich motiviert und bestätigt:
    Wir müssen uns ehrenamtlich mehr um unseren Nachwuchs kümmern, als Lese- und / oder Lernbegleiter.

    Die Geburtswehen im Kapitel 25 verstehe ich zwar, aber ich konnte keinen Sinn für Ihr Buch darin erkennen: streichen!

    Ja, die Religion.
    Wissen ist das, was Schule unstrittig vermitteln muss,
    Können wäre auch ganz schön und der
    Glaube hat etwas mit Werten, Einstellungen, Haltungen zu tun.
    Schade, dass Sie, lieber Herr Möller, Glauben so verbissen und intolerant sehen (müssen).
    Sogar Martin Luther muss herhalten. Er hat vor ca. 500 Jahren Ihren Vorstellungen noch nicht ganz entsprochen!

    Mit dem Pauken und Lernen treffen Sie ganz auf meine Zustimmung, danke.
    Aber mit der Freiheit wird es schwierig.
    Das ist etwas, was wir uns nicht herausnehmen können, sondern was wir geben sollten!

    Und die Politiker?
    Die sollten wir wählen und möglichst innerhalb von 100 Tagen in Grund und Boden schlagen.
    Damit wir es endlich selbst in die Hand nehmen, und zwar ohne Kompromisse!
    Wie wäre es mit etwas mehr Loyalität und Solidarität?

    Zum Schluss noch eine Empfehlung zum Lesen:
    Intelligenz – Große Unterschiede und ihre Folgen-
    2013 von Stern / Neubauer

    Ihr
    Jürgen Hollenbach

    Reply
    • martin
      2. September 2013

      Hallo Jürgen Hollenbach,
      sind Sie öfter hier? Dann werde ich mir die ganzen Kommentare mal durchlesen. Ich möchte gerne mehr in den Austausch gehen. ich hab das Buch mit großem Interesse und Faszination gelesen. Da ich selbst auch vieles aus dem Buch sowohl in der Stadt, als auch auf dem Dorf erlebt habe. Aber es gibt auch Vieles was ich ändern kann. Zum Beispiel meine Haltung, zu dem was ich ändern kann! Wenn ich selbst nur sehe, dass ich nichts tun kann, wird’s fatal! Wenn es mir aber gelingt, denn Gewinn aus meinem Tun zu sehen, dann wird’s gleich besser. Beispiel: wenn ich ungern spüle, und kein Bock drauf hab, dann seh ich die saubere Küche anschließend nicht.
      Und noch ein Lesetipp: Donata Elschenbroisch, Hüther oder Manfred Spitzer: Digitale Demenz. Klasse Literatur.
      So, nun ist aber Schluss.
      Grüße
      Martin

      Reply
  172. Hanjo Müller
    10. August 2013

    ich bin zwar erst 15 aber wenn ich mir meine schule jetzt angucke freu ich mich richtig dort zu sein. ich fand das buch einfach toll. wie sie geschrieben haben und die sprache von den kindern einfach gut :DD

    LG der Hanjo

    Reply
  173. Lina
    12. August 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch gelesen und das hat alles bestätigt , was ich schon gesehen und erlebt habe.Und nur an einem Schulprojekt!
    Mobbing und keine Reaktion von den Lehrern und Erziehern ,auch keine Maßnahmen seitens Jugendamt,Unterricht nur auf Kopien(bei meinem Kind habe ich mal eine Kopie mit nicht mehr gebrauchten Einheiten entdeckt),Förderung der Kinder je nach dem Geldbeutel der Eltern, keine Kontrolle des Unterrichtsinhalt,die Aussagen der Erzieher”Das Lesen ist unwichtig”,der fertige Stundenplan erst zu Herbstferien, totaler Durcheinander sowohl im Deutsch als auch in der Mathe…..

    Reply
    • martin
      2. September 2013

      Hallo Lina,
      tja, da gibt’s nur 1: reingehen! Als Elternbeirat ist man / frau nicht übermächtig und es lässt sich vielleicht auch nicht viel ändern, aber aus meiner Sicht gibt’s do so manches, auf das der Elternbeirat Einfluss hat und es lassen sich die Eltern und LehrerInnen mobilisieren, die etwas ändern wollen – nur Mut.
      Gruß martin

      Reply
  174. Dirk Schindler
    16. August 2013

    Lieba Mülla,

    es war für mich ein unglaubliches Erlebnis ihr Buch zu lesen.
    Als pensionierter Soldat und Dipl.Päd. habe ich mein eigenes Lernen und Lehren immer in besonderer Weise erlebt, das gilt natürlich auch in besonderer Weise für das Schulleben meiner Kinder. Ich liebe Ihren Ausdruck Lern-Bulimie, er fasst meine eigenen Erfahrungen mit Lernen in wunderbarer Weise zusammen.
    Meine Erfahrungen mit dem Schulunterricht meiner Kinder lassen sich am besten so beschreiben: Ich war entsetzt als ich festgestellt habe, dass meine Kinder beim Stöbern in meinem Bücherschrank auf einige Reclambände gestossen sind, die sie noch gut für ihren eigenen Deutschunterricht verwenden konnten – obwohl in der Zwischenzeit über 35 Jahre vergangen waren. Sie waren sogar für meine Unterstreichungen und Randbemerkungen dankbar.
    Einmal kamen sie nach Hause und sollten eine Hausaufgabe erstellen. Es war dem Lehrer wichtig, dass dazu im Internet recherchiert wurde und zur Kennzeichnung der Recherchen sollten Fußnoten verwendet werden. Auf meine Frage nach den Vorgaben der Schule wie das Format dieser Fußnoten auszusehen hätte folgte die Erkenntnis: es gab keine Vorgaben! Die Kinder sollten eine quasi wissenschaftliche Art erstellen ohne dass ein Wort darüber verloren worden wäre wie so ein Arbeit auszusehen hat. Das herauszufinden blieb den Schülern selbst überlassen. Für Schüler deren Eltern schon einmal wissenschaftlich gearbeiten gearbeiten und sich die Zeit für ihre Kinder genommen haben kein Problem, zumal wenn man sich mit Windows Word auskennt. Alle Kinder die ohne diese Unterstützung auskommen mussten eine schier ausweglose Herausforderung.

    Es hat mir sehr gut getan meine eigenen Gedanken, Kritikpunkte, Anregungen und Hoffnungen in Ihrem Buch wiederzufinden. Ich wüsste nichts wesentliches zu nennen wo ich mit ihren Schlussfolgerungen nicht übereinstimmen würde. Ich gratuliere Ihnen zu dem Buch und hoffe sehr darauf, dass es dazu beiträgt, dass die deutsche Bildungspolitik “die Kurve doch noch kratzt”.
    Persönlich bin ich da eher pessimistisch. Bildungspolitik ist manchmal eher ein Vehikel für Bildungsideologien. Wider besseres Wissen soll über die Bildungspolitik die Gesellschaft umgebaut werden Oftmals sind Formen wichtiger als Inhalte und im Föderalismus steht der Erhalt der eigenen Zuständigkeit an erster Stelle jeder Maßnahme die es zu treffen gilt. Betrachtet man allein die Anzahl der Vertreter der verschiedensten Interessengruppen, die zu einem Kompromiss kommen müssen, wird nie mehr als schon wieder eine halbherzige Reform heraus kommen. Und wieder einmal wird die Reform mit der Feststellung verkauft werden, dass man mit noch weniger Personal und noch weniger Mitteln mehr erreichen wird als das bisher der Fall war.

    Unglaublich, dass ein Land wie Deutschland, das ausser den besonderen Fähigkeiten seinen Menschen über keinerlei Bodenschätze oder Ähnliches verfügt, es sich erlaubt mit dem Potenzial seiner Kinder derartig gleichgültig umzugehen.

    Reply
  175. Andrea
    20. August 2013

    Hallo Herr Möller !
    Ich habe ihr buch in gut 24 stunden durch gelesen und muss sagen ich kann ihre erlebnisse nur teilen ! Ich bin weder lehrer noch sozialarbeiterin oder ähnliches sondern vier fache Mama ! (Und bevor sie sich fragen wie eine 4 fach Mama so viel zeit zum lesen hat ich erhole mich grade von einer Chemo ) Wie sie schon an meiner schreibweise erkennen können steht es mit dieser auch nicht zum besten ! Ich bin rechtschreiblegastenigerin und habe dies an zwei meiner Kinder in einer noch schwereren Form weiter gegeben ! Ich habe jahrelang sowohl als klassen und schulpflegschafts vorsitzende gearbeitet und war jedes mal wieder erbost ! Es kam nicht selten vor das wir an Elternabend nur zu zweit da saßen und nichts für das kommende halbjahr planen konnten ! Und Das ist etwas was ich nicht verstehe grade wenn man kinder hat die besondere förderung brauchen wie mann sich diesem Thema so entziehen kann ! Ich weiß wie schwer es ist den Förder bedarf zu bekommen ohne das mann ihn selbst zahlen muss und wie schwierig diese wege sind, und auch wie zäh den die Kommunen sparen an allem ! Auch und ganz besonders an Fördermaßnahmen für kinder die besonders hilfe bräuchten ! So kann ich ihnen zum beispiel berichten das es auf der Förderschule wo meine zwei drauf sind grade mal 10% davon Sonderpädagogen sind ! und das diese sogenannten sozialhelfer die für kinder die besonders schwierig sind zu 99% junge leute sind die ein sogenanntes praktisches jahr machen und keinerlei Vorkenntisse besitzen ! Und das ist etwas das ich mehr als erschreckend finde ! Ich finde es klasse das sie den mut gefunden haben ihr 7 Monate mit uns zu teilen und danke ihnen dafür ! Aber für die kids ist es mehr als schade den solche Lehrer wie sie brauchen wir

    Reply
  176. waldrose
    22. August 2013

    Lieber Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch von meiner Tochter zum Geburtstag geschenkt bekommen. Dass ich es in kurzer Zeit durchgelesen habe, beweist, dass es wirklich gut geschrieben ist. Besonders berührt mich die Empathie, um nicht zu sagen: Liebe, die Sie Ihren Schülerinnen und Schülern gegenüber zum Ausdruck brachten. Allerdings stört mich an Ihrem Buch und vor allem auch an den Kommentaren genau das, was mich an vielen Kommentaren zum deutschen Schulsystem stört: Es gibt kein “deutsches” Schulsystem! Wir haben 16 Bundesländer und somit 16 Schulsysteme, da die Schule Ländersache ist. Ob das gut ist oder nicht, möchte ich hier nicht kommentieren. Jedenfalls kann man aus den Erfahrungen, die in einem Bundesland gemacht werden, nicht unbedingt auf Schulen in anderen Bundesländern schließen. Ich behaupte von mir, dass ich einigen Einblick habe: Ich selbst war Realschullehrerin in Bayern (bis vor 2 Jahren im Dienst und sehr gerne!), unsere Tochter hat Abitur, unser Sohn (ADHSler) Hauptschule (mit einem halben Jahr “Umweg” auf der Montessorischule, die ihn rausgeworfen hat (!), weil er sich nicht einordnen konnte), Gesamtschulen habe ich seit 2004 bei den von mir geleiteten Schüleraustauschen in Frankreich und Polen kennen gelernt, außerdem habe ich Bekannte, die Lehrerinnen in NRW bzw. Hessen sind. Meine Erfahrung lautet: jede Schule steht und fällt mit den Lehrern, die dort unterrichten. Es gibt leider unfähige (die gibt es aber in jedem Beruf) und es gibt tolle, die den Kindern wirklich Vieles beibringen können und bei denen sie gerne lernen. Vieles ist auch machbar, wenn man es in die Hand nimmt und den Mut hat, von Lehrplänen und Vorschriften abzuweichen. An unserer Schule z.B. gibt es eine Belohnungskultur für Schüler/innen (Schüler des Monats), es gibt eine Schulhausgestaltungsgruppe, die sich um die Verschönerung des Schulhofs und des Hauses kümmert. Dabei entdecken wir Fähigkeiten der Kinder, die im “normalen” Unterricht nicht zum Vorschein kommen. Die Schüler hingegen identifizieren sich mit “ihrer” Schule. Unsere Schule ist mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, u.a. hat sie den deutschen Schulpreis in der Kategorie Unterrichtsqualität gewonnen (www.real-euro.de).
    Dass Schüler keine kumpelhaften Lehrer wollen, hat mir als Referendarin mal ein Schüler selbst nahe gebracht: Als ich ihn nachmittags im Schwimmbad traf, fragte er mich, warum ich nicht schimpfen würde, wenn sie keine Hausaufgaben gemacht hätten, dann hätten sie es doch verdient!
    Ein wenig gestört haben mich auch Ihre Äußerungen zur Religion. Es gibt sehr wohl auch Kinder, die glauben. Natürlich wird ihnen der Glaube von den Eltern nahe gebracht, aber das ist nicht verwerflich, denn viele andere Dinge lernen die Kinder ja auch von ihren Eltern. Wichtig finde ich generell Toleranz, dazu zählt aber auch, dass man Glauben toleriert. Nicht tolerieren darf man allerdings, wenn dieser Glaube dazu benutzt wird, andere zu unterdrücken. Richtig verstandener Glaube tut das aber nicht, weder der christliche noch der muslimische oder andere. Ich nehme an, Sie kennen Lessings “Nathan”. Die Ringparabel ist für mich einer der wichtigsten, heute noch gültigen Texte, der für Toleranz wirbt.
    Ich könnte noch Vieles zu Ihrem Buch schreiben, aber das würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.
    Herzliche Grüße
    R. Menkel

    Reply
  177. K. Woydich
    26. August 2013

    Hallo,
    habe soeben das Buch ausgelesen.
    Als Bayer kann ich nur sagen: Schöne Zustände
    in Berlin.
    In 4 Wochen ist Bundestagswahl. Da kann ich nur jedem empfehlen alles außer rot zu wählen, damit sich diese Zustände nicht auf ganz Deutschland ausdehnen.
    Als Lehrer würde ich dich weiterempfehlen,
    als Christ kann ich dich nicht eiterempfehlen
    und ich wünsche dir, dass du deiner Tochter zuliebe umdenkst, sonst wird auch sie es in der Schule schwer haben, wenigstens wäre es in Bayern so.

    Reply
  178. Andreas
    27. August 2013

    Die Kirche ist die erste und einzige krimminelle Vereinigung die weltweit aktiv ist.
    Dagegen sind die Mafia bzw. die Hell`s Angels u.ä. ein Kindergarten.Mehr Mord, Vergewaltigung, Folter, Raub, Betrug pp. geht nicht.

    Reply
  179. Isch bin Pangschoon
    28. August 2013

    Vorweg eine Anekdote zum Thema Spaß in der Schule:

    Trauriges Lehrerleben

    Als ich mit meiner Sechser-Gruppe durch einen Freizeitpark streife, will Lars mich unbedingt überreden, mit in die Schiffsschaukel zu kommen. Vorher habe ich ihm erzählt, dass mir darin einmal furchtbar schlecht geworden ist und ich den Kindern, die damals vor mir saßen, fast auf den Kopf gespuckt hätte. „Nein“, sage ich deshalb zu ihm, „den Gefallen tu ich dir nicht, dass du dann lachst, weil ich mich übergeben muss.“ Anschließend erkläre ich ihm, dass es mir nichts ausmache, dass ich nicht mitmachen könne. „Weißt du, Lars, ich habe schon meinen Spaß, wenn ich nur miterlebe, wieviel Spaß ihr habt.“ „Ach“, meint er daraufhin mit verschmitztem Gesicht, „dann haben Sie in der Schule ja nie Spaß.“

    Bin ich nicht zu bedauern???

    Lieber Phil,
    so wie Du habe ich das Lehrerleben an einer Grundschule hinter mir. Viele von Dir beschriebenen Situationen sind mir aus eigener Erfahrung bekannt, allerdings nicht in dieser Krassheit, da meine Schülerschaft noch in einer relativ heilen Welt lebt – in den letzten Jahren aber auch immer weniger.

    Dein Buch lachte mich mit seinem originellen Titel auf dem Bestsellertisch im Supermarkt an und ich nahm es mindestens dreimal auf und legte es wieder hin mit dem Gedanken “nein, das hast du jetzt hinter dir, hast in den letzten Monaten genug gelitten und solltest dich jetzt um deine Gesundheit kümmern”. Doch dann entdeckte ich, dass es auch für den Reader verfügbar ist und so fand es doch zu mir.
    Ich habe es nicht bereut, es (in rasendem Tempo) gelesen zu haben, habe mich amüsiert, aber auch viel schwer zu Bewältigendes wiedererkannt. Ich habe es schon mehrfach weiterempfohlen und somit wird es den Platz 1 auf besagter Liste vielleicht doch noch etwas länger besetzen.

    Da mich angesichts der Schulsituation in unserem Lande immer wieder Ratlosigkeit befällt, frage ich mich, ob die Entwicklung nicht einem natürlichen Rhythmus folgt, den wir mit dem Verstand nicht unterbrechen können – nach dem Schema: Frühling – Sommer – Herbst – Winter. Derzeit scheinen wir mitten im Winter zu stecken, also Kopf hoch – es wird auch wieder besser werden … nur konnte ich es in meiner Berufsphase nicht mehr erleben und werde nun mit großem Interesse weiter verfolgen, wo und wann die ersten Frühlingsboten zu erahnen sind (hier und da gibt es sie vielleicht schon).

    Zu Deinen Musikstunden fällt mir noch eine kleine Anekdote ein, mit der ich meinen Kommentar abschließen möchte:

    Endlich Lehrerin!
    Es war ein Schuljahr, in dem ich keine Klasse hatte. Ich war mit dem Fach Musik in der Klasse 1 eingesetzt. Die Kinder liebten das Singen und das einfache Musizieren mit Instrumenten. Sie jubelten jedes Mal, wenn ich in ihre Klasse kam, um sie in den Mu-sikraum abzuholen.
    Im darauf folgenden Jahr bekam ich eine Klasse und der Musikunterricht in der vorhe-rigen Klasse 1 wurde von jemand anders übernommen. Noch immer wurde ich von den Kindern auf dem Schulhof oder überall, wo sie mir über den Weg liefen, fröhlich begrüßt. Wir winkten uns zu oder wechselten auch mal ein paar Worte.
    Eines Morgens traf ich Selma. Sie fragte mich: „Wieso bist du denn jetzt Lehrerin ge-worden?“ Ich war etwas verdutzt. „Aber Selma, ich bin doch schon immer Lehrerin gewesen.“ „Neeeiiiiin“, war ihre Reaktion, „du hast doch mit uns Musik gemacht.“ „Ja, richtig, aber deswegen war ich doch trotzdem schon Lehrerin. Was denkst du denn, was ich da war? Ich verstehe nicht, wie du das meinst …“ „Du hast gesagt, du hast jetzt eine Klasse. Da bist du doch jetzt erst Lehrerin.“

    LG von einer pangschoonierten Lehrerin

    Reply
  180. Isch bin Pangschoon
    28. August 2013

    Noch etwas fällt mir ein:

    Mein rappeligster Zappelmann war mit seiner Mutter beim Arzt gewesen, hatte von ihr anschließend erklärt bekommen, warum er in der Schule solche Probleme hat.
    Am nächsten Morgen kam er stolz zu mir und sagte:
    Ich weiß jetzt, warum mir das Lernen so schwer fällt. Ich habe Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
    Ich musste innerlich kichern und meinte: Na, wenn du das hättest, dann könntest du das Wort gar nicht behalten und schon gar nicht aussprechen.
    Er schaute mich von schräg unten etwas verunsichert an und trollte sich mit nachdenklichem Blick.

    Auf diese Weise werden Urteile oft so voreilig festgeschrieben, dass das Kind keine Veranlassung mehr sieht, sich auf wohlwollende pädagogische Bemühungen einzulassen.
    “Ich kann das nicht, ich hab doch ADHS …”
    klang für mich seitdem wie ein Freifahrtschein.

    Mich machte dieses Erlebnis sehr nachdenklich und ich hinterfrage sämtliche ärztliche Diagnosen seitdem sehr kritisch.

    (dies fiel mir ein beim Lesen eines Kommentars zu Ritalin)

    LG nochmal von der pensionierten Lehrerin

    Reply
  181. XXX
    1. September 2013

    Lieber Herr Möller,

    habe schon lange kein Buch mehr so schnell durchgelesen. Zu 90 % trifft es auch meine Erfahrungen in nun 15 Jahren als Lehrer an verschiedenen “normalen” Realschulen in Baden-Württemberg. Möglicherweise sind die Verhältnisse an einer RS noch nicht ganz so dramatisch wie diejenigen, die Sie in Berlin erlebt haben, die Tendenz ist aber eindeutig. Schüler (und Eltern) ohne ernsthaftes Interesse an irgendwas, völlig überzogene Ansprüche an die Schule, die die erzieherische Unfähigkeit und Gleichgültigkeit vieler Eltern kitten soll, ca. 50 % überforderte Schüler bei gleichzeitig zurückgehenden Anforderungen, soziale Verwahrlosung bei zunehmender materiellen (insbesondere medialen) Ausstattung, Wohlstandsverwahrlosung. Eltern, die ihren Kindern gerade mal die Fernbedienung des neuen Flachbildfernsehers und ein neues i-phone mit auf den Lebensweg geben, dominieren das Geschehen. Kein Unterschied zwischen Deutschen und Migranten! Alles ist ja “so schwer” und “interessiert mich nicht”. Dabei bemühen sich 90 % der Lehrer, die ich kennen gelernt habe (mehr als hundert), weit über das Normalmaß hinaus. Alles der Politik in die Schuhe zu schieben halte ich für zu kurz gegriffen. Bei aller berechtigten Kritik … . Von den Möglichkeiten und institutionellen Unterstützungsmechanismen in allen möglichen Bereichen, die den Schülern (und Eltern) heute zur Verfügung stehen, hätte ich zu meiner Schulzeit (und die Generationen davor auch) nur träumen können. “Tolle” und schön geredete Projekte (Unwort des Jahrzehnts), die nichts bringen aber nach außen gut klingen. Wo bleibt die Eigeninitiative? Kann man immer nur andere für sein eigenes Versagen verantwortlich machen? Solange der Eigenwille, seinen Geist zu bilden, zu fördern und auch mal zu strapazieren nach wie vor vor einem permanent flimmernden Bildschirm verkommt, wird sich nichts ändern.

    Die Gesamtschule (gut oder schlecht?) wird auch in Ba-Wü kommen und die Herausforderungen für alle am Lernprozess Beteiligten wird nicht einfacher werden. Sonst wäre es ja langweilig.

    Ich freue mich dennoch auf das kommende Schuljahr und seine Herausforderungen!

    Großes Lob für Ihren Mut das alles endlich mal offen und schonungslos anzusprechen! Hat sich meiner Einschätzung nach bisher noch niemand getraut. Schade, dass Sie nicht im Schuldienst verbleiben konnten.

    Alles Gute für die Zukunft!

    Reply
    • Yvonne
      8. September 2013

      Hallo,

      in erster Linie dachte ich “lustiger Titel”.Aber nun hat mich der Inhalt des Buches sehr nachdenklich gestimmt.
      Mein Sohn geht in die 4.Klasse einer Grundschule auf dem Lande und ich sage mir”Gott sei Dank”.Die Lehrer sind spitze mit einer großen Portion Leidenschaftund vor allem viel Erfahrung .Die Vorraussetzungen also für eine weitere gute Schullaufbahn sind gelegt.Wir als Eltern dürfen sogar am Unterricht teilnehmen. Leider habe ich auch den Vergleich zu einer Realschule zu der meine Tochter ging und ich muss sagen ,es gibt viele Parallelen zu dem Buch.Nun kommt mein Sohn nächstes Jahr auch dorthin und mir wachsen graue Haare bei diesem Gedanken.
      Diese Lehrer sind bei weitem nicht so engagiert wie sie es von sich in dem Buch schildern.
      Ich persöhnlich habe das DDR Schulsytem durchlaufen und bin der Meinung,das dieses viel fortschrittlicher war als das jetzige.

      Was ich nicht verstehe,warum Kinder mit solch gravierenden Defiziten nicht auf eine Förderschule kommen und mehrmals sitzenbleiben.Schlimm finde ich auch das so gute engagierte Quereinsteiger wie sie keine Chance bekommen,mit einem ordentlichen Gehalt,Lehrer zu bleiben.Ich kann nur sagen “Hut ab”

      Reply
  182. Theresa Annika
    8. September 2013

    Hallo lieber Philipp,

    ich finde das Buch wirklich sehr gelungen und wenn du Lust hast, kannst du mal auf meinem Blog vorbeischauen, da habe ich gerade etwas darüber geschrieben. ;-)

    Viele liebe Grüße und weiter so!

    Theresa

    Reply
    • martin
      11. September 2013

      Hallo Theresa, wie lautet denn der Blog, ich hab auch Interesse an dem Thema dran zu bleiben?
      Gruß martin

      Reply
  183. Silvi
    17. September 2013

    Lieber Philipp!

    Ich bin gerade mit dem Buch fertig geworden. Es ist klasse in jeder Hinsicht. Lustig,ernst, depremierent und gleichzeitig kann man nur hoffen, das mehr Lehrer gibt, wie sie einer waren.
    Haben Sie sich schon mal überlegt den Politikern, die für dieses Schulsysteme zuständig sind, ihr Buch zu schicken. Vielleicht fangen diese dann auch mal an zu überlegen, so wie wir alle die dieses Buch gelesen haben.
    Sie sind der erste Mensch dem ich ein Kommentar abgebe, habe ich noch nie getan.
    Vielleicht könnten Sie ja auch als Quereinsteiger in die Bildungspolitik gehen, damit wäre unseren Kindern sehr geholfen!

    Ich wünsche ihnen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg und ihrer kleinen Familie.
    Gruß Silvi

    Reply
  184. Lucy
    8. Oktober 2013

    Hallo Herr Möller,

    ich habe ihr Buch gerade zu Ende gelesen und fand es sehr aufschlussreich. Respekt für Ihren Einsatz! Ich lebe selbst in einem Berliner “Problemkiez”, der mittlerweile nach und nach gentrifiziert wird und finde es hochinteressant, was sich in der Grundschule bei mir um die Ecke abspielt.

    Ich bin nur über eine Sache gestolpert: Sie schreiben, dass Sie ihren Schülern beibringen, dass “kein Mann einer erwachsenen Frau irgendwelche Vorschriften machen darf- weder über ihre Lebensweise noch über ihre Sexualpartner, ihre Kleidung oder ihren Beruf.”

    So weit, so gut. Aber an anderer Stelle schreiben Sie über drei Ihrer Schülerinnen “Wahrscheinlich gehen sie regelmäßig shoppen und legen sich dabei den neuesten Trend glitzernd-bunter Klamotten zu- selbstverständlich hauteng. Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis die Mädels verstehen, dass für einen solchen Look auch die richtige Figur vorhanden sein sollte. Nesrin und Büsra sind pummelig, Gülem dagegen stark übergewichtig.”

    Also darf ein Mann einer Frau nicht ihre Kleidung vorschreiben, außer die Frau ist dick und trägt hautenge, “glitzernd-bunte” Klamotten? Dass das nicht jeder ästhetisch findet, mag sein, aber ich hoffe mal, sie sind aufgeklärt genug, um zu wissen, dass Frauen nicht nur dazu da sind, um Männern zu gefallen. Selbst wenn eine Frau 150 Kilo wiegt: Wenn ihr diese Klamotten gefallen, hat sie das Recht, diese zu tragen, weil das ihre Privatangelegenheit ist.

    Mädchen heute werden durch die Medien einem derartigen Druck ausgesetzt, dass sie die perfekte Figur haben müssen um glücklich zu sein/ die Kleidung zu tragen, die sie wollen/ geliebt zu werden etc. Als Lehrer sollte man dies nicht auch noch verstärken.

    (Ja, Übergewicht bei Kindern kann gesundheitliche Folgen haben und es ist wichtig, über gesunde Ernährung und Bewegung aufzuklären. Aber darum geht es hier gar nicht. Und man motiviert dicke Kinder nicht dazu, abzunehmen, indem man sie beschämt oder beschimpft (wie es ja einige ihrer Kollegen in dem Buch getan haben), oder ihnen verbietet, anzuziehen was sie wollen sondern mit Freundlichkeit und Verständnis. Das kann ich sagen, da ich ein dickes Kind war und danach eine dicke Erwachsene. Mein ganzes Leben lang wurde ich von anderen Menschen, auch Lehrern, beschimpft, weil ich dick bin. Erst nachdem ich mich von all dem frei gemacht habe, habe ich ein positives Verhältnis zu meinem Körper entwickelt und mir gesagt “Ich liebe meinen Körper, darum ernähre ich ihn gesund und bewege ihn regelmäßig”. Dann habe ich nachhaltig abgenommen, was meiner Gesundheit sehr gut getan hat. Aber das nur am Rande.)

    Ich hoffe, Sie denken ein bisschen darüber nach und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

    Alles Gute,
    Lucy

    Reply
  185. Mama
    16. Oktober 2013

    Lieber Philipp Möller,

    ich bin 3-fache Mutter und habe derzeit 2 Kinder in der Grundschule und ein Kind auf dem Gymnasium. Gegenüber dem, was du in dem Buch beschrieben hast, herrschen bei uns paradiesische Zustände. Auch wenn hier ebenfalls nicht alles Gold ist, was glänzt.

    Auch ich habe festgestellt, dass ich einiges an Zeit investieren muss, um meinen Kindern behilflich zu sein. Ich selbst komme aus einem “armen” Elternhaus und habe es dennoch zum Ingenieur gebracht. War nicht einfach, ohne Unterstützung seitens der Eltern.

    Fakt ist jedoch, dass an unseren Kindern nur herumgetestet wird, und eine Reform die andere jagt, ohne dass sich vorher einer Gedanken gemacht hat.

    … ich könnte noch viel mehr schreiben, aber dazu reicht der Platz nicht.
    Würde gerne mehr bewegen in der Bildungspolitik, aber wie.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, manchmal wusste ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll.

    Vielen Dank.

    Reply
  186. bawett
    18. Oktober 2013

    Hallo Philipp,
    unsere Tochter (nicht im Lehrberuf) las bei ihrem letzten Besuch bei uns, Ihr Buch. Da sie jahrelang meinen Alltag an einer Hauptschule (die ja nun Realschule plus heißt!!!) hautnah mitbekam, eilte sie ständig zu mir, um Passagen vorzulesen.
    Ja, das kam mir alles bekannt vor.
    Nun habe ich das Buch selbst gelesen, und mich und meinen damaligen Schulalltag mit allen Höhen und Tiefen wiedererkannt.
    Nun bin ich bereits 3 Jahre im Ruhestand(nicht zwischen “Blumen, Kreuzworträtseln und Fernsehen”… locker wiedergegeben) und stecke irgendwie “immer noch drin”, denn Schule mit all ihrem kräftezehrenden Situationen) war mein Leben und kann nicht ausgeknippst werden.
    Spontan habe ich Ihr Buch für einige meiner ehemaligen Mit”kämpfer” gekauft und werde es weiterreichen. Auf die Reaktionen bin ich gespannt, denn ich denke… hier erkennen sich viele wieder.
    Ein dickes “Danke” für die humorvoll-kritische Darstellung der Realität (auch derer von ganz “oben”, die ständig am “überstülpen” waren und sind).

    Reply
  187. Stephie
    22. Oktober 2013

    Lieber Herr Moeller,
    Vielen dank fuer Ihr tolles Buch! Meine Tochter ( 10 Jahre alt hat es fuer mich im Buchladen gefunden,zwar mit der Aussage,dass Sie, Herr Moeller unbedingt zum Deutsch-unterricht gehen muessen,denn es heisst nicht :” Isch geh Schulhof!)
    Ich selber arbeite seit 12 Jahren in einem Kindergarten und kenne die Probleme, die von Ihrer Schule beschreiben, sehr gut!
    Ich hoffe, dass Sie einige Ihrer Buecher and unsere Politiker Verteilt haben!

    Ich freue mich auf Ihr neues Buch!
    Viele gruesse aus Suedbayern :-)

    Reply
  188. Kai Schulz
    23. Oktober 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich habe Ihr Buch dieses Jahr zufällig im Urlaub auf Borkum zufällig in einer Rossmann Filiale gefunden und gekauft. Ich habe es geschafft, in den 3 Wochen auf Borkum zu lesen.

    Mir hat es sehr gut gefallen.

    Was mich interessiert, haben Sie zu den Schülern, die Sie unterrichtet haben noch Kontakt?

    Reply
    • phil
      26. Oktober 2013

      Nein, bis auf zufällige Treffen nicht …

      Reply
  189. Marcus Hoebe
    24. Oktober 2013

    Lieber Phillipp,

    danke – danke – danke !!! Ein super Buch, welches zum Einen sehr humorvoll und daher gut zu lesen ist – zum Anderen (vor allen Dingen) ein Buch, was die Realitaet fast 1:1 spiegelt – wenn auch sehr humorvoll.

    Ich darf Sie bitte noch fragen :
    Waren Sie als so genannte PKB-Kraft taetig, also als Vertretungslehrer im Rahmen der Personalkostenbudgetierung ?
    Ist denn dieser Vertrag immer wieder verlaengert worden – immer an der gleichen Schule ?
    Ist denn der Vertretungsbedarf in den Berliner Schulen sooo hoch ???

    Freue mich ueber eine kurze Info.

    Herzlichst mit
    allen guten Wuenschen !!!

    Marcus Hoebe

    Reply
  190. ShenTe
    26. Oktober 2013

    Hallo
    Habe gerade das Nachtcafe gesehen. Zunächst möchte ich sagen, dass ich eine katholische Erziehung erhalten habe, inc. dem Besuch eines kath. Mädchengymnasiums mit wöchentlichem Kirchenbesuch. Insofern weiß ich wovon ich schreibe.
    Ich hatte durchaus auch angenehme Erfahrungen mit Gläubigen, aber ein Großteil meiner Erlebnisse beschränkte sich darauf, dass ich lernen sollte meinen alles hinterfragenden Geist zu unterdrücken und “einfach mal” etwas annehmen und “einfach glauben” sollte.
    Das ist mir nicht gegeben.

    Heute im Rückblick, auch nach einer Sinnsuche in anderen Religionen oder Weltanschauungen, habe ich festgestellt, dass es keine Rolle spielt, ob ein Mensch Glauben, Heizdecken oder Homöopahtie verkaufen will.
    Es ist immer die gleiche Vorgehensweise.

    Dadurch, dass Religion schon im Kindesalter vermittelt wird, findet eine , fast schon verletzende Gehirnwäsche statt.
    Wie kann man einem Kind beibringen, wie in der DDR oder bei der NSA, Gott sieht alles, Gott hört alles…. Gott ist gütig und gerecht und läßt ab und an mal ganz willkürlich unschuldige Menschen sterben, unschuldige Menschen leiden, macht ab und an schlechte ( nach katholischer Leere schlechte Menschen)Menschen über die Maßen glücklich und ansonsten hält er sich ebenso willkürlich aus dem Leben der Menschen heraus.

    Widerfährt dir Unglück, dann gibt dir der Gläubige an sich, auch noch die Schuld, dann hast Du etwas falsch gemacht, dann mußt du dich mehr bemühen.
    Das sich selbst bestätigende System eines Glaubens ( egal ob Islam, Christen oder Judentum oder Buddhismus oder Hinduismus)macht den Menschen, der nicht glaubt verantwortlich für alles schlechte, das ihm widerfährt und preist Gottes Güte, wahlweise auch das angesammelte positive Karma für alles gute, das geschieht.

    Wenn ich dann höre und sehe, wie eine traumatisierte, attraktive, leicht geltungssüchtige Frau wie Sabatina James, ein System einer übergeordneten Macht mit einer anderen ersetzt, finde ich das sehr aufschlußreich.
    Nicht sie spricht, die man ignorieren kann, sie spricht im Namen einer übergeordneten größeren Macht.
    Sie projiziert all das Leid, das ihr Menschen angetan haben auf eine Religion, ersetzt diese durch eine andere und kompensiert, aus meiner Sicht, dieses Leid dadurch, dass sie eben nun der ” Feindesreligion” angehört.
    Wirklich frei und gesund klingt das für mich nicht. Wenn sie damit mit ihrem Leid besser leben kann, wäre das ok für mich.
    Was mich aber gewaltig stört ist der missionarische Eifer mit der sie eben diesen Glauben verteidigt und anderen Leuten so vehement unterstellt etwas falsch zu machen.
    Sie kann es, wie viele Gläubige nicht stehen lassen, dass der eine glaubt der andere nicht.

    So habe ich ” wahre Gläubige ” erlebt. Ihre negativen Gefühle verdrängend, bzw hinter einer Maske der zur Schau gestellten Gläubigkeit, heimlich uns mehr oder weniger subtil und manipulativ ausgelebt. Ich empfinde jede Form der Manipulation als negativ.
    Ich definiere Manipulation so: jemand möchte, dass du dein Verhalten änderst ( Motivation, Intention spielen hierbei keine Rolle) und bringt dich mit Hilfe verschiedener Manipulationstechniken wie Angst, Bedrohung, Einschüchterung, Aussicht auf Belohnung usw. dazu bestimmte Dinge zu tun.
    Fazit: Das Verkaufen von Heizdecken, Homöopathie und Glauben ist keine unmittelbare Gefahr für die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung, aber wirklich hilfreich ist nichts davon.

    Reply
  191. Angie
    27. Oktober 2013

    Hallo Philipp.
    Erst ein Mal vielen Dank für dieses großartige Buch. Es wurde mir von einem Dozenten der Uni Luxemburg vorgeschlagen. Es ist erstaunlich wie Sie es schaffen die Realität so echt und ironisch darzustellen! Ich bin selbst nun im 3. Semester des Lehramts für Grundschullehrer. Ich muss sagen, obwohl Sie die Situation in Deutschland beschreiben, kommt es mir so vor als würden Sie die Situation hier in Luxemburg beschreiben (bin Luxemburgerin und studiere auch dort)! Wie ähnlich die Situation ist, hat mich echt beeindruckt!
    Ich glaube, dass diese Schule mit Ihnen einen tollen Lehrer verloren hat!
    Ich möchte Ihnen aber auch dafür danken, dass sie mich zum Nachdenken über unser Bildungssystem und meine eigene Schulpraxis, aber auch vor allem über die teilweise aussichtslose Situation der Kinder gebracht haben!
    Vielen herzlichen Dank für diese Arbeit und ich hoffe, ihr Buch inspiriert ganz viele Menschen, vor allem jene, die den Lehrerberuf nicht wertschätzen.

    Reply
  192. Vanessa L.
    30. Oktober 2013

    Guten Abend Herr Möller

    Mit großem Interesse habe ich Ihr Buch “Isch geh Schulhof” gelesen.In vielen Momenten musste ich mir das Lachen verkneifen und erinnerte mich mal wieder aktiv an meine eigene Schulzeit zurück.Wie waren meine Lehrer so?Wie habe meine Klassenkameraden und ich uns verhalten?Beim reflektieren erkannte ich ab und an einige Parallele zu Ihrem Buch.Auch wenn die Situationen auf meiner Schule hier in der Nähe von Hannover nie so krass waren,wie die in Ihrer Schule in Berlin.

    Ich freue mich jetzt schon auf Ihr neues Buche und werde “Isch geh Schulhof” meiner “Lehrerfreundin” wärmstens empfehlen.

    Weiterhin wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.

    Mit freundlichen Grüßen

    Vanessa L.

    Reply
  193. Kerstin
    31. Oktober 2013

    Lieber Herr Möller,
    gerade habe ich Ihr Buch ausgelesen und fand es wirklich bemerkenswert (ehrlich, offen, zutreffend, humorvoll, nachdenklich machend…). Da ich selbst Lehrerin an einer Förderschule Lernen in NRW bin, habe ich schon einige “Lehrer”-Bücher durchgelesen, viele fand ich ganz nett geschrieben und durchaus auch passend. Ihres aber ist das Erste, was ich auch anderen Leuten (insbesondere auch Nicht-Lehrern) empfehlen werde, da es treffend den Alltag an deutschen Schulen beschreibt und dabei deutlich auf die deutsche Bildungsmisere aufmerksam macht. Hat man denn auf politischer Ebene irgendwie auf Ihr Buch reagiert?
    Danke für das Buch!

    Reply
  194. Tina
    2. November 2013

    Hallo Herr Möller,
    ich “verschlinge” das Buch geradezu. Oft muss ich schmunzeln…dann bin ich wieder bewegt, wenn ich mir in Gedanken rufe, dass das alles so passiert ist.
    Ich bin Anfang 30 und Grundschullehrerin in einer kleinen Schule – wir sind knapp 100 Schüler – in einer Kleinstadt. Für mich ist es einer der tollsten Berufe, die es gibt…manchmal aber auch einer der schwierigsten!
    Meilenweit ist unser Schulleben von dem in Ihrem Buch beschriebenen entfernt. Wenn überhaupt, betreffen die Probleme “Ihrer” Kinder “unsere” Kinder nur ansatzweise. Einige Parallelen lassen sich aber dennoch finden.Reformen und Ideen…sicher gut gemeint, aber wer kommt in die Schule und schaut es sich an? Wer bildet Lehrer, die oft eigentlich recht offen gegenüber Neuem sind, SINNVOLL fort? Wer entlastet sie von Papierkrieg und Bürokratie? Wo bleibt am Ende das Kind?
    Besonders bewegte mich die Stelle, auch wenn sie keineswegs die aggresivste war, über den Schüler, der weinend mit dem Schlafanzug vor dem Klassenzimmer stand…Wenn ich mir diesen Jungen nur vorstelle, wie er da steht, weinend in seinem Schlafanzug…
    Ist es nicht traurig und beschämend, was das Leben und die Erfahrungen dieser Kinder über unsere Gesellschaft aussagen?!

    Vielen Dank und Respekt für das Buch; alles Gute!

    Reply
  195. Lena
    2. November 2013

    Lieber Philipp,
    auch ich habe Ihr Buch mit großem Interesse gelesen.
    Ich bin zwar erst 17 Jahre, doch auch ich merke, dass die Gesellschaft einen Wandel vollzieht.
    In der 5. Klasse der Realschule waren wir noch sehr gesittet und hörten (größtenteils) auf unsere Lehrer. Die heutigen Klassen dieses Jahrganges sind oftmals Respektlos. Sie pöbeln Schülerrinnen und Schüler der 10. Klasse an und bewerfen diese mit Ausdrücken, die unter der Gürtellinie verlaufen. Dies hätten wir uns zu unserer Zeit (wenige Jahre!!) nicht erlaubt. Selbst meine damalige Klassenlehrerin beschwerte sich darüber, dass die Kinder Respektloser werden.
    Überforderte Lehrer, die weinend aus dem Unterricht gestürmt sind, gab es zwar nicht bei uns in der Klasse, jedoch spricht sich so etwas schnell rund, vor Allem wenn diese Lehrkraft zu den Führungspersonen der Schule gehört. Andere Lehrer wiederrum hatten keine Lust oder waren zu sehr damit beschäftigt ihre Unterrichtsvorbereitungen IM Unterricht zu tätigen. Darüber hinaus gab es Lehrer, die Behaupteten die Schüler wären schlauer als sie selbst und das in mehreren Fachgebieten beziehungsweise Fächern. Diese durfte man natürlich mit Du, Vornamen, sowie Kosenamen ansprechen. Wo bleibt da der Unterschied zwischen Freund und Autoritätsperson?!
    Dabei muss man erwähnen, dass die Schüler der Deutschen Sprache durchaus Mächtig waren.
    Auch meine Mutter (Erzieherin, unterbezahlt natürlich, wie Sie in Ihrem Buch ansprachen) arbeitet in einer Grundschule(1.-4. Klasse) in der Betreuung und erzählt oftmals von Verhaltensweisen und Familiensituationen die Ihren Beschreibungen ähneln. Manche Kinder sitzen meist alleine zu Hause und beschäftigen sich mit ihren Computern, Spielekonsolen und anderen technischen Geräten.
    Eine Hausaufgaben Betreuung wird zur Unmöglichkeit, da die meisten Kinder eine intensive Betreuung in Anspruch nehmen müssten, was leider durch akuten Personalmangel nicht möglich ist. Ebenfalls bekommen alle Kinder (trotz gleicher Klasse) verschiedene Hausaufgaben auf, welches die Situation ebenfalls erschwert.
    Nach meinem erfolgreichem Abschluss der Realschule und dem Wechsel auf ein Gymnasium muss ich auch hier feststellen, dass die Kinder der unteren Klassen eine andere Erziehung genossen haben als meine Generation.

    Natürlich gibt es wie in allen Situationen, wie auch in dieser (zum Glück) Ausnahmen.

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass in Schulen mehr Geld investiert werden sollte, jedoch sinnvoll. Es kann nicht sein, dass Kinder der Realschule mit Besen Hockey spielen müssen, dafür aber ein Smartboard an der Wand hängen haben. Vertretungspläne wurden auf die neusten Flachbildfernseher übertragen, die leider meist durch technische Probleme nicht liefen und wenn sie liefen durften die Schüler darauf nicht einsehen, da das Sekretariat dadurch gestört wurde. Des Weiteren bin ich jedes Schuljahr am Gymnasium verwundert, dass wir ganz neue Bücher von der Schule gestellt bekommen. In der Realschule hatten wir Bücher, die teilweise auseinander fielen, sobald man sie nur ansah. In unserem Gymnasium fehlt uns nichts an technischen Geräten, Arbeitsmaterial oder Räumlichkeiten, deshalb bin ich der Meinung, dass das Geld ungerecht an unterschiedliche Schulformen verteilt wird.

    Diese Kinder sollen einmal unsere Gesellschaft tragen, wie Politik, Unternehmen und Banken. Wenn es so weiter geht, will man sich nicht ausmalen was in den nächsten Jahren und Generationen mit Deutschland, eins der exportstärksten Länder sowie Vorreiter der Energiewende und sonstigen positiven Merkmalen, passiert.
    Mit Ihrem Buch haben sie manchen Menschen eine Welt eröffnet, die Ihnen Fremd war oder nicht berücksichtigt wurde. Nach Ihren Zeilen wurde diesen Menschen das „Problem“ humorvoll aufgezeigt oder, wer es kennt, noch vertieft oder (ich denke meist) bestätigt.

    Lena (17 Jahre), Schülerin aus dem Raum Köln

    Reply
  196. Stephanie
    3. November 2013

    Hallo Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch heute am Stück von Anfang bis Ende gelesen und bin sehr beeindruckt von Ihrer Art und Weise mit den beschriebenen Zuständen umzugehen. Als Mutter einer schulpflichtigen Tochter (4. Klasse einer städtischen Grundschule) sind mir solche Zustände auch hier am Rande des Ruhrgebietes nicht fremd. Kinder, die bei Schulantritt kein Wort deutsch sprechen, verhaltensauffällige Kinder, desinteressierte und überforderte Eltern sowie ein Großteil Kinder mit Migrationshintergrund sind ein Spiegelbild unserer Schule. Auch wir haben sehr engagierte Pädagogen, die erstaunlicherweise einen Großteil der Probleme fest im Griff haben. Hierbei handelt es sich schwerpunktmäßig um ältere Lehrerinnen, die sich mit viel Engagement an die veränderten Bedingungen angepasst haben. Lediglich die Elternbeteiligung lässt stark zu wünschen übrig: selbst gewählte Elternvertreter finden nur selten den Weg in ihre Gremien!
    Ihr Buch sollte Pflichtlektüre für alle Eltern sein, um ihnen zu zeigen, was sie mit ihrem Fehlverhalten ihren Kindern langfristig antun!!!

    Reply
  197. Iris
    6. November 2013

    Hallo Philipp.

    Habe dein Buch gelesen mit der Annahme, ich könne mich entspannen und lachen.
    Und dann kommt sowas. War stellenweise den Tränen nah!
    Ich bin selber Mutter von 4 Kinder, die Ihre Grundschulzeit gerade beendet haben und ich kann leider doch einige Parallelen zu unseren Erfahrungen ziehen. (Auch aus Gesprächen mit befreundeten Müttern, deren Kinder in anderen Klassen bzw. auf anderen Grundschulen waren.)
    Habe auch einige der Feedbacks gelesen und möchte an dieser Stelle einmal nachhaken:
    Was ist eigentlich mit unseren Politikern?
    Wir können im Feedback viel Diskutieren aber ändern doch damit nichts! Änderung ist dringend geboten, denn ich sehe es genau wie Sie, dass wir geradewegs in eine Zukunft steuern, die durch soziale Kälte, Gewalt, Habgier und Machtgier gesteuert wird.
    Nur die Politik kann hier wirklich eingreifen!
    Also, wie ist deren Reaktion? Gibt es die überhaupt? Und wenn nicht – warum ?
    Kennen sie Ihr Buch nicht? Sollten die Politiker nicht damit zugeschmissen werden, bis sie sich endlich trauen mal Stellung zu beziehen? Ich habe bereits aus eigener Erfahrung vor 30 Jahren gelernt, das Schulklassen mit 30 Kindern nicht mehr sein können, als ein Aufbewahrungsort!
    Wann wird dies endlich klar? Unsere Kinder sind unsere Zukunft und unsere Fortsetzung für ein stabiles Sozialsystem. Wenn hier weiterhin nur “gespart” wird, sparen wir uns alle weg und werden in Zukunft bei Alter,Krankheit oder Gebrechlichkeit betteln gehen müssen wie im Mittelalter!

    Danke für dieses Buch !

    Viele Grüße mit der Hoffnung, dass Diskussion endet und Taten beginnen.

    Reply
  198. Meike
    9. November 2013

    Hallo Herr Möller,
    habe soeben Ihr Buch “Isch geh Schulhof” zu Ende gelesen, dass ich von einer Kollegin (ebenfalls Grundschullehrerin) ausgeliehen habe.Vielen Dank für dieses Werk!
    Ich hoffe, dass Sie damit viele Menschen erreichen können!
    Unser Schulsystem muss dringend reformiert werden. Ich könnte ebenfalls ein Buch über meine Erfahrungen im Schullallltag und die unzähligen Widersprüche im System schreiben.
    Wenn ich dann noch sehe, wie Geld, dass dringend an deutschen Schulen gebraucht wird, von Politik und Wirtschaft zum (funktionierenden und geputzten) Fenster rausgeschmissen wird, kommen mir die Tränen!
    Wir müssen uns fragen: Wie viel sind uns unsere Kinder und damit unsere Zukunft wert?
    Dennoch: Ich liebe meinen Beruf und die Arbeit mit den Kindern.

    Reply
  199. Midori Göbbel
    16. November 2013

    Hallo Herr Philipp Möller,

    ich lebe glücklich seit 1993 in München mit meinem deutschen Mann und meiner Tochter zusammen :-)

    Seit 2010 vermittele ich japanischen Kindergartenerzieherinnen einen Hospitationsplatz in Waldkindergärten, Montessori-Kindergärten und Waldorfkindergärten in/um München.
    Ich bin selbst keine Pädagogin, also eine normale berufstätige Mutter, aber ich liebe Kinder, Natur und Lernen!

    Letzte Woche war ich im Hugendubel und habe Ihr Buch zufällig entdeckt. Das war sozusagen ein Volltreffer für mich, weil ich über Berliner Grundschule durch Ihr Buch kennengelernt habe und finde das jetzige deutschen Schulsystem in Berlin sehr schlecht (vielleicht in anderen Bundesländern auch genauso schlecht ?? Die Grundschule in München welche meine Tochter besucht hat auch viele Migrationskinder, aber nicht so schlimm wie Berliner Grundschule). Ich möchte durch meine oben genannten Tätigkeit die japanische Kindererziehung verbessern. Das ist mein Wunsch.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und freue mich schon auf Ihr nächstes Buch :-)

    Liebe Grüße,
    Midori Göbbel

    Reply
  200. Zeynep
    18. November 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    ich möchte Sie dafür loben, wie Sie in Ihrem Buch offen darüber schreiben, wie Sie an Ihre Grenzen stoßen und welche Erfahrungen Sie dabei machen.
    AN einigen Stellen war ich allerdings nicht glücklich über den Inhalt. Dazu muss ich vielleicht einiges über meine Person schreiben: ich bin in Deutschland geboren, habe Sozialarbeit studiert und an verscheiden Schulen bereits Erfahrung gesammelt. Meine Eltern stammen aus der Türkei und ich bin überzeugte Muslimin.
    Vor allem die Stelle, worüber Sie über das Kopftuch schreiben kann ich mich keineswegs anfreunden. Denn wie im Islam dazu gehört zu fasten, kein Alkohol zu trinken, u.v.m. gehört das Kopftuch ebenso dazu und ist KEINESWEGS ein politisches Symbol oder gar eines im Namen der Unterdrückung.
    mich stört keineswegs dass Sie nicht gottesgläubig sind. Ich habe viele Atheisten oder andersgläubige als gute Freunde. Ich finde es jedoch sehr sehr schade, dass Sie wohl noch nicht mit Menschen zu tun hatten, die ihren Glauben ausleben, evtl. ein Kopftuch tragen und dennoch und gerade deswegen glücklich sind – einfach schade.
    vielleicht verstehen Sie eines Tages dass der Islam keine Religion der Unterdrückung ist. Vielleicht kann Ihnen jemand eines Tages die Thematik Kopftuch erklären und Sie evtl ein anderes Bild davon bekommen.
    Wissen Sie- Frauen im Islam haben so einige Privilegien,vor allem Mütter, denn unser Prophet Mohammed sagte, dass der Himmel den Müttern zu Füßen liege.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

    zeynep

    Reply
    • phil
      5. Dezember 2013

      Hallo Zeynep,

      “Vielleicht verstehen Sie eines Tages dass der Islam keine Religion der Unterdrückung ist.” ist – vielleicht! – der … sagen wir mal: interessanteste Satz, den ich jemals über den Islam gelesen habe. Und: vielleicht verstehen Sie ja eines Tages, dass seine Quelltexte es vielen Menschen sehr leicht machen, den Islam als genau das zu nutzen: als System der Unterdrückung.

      Alles Gute, PM

      Reply
  201. Nettie
    21. November 2013

    Hallo, Herr Möller,

    Ihr Buch hat mich sehr beeindruckt. Hellsichtig und einfühlsam führen Sie die Schulmisere vor Augen.

    Manche Passagen und die Gestaltung Ihrer Website trüben jedoch leider den guten Eindruck. Ihre Ablehnung des Glaubens (und damit offensichtlich auch die Ablehnung gläubiger Menschen) wirkt sehr lieblos und dogmatisch. Man merkt die katholischen Wurzeln, von denen Sie sich befreit haben.

    Im Buch fand sich doch einiges an Reflektionsfähigkeit, und Ihre frische Art der Problembewältigung wirkt mitreißend.

    Wahrscheinlich geht es den meisten so, dass sie Pragmatik und persönliche Weltanschauung mischen. Nur schade, dass das bei Ihnen so extrem dogmatisch rüberkommt!

    Liebe Grüße
    Nettie

    Reply
  202. Franziska
    24. November 2013

    Lieber Herr Möller!

    Bei “Literatur on tour” habe ich begeistert Ihrer Lesung gelauscht und natürlich sofort Ihr Buch gekauft und gelesen. Gestern fiel mir wieder ein, dass sie mich während dem Signieren des Buches auf Ihre Homepage hingewiesen hatten. Ich beschloss also, Ihnen mal ein Feedback zu Ihrem Buch zu geben:
    Während ich Ihr Buch gelesen habe, habe festgestellt, dass Sie nicht nur der perfekte Entertainer, sondern auch ein super Autor sind!
    “Isch geh Schulhof” hat mir richtig gut gefallen! Besonders der Zungenschnalzer und das “vallah”. ;-)Ihr Buch gefällt mir so gut, dass ich es in der Schule bei der Buchvorstellung in ein paar Wochen vorstellen werde. Dann kann ich endlich mit Ihrem und dem Autogramm Ihrer Tochter angeben. ;-)
    Was ich Ihrer Homepage leider nicht entnehmen kann ist, wann Ihre nächste Lesung stattfindet. Das würde ich gern bei der Buchvorstellung dazu sagen. Vielleicht könnten Sie das ja als Kommentar zu meinem Feedback schreiben… :-)

    Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg in allem, was sie machen und freue mich schon auf Ihr nächstes Buch!

    Herzliche Grüße,
    Franziska

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  203. Zauberlehrling
    26. November 2013

    Lieber Philipp,

    ich möchte mich, wie auch so viele vor mir, für dein tolles Buch bedanken und ziehe den Hut vor deinem Schreibstil. Du hast es wirklich geschafft mich mit wenigen Worten von Humor zu Betroffenheit, weiter zur Hilflosigkeit und schlussendlich zur Hoffnung zu schubsen. ;) In meinem (Lehramts-) Studium (bin momentan im letzten Mastersemester) habe ich bisher nur eine Möglichkeit gehabt, einen umfangreichen, ungeschminkten und tiefgründigen Einblick ins Schulleben zu bekommen. Das war in einem Teil von Berlin-Ost, wo auch viele Kinder oft verwahrlos sind oder emotional-sozial vernachlässigt werden. Und in der Klasse, wo ich dann (zunächst unter Anleitung) unterrichten konnte, waren bestimmt auch mindestens die Hälfte mit besonderen Problemen belastet. Zum Glück hatte ich eine super Mentorin, die viele Ideen und Tips für mich hatte und auch bei der Klasse viel richtig gemacht hat, da diese bei ihr “funktionierte”. Seit dem versuche ich auch so vielen Leuten wie möglich meine guten Erfahrungen mitzuteilen und eventuell ein bisschen zu helfen / gute Ideen weiter zu geben.

    Dein Buch hat mir viele neue und doch irgendwie schon bekannte Facetten von Schule gezeigt und mir ist noch einmal ganz stark bewusst geworden, worauf ich als Lehrerin achten muss und was ich bisher vielleicht noch nicht so gut konnte (zum Beispiel das mit dem autoritär/ super streng sein). Andererseits meldete sich bei mir auch oft eine kleine Stimme, die sagte: “Vergiss aber nicht, dass du eine Frau bist. Was also könntest du schon gegen einen aufmüpfigen Sechstklässler ausrichten, der dir körperlich mindestens ebenbürtig ist?” Klar kann man sich drohend aufbauen, aber in den Augen der Kids / Jungs ist man eben doch “nur” eine Frau. Hm. Vielleicht sollte ich einen Karate-Kurs machen und das den Schülern sagen. ;P

    Nachdem ich dein Buch (innerhalb von einem Tag) sprichwörtlich verschlungen habe, blieb in meinem Inneren das sehr starke und große Bedürfnis mich irgendwo zu engagieren oder mitzumachen oder der gleichen, um an der Schulpolitik oder der aktuellen (und zukünftigen) Situation etwas zum Positiven zu verändern. Ich weiß allerdings noch nicht wirklich, wie. Mal sehen, was mir da bei meiner Recherche demnächst so begegnet (Bildet Berlin, Junge GEW, …).

    Auf jeden Fall möchte ich mich ganz doll bei dir bedanken, für die vielen Erfahrungen, die du mit uns allen teilst und ich hoffe für uns alle, dass wir gemeinsam einen Weg finden, um die drohende Sozialkatastrophe abzuwenden und die Schulpolitik nachhaltig zu verbessern.

    Alles Gute für dich und deine Familie (eine schöne Weihnachtszeit). Und ich bin schon auf das neue Buch gespannt.

    Liebe Grüße aus Berlin(Ost), Zauberlehrling

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  204. S. Kessel
    28. November 2013

    Hallo Herr Möller,

    Ihr Buch “Isch geh Schulhof” war sehr unterhaltsam, aber auch wachrüttelnd und aufschlussreich. Das es mit den Schulen so nicht weitergehen darf, ist keine Frage! Ich hoffe, dass genügend Personen in den verantwortlichen Stellen die Probleme auch erkennen und so schnell wie möglich entsprechende Schritte unternehmen. Allerdings hat mir eine Sache in Ihrem Buch gar nicht gefallen. Sie stellen Menschen, die an Gott glauben, als naiv und unaufgeklärt hin. Es gibt Milliarden Menschen auf der Welt, darunter auch sehr gebildete (nicht nur fanatische Terroristen)!, die an Gott glauben. Sind das Ihrer Ansicht nach alles Idioten? Sogar Wissenschaftler sind darunter. Und das ist auch nur eine logische Konsequenz. Denn je intensiver man sich mit der Natur, inkl. Weltall, und deren Gesetzen befasst, desto unwahrscheinlicher ist es doch, zu glauben, all das wäre ein Produkt von vielen Zufällen. Wie Sie in Ihrem Buch selbst so treffend formulieren: von nichts kommt bekanntlich nichts! Schon das Wort Evolutionstherorie sagt ja schon, dass es sich eben nur um eine Theorie handelt, es sind nach wie vor nicht genügend Beweise vorhanden, das als Tatsache hinzustellen. Daran ändern auch Millionen von Jahren nichts. Bevor es überhaupt etwas gegeben hat, also weder unsere Erde noch andere Planeten und Sterne, soll es also mal nichts gegeben haben. Da stelle ich mir nun die Frage: Wie kann sich “nichts” überlegen, dass es “etwas” werden will? Ein Urknall ist in diesem Zusammenhang auch keine adäquate Erklärung.
    Dazu noch interessante Fakten über die Zelle (die Ihnen bekannt sein dürften): Man weiß, dass eine Zelle nur dann lebensfähig ist, wenn mindestens 3 verschiedene Arten komplexer Moleküle zusammenarbeiten: DNA, RNA und Proteine. Ein seriöser Wissenschaftler würde doch sicher nicht behaupten, aus einem Gemisch anorganischer Substanzen könne sich spontan eine komplette lebende Zelle bilden. Wie groß ist Ihrer Meinung nach die Wahrscheinlichkeit, dass RNA, DNA und Proteine zufällig entstehen konnten? Ein typisches Protein in einer “einfachen” Zelle besteht aus 200 Aminosäuren. Selbst in einer solchen Zelle kommen tausende verschiedene Arten von Proteinen vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf der Erde auch nur ein einziges Protein mit ca. 100 Aminosäurenjemals von selbst zusammensetzen konnte, wird auf eins zu einer Billiarde geschätzt. Da glaube ich ja noch eher an die Zahnfee! ;-) Ich bin überzeugte Christin, distanziere mich aber von der Kirche. Übrigens sind Kirche und Bibel absolut nicht dasselbe! Z.B. stand längst in der Bibel, dass die Erde eine Kugel ist und an nichts hängt, da glaubte die Kirche noch, die Erde wäre eine Scheibe… Aber woher konnte der Bibelschreiber das wissen? Bemannte Raumfahrt gab es da noch lange nicht! Die Bibel behauptet von sich, von Gott inspiriert zu sein (2. Timotheus 3:16, 17). Das wäre doch eine Erklärung dafür, oder? Aber unabhängig davon, ob Sie an Gott glauben oder nicht: die Bibel ist nicht umsonst nach wie vor DER Weltbestseller. Schon allein deshalb sollte man sich ernsthaft mit ihr auseinander setzen. Sie wollen doch sicher keine Bildungslücke haben. :-) Sollten Sie keine Bibel besitzen, können Sie sich ja eine ausleihen. Ich empfehle Ihnen, dann folgende Stellen nachzulesen, da diese eine positive Prognose für die Zukunft der Menschheit abgeben: Psalm 37:10,11,29; Johannes 5:28,29 und Offenbarung 21:3-5. Den Schöpfer zu ignorieren, nur weil man ihn nicht mit bloßem Auge sehen kann, ist auch keine Lösung. Den Magnetismus z.B. kann man auch nicht “sehen”, aber man spürt die Auswirkungen. (Römer 1:20,21)
    Diese komplexen Themen in ein paar Sätzen abzuhandeln, ist natürlich unmöglich. Es gäbe dazu noch vieles zu sagen, auch über unser “Rechtssystem”, oder über die von Ihnen angesprochene emotionale Armut. Der Evolutionsgedanke ist auch dafür der ideale Nährboden, denn man ist ja keiner höheren Macht Rechenschaft schuldig, usw…
    Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich ohne Vorurteile und unvoreingenommen über die vorgebrachten Argumente Gedanken machen und mir dazu ein Feedback geben könnten! :-) Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Warum hat der (normale) Mensch eigentlich ein Gewissen? Rein evolutionär betrachtet, macht das ja keinen Sinn, da es doch heißt, der Stärke setzt sich durch und pflanzt sich fort…
    Also dann, hoffentlich bis bald!

    Viele Grüße nach Berlin,
    S. Kessel

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  205. Fr. Kessel
    30. November 2013

    Hallo Herr Möller,

    letzte Woche habe ich hier einen Kommentar eingestellt, den die Redaktion anscheinend zensiert hat. Komisch, ich dachte Sie wären so tolerant und in Deutschland gibt es eine Meinungsfreiheit? Aber anscheinend darf man keinerlei Kritik zu Ihrer Einstellung Gläubigen gegenüber äußern… Obwohl es sehr vernünftige Gründe dafür gibt, an die Existenz eines Schöpfer zu glauben, werden Argumente einfach gelöscht. (Zitat aus Ihrem Buch: von nichts kommt nichts…) Aber fairer Weise sollte man sich auch mal ernsthaft damit auseinander setzten. Vielleicht schafft es Herr Möller ja doch mal, mit mir Kontakt aufzunehmen, um sachliche Argumente auszutauschen. Würde mich echt freuen.

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    • phil
      5. Dezember 2013

      Hallo Fr. S. Kessel,

      Nein: zensiert wird hier nichts. Wenn ich zwischendurch mal Zeit habe, ackere ich mich durch die Kommentare und sortiere zwischen Spam und nicht Spam. Es gibt wohl auch einen Spam-Filter, aber den habe ich offenbar noch nicht kapiert. Ansonsten lasse ich jeden Kommentar zu, so auch ihren:

      Sie bitten also darum, dass ich mich “ernsthaft” mit ihrem Text auseinandersetze. Wissen Sie, ich habe mir angewöhnt, so etwas nur noch vor Publikum zu tun – wenn also wenigstens der Hauch einer Chance darauf besteht, dass meine Worte auf fruchtbaren Boden fallen. Wenn ich ihren vorgestrigen Kommentar aber so lese, gewinne ich den (keineswegs vorsichtigen) Eindruck, dass wir beiden, Fr. S. Kessel: Sie und ich, uns inhaltlich einfach nicht mehr einig werden.

      Und ja: der Herr Möller schafft es doch mal (danke an dieser Stelle für den pseudosubtilen Vorwurfston), mit ihnen “Kontakt” aufzunehmen. Nachdem der Herr Möller (das bin ich) seine Tochter in den Kinderladen gebracht hat und sie schon bald wieder abholt, nachdem er Zeit mit seiner Frau verbracht, seine Freunde getroffen, seine Familie besucht und seinen Haushalt geschmissen hat, nachdem er an seinem nächsten Manuskript gearbeitet, einen Workshop und eine Lesung vorbereitet hat, nachdem er mit seiner Lektorin telefoniert und ungefähr 23 E-Mails beantwortet hat … nachdem er also all das und noch vieles mehr getan hat, nimmt der feine Herr Möller sich also diese 9,3 Minuten Zeit um exakt 283 Worte an eine mit Bibelzitaten um sich schmeißende Frau (?) zu schreiben, die sich ernsthaft (?) fragt:

      Wie kann sich “nichts” überlegen, dass es “etwas” werden will?

      Und warum tut er das, dieser Herr Möller? Aus Dankbarkeit, liebe Fr. S. Kessel, für diesen ganz entzückenden Beitrag zu meinem Comedy-Programm.

      Nix für ungut, herzlichst,

      Ihr Philipp Möller

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      • Nettie
        12. Januar 2014

        Hallo, Herr Möller,
        sich über die durchaus sinnvollen Denkanstöße von Frau Kessel lustig zu machen und sie mit Hohn und Spott zu überschütten zeugt nicht von Souveränität sondern von unverrückbarer Voreingenommenheit. Schade. Im Buch wirkten Sie einfühlsamer.
        Mit freundlichen Grüßen
        Nettie

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  206. Birgit
    3. Dezember 2013

    Lieber Herr Möller,
    ich habe Ihr Buch verschlungen, selten wurde ich mit der täglichen Wahrheit im Schulalltag so komisch und doch ernst konfrontiert. Mutter von einem 15-jährigen zu sein und ihn auf dem rechten Weg zu halten ist im heutigen Schulalltag nicht leicht. Bei meinem Sohn an der Schule herrschen zwar nicht solche Umstände aber sehe ich doch schon eine Ähnlichkeit bei den frustrierten Lehrern. Mein Sohn besucht die Realschule 9 Klasse wenn ich als Mutter Interesse an der Bildung meines Sohnes zeige, falle ich schon unangenehm auf, fühle mich schon als Störenfried sollte ich einmal Fragen haben…… ich weiß nicht wo das noch enden soll. Ich bin heilfroh das er die Schullaufbahn bald hinter sich hat. Anspechpartner gleich Fehlanzeige, man ist sich selbst überlassen.

    Vielen Dank das ich jetzt weiß, dass es noch andere Lehrer gibt oder gab. ( Wenn auch nur Quereinsteiger, vielleicht sind das die Besseren…..)

    Viele liebe Grüße Birgit

    Reply
  207. Benny
    12. Januar 2014

    Hallo Herr Mülla :)

    isch hab dein Buch gelesen und fands iiiba Geil!
    Voll krasse Storys und so, hab’sch mich oft gefragt wie du es geschafft hascht die Blagen nicht wegzuklatschen.
    Respekt!

    Nu in Deutsch:

    Hallo Herr Möller,

    dass Buch ist toll ich bin im Moment auf Seite 204 und lese wie verrückt, am meisten freut es mich das es schön Dick ist und ich so viel von dem Buch habe (ich hasse es wenn eine Serie ; z.B: Breaking Bad; oder ein Buch zu ende ist).
    Ich kenne eine Familie mit 5Kindern und die ist leicht ähnlich wie Ihre Klassen, die Kinder haben eine furchtbare Rechtschreibung “lieper Benny…” und schlagen tun sich die Kids auch gegenseitig, da gibt der 7J. Bruder seiner 9J. Schwester auch mal einfach eine Faust ins Gesicht also kleine Kappelein sind das nicht, die schlagen richtig zu!

    Was Sie in Ihrem Buch beschreiben ist aber wirklich heftig und es schockiert mich ein wenig, meine Schulzeit war zum Glück nicht so schlimm, die Lehrer konnten sich noch durchsetzen. (ich gehörte zu den Problemkindern, wie “Raik”(hieß der so?)ich war Störfaktor Nr. 1)

    ach her je …. soviel Text hupps^^, tut mir Leid :)

    Naja, viel Spaß beim durchlesen, ach wenn Sie das lesen haben Sie es ja gelesen ^_^.
    Also ähm, tolles Buch und schade das Sie nicht weitere Storys bringen.

    Lieben Gruß
    Benny
    Übällllst :D

    Reply
  208. Widmann Johannes
    19. Januar 2014

    Hallo Hr. Möller,

    gerade bin ich mit dem Lesen Ihres Buches “Isch geh Schulhof” fertig geworden und bin zeitgleich begeistert, betroffen und nachdenklich.
    Da ich eher zu den “Buchverstaubern” gehöre und sehr wenig lese (Fachbücher und Fernsehzeitschriften ausgenommen ;-), habe ich doch dieses Buch verschlungen und innerhalb weniger Tage durchgelesen.
    Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich ein Feedback hinterlassen soll, dennoch möchte ich einen möglichen Vorschlag für ein weiteres Buch geben (ja, das Freak-Buch wird schon bestellt):
    Zu oft habe ich mich erwischt, wie ich Parallelen aus ihrem Buch in mein Leben ziehe und wechsel da oft als Person zwischen Hr. Möller und Hr. Geier.
    Der Vorschlag wäre die irrsinnige Entwicklung in der Berufsebene, aus meiner Sicht vom Aussenseiter in der Schule über die Entwicklung zum Vorgesetzten für 40 Mitarbeiter und die Entwicklung meiner Vorgesetzten.
    Genauso wurde ich innerhalb ein paar Minuten ins kalte Wasser geschmissen /”du musst jetzt führen”), habe Niederlagen durchlitten, Prägungen durchlebt, Erfolge erziehlt, ans Aufhören gedacht, mich weiter gebildet und war dabei Vorgesetzter unterschiedlichster, teilweise (aber)witzigen Mitarbeitern und “Tragödien” und Schulter, Auskotztüte, Ventil, Freund und Angstgegener der unterschiedlichsten Persönlichkeiten in einer Firma, wo ich vom Diktator bis hin zum Newage integer handelnden Manger alles erleben durfte, welches mich alles nicht nur einmal kopfschüttelnd, weinend, ängstlich, lachend, euphorisch machen lies.
    Zusätzlich in der Firma: Restrukturierungen, 9 Burn Outs in 5 Jahren, Revolten der Mitarbeiter etc. in einem Betrieb von multikultureller Entwicklung
    Heute der Hr. Geier, vollkommen respektiert und mit den Hang zur Demotivation. Nicht ich habe geführt, ich wurde (durchs Leben) geführt von diesen Seiten und ergebe mich der Situation und erfreue mich trotzdem an Erfolgen meiner lieb gewonnenen Mitarbeiter.
    Dabei vom künstlich autoritären Führungststil, über den kooperativen bis hin zum gleichgültigen und (meiner nach besten) situativen Führungsstil…40 Stile also für 40 Mitarbeiter in 30 Jahren (davon wohl über 100 Mitarbeiter Fluktation)
    Warum schreibe ich das? nicht, weil ich ein Buch über mich lesen will…nein.
    Es würde mich interessieren, augenzwinkernd, aber trotzdem schonungslos zu lesen, wie sich das berufliche Umfeld geändert hat
    Wie Mitarbeiter ausgenutzt werden, sich selbst aufopfern, Konkurenz entsteht, Vorgesetzte mit sozialer Inkompetenz als integer bezeichnet werden und doch nur Resultate (zahlen) erbringen wollen und Firmen nur noch als Sprungbrett sehen, statt “Berufung”, Mitarbeiter an der Basis nach Anerkennung suchen bis hin zum gemeinsamen Weinen. Konzernentscheidungen die an der Basis Tragödien bewirken….aber auch die schönen Momente wie Zusammenhalt, Erfolge und Wertschätzung der Basismitarbeiter an einem selbst (Warum machen die das eigentlich immer mit einem Geschenk von Gummibärchen?!).
    Dieses wahnwitzige Geflecht als “Firmenkultur” sehe ich absolut als Spielfeld für Ihre tolle Art des Schreibstils und Recherche. Humorvolle Anekdoten gibt es massenweise wie z.B. ein mir unterstellter Mitarbeiter aufgeregt zu mir kam und sich beschwerte, warum ihm die zur Verfügung gestellte Arbeitshose nicht richtig passte. Beim genaueren Hinsehen hing allerdings der Brusthosenlatz den Po herunter und als Vorgesetzter könnte man jetzt von verlorener Zeit, Dummheit etc. erzählen, allerdings kommt dann ein “hüpf mal hoch, dreh dich 180 Grad und spring dann genau wieder in die Hose und es wird passen, sofern Du diese Turnübung schaffst”.
    Aber wie gesagt, dies ist ja nur ein Vorschlag und würden genau die gleichen Emotionen wie Nachdenklichkeit, Betroffenheit, grinsen, kopfschütteln und kopfnicken in diesem Segment bewirken.

    In diesem Sinne…vielen Dank für Ihr tolles Buch und ich werde es auf jeden Fall weiter empfehlen

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