Als Pressereferent der Giordano-Bruno-Stiftung weht einem oft genug kalter Wind entgegen. Umso schöner, wenn man mal so richtig abräumen darf:

 

Gerne könnt ihr den Text auch Copy-pasten, solange ihr die Quelle angebt:

http://philippmöller.de/gottlos-glucklich/

 

“Disput Berlin

Guten Abend. Ich hoffe, sie entschuldigen meinen jugendlichen Leichtsinn, wenn ich einsteige mit den Worten: Herr Matussek, wer leichter glaubt wird schwerer klug. Ich möchte Ihnen aber auch sagen, warum ich hier heute Abend mit ziemlich gemischten Gefühlen stehe. Das hängt damit zusammen, dass der Job des Religionskritikers auf der einen Seite sehr leicht ist, aber auf der anderen Seite auch verdammt schwer.

Leicht ist er, weil es erkenntnistheoretisch völlig absurd ist, nur deswegen an einen Gott zu glauben, weil man seine Nicht-Existenz nicht beweisen kann – denn das gilt auch für die Zahnfee, und an die glaubt schließlich auch kein vernünftiger Mensch. Wie wir an der aktuellen Lage in Japan leider (wieder mal) gut erkennen können, kann es einen allmächtigen, allgütigen und allwissenden Gott schlicht und ergreifend nicht geben. Leicht ist der Job auch, weil wir bis heute weltweit beobachten können, dass Religionen uns Menschen in „wir sind gut und haben Recht“ und „die anderen sind böse und liegen falsch“ spalten, so dass Kriege entstehen – oder durch Religion zumindest begünstigt werden. Und abgesehen von der sehr guten Vorarbeit, die Epikur, Gallilei, Kant, Feuerbach, Marx, Nietzsche, Darwin, Einstein, Russel und viele andere geleistet haben, hat sich Religionskritik in letzter Zeit sogar fast von alleine gemacht – bedenkt man die systematische Vertuschung der massiven Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen.

Allerdings ist der Job des Religionskritikers auch verdammt schwer – das hängt damit zusammen, dass man es häufig mit Menschen (wie heute mit Herrn Imkamp und Herrn Huber…) zu tun hat, die eine staatlich finanzierte Rhetorikschulung erhalten haben, mit der sie es schaffen, uns die unmöglichsten Dinge als möglich zu erklären – das Ganze nennt man dann Theologiestudium ☺. Schwer ist der Job auch deshalb, weil religiöse Glaubensgrundsätze meist als heilig erklärt werden (als unantastbar und nicht zu hinterfragen) und damit schwer unzugänglich werden für sachliche Argumente. Außerdem – und das spüren einige von Ihnen in diesem Moment vielleicht auch – fühlen sich Religiöse durch Kritik an Ihrer Religion häufig persönlich beleidigt, was die Diskussion oft unsachlich und leider oft auch sinnlos macht. Schwer ist der Job auch deshalb, weil uns Politik und Medien immer wieder weiß machen wollen, dass die Werte unserer Gesellschaft aus jüdisch-christlichen Wurzeln erwachsen sind – obwohl Demokratie, Menschenrechte, Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau erbittert gegen Vertreter der Religionen erkämpft werden mussten. Schwer ist er auch, weil politische Ideologien (wie z.B. der Nationalsozialismus) gern als „atheistisch“ bezeichnet werden, obwohl der katholische Adolf Hitler bis heute nicht exkommuniziert wurde, deutsche Waffen durch beide Kirchen gesegnet wurden, obwohl auf den Gürtelschnallen der Wehrmacht „Gott mit uns“ stand und die Luthersche Legende des „Schacherjuden“ genutzt wurde, um die „guten“ christlichen Arier gegen

die „bösen“ Juden aufzuhetzen. Außerdem trägt die Caritas-Legende sogar unter kirchenfernen Menschen zu dem Glauben bei, „die Kirche tue doch so viel Gutes“ – obwohl diese sinnvollen Einrichtungen nur zu 1,8% von den Kirchen finanziert werden. Eine billige Werbung also…

Doch so schwer der Job auch sein mag: er ist bitter nötig! Solange nämlich religiöse Gruppierungen der Meinung sind im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein;, so lange deutsche Bistümer von allen Steuerzahlern finanziert, aber vom undemokratischen und kriminellen Vatikan gesteuert werden; solange öffentlich finanzierte christliche Tendenzbetriebe ihre Mitarbeiter nach Konfession einstellen und auch wieder feuern dürfen; solange wir Berufschristen dafür bezahlen, Homosexualität als widernatürliche Sünde zu bezeichnen; solange die bitter nötige und berechtigte Kritik an einem totalitären Islam als „islamophob“ oder gar als „rassistisch“ bezeichnet wird; solange man den gefährlichen Denkfehler begeht, der Intoleranz mit Toleranz zu begegnen und damit unser aller Freiheiten aufs Spiel setzt – solange muss Religion aufs Schärfste kritisiert werden!

Doch wie auch die Kritiker der Atomkraft haben natürlich auch wir Alternativen im Gepäck, und zwar eine Leitkultur von Humanismus und Aufklärung, die sich auf Wissenschaft, Philosophie und Kunst stützt. Wissenschaft um Erkenntnisse zu erlangen, Philosophie um diese Erkenntnisse zu deuten und Kunst um dem Wunsch des Menschen nach Kreativität und Lebensfreude gerecht zu werden. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Religion Privatsache und vom Staat getrennt ist – politisch, juristisch und finanziell! So will es übrigens auch unsere Verfassung… Wir sind für eine Gesellschaft, in der Meinungsfreiheit mehr Wert ist als die leicht zu verletzenden „religiösen Gefühle“ und in der wehrlose Kinderhirne nicht religiös indoktriniert werden. Wir fordern eine Ethik, die sich an den Interessen der Menschen orientiert (und übrigens auch aller anderen Tiere!), statt einer gottgegebenen Moral! Wir sind für kritisches Denken statt religiösen Dogmen, Diesseits statt Jenseits und Heidenspaß statt Höllenqual.

Denn: „Wer das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert“, schreibt Michael Schmidt-Salomon, „der muss die dafür erforderliche intellektuelle und emotionale Reife besitzen!“ Jeder Mensch hat die Freiheit an einen Gott (an welchen auch immer), an mehrere Götter oder an andere Fabelwesen zu glauben oder aber auch davon auszugehen, dass es im Universum mit „rechten Dingen“ zugeht. Aber(!): ein säkularer Staat, eine moderne, pluralistische Gesellschaft braucht keine staatlich finanzierte Mythologie, keine vormoderne, streng hierarchische, patriarchale und undemokratische Parallelgesellschaft – die zu allem Übel auch noch aus Steuergeldern finanziert wird (nicht aus der Kirchensteuer). Den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts können wir nur gerecht werden, wenn wir „falsche Ideen sterben lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen.“

Danke ☺”

151 Comments

  1. rödger
    17. September 2012

    Gottlos glücklich….ein so zutreffender Satz in unserer heutigen,aufgeladen Welt …

    Reply
  2. Bernd M.
    29. September 2012

    Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit diesem Thema, aber selten hat mir jemand so aus dem Herzen gesprochen wie Philipp Möller und Michael Schmidt-Salomon!
    Bildung und Aufklärung sind die Mittel mit denen man so viel erreichen kann. Integrationsprobleme, Extremismus, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, unverantwortlicher Umgang mit der Natur… Alles kein Problem, wenn die Menschheit einfach nur gebildeter wäre!

    Reply
    • R. Hinz
      8. November 2012

      Genauso ist es: Religion ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

      Weil sie die offenen Fragen des Lebens mit falschen Antworten verstopft, schafft sie zusätzliche (und völlig überflüssige) Probleme, die wir ohne sie gar nicht hätten.

      Was die Menschen weiter davon abhält die dringenden, realen Probleme vernünftig anzugehen: Überbevölkerung, Not und Elend, nicht nur der Menschen, sondern auch der Tiere und der Natur.

      Reply
  3. Julia
    10. Oktober 2012

    Super, besser hätte man es nicht ausdrücken können !

    Reply
  4. Humanyu
    17. Oktober 2012

    Respekt! – Genial vorgetragen.

    Kannst dir ein paar Sprüche
    bei mir abgucken, wenn du willst:

    http://philosophes.qx8.info/main/allg_nichts-als-die-reine-wahrheit.php?cat=R

    Reply
  5. Lehrerin
    23. Oktober 2012

    Sehr gut! Da bin ich ganz deiner Meinung!

    Reply
  6. ET
    29. Oktober 2012

    Hi,
    nach dem ich Dein Buch gelesen und mich dabei sehr gut amüsiert habe, bin ich auf dieser Webseite auf den Beitrag “gottlos glücklich” gestoßen.
    Ich kann nur sagen, Hut ab und Daumen Hoch.
    Isch find “Frau Müllaa” gut.

    Reply
  7. Philip
    31. Oktober 2012

    Hallo,

    ich habe noch nie entwas von Philipp Möller gehört bis ich durch Zufall auf den Auftritt bei Disput\Berlin! gestoßen bin.
    Lückenlos stark und souverän! Es war ein Genuss zu sehen wie die verstaubten Vertreter der Kirche diese verbalen Peitschenhiebe erdulden mussten. Trotz meines jungen Alters wurde mir in diesem Auftritt aus der Seele gesprochen. Weiter so!

    MfG Philip

    Reply
  8. Phlipp
    1. November 2012

    Sehr gut! Ich kann dir da nur voll und ganz zustimmen super gesagt.

    WIR BRAUCHEN MEHR MENSCHEN WIE DICH!

    Reply
  9. Mike
    2. November 2012

    Was ich persönlich viel erschreckender finde sind Menschen die Angst davor haben die Ihnen gegebenen geistigen Mittel zu nutzen. Als Bsp. möchte ich da einen gläubigen Kollegen anführen der nach meiner Aufforderung seinen Glauben mal zu hinterfragen, man muss dazu erwähnen das wir im Bereich F&E tätig sind, antwortet das er das gar nicht will. Ich bezeichne das gerne als die Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit. Den wenn der Mensch keinen Plan eines Gottes folgt dann wird er zwangsläufig mit der Realität konfrontiert dass das Universum auch gut ohne die Spezies Mensch auskommt und man selbst, im gesamt Kontext betrachtet, vollkommen bedeutungslos ist.

    Reply
    • phil
      2. November 2012

      F&E = Forschung und Entwicklung. Oder?

      Reply
    • Gast
      5. März 2013

      Ich gebe Ihnen Recht. In unserer heutigen (sehr gottlosen) Weltzeit verliert der Mensch tatsächlich immer mehr an Bedeutungslosigkeit. Man braucht nur zu beobachten wie die Menschen sich gegenseitig beschießen. Nun, erkennen Sie die Realität?

      Reply
      • phil
        5. März 2013

        Also bitte: die Menschen erschießen sich ja wohl am ehesten dort, wo Gottesglaube vorhanden ist. In säkularen Staaten, in denen Religiosität Privatsache ist, herrscht Frieden. Kein Wunder, denn Humanismus liefert keinerlei Rechtfertigung für kriegerische Handlungen!

        Reply
        • love
          1. Juni 2013

          Also bitte: Menschen neigen zu Gewalt und kriegerischen Handlungen gegen andere Menschen und Lebewesen. Die Religion oder der Glaube wird dabei jedoch nur häufig als Trittbrett MISSBRAUCHT.

          “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst” (Galater 5,14; Jakobus 2,8; Matthäus 22,39; …)

          “Seid barmherzig, wie es auch euer Vater (=gott) ist” (Lukas 6,36)

          “Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe.”(Johannes 15,12)

          Das sind alles Bibelstellen, die gegen kriegerische Handlungen sprechen!
          Als ob der christliche Glaube nicht humanistisch wäre???!!!

          Reply
          • Tony
            15. August 2013

            Religion wird also missbraucht. Ja, macht Sinn. Gerade weil die Bibel ein Quell der Liebe ist. Gott ist die Gewalt völlig fremd und nie würde er Menschen oder gar Kinder leiden lassen.

            Alle Erstgeborenen zu töten ist sicherlich ein Ausrutscher gewesen. Wie auch die Sintflut. Oder das die Bibel den Mord an Vergewaltigungsofern befiehlt sollten sie ihren Peiniger nicht heiraten wollen. Wie sieht es aus mit der Liebe eines Vaters der seinen Sohn töten will auf Gottes Wunsch? Alles Begebenheiten, in der Bibel beschrieben die mich in Zweifel betten ob da wirklich eine wunderbare Liebe gepredigt wird.

          • Michael
            23. Januar 2014

            Ein Glaube kann nicht humanistisch sein denn in einem Glauben steht ein Gott zentral an den der Mensch zu glauben hat. Im Humanismus steht der Mensch zentral.
            Ja, ja es gibt all die lieben stellen aber es gibt auch ‘wer nicht fuer mich ist ist gegen mich’ und Auge um Auge und all der Levitukus Quatsch. Liebe deinen Naechsten gillt immer nur innerhald der eigenen (Religions)Gemeinschaft. Wer zweifelt und Kritik aeussert gehoert sofort zu den Anderen die man nicht lieben braucht.
            Religion ist Volksverdummung, auch wenn es Leute gibt die lieb und dumm sind.

  10. Andreas Hamann
    6. November 2012

    Vielen Dank für diesen erhellenden Vortrag.
    Womöglich hast Du nur altbekanntes Wissen sehr gut aufbereitet präsentiert.

    Hoffentlich Wirkungsvoll!

    Das Rückgrat einer Religion heißt: “Verdrängung”.
    – Meine Meinung

    Reply
  11. B.H.
    7. November 2012

    Ein brillianter Vortrag, pfeilschnell und pointiert, ein Genuss für schnelle Versteher.
    Auch wem es zu schnell ging, nochmal anhören! Und auch wer nicht alles akzeptieren kann oder will, muß Zusehen, wie der Glaube einen Beflügelt OHNE die Mitwelt zu UNTERDRÜCKEN!
    Herr Philipp Möller – BITTE MEHR DAVON!

    Reply
  12. Marc M.
    22. November 2012

    Sehr geehrter Herr Möller:
    Ich sehe Sie gerade bei Frau Will und bin restlos beeindruckt (von Ihren Antworten, Ihrer Ruhe, Ihrer Sicherheit, Ihrer Präzision etc.). Puh, danke!
    (Ich traue mich nicht zu schreiben: “Mehr davon!”, obwohl ich versucht bin. Aber das würde meinen: “Mehr von Ihnen!”, dabei wäre noch viel besser: “Mehr davon auch von anderen, z. B. von mir!”)

    Reply
  13. Wolf
    22. November 2012

    Nach dem zweiten Ansehen: Bullshit. Lieblos und dogmatisch.

    Reply
    • Dominc
      22. November 2012

      Vien Dank für Ihre scharfsinnige und differenzierte Analyse, Wolf. Sie punktet insbesondere durch ihre wertvollen und nachvollziehbaren Argumente ab “…und dogmatisch.”!

      Reply
  14. Angela Schmidt
    22. November 2012

    Da ich weiß, wie Christen ticken, finde ich Ihre Antworten oft unpassend, zu allgemein, zu frech und damit wirkungslos. Damit werden die allgem. Vorurteile gegenüber Atheisten bestätigt.
    Da ich die Schmidt-Salomon-Literatur kenne, sind für mich die vielzitierten “Kobolde”, “Menschen und andere Tiere”, “die ewigen Höllenqualen” etc. schon langweilige Standardantworten geworden, die unverstanden verpuffen. Von der “Hölle” spricht man in den Kirchen schon lange nicht mehr – ein Christ stöhnt bei deren Erwähnung innerlich auf und denkt: Die haben ja keine Ahnung!
    Vielleicht sollte man “kleiner und konkreter” vorehen, z.B. die Gottessohnschaft Jesu gekonnt anzweifeln, bzw. die Absurdität der Kreuzigung für unsere Sünden, oder die Millionen Toten aus dem AT, welche auf Gottes Konto gehen… Dinge, die sofort vestanden werden, da sie den meisten Christen oft selbst peinlich sind, da sie letztlich absurd sind.
    Alles Gute!
    A.S.

    Reply
    • Norman Brendelberger
      15. Februar 2013

      Dieser Beitrag sticht aus der Masse heraus. Leider gibt es viel zu wenig Leute, die einem sagen können, wie Christen ticken, am wenigsten diese selbst. Auch die Aussagen von Möller scheinen mir da nicht erschöpfend, deshalb finde ich Ihren Beitrag so interessant. Aber er hat recht, Religionskritiker zu sein ist verdammt schwer, wobei er nicht erwähnt, daß nicht alle Gläubigen Idioten sind. Die Wahrheit liegt in der Mitte, deshalb bin ich weder Atheist noch Theist sondern irgendetwas dazwischen. Im übrigen wüsste ich trotzdem gerne mehr über die Vorurteile gegen Atheisten?

      Reply
  15. DerThor
    22. November 2012

    Genial!

    Reply
  16. Schröter
    1. Dezember 2012

    Unglaublich das bei dieser Argumentation kein einziger Sinneswandel der Zuschauer stattgefundenhat in eure Richtung.
    ”kämpft” bitte weiter :)

    Reply
  17. Lorenz
    1. Dezember 2012

    Oh Mann, auf dein Blog verirren sich zum Teil ja echt schräge Gestalten (allerdings haben sie unstreitig einen gewissen Unterhaltungswert). ;)

    Reply
  18. Dongidel
    3. Dezember 2012

    Das die “..sinnvollen Einrichtungen zu 1,8% von den Kirchen finanziert werden”. Halte ich für ziemlich hoch gegriffen. Ich habe mich letztens mit einem Pressesprecher eines Diakonischen Werkes unterhalten. Es ist ein offenes Geheimniss, dass über die Diakonie Stationen(Ambulante Pflegedienste), die meist ganz gut bis sehr gut laufen, andere projekte der Kirchen Quer finanziert werden. Während den Angestellten erzählt wird man stünde kurz vor der Insolvenz. Ich würde gerne Philipp Möller Kontaktieren habe aber keine Kontakt Daten gefunden.

    Reply
  19. Hannes
    13. Dezember 2012

    Großartig, ganz großartig. Gestern im Log-In extrem souverän-eloquente Vorstellung abgeliefert. Mir 110%ig aus der Seele gesprochen. Vielen Dank und bitte weiter so und gerne medienpräsenter werden!
    Schöne Grüße aus Hamburg

    Reply
    • Mirko
      15. Dezember 2012

      Ich scließe mich meinem Vorgänger an. Wenn die gläubige Fraktion nicht mal mehr über die Bibel reden und klare Fragen nicht beantworten will, zeigt das meiner Meinung nach, daß den Kirchenvertretern SEHR klar ist, das sich die Mehrheit der Menschen damit nicht meht identifizieren kann.

      Daumen hoch für den super Auftritt, Herr Möller.

      …und “Nein”, ich fand´ das auch nicht zu agressiv, das war einfach nur Klartext. Sie haben offensichtlich ihre

      Gruß
      Mirko

      Reply
      • Mirko
        15. Dezember 2012

        Hausaufgaben gemacht.

        Reply
  20. göttin
    13. Dezember 2012

    sehr interessant !!!

    warum hat er keine Gefällt mir Seite auf FB ???? !!!

    los los los

    Reply
  21. DerThor
    16. Dezember 2012

    Wieder genial (“Macht glaube selig?”),

    vor allem, dass Sie sich wieder nicht haben gehen lassen. Ich bewundere Sie dafür. Für Ihre Meinung natürlich nicht :-), warum auch…
    Ich bin in der Nacht live auf die Sendung gestoßen und genieße sie grad online im Hintergrund, besser gesagt Sie. (ich hör grad den Pater “24. Dezember – Sonnenwende” räusper,räusper — Weihnachten jemanden beschenken, den ich hasse (genialer Gedanke)…, räusper, räusper — Als… mir mit 17 ..aufging warum ich getauft wurde…blabla, weil Jesus schon vorweggestorben bin…… Nee, ich kann dem Unsinn nicht folgen.
    Die Seherin und den Bewusstseinsforscher lassen wir gleich mal aussen vor, obwohl letzterer schon etwas vom Pater entfernt ist. Allerdings offensichtlicher pekunär bedingt.

    Oh nein, das ist aber harter Tobak solche Meinungen (v.a. der Pater. Ich unterstelle ihm nichts böses!). Ich glaube (!), ich höre mir den letzten Teil nicht nochmal an.
    Danke Philipp,

    Gruß aus dem Staat mit Trennung aus Kirche und Religion.
    –http://www.zeit.de/2012/49/Streitgespraech-Religion-Vizepraesident-Bundestag-Wolfgang-Thierse–
    Und wo Osteopathie bald alles heilt. (Krankenkassen übernehmen bald die Kosten für diesen Unsinn. Schade, dass Sie dazu nicht auch Stellung nehmen können, denn es ist auf der gleichen Linie des Paters und der Esoteriker. Das Feld wäre aber zu weit, bleiben Sie bei Ihrem).

    DerThor

    Reply
  22. Malte F.
    19. Dezember 2012

    Herr Möller,

    zu Ihrem Auftritt im ZDF (log in):

    Sie haben zwar die Freiheit Menschen zu beleidigen (zumindest fühlte sich der anwesende kath. Bruder gekränkt durch einige Ihrer Aussagen, was er in der Sendung kundtat), aber gerade in einem Leben, wenn es nur eine Existenz hier auf der Erde ist, sollten wir nicht besonders dann darauf achten, den anderen zu respektieren und nicht zu beleidigen, obwohl wir die Freiheit dazu haben?
    Ich würde mich in diesem Fall zumindest nicht gut fühlen, die kurze und kostbare Zeit eines anderen auf dieser Erde ein wenig unangenehmer gemacht zu haben.
    Und ich bin sicher nicht auf der Seite der kath. bzw. ev. Kirche, sodass ich hier keinen theol. ethischen Aspekt hervorheben möchte.

    Frohe Weihnachten,

    M. F.

    Reply
    • phil
      19. Dezember 2012

      Herr Fehr,

      vielleicht habe ich es in der Sendung noch nicht deutlich genug gesagt: das Christentum, sowie andere Religionen auch, ist die institutionalisierte Beleidigung der Menschenwürde, der Menschenrechte und des Intellekts. Meinen Sie wirklich, man sollte Vertreter solcher Lehren davor bewahren, ihnen die nüchterne Betrachtung ihres Glaubens vor Augen zu halten? Wie steht ihre Aussage zu den unzähligen Toten, die der Glaube an “das Gute” und “das Böse” verursacht hat?

      Wie sagte Goethe schon so schön: mit Seide stopft man keinen groben Sack!

      Einen guten Rutsch ins neue Jahr,

      Philipp Möller

      Reply
      • DerThor
        19. Dezember 2012

        Genau, so isses

        Reply
      • DerThor
        19. Dezember 2012

        Es ist in der Tat eine Beleidigung, wenn ein erwachsener Mann mit mir redet, als sei ich bekloppt. Sorry, so kommt mir das aber bei den Brüdern vor. Weitschweifiges Geschwafel ohne realen Hintergrund.

        Reply
  23. Stefan A. Baumgartner
    19. Dezember 2012

    Überzeugt wirkst Du schon sehr. Aber ich habe noch ein paar Fragen, die ich noch nicht beantwortet gefunden habe:
    1. Wenn Du gut auf die Kirche verzichten kannst und Du Dir – sagen wir mal – ein Bein brichst und den Notruf rufst: lehnst Du dann die Hilfe ab, wenn das “rote Kreuz” kommt und schickst den Rettungswagen wieder weg?
    2. nehmen wir mal an, das mit dem Transport jeht durch einen privaten Rettungsdienst klar, und man fährt Dich ins Krankenhaus der “Barmherzigen Brüder”: entlässt Du Dich dann selbstständig und suchst Dir ein anderes Krankenhaus?
    Unterm Strich will ich darauf hinaus: Wie konsequent trennst Du Dich von der Kirche und ihren Satellitenorganisationen? Würdest Du auch eigene Nachteile in Kauf nehmen, um nicht doch wenigstens mittelbar von den “Segnungen” zu profitieren, mit denen sich die Kirchen gerne positiv präsentieren?

    Reply
    • Hergen
      23. Januar 2013

      soviel zur “Nächstenliebe ” der “barmherzigen Brüder”…

      15. Dezember 2012
      Vergewaltigungsopfer in Köln abgewiesen: Katholische Krankenhäuser verweigern Untersuchung

      Eine junge Frau, die offenbar durch K.o.-Tropfen betäubt und später vergewaltigt wurde, ist in Köln von zwei katholischen Kliniken abgewiesen worden. Die Begründung: Ein Rezept für die “Pille danach” könne aus ethischen Gründen nicht ausgestellt werden.

      Reply
  24. Stefan A. Baumgartner
    20. Dezember 2012

    Eine Sache noch: bei uns in der Gemeinde gibt es nur Kindergärten von kirchlichen Trägern.
    Was also tun?
    Umziehen? Weg vom Arbeitsort (nicht jeder verdient sein Geld am heimischen Schreibtisch!) bzw. In eine unbezahlbar teuere Citylage?
    Keine Kinderbetreuung nutzen und zu Hause bleiben? Arbeitsplatz adé! Die Solidargemeinschaft unterstützt die Familie ja sowieso?

    Ich komme fast zu dem Schluss, dass Humanismus ohne Kirche (da bin ich gedanklich noch nicht mal bei einem Gott…!) für mich in der Praxis nicht konsequent zu leben ist, solange der Staat nicht jegliche Betätigung von Kirchen oder kirchenähnlichen Gemeinschaften im Gemeinwesen strikt untersagt:
    – schließung aller kirchlichen Krankenhäuser und Kindertagesstätten
    – Verbot von Caritas, rotem Kreuz und Malteser, Diakonie, …

    Erst dann funktionierts…!

    Reply
  25. Corinna
    20. Dezember 2012

    Ich frage mich, was passiert wenn ein von ihnen geliebter mensch schwer erkranken würde, von der medizin und der wissenschaft unheilbar, ob man dann nicht bereit wäre an eine ünersinnliche macht oder gar an ein wunder zu glauben….
    Ich finde es in ordnung an der institution kirche als solche zu zweifeln, aber den glauben an sich dermassen lächerlich zu machen, menschen zu beleidigen die an gott und christus glauben finde ich nicht sehr humanistisch!!!!

    Reply
    • DerThor
      27. Dezember 2012

      Alles was ich so gelesen habe: Herr Möller beleidigt nicht die Menschen, die daran glauben. Er sagt immer, es solle Privatsache sein. So soll es auch sein.
      Ich würde auch nie auf den Gedanken kommen, jemanden lächerlich zu machen, der die Beatles, Roland Kaiser, Die Randfichten oder Karl Gott göttlich findet. Manchmal läuft es ja ähnlich ab.
      Und wenn mich die Diarrhoe richtig erwischt hat, denke ich auch, lieber Gott lass es vergehen. Obwohl ich weiß, entweder packts mein Körper oder ich gehe doch zum Arzt.

      Ihre Hilfe von Übersinnlichem in Ehren.
      Ich hab zu viele daran glaubende Menschen vergehen sehen. Zum Schluss hält sich jeder daran fest. Ich kenne keinen, den der liebe Gott zurück geholt hat. Ich kenne nur mehr, die daraufhin den Glauben an Gott verloren haben, kurz vor Schluss. Unheilbar heißt nun mal unheilbar. Und auch da gibts Wendungen. Die würde ich aber nicht dem lieben Gott zugestehen.
      Vielleicht ist es wirklich einfach beruhigender, an Unsinn zu glauben …? So soll man es machen. Privatsache!!!

      Reply
  26. Dongidel
    26. Dezember 2012

    mal eben an herrn baumgartner.
    das Rote Kreuz ist kein kirchlicher verein!
    das Rote Kreuz steht für die umgekehrte Fahne der Schweiz!
    das Rote Kreuz entscheidet eben nicht nach nationalität, rasse oder gar religion.
    die Aufgabe des Roten Kreuzes ist es, die Regeln des humanitären Völkerrechts zu verbreiten.
    nur so nebenbei!

    Reply
  27. Michael
    31. Dezember 2012

    Hi Philipp,

    die angegebene E-Mail-Adresse im Impressum ist nicht korrekt! Bitte ändern. Würde dir gerne eine kurze Nachricht schicken!

    Beste Grüße,

    Michael

    Reply
    • phil
      31. Dezember 2012

      Die stimmt schon, aber vermutlich akzeptiert dein Mail-Client (wie viele andere leider auch) keine Umlaute. Ich kümmer mich im nächsten Jahr drum …

      Reply
  28. Philipp
    3. Januar 2013

    Hallo,
    ich lese gerade Dein (ich weiß nicht, ob Duzen angebracht ist, mir scheint es jedoch irgendwie passender) Buch und bin als angehender Lehrer erschüttert über die Zustände, die du beschreibst und gleichzeitig begeistert von deinem witzigen, wortgewandten und gleichzeitig dem Thema angemessen ernsten Schreibstil. Deshalb bin ich auf diese Seite gestoßen.

    Klar, Kirche ist nicht immer modern (das Gegenteil zeigt sich in Jugendarbeit und papst- wie kirchenstrukturkritischen Bewegungen innerhalb der Kirche), Kirche verhält sich im Großen auch inakzeptabel zu homosexuellen, geschiedenen Menschen (siehe die öffentlich gewordenen Entlassungen) und führt sich und ihre Lehre damit selbst in Teilen ad absurdum. Sie macht sich unglaubwürdig – das auch im wortwörtlichen Sinne.

    Die Kritik an der Kirche halte ich also – selbst Katholik – für total berechtigt (!) und praktiziere diese auch. Somit möchte ich an dieser Stelle schon mal die in Deinem Video vorkommende Vorstellung anfechten, dass Religion und kritisches Denken sich ausschließen – eine Meinung, die leider viel zu verbreitet ist und einem oft zweifelnde Blicke einbringt, wenn man seine Konfession “preisgibt”. Denn oft wird die Basis nicht gesehen, sondern nur der Papst, die Struktur von oben. Dass die Struktur an der Basis bisweilen schon ganz anders aussieht, wird gern ausgeblendet. Deswegen finde ich die Worte “undemokratische, patriarchalische Parallelgesellschaft” nicht unberechtigt und sicher mit Absicht so scharf gewählt – aber leider kommt nicht so richtig eine Reflexion dessen zu Tage, was ich eben genannt habe: Eine kritische Basis, (junge) Christen (in meinem Falle), die mit der Zeit gehen wollen und zu offenen Gesprächen bereit sind.

    Dazu sei aber auch noch gesagt: Die knallharte Verneinung einer Möglichkeit einer wie auch immer gearteten göttlichen Existenz macht den Dialog da nicht einfacher ;). Auch die kam im Video vor. Ebenso wie die zwar von Dir selbst als leichtsinnig betitelte, aber doch klare Äußerung: Wer leichter glaubt, wird schwerer Klug. Aber ich will keine Wortklauberei betreiben.

    Das lag mir nur auf dem Herzen nach dem schauen des Videos und mehrmaligen Lesen des Textes :). Gutes neues Jahr noch!

    Reply
    • DerThor
      4. Januar 2013

      Ist es ein Widerspruch in sich? : “Christen…, die mit der Zeit gehen …”

      Reply
      • Philipp
        12. Januar 2013

        Außer billiger Polemik vielleicht ein ernsthafter Kommentar? ;)

        Reply
        • DerThor
          14. Januar 2013

          OK, Kritik angenommen! Funktioniert hier aber argumentieren?

          Nur kurz noch zu oben: Die Betonung könnte auf “Zeit” oder auf “gehen” liegen (Satz mal mit beiden Betonungen lesen) :-) Die Polemik war der Kommentar. :-)

          Reply
          • Jonathan Nehrke
            23. Januar 2013

            Philipp, wie sieht denn deiner Meinung nach ein junges Christentum aus, das mit der Zeit geht? Besonders unter Berücksichtigung von Toleranz, wie sie Jesus nun wirklich nicht predigte (wer nicht für mich ist, ist gegen mich – und wir wissen alle, welchen Ort Jesus für die herbeiwünschte, die gegen ihn sind), und in Anbetracht eines klaren Missionierungsbefehles seitens Christi?

  29. Ralph Schories
    11. Januar 2013

    Hallo Herr Möller,

    ich habe zugegebenermaßen sehr gerne und mit deutlichem Erkenntnisgewinn Ihr Buch gelesen und war froh (als Vater von vier Kindern) in einem kleinen Kaff in Bayern zu leben wo die Welt noch in Ordnung scheint.

    Allerdings bin ich ab einem bestimmten Kapitel über Ihre atheistische Haltung gestolpert, die Sie ja auch meinetwegen haben können.
    Allerdings Ihre Einlassung oben zitierend “solange man den gefährlichen Denkfehler begeht, der Intoleranz mit Toleranz zu begegnen und damit unser aller Freiheiten aufs Spiel setzt – solange muss Religion aufs Schärfste kritisiert werden!” müsste ich jetzt intolerant sein und versuchen, Sie zu einem Christen (oder was auch immer) zu machen.

    Ich persönlich halte auch nicht viel von kirchlichen Institutionen. Aber als denkender und reflektierender Christ in einer Freikirche würde mir wünschen, dass Sie neutraler formulieren. Teilweise klingt das ja zumindest an.

    Solange mein Glaube an was auch immer (sei es Schöpfungsglaube oder Evolutions-Theorie) die Freiheit eines anderen nicht einschränkt, sollte sie nicht negativ konnotiert werden.

    Als Christ halte ich z.B. die Homosexualität für falsch, aber ich verurteile den Menschen dahinter nicht sondern begegne ihm in (platonischer) Liebe.

    Das mal als Gegenpol zur doch großteils einseitigen Kommentierung meiner Vorredner.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg bei der inhaltlichen Arbeit,
    Ralph Schories.

    Reply
  30. Yon Thewa
    16. Januar 2013

    Lieber Herr Möller,

    Ich kann Ihre Einstellung zu Gott nicht nachvollziehen und bin umso glücklicher dass wir uns bei einem anderem Thema einig sind: die Grundlage für eine bessere Gesellschaft liegt in die Bildung. Die Gesellschaft kann nur so gut sein wie Ihre einzelnen Bestandteile, und Menschen können sich nur dann entfalten wenn sie Selbstwertgefühl und Selbstbewustsein empfinden, und wenn sie ihre Fähigkeiten bilden und an an sich glauben können.
    In dem Zusammenhang macht Glaube doch klüger.
    Das Problem ist dass wir uns eher für Eitelkeit als für die Liebe entscheiden. So wird Durchsetzungsvermögen eher mit Ansehen belohnt als gute Leistung und Nächstenliebe. Es wird unglaublich viel Zeit damit verschwendet sich selber zu profilieren oder andere zu bewerten! Davon leben sogar ganze Wirtschaftzweige.
    Eine Konsumgesellschaft fördert Bedürfnisse und ist an Zufriedenheit natürlich nicht interessiert denn eine selbstbewusste Persönlichkeit lässt sich nicht so lenken wie jemand der sich unsicher nach Anerkennung bemüht.
    Kurz: Charakter passt nicht im System.
    Aber das System kann sich ändern wenn immer mehr Kinder an sich glauben und zu selbstbewuste und liebevolle Menschen heranwachsen.

    Beste Grüße,

    Yon Thewa

    Reply
  31. Yon Thewa
    17. Januar 2013

    Liebe Herr Möller,

    Atheismus zu verbreiten hat mit Aufklärung nichts zu tun. Wenn einer beweisen will dass es Liebe nicht gibt weil sie unzählige Menschen unglücklich macht kann ich nur mit die Achseln zucken. Ist das Leben lebenswerter weil ich weiß dass es die Liebe nicht gibt? Mein Glaube ist meine Sache, auch wenn die Kirche wie jedes atheistisches Machtapparat voller menschliche Schwäche ist. Das es zwischen Theorie und Praxis nicht immer klappt wissen sie aus Erfahrung.
    Wenn sie sich für Gottlosigkeit einsetzen, setzen sie sich für’s Nichts ein.
    Nach der Lektüre ihres Buches habe ich voller Neugier ihre Webseite besucht weil ich selbst kleine Kinder habe und auch der Meinung bin, dass wesentliches in Schulen nicht vermittelt wird. Ich suchte dort nach Initiativen für bessere Bildungsmethoden oder Hinweise auf neue Pädagogik-Konzepte, Fehlanzeige. Dort dreht sich alles darum dass sie gottlos sind und wie Sie es allem vortragen.
    Das bringt meine Kinder nicht weiter und interessiert mich nicht.

    Alles Gute,

    Yon Thewa

    Reply
  32. Ann
    20. Januar 2013

    Hallo zusammen, ich stimme mit Yon Thewa überein! Herrn Möllers Einstellung zu Glauben und Religion kann ich absolut nicht nachvollziehen! Als ich ihm heute nach seiner Lesung sagte, dass Religion wichtig sein kann, um Kinder vor einem empfundenen sinnfreiem Leben zu bewahren, blickte er mich aggressiv an und ratterte wie auf Knopfdruck sämtliche negative Ereignisse im Weltgeschehen herunter, die er mit Religion in Verbindung brachte. Überhaupt wirkte Herr Möller beängstigend auf mich. Schon fast selbst fundamentalistisch, mit zurecht gerückten Antworten auf die erwarteten Fragen. Schulmäßig eben! Freiwillig würde ich meine Kinder NIE in Herrn Möllers Obhut geben.

    Reply
  33. Karin
    20. Januar 2013


    Lieber Herr Möller,

    ich habe heute “Isch geh Schulhof” gelesen und bin über einige Ansichten von Ihen sehr erschrocken und traurig. Es ist sehr schade, dass bei Ihrer Sozialisirung Glaube und Kirche offenbar sehr negativ besetzt wurden und dass ihre Tochter wahrscheinlich auch keinen Zugang zum Glauben finden wird, weil sie ihn ihr nicht vorleben können.
    Ich hatte das Glück bei gläubigen Eltern aufwachsen zu dürfen, einen Mann zu finden, der meine Überzeugungen und christlichen Werte teilt und wir unseren Töchter ein liebevolles Gootesbild vermittel können.
    Ja, die Kirche als Institution ist fehlbar und hat viele unentschuldbare Fehler begangen – aber trotz allem glaube ich an Gott und an Jesus Christus. Ich bin froh, dass der Glaube mein Leben bestimmt und mir Perspektive und Halt gibt. Toleranz und Liebe sind zutiefst christliche Werte und ich versuche jeden Tag in dem ich Christi Liebe zu leben versuche die Welt ein Stückchen besser zu machen.
    Ich bitte Sie zu bedenken, dass die christliche Kirchen an ihrer Basis ganz viele Menschen haben, die alle daran arbeiten, dass unsere Welt beseer wird.

    Reply
    • phil
      23. Januar 2013

      Liebe Karin,

      Es ist sehr schade, dass bei Ihrer Sozialisirung Glaube und Kirche offenbar sehr negativ besetzt wurden

      Das ist nicht der Fall, wobei ich hier differenzieren muss.

      “Kirche” war wie folgt besetzt: mein Vater ist Vollblut-Kirchenmusiker in einer Berliner Gemeinde. Dort war ich als Kind oft, fand Spielkameraden und durfte die Anzeige bedienen, die dazu diente, den Gottesdienern anzuzeigen von welcher Seite zunächst gesungen wird. Und wenn die Kirche leer war – was außerhalb des Gottesdienstes oft vorkommt – durfte ich sogar mal die Orgel spielen: dieses riesige Instrument, das einen wunderbaren Höllenlarm machen kann :) Im angeschlossenen Kloster gab es außerdem Bruder, nennen wir ihn: Theophil, der aufgrund seines hohen Alters wie auf Schienen lief und immer meinen Papa veräppelt hat. Das war lustig und ich erinnere mich sehr gern an die Zeit, in der ich noch keinen blassen Schimmer davon hatte, was es mit der (in meinem Fall) römisch katholischen Kirche auf sich hat. Die negative Besetzung, die du (ohne jeglichen Beleg übrigens, aber das nur am Rande …) in meiner Sozialisation zu sehen meinst, kam erst viel später – und zwar durch Informationen. Solltest du dich nun fragen: welche Informationen meint der bloß?, empfehle ich eine Google-News Suche der letzten 12 Monate. Das sollte schon reichen.

      “Glaube” hingegen war in meiner Kindheit weder negativ noch positiv besetzt: dieses Konzept, etwas ohne jeglichen Beleg – ja, sogar angesichts zahlreicher Widerlegungen – für wahr zu halten, kam im pädagogischen Repertoire meiner Kinderstube einfach nicht vor. Im Gegenteil: stets waren meine Eltern darum bemüht, in meinen Geschwistern und mir Neugierde zu wecken, uns zum Fragen stellen zu motivieren und den Dingen auf den Grund zu gehen. Wer kennt ihn nicht, den Titelsong der Sesamstrasse: “Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm!” Diese Fragen waren es dann letztlich auch, die mich dazu gebracht haben, als Fünftklässler aus dem Religionsunterricht auszutreten. Wieso lässt der allmächtige Gott all das Elend auf der Welt zu? Weshalb schreitet er nicht dagegen ein, wenn er doch von der Armut, dem Hunger und den Kriegen weiß – und angeblich voll der nette Kerl ist? (Und jetzt schreib bitte nicht: weil es ein Prüfung unseres Glaubens ist!) Warum gilt Christen ein Buch voll Widersprüche und ethischer Grausamkeiten als Grundlage für ihren Glauben an ein Wesen, das, genau wie der Weihnachtsmann, offensichtlich nur ein Hirngespinst ist? Dazu noch eine kleine Anekdote: vor kurzem ist ein Posiealbum aufgetaucht, das meine alten Schulfreunde mir laut lachend vorlegten und mir zeigten, dass ich noch in der vierten Klasse “Religion” als mein Lieblingsfach angegeben hatte. Ich erinnere mich auch gut daran, dass es dem restlichen Unterricht, in dem man seine grauen Zellen anstrengen musste, nicht besonders ähnlich war …

      und dass ihre Tochter wahrscheinlich auch keinen Zugang zum Glauben finden wird, weil sie ihn ihr nicht vorleben können

      Genau. Das tue ich aus der tiefen Überzeugung, dass meine Tochter nicht mein geistiges Eigentum ist, dem ich eine längst widerlegte und ethisch äußerst fragwürdige Mythologie indoktrinieren darf. Du schreibst es ja selbst:

      Ich hatte das Glück bei gläubigen Eltern aufwachsen zu dürfen …

      Ich vermute, dass deine Eltern (nicht zufällig) dem selben Glauben folgen wie Du. Wären Deine Eltern Moslems: schau an, du würdest fünf Mal am Tag gen Mekka niederknien; wären Sie Hindus hätte dein Gott jede Menge Arme … die Liste ließe sich lange fortsetzen.
      Ich halte es hingegen für wichtig, Kinder nicht weltanschaulich zu manipulieren sondern ihnen nach und nach alle Information, die wir Menschen bereits sammeln konnten, zu vermitteln, so dass in ihnen eine evidenz basierte Weltanschauung wachsen kann, die sich mit der Realität in Einklang bringen lässt; dass sich ihnen eine Ethik erschließt, die sich nicht am Glauben eines Menschen, sondern am Recht eines Lebewesen auf Leben orientiert; so dass sie eine Lebensfreude generieren können, die frei von Schuld, Sühne oder Sünde ist.

      einen Mann zu finden, der meine Überzeugungen und christlichen Werte teilt

      Einer, der dies nicht tut, würde ja wohl kaum eine ernsthafte Beziehung mit dir eingehen, und auch du hättest an einem Freigeist, einem gläubigen Muslim oder einem praktizierenden Hindu wohl kaum Interesse. Obwohl: wo die Liebe hinfällt weiß man ja nie, und dann ist es umso wichtiger, dass der Liebe keine unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen im Wege stehen …

      und christlichen Werte teilt…

      Diese Leerformel kann ich zwar langsam nicht mehr hören / lesen, aber dennoch: alle Werte, die (vor allem deine als Frau betreffenden) Freiheiten ermöglichen, mussten gegen die Vorherrschaft die Vertreter der abrahamitischen Religionen erkämpft werden: Demokratie, Menschenrechte, Gleichberechtigung der Geschlechter, Bekämpfung der Sklaverei und der Leibeigenschaft, die Verachtung gegenüber dem Rassismus, Meinungsfreiheit, Gedankenfreiheit, Pressefreiheit … und nicht zuletzt: Religionsfreiheit, vor allem im Sinne des Rechtes darauf, frei von Religion sein zu dürfen – all das musste dem selbsternannten Bodenpersonal des imaginären Alphamännchens Schritt für Schritt im Zuge der Aufklärung, im Zuge der Emanzipation der Menschen von dem absolutistischen Glauben, abgerungen werden! Also bitte, ja?

      ein liebevolles Gootesbild

      … Entschuldige bitte den Tonfall, aber: habt ihr euer Gottesbild aus einer Kinderbibel? Oder habt ihr euer Hauptwerk nicht aufmerksam gelesen?

      dass die christliche Kirchen an ihrer Basis ganz viele Menschen haben, die alle daran arbeiten, dass unsere Welt beseer wird.

      Das möchte ich nicht bestreiten, aber (1) gibt es diese Menschen auch woanders und (2) hoffe ich doch schwer, dass diese Menschen nicht an einer “besseren” Welt arbeiten, weil sie sich dafür eine Eintrittskarte ins Paradies erhoffen. Und zum Abschluss noch einen kräftigen Seitenhieb:

      mit Blick auf die (bis heute andauernde) Kriminalgeschichte des Christentums; mit Blick auf die zehntausende ostafrikanischer Kinder, die in den vergangenen Jahren von christlichen Hasspredigern als Hexen bezeichnet und daraufhin bei lebendigem Leibe verbrannt wurden; im Namen der zahllosen Missbrauchsopfer Geistlicher, die die katholische Kirche bis heute mit ihrer Aufklärungs- und Entschädigungsverweigerung verhöhnt; im Interesse homosexueller Menschen, die vom Papst, seinen Lakaien und seinen Schäfchen als widernatürliche Sünder bezeichnet und entsprechend ausgegrenzt werden; im Sinne der 1,3 Millionen deutschen Arbeitnehmer, die in christlich vereinnahmten (aber komplett öffentlich finanzierten!) Einrichtungen nicht durch das allgemeine Gleichstellungsgesetz geschützt sind; (…)

      … im Sinne all dieser Opfer des blinden Glaubens, der religiös motivierten Gewalt könnte die “Arbeit an einer besseren Welt” schonmal damit beginnen, aus diesen menschenverachtenden Weltuntergangssekten auszutreten.

      Ich bitte Sie zu bedenken …

      Und ich bitte dich, zu denken.

      Beste Grüße,

      Phil

      Reply
      • Philip
        23. Januar 2013

        Sehr geehrter Herr Moeller,
        es stimmt mich traurig zu merken, dass Sie nicht in der Lage sind andere Menschen in ihrem Glauben stehen zu lassen und sogar eine nett formulierte Antwort als “Unsinn” und “Frechheit” betiteln.
        Nicht zu letzt glauben Sie auch an etwas und wenn es allein der Glaube einer Nichtexistenz eines Gottes sei.
        So sind Menschen wie Sie das Unangenehme des Atheismus, verbreiten Sie doch selbst Ihre eigenen Doktrinen und lassen Menschen in ihren Glauben nicht stehen. Ohne Fanatismus und absoluter Ueberzeugungen waere die Welt ein schoenerer Fleck.
        Gibt es einen Gott? Keine Ahnung.
        Werden wir alle wiedergeboren? Wer kann das schon sagen?
        Kommen wir aus dem Nichts und gehen wieder dahin zurueck? Vielleicht, wielleicht auch nicht.
        Wenn Sie denken mit ihrerer Ueberzeugung richtig zu liegen, stellen Sie sich damit in eine unschoene Selbstverherrlichung.
        Auch wenn es tausende von Extremisten und Fanatisten gibt, ist der einzige Weg ein Licht in der Welt zu sein, indem man andere behandelt wie man selbst behandelt werden moechte und nicht gegen sie ankaempft.
        Mit freundlichem Gruss,
        Philip

        Reply
      • Heiko
        23. Januar 2013

        Du sprichst mir aus dem Herzen. Leider kann ich mich nicht so gut ausdrücken. Aber ich stimme jedem Buchstaben zu.

        Viele Grüße vom Rand der katholischsten Ecke Deutschlands

        Reply
      • Yon Thewa
        2. Februar 2013

        “… und ich bitte dich, zu denken”

        Alles was ist muss eine Ursache für seine Existenz haben. Am Ende muß aber dann eine selbst nicht verursachte Ursache geben: der erster unbewegter Bewegenden.
        Aristoteles

        Reply
    • phil
      28. Januar 2013

      Nanu: Karin reagiert gar nicht auf unsere Antworten – schade!

      Reply
      • Lorenz
        28. Januar 2013

        Hast du ernsthaft etwas anderes erwartet? ;-)

        Reply
        • phil
          29. Januar 2013

          Nein, aber: die Hoffnung stirbt ja zuletzt :)

          Reply
          • Yon Thewa
            29. Januar 2013

            Schade, Herr Möller reagiert nicht auf meine Kommentare.

          • phil
            29. Januar 2013

            Ja, stellen Sie sich vor: ich habe zwischendurch noch andere Dinge zu tun, als auf die undurchdachten Pseudoargumente erfolgreich Indoktrinierter einzugehen …

      • Yon Thewa
        29. Januar 2013

        “Wieso lässt der allmächtige Gott all das Elend auf der Welt zu? Weshalb schreitet er nicht dagegen ein, wenn er doch von der Armut, dem Hunger und den Kriegen weiß – und angeblich voll der nette Kerl ist?”
        Wie fänden Sie es wenn Ihr Vater Sie bei jeden Schritt korrigieren würde?
        Offensichtlich nicht viel:
        ” …meine Tochter nicht mein geistiges Eigentum…”
        Wir haben die Freiheit uns zu entscheiden, den ohne Freiheit gibt es keine Liebe. Wenn Sie beweisen könnten dass es Liebe nicht gibt, wäre es vielleicht auch ein Hinweis dass es Gott nicht gibt. Aber wie sie wissen geht das nicht.
        Gruß,
        Yon Thewa

        Reply
      • Yon Thewa
        29. Januar 2013

        Sie hat bestimmt besseres zu tun als auf undurchdachte Pseudoargumente einzugehen. :-)

        Reply
        • phil
          30. Januar 2013

          Bitte: welche meinst du? Die von mir angebrachten historischen Fakten zur Kriminalgeschichte des Christentums oder die Evidenz basierten Bezüge auf die erkenntnistheoretische Absurdität des selben?

          Reply
          • Yon Thewa
            31. Januar 2013

            Absurd ist es zu denken dass es kein Gott gibt nur weil er uns bei jeden Faux-pas nicht auf die Finger haut, und Absurd ist es zu denken dass Christen fehlerfrei sind weil sie an Gott glauben. Manche Kirchenfürsten haben Millionen Menschen auf den Gewissen, ja! Es sind Menschen die sich wie Mao, Stalin und Hitler von der Macht blenden lassen haben und hochmütig geworden sind. Das hat nichts mit Gottes Wille zu tun. Diese Menschen sind nicht Gottes Marionnetten gewesen. Sie handelten mit eigenem Gewissen, nutzen ihre legitimität und entschieden sich zweifelsohne für einen eigenen falschen Weg.
            Es gibt Menschen die die Bibel für ihre Zwecke instrumentalisieren. Man kann die Handlungen und Absichten von religiöse Institutionen in Frage stellen aber die Existenz von Gott und Glaube öffentlich zu negieren ist ein persönlicher Angriff auf alle Gläubiger und zeugt von einer Intoleranz die die Vergangenheit gehören müsste.
            Manche Stellen der Bibel sind schwer zu verstehen aber viele sind nicht wörtlich zu nehmen. Wenn es um Leben und Tod handelt geht es meistens darum ob man die Wahrheit erkennt und so das Leben bewusst lebt oder ob man in Unwissenheit verharrt
            Das Glaube mit Intelligenz zu tun hat ist ebenfalls absurd. Glaube ist erwas geistiges und geisteswissenschaftliches mit naturwissenschaftliche Methoden prüfen zu wollen ist als würde man die kristalline Eigenschaften eines Minerals mit Hilfe von Methoden der Literaturkritik untersuchen wollen: Ziel verfehlt.
            Warum ist es gut zu glauben? z.B. weil dann umso deutlicher wird dass alle Menschen gleichwertig sind, dass es keinem zusteht den anderen zu bewerten und die eigenen Talente umso mehr Bedeutung bekommen.
            A propos indoktriniert: Keiner meiner Angehöriger ist praktizierender Christ. Ich bin zum Glaube gekommen indem ich mich die Frage gestellt habe: “was gilt?” Was bleibt wenn ich alles in Frage stelle und nur an dem fest halte was Lebenswichtig ist. Die Antwort war nicht Gott aber sie hat dahin geführt.
            Das entscheidende ist das Gott sich keinem aufdrängt. Beweise können den Glauben nichts anhaben.
            “Man sieht nur mit dem Herzen gut”. Jeder kann diesen Satz verstehen. Ob man es tut ist aber eine Frage des Willens.

          • phil
            31. Januar 2013

            Danke, ihre Antwort spricht Bände.

            “Man sieht nur mit dem Herzen gut”

            Ich hoffe für uns alle, dass Sie mit dieser Einstellung nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

          • Yon Thewa
            31. Januar 2013

            “Danke, ihre Antwort spricht Bände.”

            Naja, das war ja auch meine Absicht.
            Aber offensichtlich geht es hier nur darum, durch polemische Außerungen Aufsehen zu erregen um Aufmerksamkeit und Verkaufszahlen zu erreichen.
            Ich dachte dass es Ihnen um etwas mehr geht Herr Möller. Ich verabschiede mich und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

            Beste Grüße,

            Yon Thewa

  34. Henning
    23. Januar 2013

    Gratuliere für die Antwort – damit rennst Du aber leider nur offene Türen ein. Die Türen aller Religionen sind zugekettet – sie öffnen sich nur bedingungslosen und treudoofen Neumitgliedern, wie eine Burg, die sich gegen angreifende Alternativ-Religionen und nun auch gegen Atheismus wehren muss. Denn tut sie es nicht, muss sie unweigerlich zu einer Privatsache werden, und das widerspricht ihrem Macht- & Missionierungbestreben.

    Und an alle Religioten hier: bitte hört doch endlich auf mit dem “wir sind die besseren Menschen” Geschwafel. Diese religiotische Propaganda ist grober Unfug und täglich weltweit mit dem Gegenteil belegt. Lasst bitte Eure Kinder in Frieden aufwachsen. Empathie & Ethik sind angeboren, und ihr macht sie mit euren Teufelsdrohungen kaputt statt sie zu fördern. Ist Gewaltandrohung ein geeignetes Vorbild für ethisches Verhalten? Ihr seid alle Opfer eure eigenen kindheitlichen Gehirnwäsche.

    Reply
  35. Jonathan Nehrke
    23. Januar 2013

    Zum Thema “Liebe und Toleranz sind zutiefst christliche Werte”:

    http://religionskritik.blogspot.de/2012/06/jesus-eine-ethische-instanz.html

    Reply
  36. Gutmann
    23. Januar 2013

    Deinen Mail- Dialog mit Karin:
    Sensationell! Gut gesprochen.
    Ich stimme Dir in Allem überein.
    Wie bin ich froh, wirklich froh, daß Du das
    so sagen und benennen kannst. In dieser Klarheit.
    Weiter so und vielen vielen Dank.
    Und für Dein Mitgefühl!

    Reply
  37. Johann Most
    23. Januar 2013

    Liebr Philipp Möller,

    ich habe es mir angetan und bei Youtube die gesamte Aufzeichnung des Abends angesehen. Und kann eines nicht verstehen:

    Das Motto war “Ist die Welt ohne Religion besser dran?” Es ging also um _Religion_ als welweiter Faktor und nicht um das deutsche Christentum. Warum saßen dann nicht auf der Seite der Religioten, neben einem weichspülenden Christen, auch ein fundamentalistischer Moslem, ein kreationistischer amerikanischer Hassprediger und ein jüdischer Orthodoxer, der aus religiösen Gründen Frauen nicht im gleichen Bus wie Männer fahren lassen will?

    Denn _dann_ wäre es wirklich um die Ausgangsfrage gegangen. Diese Leute hätte man einfach nur sich selbst um Kopf und Kragen reden lassen können. Dann nämlich hätte das Endergebnis ganz anders ausgesehen. Ein Scheingefecht wie bei dieser Veranstaltung ist doch von Anfang an nicht wert, dass man daran überhaupt teilnimmt. Und niemand auf Ihrer Seite hat das auch nur im Ansatz angesprochen. Muss ich denn alles selber machen B-) ?

    Wie sehr Religion die Welt gefährdet hat John Gray in seinem Buch “Politik der Apokalypse” umfassend analysiert, dort findet man auch genug Argumente, um Leuten, die mit “Aber gerade Gottlose wie Nazis und Kommunisten haben noch viel mehr blabla etc.” zu antworten. Gray ist für mich der wichtigste Denker unserer Zeit, allerdings kritisiert er auch den Humanismus in “Von Menschen und anderen Tieren” scharf, wodurch er natürlich für einen Humanisten nicht gerade als guter Verbündeter gegen Religiotie geeignet ist.

    Ich denke, um abzuschließen, dass man als Gottfreier in eine Falle läuft, wenn man an einer Diskussion in der Art und unter dem Motto wie dieser teilnimmt. Sie haben es am Ergebnis vielleicht selber gesehen.

    Reply
  38. Stephan Junghanns
    24. Januar 2013

    Auf den Punkt. Danke!!!

    Reply
  39. Jan
    25. Januar 2013

    Lieber Philipp Möller,

    auch wenn es etwas vermessen klingt: Ich muss feststellen, dass die obige Podiumsdiskussion (größtenteils) sinnlos ist. Jegliche Diskussionen zu dem Thema Religion unter rein utilitaristischen Gesichtspunkten sind – bei näherer Betrachtung – völlig sinnlos. Mehr noch: absurd. Die Frage, ob eine Religion (oder Religion im Allgemeinen) nützlich für die Gesellschaft ist oder nicht, kann nicht einmal annährend beantwortet werden, ohne sich auf eine philosophische Ebene zu begeben. Konkreter: Ohne über die Wahrscheinlichkeit einer Existenz Gottes zu diskutieren. Viele Menschen in unserer Gesellschaft wollen natürlich diese Frage überspringen, sind gelangweilt bzw. genervt von ihr, da sie schlichtweg davon ausgehen, dass Gott ein Fabelwesen ist. Aber auch viele Gläubige wollen nicht über die Wahrscheinlichkeit einer Existenz Gottes sprechen, häufig ironischerweise aus den gleichen Gründen: Weil sie ihrerseits meinen, sicher zu sein, dass es Gott (im Sinne eines höchsten Schöpferwesens) gibt. Und auch dass sie für sich den richtigen Weg zu ihm (also die richtige Religion) gefunden haben. Das Philosophieren darüber hat also auch für sie oft kaum einen Reiz. Somit besteht folgendes Dilemma: Für Atheisten und Religiöse hat Religion eine völlig unterschiedliche Bedeutung. Ich will an dieser Stelle ein Beispiel konstruieren: Stellen sie sich einmal einen tiefgläubigen katholischen Priester vor – einen, der tatsächlich, so primitiv es nun erscheinen mag, an Himmel und Hölle glaubt. Dieser hat im Lotto gewonnen und möchte den Betrag spenden. Er fliegt nach Afrika und hat dort die Möglichkeit, in einer unvorstellbar armen Region die finanziellen Mittel für eine kleine Krankenstation zu spenden. Stattdessen aber verwendet er das Geld für die Finanzierung katholischer Missionare, die ins Land reisen sollen, um in der entsprechenden Gegend zu missionieren. Natürlich wären nun die allermeisten Menschen in unserer Gesellschaft empört, entrüstet darüber. Denn anstatt eine Krankenstation zu errichten, um Menschenleben zu retten, finanziert dieser Priester “nur” die Ausbreitung seines Glaubens. Man würde meinen: Er hat vielen Menschen dort das Leben versagt. Er allerdings würde erwidern, dass er, ganz im Gegenteil, vielen Menschen das Leben geschenkt hat: Das ewige Leben durch Jesus Christus.
    Ich gebe zu, dies ist ein sehr drastisches Beispiel. Aber worauf ich hinaus will: Religion ist für Atheisten und Gläubige stets etwas völlig Anderes. Angenommen, Gott gibt es, und der katholische Glaube ist der einzige (oder zumindest der beste) Weg zu ihm: Dann ist logischerweise die Religion bzw. die katholische Lehre äußerst nützlich für unsere Gesellschaft. Angenommen, Gott existiert nicht: Dann ist die Nützlichkeit sämtlicher religiöser Organisationen dieser Welt ausschließlich daran zu bemessen, wie sehr sie in irgendeiner Weise zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen beitragen. Jener Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse wird stets als einziges Kriterium bei solchen Podiumsdiskussionen genommen. Die Frage lautet dabei: Wie nützlich ist Gott? Und genau das kann man nicht beantworten, ohne vorauszusetzen, dass es ihn gibt oder nicht gibt. (Und ohne vorauszusetzen, dass, wenn es ihn gibt, er bestimmte Eigenschaften hat und mit den Menschen in Verbindung steht, so dass man nicht von Deismus oder gar Pantheismus sprechen kann.) D. h. die philosophische Ebene ist eigentlich unumgänglich. Bei einer Diskussion über die Nützlichkeit der Religionen kann man Gott nicht ausklammern. Und wenn man als Atheist die Macht der Kirche zurückdrängen will, führt der Weg nicht an Gott vorbei. Und wenn man, z. B. als gläubiger Katholik, den Einfluss der Kirche erweitern will, gilt genau das gleiche. Denn ansonsten ist es alles nichts als Farce.
    In Diskussionen über die Nützlichkeit der Religion ist das Aneinander-vorbei-Reden vorprogrammiert. Zwar kommt es in der Veranstaltung, von der wir oben einen Aussschnitt sehen, tatsächlich zu einer (Pseudo)Diskussion, doch dies hat eine einfache Erklärung: Die Pro-Religion-Seite beschränkt sich auf die rein utilitaristischen Aspekte der Religion in Bezug auf die Lebensverhältnisse der Menschen, um auf den gleichen Nenner mit den Atheisten zu kommen. Nur so gibt es nämlich eine Grundlage – ein elementares Kriterium -für eine Diskussion.
    Meines Erachtens ist eine solche Diskussion sinnlos und letztlich, wenn man alles konsequent zu Ende denkt, stets zu einer Pattsituation verurteilt. Diese Pattsituation kann – eventuell – nur durch den Umweg der Philosophie überwunden werden…

    Grüße aus Berlin

    Reply
  40. Schubert
    25. Januar 2013


    Hallo Herr Möller,

    ich bereite grade eine Predigt für einen Jugendgottesdienst mit dem Thema: „Gottlos Glücklich“ vor und bin bei Recherchen auf dieser Seite gelandet.
    Ihre Argumente haben in meinen Augen wenig Fundament und wenn Sie Religion, oder besser, den Glauben kritisieren wollen, dann sollten Sie sich nicht an Institutionen oder Organisationen orientieren, sondern deren Quelle genauer untersuchen.
    Zitat von Ihnen: ““Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm!” Diese Fragen waren es dann letztlich auch, die mich dazu gebracht haben, als Fünftklässler aus dem Religionsunterricht auszutreten. Wieso lässt der allmächtige Gott all das Elend auf der Welt zu? Weshalb schreitet er nicht dagegen ein, wenn er doch von der Armut, dem Hunger und den Kriegen weiß – und angeblich voll der nette Kerl ist?”

    Ich selbst bin im ähnlichen Alter wie Sie über diese Problematik gestoßen, ich selbst habe 3-4 Jahre mit starken Zweifeln gekämpft und endete in dem Entschluss, Gott als Realität anzuerkennen, auch wenn ich nie an ihn glauben kann. Ich traf diese Entscheidung alleine aus der Sorge heraus, was, wenn all das doch wahr sein sollte? Selbst wenn ich in die „Hölle“ gehen müsste, weil ich nicht glauben kann, sollen doch meine Kinder später einmal Gott als Selbstverständlich empfinden, damit zumindest ihnen dieses eventuelle Schicksal erspart bleibt.
    Gott sei Dank kam es anders und dieser Gott hat meine Seele von einigen Ängsten und Nöten befreit ohne dass ich einen Priester, Pastor oder was auch immer um Hilfe gebeten habe und ich habe für mich erkannt, dass dieser Gott existiert.
    Und ich habe sein Wort gelesen und einiges verstanden, was mir niemand in der Kirche gepredigt oder im Religionsunterricht erzählt hatte. Es steht alles in der Bibel was der Mensch zu seinem Glück braucht und die Bibel hat wesentlich weniger Widersprüche in sich, als Sie es vielleicht empfinden mögen.
    Die Bibel spricht von keinem netten Kerl. Und auch der in die Kinderköpfe gepflanzte “liebe Gott” ist nur Halbwahrheit.
    Die Bibel spricht von einem gerechten und liebenden Gott und ich brauchte kein Theologiestudium um zu begreifen, warum so viel Blut im AT vergossen wurde und weswegen es so elend um unsere Welt steht. Die Antwort findet sich in der Bibel. Aber auch nur, wenn man sie komplett liest und im Ganzen zu begreifen beginnt.
    Wenn Sie glauben, dass Humanismus, Philosophie und Kunst die Lösung sind, dann prophezeie ich Ihnen, dass die in der Bibel beschriebene Apokalypse wesentlicher schneller eintreffen wird.
    Der Mensch ist nicht in Lage ohne höherer, gerichtlicher Instanz seinen angeborenen Egoismus zu überwinden.
    Wenn Sie meinen, dass Intellekt und Bildung unsere Welt verbessert, dann sehen Sie sich mal kritisch in unserer Gesellschaft um.
    Arbeitgeber, die ihr Angestellten ausbeuten, Leiharbeit, überzogene Managergehälter, Diktatoren die Völker unterdrücken usw.
    Schauen Sie die Schulen an, Kinder sind fast keine Kinder mehr, selbst Lehrer fürchten schon den Gang zur Schule. Gewalt, Grausamkeit, Hass. Sex wird für Liebe gehalten.
    Intellekt macht nicht glücklich, neben dem Verstand hat jeder Mensch eine Seele und diese muss beschützt und bewahrt werden.
    Eine Welt ohne Gott wird nicht glücklicher, sie wird kälter, grausamer und egoistischer.

    Ich möchte Sie ermutigen, sich diesem Thema neu zu stellen und diesmal die Bibel von Anfang bis Ende zu lesen und dann Kritik zu üben.
    Es macht keinen Sinn, sich Negativbeispiele unter den Menschen zu suchen um eine größere, komplexere Sache zu kritisieren und anzuprangern.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Schubert

    Reply
    • Jonathan Nehrke
      26. Januar 2013

      Ich bin zwar nicht direkt angesprochen, fühle mich es aber, da ich einige der oben angesprochenen und kritisierten Positionen vertrete.

      Ich selbst konnte mich besonders durch die Problematik der Theodizee und der Blutrünstigkeit des Alten Testaments von dem Glauben an einen biblischen Gott befreien. Von dort aus war es ein kleiner Schritt zu begreifen, dass sämtlichen Religionen und religiösen Glaubensausrichtungen dasselbe Fundament zugrunde liegt – nämlich gar keins.

      Auch ich habe die Bibel gelesen, von vorn bis hinten. Und das nicht nur ein Mal. Es gehörte zu meiner Erziehung, regelmäßig, meist täglich in der Bibel zu lesen, über das Gelesene zu sprechen und es somit zu verstehen.
      Ich bin mit der Bibel als gute Anleitung zum Leben aufgewachsen. Ein Leitsatz stammt aus Thimoteus, nämlich dass die Schrift nützlich sei “zum Lehren, zur Erziehung in der Gerechtigkeit”.

      Schaut man sich jedoch die Bibel an, geht es nicht etwa um eine Erziehung zur Gerechtigkeit oder überhaupt um generelle Gerechtigkeit. Es geht hauptsächlich um das Missionieren (Jesu klarer Auftrag “Gehet daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters”… Man kennt das…), um die Prophezeiung eines göttlichen Strafgerichtes, bei welchem viele Menschen ermordet werden (die Offenbarung des Johannes spricht Bände) und natürlich um das Einhalten moralischer Grundsätze.

      Das Interessante an diesen moralischen Grundsätzen, welche oftmals als gute, biblische Werte angeführt werden ist, dass sie zwar moralisch sind – aber mit Ethik wenig am Hut haben.

      Der Unterschied ist, dass bei der Moral gewisse Handlungen per se verurteilt werden, ohne, dass vernünftige Gründe angeführt sind.
      Wären diese Grundsätze jedoch von einer vernünftigen Ethik geprägt, ginge es ihnen eher darum, menschliches Zusammenleben fair zu regeln. Das ist jedoch nicht der Zweck.

      Es geht eindeutig darum, als göttlich erachtete Gebote durchzuringen, ungeachtet der Konsequenz für Menschen.

      Die Konsequenz durfte die Menschheit zum Beispiel während der Inquisition erleben, als das in Mose geschriebene Gebot “Die Hexe sollst du nicht am Leben lassen!” angewandt wurde.
      Und die Menschen erlebten es, als Martin Luther ins gleiche Horn blies wie der Apostel Paulus, ein Antisemit vor dem Herrn, da beide die Juden aufs Schärfste verdammten. Die Nazis unter Hitler hatten in diesen Christen in Bezug auf den Antisemitismus nicht nur große Vorbilder – Sondern direkt eine biblische Legitimation.

      AUch heute können die Menschen die Konsequenzen noch spüren, wenn es z. B um die Verdammung, Verfolgung, Ermordung von Homosexuellen geht. Die biblische Äußerungen zur gleichgeschlechtlichen Liebe lassen keinen Zweifel offen, dass Gott diese Form der Liebe zu hassen scheint.

      Ich wuchs mit der Argumentation auf, dass Gott als Schöpfer aller Dinge schlichtweg das Recht hat, die Regeln aufzustellen. Mal angenommen, das sei wahr: Es ändert nichts daran, dass diese Regeln mit einer vernünftigen Ethik nichts das Geringste zu tun haben.

      Der Aufruf ging zwar an Philipp Möller, aber ich bin gerne dazu bereit, mich diesem Thema immer wieder aufs Neue zu stellen. Tatsächlich tue ich das seit Jahren fast täglich durch Artikel, Diskussionen im Internet und im Privaten und vor allem durch meine Gedanken.

      Die Behauptung die nun im Raum steht ist, dass
      1.) Der Gott der Bibel der wahre Gott ist,
      2.) Dass alles, was der Mensch zum Glück braucht, in der Bibel steht,
      3.) Dass der Mensch nicht in der Lage ist, sich ohne höhere, gerichtliche Instanz seines Egoismuses zu entledigen.

      zu 1.) – Diese Behauptung stellen SÄMTLICHE Glaubensrichtungen der Erde auf, welche sich an einem monotheistischen Gott orientieren. Warum sollte sie, Schubert, damit nun ausnahmsweise Recht haben? Welchen Beleg haben sie für diese Behauptung?

      zu 2.) – Wie stehen sie dazu, dass es unglaublich viele homosexuellen Menschen gibt, die ihr großes Glück in der Liebe zu ihrem Partner finden, eben diese Liebe aber in der Bibel verurteilt wird, ihnen somit ihr Glück untersagt wird?

      zu 3.) – Woran ist zu erkennen, dass in der Bibel eine höhere Gerichtbarkeit enthalten ist? Sämtliche Aussprüche wirken auf mich unglaublich Mensch, von einem nicht zu unterschätzenden Fanatismus geprägt. Die wenigen brauchbaren Aussagen wie “Liebe deinen Nächsten” gab es schon lange vor dem angeblichen Erscheinen Jesu und sind somit in höchstem Maße menschlichen Ursprungs.

      In einem Punkt muss ich ihnen jedoch Recht geben. Intellekt allein kann kaum glücklich machen. Sogar kann er äußerst grausam werden, wie man an den Experimenten der Nationalsozialisten erkennen kann.
      Darum ist eine grundlegende, auf faire Konfliktlösung ausgelegte Ethik zwingend erforderlich, um mit den Erkenntnissen, welche der Intellekt erlangt, verantwortungsbewußt umzugehen.

      Jedoch kann ich nicht umhin zu erkennen, dass die größten Untaten, die größten Greuel der Menschheitsgeschichte besonders von den Menschen verübt wurden, die in religiösem Maße agierten.

      Mit ebenfalls freundlichen Grüßen,
      /Jonathan

      Reply
    • DerThor
      26. Januar 2013

      Lieber Herr Schubert,
      sie schreiben: “… warum so viel Blut im AT vergossen wurde und weswegen es so elend um unsere Welt steht. Die Antwort findet sich in der Bibel”.
      Mein Problem ist, ich finde dazu keine Antwort in der Bibel. Klären Sie mich bitte auf.
      Aber jetzt bitte nicht: die Gottlosen sind schuld. Und erklären Sie mir bitte den Sinn eines Feldgottesdienstes. (“Du sollst nicht töten…”)

      Warum sollte durch Humanismus schneller die Apokalypse eintreten? Ich fürchte eher durch Dummheit geschieht das.

      “Es steht alles in der Bibel was der Mensch zu seinem Glück braucht” Auch hier habe ich nichts gefunden.
      “Arbeitgeber, die ihr Angestellten ausbeuten, Leiharbeit, überzogene Managergehälter, Diktatoren die Völker unterdrücken usw.” Nennen Sie mir bitte die Lösung aus der Bibel.

      Ich las grad die ersten drei Seiten der Bibel nochmals. Nichts für ungut, aber ich glaube (!), wir sind doch schon etwas weiter im Wissen. (Ich sag jetzt nicht, das wir in der Runde lachend fast unter den Tisch gerutscht sind, ob der Theorien schon ganz am Anfang).

      Ich glaube (!), Sie brauchen eine virtuelle Macht, die Sie führt (?). Und Sie haben immer noch Angst, etwas falsch zu machen, wenn nicht für Sie, dann für Ihre Kinder. Wenn ein Fehler (menschlich!) auftrat, war es Gottes Wille. Vielleicht Gott als Alibi?

      Ich glaube (!) schon, dass Intellekt und Bildung unsere Welt verbessert. Mit meiner jetzigen Bildung würde ich nicht erwarten, dass mein zerfetzter Körper im Jenseits einen Teller Obst bekommt (ok, anderer “Gott”, aber egal).
      Ohne Bildung wäre vielleicht sogar die Wende in unserem Land blutiger abgelaufen (?). Will sagen, Bildung in allen Schichten ist wichtig. Ungebildete lassen sich schnell verführen. Ich will damit die Christen nicht als ungebildet bezeichnen. Ich wundere mich nur immer wieder… Es ist einfach eine Erziehungsfrage.

      Ich kenne mehr Leute, die -in Konfrontation zur Realität- vom Glauben an Gott abkamen, als Leute, die zu Gott kamen.

      Kurzum, ich verstehe nicht den Unterschied zwischen Bibel und Grimms Märchen.
      Und vielleicht ist der heutige Gott das Geld??
      Dann bleib ich trotzdem gottlos glücklich.

      DerThor

      Reply
  41. Ketzer 2.0
    26. Januar 2013

    Sehr geehrter Herr Pastor, Pfarrer, Priester (oder was auch immer) Schubert,

    unglaublich, aber wahr! Ich muss ihnen eine große Portion Wahnsinn unterstellen, weil sie tatsächlich hingehen und ihre Gedanken auch noch veröffentlichen.

    Danke dafür!

    Ihr Pamphlet hier ist ein einwandfreies Zeugnis, dass den Realitätsverlust gläubiger Menschen dokumentiert.

    Wenn sie für ihren “Jugendgottesdienst” recherchieren, dann tun sie das doch und verwenden sie ihre Ergebnisse in ihrer Predigt. Wieso schreiben sie das hier weltlesbar in die Öffentlichkeit? Was wollen sie damit bezwecken?
    Falls sie hier missionieren wollen kann ich ihnen sagen: der Schuss ging aber voll nach hinten los.

    Das ist krank, was sie schreiben. Das ist mehr als peinlich. Das muss die Welt gelesen haben.

    MfG

    Ketzer 2.0

    Reply
  42. Johann Most
    26. Januar 2013

    Nicht jeder im Internet ist ein Schwachkopf, aber jeder Schwachkopf ist im Internet.

    So etwas in einem Jugendgottesdienst abzulaichen, ist seelische Kindesmisshandlung.

    Reply
    • Jean
      27. Januar 2013

      dito du bist auch dabei…

      Reply
  43. Marek
    26. Januar 2013

    Liebe(r) “Schubert”,

    aha, die Angst vor dem ” falls es nun doch stimmt” und der Konsequenz der Höllenqualen war es also, die Sie einknicken liessen. Da hat die jahrtausendalte Popaganda ja prächtig funktioniert. Auch sonst lese ich in ihrem Beitrag leider nur die tausendfach gehörten Floskeln, die frühkindliche Indoktrination und Beeinflussung offensichtlich nicht anders prägen können. Kein einziges stichhaltiges Argument, nur wieder der Verweis auf die Bibel und eine Welt, die ohne den Glauben (ohne welchen, ohne jeden? ) angeblich noch egoistischer wäre und dem Untergang geweiht.

    Statt aber Ph.Möller das Studium der Bibel anzuraten (was lässt Sie wissen, er hätte dies nicht getan?), hätten Sie besser seine Statements auf dieser Seite sorgfältiger gelesen. DA habe ich Argumente statt nicht greifbarer Sprüche gelesen.

    Nur 2 willkürlich herausgezogene Sachen noch: ich lebe in einer Region mit fast 80% Atheisten / Agnostikeranteil und entsprechend kleinerer Bedeutung der Religionen im Alltag. Wir haben hier weder eine höhere Kriminalitätsrate noch weniger ehrenamtliche Vereine und Privatpersonen, im Gegenteil, der Zusammenhalt der Bevölkerung scheint mir sehr viel höher als in anderen Gebieten der Republik.
    Und: wenn Sie von von Arbeitgebern sprechen, die ihre Angestellten ausbeuten, dann meinen Sie sicher vor allem die Angestellten bei den komplett staatlich finanzierten Caritas / Diakonie?

    Ich bin froh, in einem Elternhaus ohne religiöse Einflussnahme ( übrigens auch ohne ideologische )aufgewachsen zu sein und mir meine eigene Meinung von der Welt gebildet haben zu können. Je mehr ich hinterfragte, desto mehr Antworten habe ich ausserhalb der religiösen Deckmäntel gefunden.

    Wer Gott sehen will, der wird ihn auch hinter Allem sehn.Ich bin aber glücklich, daß die Aufklärung und Wissenschaft so viele Antworten gefunden hat, die in der Vergangenheit Grundlage von Gottglauben bildete. Und täglich kommen neue dazu…

    Ich gönne Jedem Gläubigen seine Meinung, seine Weltsicht, seinem Glauben. Dies sollte aber Privatsache sein und bleiben. Weder staatlich finanziert oder gefördert, noch mit permanenten Missionierungseifer nach aussen gtragen.

    Ich bin kein geborener Rhetoriker, aber hoffe, dass meine Worte dennoch nachvollziehbar sind.

    Reply
    • Jonathan Nehrke
      27. Januar 2013

      Marek, du sagst, du günnst jedem seinen Glauben und dieser sollte Privatsache sein und bleiben.

      Aber 2 der 3 großen monotheistischen Religionen sind überhaupt nicht darauf ausgelegt. Der Islam und das Christentum haben beide als Kerninhalt die Verbreitung der eigenen Ideologie.
      Wie soll soetwas Privatsache sein?

      Ich kann diese Forderung nach der Privatisierung des Glaubens gut nachvollziehen und eine Zeit lang habe ich mich ebenfalls so geäußert. Aber diese Forderung ist absolut an der Realität vorbei.

      Die Missionierung bzw. Assilimierung, welchen beiden Religionen inne wohnt, ist unvereinbar mit dem Wunsch, den Glauben privat zu halten.

      Derartige Glaubensrichtungen waren nie privat und werden es nie sein. Denn dafür müßten sie sich existentiell verändern, von Sicht eines Gläubigen aus würde das einer Pervertierung des Glaubens gleichkommen.

      Wie sollte eine private Ausübung des Christentum denn auch aussehen? Wie soll man Jesu Missionierungsauftrag privat ausüben?

      Islam und Christentum machen ganz direkte Aussagen darüber, dass jeder Mensch, die ganze Erde mit ihrer Ideologie in Berührung kommen MUSS.

      Die Forderung nach einer Privatisierung des Glaubens kann man sich getrost schenken, denn sie ist absolut unrealistisch.

      Reply
  44. Alexandra
    27. Januar 2013

    Hallo lieber Herr Möller,

    ich habe gerade ihr Buch ausgelesen und finde es großartig! Ich habe auch einige Jahre als Lehrerin gearbeitet (Realschule in Hannover)und kann so vieles wiederfinden von ihren Erfahrungen. Schön, dass es endlich mal jemand verschriftlicht hat!

    Nun stöbere ich auf Ihrer Site und bin hier hängengeblieben. Ihre Einstellung zur Religion wird auch ihre Gründe haben, und wie Sie so schön sagen: An Ihrer Stelle würde ich auch so reden.
    Aber ich bin nicht Sie. So fände ich es schön, wenn Sie, wie auch in Ihrem Buch, notwendige Differenzierungen vornehmen würden und im Rahmen von “Gott” nicht alles in einen Topf schmeißen würden. Zur Info: Die Begriffe Religion (bedeutet einfach: Rückbeugen. Zu den Wurzeln zurück, könnte man auch sagen) ist etwas anderes als die verschiedenen Institutionen der verschiedenen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften. Wenn Sie die Toleranz (bzw. richtiger: die Intoleranz)vieler Glaubensrichtungen anprangern, hat das herzlich wenig mit Religion zu tun. Religion im engsten Sinn ist eben ein Rückbeugen zu einem Gott, der niemals intolerant sein kann. Ein Gott, der die Menschen hin zu mehr Freiheit bringen möchte. Dieses Gottesverständnis bekommen Sie in jeder guten, christlichen Ethikvorlesung sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Glaubensrichtung erklärt. Aber wie gesagt: Man kann nicht alles (Gute) wissen. Dieses Gottesverständnis ist von den Kirchen leider durch die Jahrhunderte immer wieder neu pervertiert worden. U.A. ja auch durch Worte der Bibel, die ja von Menschen geschrieben wurde (und nicht von Gott diktiert) und somit immer interpretationsbedürftig bleibt.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Gotteserfahrung, die ihre bisherigen Erfahrungen bereichert.

    Trotzdem Danke für Ihr großartiges Buch! Ich freue mich schon auf ihr Nächstes (vielleicht eins zur Spiritualität und zur Religion ;-)

    Nichts für ungut *lach

    LG von Alexandra

    Reply
    • DerThor
      27. Januar 2013

      Liebe Alexandra,

      das Thema hier ist “gottlos glücklich”.
      Religion an sich zu erklären ist schwierig. Und wir wissen ja, das Ding an sich gibt es nicht.
      Wenn Sie sagen: “Religion im engsten Sinn ist eben ein Rückbeugen zu einem Gott, der niemals intolerant sein kann” sind Sie ja beim Rückbeugen doch wieder bei eben Diesem.
      Der alles für Sie macht oder für den Sie alles machen und (Sie vielleicht nicht) alles mach lassen..

      “Ein Gott, der die Menschen hin zu mehr Freiheit bringen möchte.” Ich frage mich, wozu brauche ich dazu Gott, wenn ich denke und also selbst bin. Ich hab das bisher ganz ohne Gott geschafft. Muss ich demnächst doch noch Gotteserfahrung spüren um dann besser als Gottlose zu werden?
      “Im übrigen bin ich der Meinung”…, die Bibel ist die Urform von Grimms Märchen und der militärische Feldgottesdienst ist ein schlechtes Alibi.

      Nichts für ungut *lach ….
      DerThor

      Reply
  45. tallo
    28. Januar 2013

    Tja, ist immer das gleiche: Glaube ist die Abwesenheit von Wissen. Das dokumentiert Schubert wieder einmal exakt.
    Wissen ist das Ergebnis angewandter Intelligenz. Intelligenz ist die Fähigkeit zum Vergleich. Schubert wurde als Kind offensichtlich religiös indoktriniert, also ihm/ihr die Möglichkeit zum vergleichen verwehrt.

    Religion ist nur eine Form der Weltanschauung. Weltanschauung ist die Antwort auf die Frage: Ist die Welt erkennbar?
    Religion antwortet: Nein – weil da ist was transzendentes/göttliches. Das ist unverrückbar. Daher ist Glauben statisch.
    Atheisten antworten: Immer besser. Daher ist Wissen dynamisch.

    Glaubende sagen oft, sie ziehen sich auf ihren Glauben zurück, weil sie dort Halt finden. Das ist verständlich, weil eben Glauben statisch ist. Dies bedeutet aber, dass diejenigen, die mit ständiger Veränderung umgehen können, diesen statischen Halt nicht benötigen. Im Grunde sind Ungläubige dadurch stärker. Wir suchen ja letzlich immer Sicherheit, weil uns diese für unseren Selbsterhaltungstrieb notwendig erscheint. Wenn wir aber einmal erkannt haben, daß eben diese Unsicherheit auch den notwendigen Raum für (nicht nur eigene) Weiterentwicklung und Kreativität bietet, sind wir im eigentlichen Sinne frei. Oder anders ausgedrückt, Gläubige sind unfreier als Nichtgläubige.

    Reply
  46. Andy
    1. Februar 2013

    Schön anzusehen, dass es immer noch strenggläubige Atheisten gibt.
    Nein Spaß beiseite, das Problem ist einfach nur, dass sich der Herr Möller gerne auf die Fehler der Kirche, übrigens nicht die der Bibel oder, wie die Leute so gern sagen würden, die des GOTTes, beschränkt. Man kann genauso behaupten, die Weltkriege basierten nicht auf Thesen der Bibel und somit sind diese Produkte der Atheisten. Geht aber nicht.

    So, nun zu den Sprüchen: “Hinterfrage doch einmal deine Religion!” –
    Die heutige deutsche Gesellschaft ist ohne Frage weiterentwickelt, dennoch ist die Bibel in meinen Augen perfekt. Nur die Leute und davon habe ich genug in meinem Umfeld, die meinen, dass sie recht haben, nutzen Thesen, die es erst seit einigen Jahren gibt, um die Bibel in Frage zu stellen. Erst die Aussagen, die aus der Gesellschaft kamen, haben die Bibel und somit die Bedeutung in der Öffentlichkeit, aus dem Gleichgewicht gebracht.

    Reply
  47. Sara
    10. Februar 2013

    Ich finde einfach, dass Sie nicht das recht haben Menschen ihren Glauben abzusprechen und sie so hinzustellen als wären sie realitätsfremd.
    Sie glauben, dass Ihre Antworten richtig sind, befassen sich aber auch nur mit einem Teil des Glaubens und ziehen all das negative als Beispiel heran.
    Glaubensmissbrauch gab es leider schon immer, das sagt noch lange nicht aus, ob es einen Gott gibt.
    Es ist evt. nicht der Gott an den SIE glauben könnten, aber deshalb muss er nicht weniger existent sein.
    Viele Menschen brauchen einen Gott! Den Glauben daran, dass es noch etwas gibt wofür es sich zu glauben und leben lohnt.
    Wer gibt Ihnen das recht diesen Menschen ihren Glauben schlecht zu sprechen?
    Mein Gefühl ist, dass sie voller Groll auf etwas sind woran sie nicht glauben können… warum regen Sie sich dann so sehr darüber auf?
    Es sind die Menschen die diese Fehler machen und Gott für etwas missbrauchen für das er niemals einstehen würde. Gehe ich gleich los und steche jemanden nieder und sage, dass ich das für Gott tue, dann muss man mir die Schuld geben und nicht Gott!
    Würden Sie sich mehr mit der Thematik (Bibel) befassen, so wüssten Sie evt. auch mehr zu sagen als das was Menschen alles im Namen des Glaubens/Gottes verbrochen haben.

    Und hätten SIE meinem Kind ihre Thesen aufgetischt so hätte ich das nicht so stehen lassen. Was ich meinen Kindern erzähle und wie ich sie erziehe, dass ist meine Sache und kein Lehrer auf dieser Welt besitzt das recht meinen Kindern den Glauben auszureden.
    Wir sind keine Eltern die extrem gläubig sind. Auch nicht jeden Sonntag brav in die Kirche gehen. Wir sind relativ locker, aber unsere Kinder glauben an einen Gott und es tut ihnen auch gut… Wie z.B. gerade meinem Sohn dessen Freund an Krebs gestorben ist und froh ist daran glauben zu können, dass dieser Freund nun bei Gott ist und es ihm dort gut geht.

    Und noch etwas: Der Gott an den ich glaube, der hat uns nicht versprochen, dass wir ein sorgenfreies und ganz tolles Leben führen werden nur weil wir an ihn glauben. Das Böse ist ja trotzdem noch da…
    Warten wir ab, ob sich das Glauben gelohnt hat. Es wird wohl aber niemand nach dem Tod zurück kommen und darüber berichten, oder?

    Es gibt im übrigen auch viele Berichte von Gläubigen, die nicht erklärbar sind…

    Aber was weiss ich schon, bin nur ein realitätsfremder Spinner.

    Reply
    • phil
      10. Februar 2013

      Ich finde einfach, dass Sie nicht das recht haben Menschen ihren Glauben abzusprechen und sie so hinzustellen als wären sie realitätsfremd.

      Dann helfe ich ihnen mal etwas auf die Sprünge: “Die Meinungsfreiheit ist eines der zentralen Grund- und Menschenrechte, das in Deutschland durch Art. 5 GG und in der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948 durch Art. 19 geschützt wird. Danach hat jede/r das Recht sich eine eigene Meinung zu bilden, diese frei zu äußern und zu verbreiten.”

      http://www.bpb.de/wissen/8ga9fr

      Sollte dieses Grundrecht also ihrer Meinung nach eingeschränkt werden?

      Reply
      • Sara
        10. Februar 2013

        Jemanden den Glauben abzusprechen und ihn realitätsfremd darzustellen geht meiner Ansicht über “eine Meinung haben” hinaus. Gott mit Phantasie-Figuren gleich zu stellen…
        Das geht gar nicht! Und da Sie das sogar öffentlich betreiben ist das für mich Stimmungsmache!
        Haben Sie sich jemals gefragt wie es diesen Kindern damit geht, dass Sie ihnen erzählen, dass Gott nicht mehr als eine Phantasiegestalt sei?
        Klar hatten diese Kinder kein gesundes Bild von Gott, aber dennoch überschreiten Sie ihre Kompetenz als Lehrer, wenn sie meinen Kinder “aufklären” zu dürfen, dass es einen Gott gar nicht gibt!
        Wie gesagt, ich würde das als Elternteil nicht dulden!
        Während meiner Ausbildung zur Erzieherin wurde uns das sofort eingetrichtert. Wir dürfen zwar ehrlich auf die Frage ob wir glauben oder nicht antworten, aber eine Wertung steht uns nicht zu!
        Traurig, dass Sie sich da mit der “Meinungsfreiheit” entschuldigen. Ist doch auch ein Stück weit “Machtmissbrauch”

        Reply
        • phil
          11. Februar 2013

          Gott mit Phantasie-Figuren gleich zu stellen… Das geht gar nicht!

          Solange niemand beweisen kann, dass es “ihn” gibt, ist und bleibt er doch genau das: das Produkt menschlicher Vorstellungskraft. Nicht mehr und nicht weniger.

          Und da Sie das sogar öffentlich betreiben ist das für mich Stimmungsmache!

          Als was bezeichnen Sie dann die Milliarden schwere Öffentlichkeitsarbeit der Kirchen, die aus Steuergeldern (nicht aus Kirchensteuermitteln!) bezahlt wird? Was betreibt dann ihrer Meinung nach eine Bischofskonferenz oder die Synode der EKD, die in Gottesdiensten, Fernsehpredigten, Kinderbibeln, auf Kirchentagen, etc. ihre dogmatische Lehre verbreitet?

          Haben Sie sich jemals gefragt wie es diesen Kindern damit geht, dass Sie ihnen erzählen, dass Gott nicht mehr als eine Phantasiegestalt sei?

          Ja, habe ich! Und genau deswegen habe ich es getan. Spätestens als Zweitklässler vor mir standen, die mich mit großen Augen anschauten und fragten, ob ich denn keine Angst vor der Hölle hätte, wo der Teufel auf mich warte weil ich nicht an Gott glaube, habe ich klipp und klar gesagt: “Davor braucht ihr kein eine Angst zu haben!” Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Argument, Hölle und Teufel seien antiquierte Konzepte, die Kindern heute nicht mehr vermittelt würden. Denn (1) sind beide noch heute Teil der offiziellen christlichen Lehre (die wird nämlich nicht von den Schäfchen gestaltet sondern von den Hirten), (2) wäre die Ehrfurcht vor Gott (ein schrecklicher Ausdruck!) ohne den Gegenspieler noch sinnleerer (wenn das überhaupt noch geht) und (3) kann mir niemand erzählen, die Abschaffung dieser Konzepte sei mal eben so machbar.

          Klar hatten diese Kinder kein gesundes Bild von Gott

          Warum können Sie beurteilen, was ein gesundes Bild von Gott ist? Lesen Sie die Bibel, darin ist diese Gestalt ausführlich beschrieben. Oder meinen Sie etwa einen der anderen ca. 5.000 Götter? Und warum existiert gerade Ihrer? Warum glauben Sie nicht an die Existenz von Wotan, Thor oder Ganesh?

          aber dennoch überschreiten Sie ihre Kompetenz als Lehrer, wenn sie meinen Kinder “aufklären” zu dürfen, dass es einen Gott gar nicht gibt!

          1. habe ich das nie getan, sondern den Kids erklärt, dass die Beweislast für eine Behauptung beim Behauptenden liegt und sich Existenzaussagen grundsätzlich nicht widerlegen lassen (oder beweisen Sie mir mal, dass es Pumuckl nicht gibt. Können Sie nicht? Dann muss es ihn wohl geben, also halten Sie sich bitte an seine Regeln, die ICH kenne und die besagen, dass Sie MIR Geld zahlen müssen. Ha!), während All-Aussagen sich grundsätzlich nicht belegen lassen; 2. überschreitet das keineswegs die Kompetenzen eines Lehrers – im Gegenteil! Im Berliner Schulgesetz heißt es in §1:

          “Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln.”

          Wie lassen sich diese Begriffe mit der Mythologie eines Hirtenvolkes verbinden, die die Geburt eines Halbgottes durch eine Jungfrau einschließt, damit er für unsere Sünden (sic!) sterben kann und anschließend wieder aufersteht. Klingelt’s da irgendwo bei Ihnen?

          Weiter steht dort:

          “Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten.”

          Ich erinnere:

          – Die katholische Zentrumspartei hat das Ermächtigungsgesetz ermöglicht, das Hitler an die Macht brachte. Danach haben deutsche Bischöfe deutsche Waffen gesegnet und mit dem NS-Regime das sog. Reichskonkordat abgeschlossen, also einen umfangreichen Vertrag zwischen Staat und Kirche, der bis heute Gültigkeit hat und den Kirchen bis heute massive Privilegien verschafft.

          – Das Christentum war die längste Zeit eine “zur Gewaltherrschaft strebende Ideologie” und ist es nur deshalb nicht mehr, weil sie in Zeiten der Aufklärung, in der mutige Menschen die Ketten von Adel und Klerus gesprengt haben, “gezähmt” wurde. Anderen Weltreligionen, z.B. dem Islam, steht diese Entwicklung (hoffentlich) noch bevor…

          – Demokratie, also die Macht des Volkes, ist nicht vereinbar mit der zentralen christlichen Vorstellung der Allmacht “Gottes”. Nicht umsonst ist der Vatikan ein undemokratischer Staat, dessen undemokratisch gewähltes Oberhaupt sich offen gegen die Demokratie ausspricht.

          – Frieden und Religion? Sagen Sie: schauen Sie manchmal Nachrichten?

          – Freiheit? Zum Beispiel: Geistesfreiheit, Religionsfreiheit (also auch das Recht, frei von Religion sein zu dürfen), Meinungsfreiheit (bei Ihnen offenbar ein einzuschränkendes Recht), Kunstfreiheit, Forschungsfreiheit … Sieht wieder schlecht aus, gelle?

          – Gleichstellung der Geschlechter – muss ich dazu wirklich noch etwas schreiben?

          – “…im Einklang mit der Natur”? Dazu heißt es in der Bibel: “machet euch die Erde Untertan!” und weil eine religiöse Vorstellung nicht ohne die Existenz einer Seele auskommt, die “uns Menschen” prinzipiell von “den Tieren” unterscheidet (schon wieder: sic!), stopfen Milliarden Gläubige tonnenweise Leichenteile in sich hinein – guten Gewissens weil biblisch legitimiert. Guten Appetot!

          So, haben wir noch etwas? Ist ja schon spät, ich denke auch, es reicht. Immerhin haben Sie mich aus der Reserve gelockt :)

          Und jetzt: gute Nacht, träumen Sie süß vom lieben Gott und tragen Sie ihren Glauben immer schön brav unreflektiert (das können Sie offensichtlich) an ihre Kinder weiter – so stellen die reichen Herren in der Bischofskonferenz sich das vor. Ich ende mit einem Zitat von Reinhard Mey:

          “Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm!”

          Reply
          • Yon Thewa
            17. Februar 2013

            Auf Grund von Ton (2. Angebot der evolutionäre Humanisten: verhalte Dich fair…) und Inhalt Ihrer Beiträge melde ich mich doch zurück und bitte Stil und Rechtschreibfehler auf Grund meines Migrationshintergrundes zu verzeihen.
            Ihre Argumentation ist kurz gegriffen: nach Ihrer Logik müsste man Institutionen auf Grund von schlechte Ausführende abschaffen. Demnach müsste man Lehramt abschaffen weil es schlechte Lehrer gibt und millionenfach verkannte Talente.
            Mit Verweis auf das 7. Angebot der evolutionäre Humanisten (sei dir deiner Sache nicht allzu sicher…) bitte ich Sie die Sache von einem anderen Winkel zu betrachten.

            Angenommen es gäbe ein Gott.
            Er wäre der Maßstab seiner Schöpfung und in verhältnis dazu, vollkommen. Er schafft nicht nur die Erde und Tiere sondern Menschen die als einzige ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst führen können.
            Diese Fähigkeit führt zur Frage nach der Quelle von allem und zeigt Gottes Wunsch eine Beziehung mit den Menschen zu haben.
            Liebe (aus der diese Beziehung durch Gottes Schenkung von Leben und Geist entsteht) ist unsere Lebensgrundlage (Die Liebe die ein Mensch hat oder ihm fehlt bestimmt sein Verhalten).
            Wenn Gott an einer liebevollen Beziehung interessiert ist muss er uns die Möglichkeit geben, uns für ihn zu entscheiden, d.h. er muss uns Freiheit gewähren und uns die Verantwortung überlassen zwischen die Liebe oder ihre Alternative entscheiden zu können.
            Wenn der Schöpfer ein liebender Gott ist wird er nicht Vielfalt und Bewusstsein geschaffen haben um ein einheitliches Verhalten und blindes Gehorsam zu fordern und dies würde geschehen wenn er sich als physische Person mit all seiner Macht offenbaren würde.
            Wenn er jeder von uns mit vollkommene Liebe geschaffen hat, hat Er uns gleichermaßen befähigt ihn wahrzunehmen. Es kann nicht sein dass jemand nicht klug genug ist und auf die Vermittlung Dritter angewiesen ist um ihn zu verstehen. Denn die eine Wahrheit hat so viele Interpretationen wie es Menschen gibt. Der eigener Wille allein entscheidet ob man nach der Wahrheit suchen möchte oder nicht. Diese Wahrheit befindet sich in uns selbst und lässt sich durch alles erfassen was uns glücklich macht. Heilige Schriften bieten Hilfestellungen und wurden für Menschen geschaffen. Der Mensch wurde nicht geschaffen um Schriften zu befolgen.
            Freiheit macht lebendig aber auch fehlbar weil man sich und andere gegenüber nicht immer richtig entscheiden kann.
            Vergebung ermöglicht es trotz aller Unvollkommenheit in Frieden leben zu können.
            Wenn man die Idee von Gott akzeptiert merkt man wie alles was dem Menschen ausmacht zusammenhält: Liebe, Wahrheit, Bewusstsein, Vergebung, Selbstbestimmung. Warum viele Vertreter der Kirche ein erbärmliches Bild abgeben? Weil Sie sich für die Alternative zur Liebe entschieden haben: Eitelkeit.
            Die Evangelien wurden lange nach dem Tod Jesu geschrieben und bedienen sich oft Parabel um ihre Botschaft zu vermitteln. Sie lässt sie sich nicht platt umsetzen, sondern setzt den Wille voraus, sie verstehen zu wollen.
            Nur weil Sie sich die Parabel der Bibel verschließen und weil Sie (Gott sei Dank) uneins mit gestörte Persönlichkeiten die die Bibel zur Festigung Ihrer Macht instrumentalisieren sind, heißt es nicht dass es Gott nicht gibt.

            Noch was: Atheisten lehnen den Gedanken eines Schöpfers ab und da die Beweislast bei dem Behauptenden liegt können Sie vielleicht eine Theorie vorliegen wonach Energie aus dem Nichts entstehen kann.

    • DerThor
      12. Februar 2013

      Liebe Sara,

      ich würde keinem seinen Glauben absprecehn.

      Bitte helfen sie mir aber bei folgenden Fragen:

      Was passiert mit meinem Leben, also mir, wenn ich so wie Sie ernsthaft an Gott glaube?

      Was passiert mit Ihrem Leben, also Ihnen, wenn Sie nicht mehr an Gott glauben?

      Was passiert Ihren Kindern, wenn sie nicht mehr an Gott glauben?

      Reply
      • Yon Thewa
        14. Februar 2013

        Was passiert wenn Sie das Licht nicht an machen?

        Reply
        • DerThor
          17. Februar 2013

          Sie formulieren die Frage richtig: “Was passiert wenn SIE das Licht nicht an machen?”
          ICH mache es an und ich weiß woher es kommt. Nicht von wegen, “es werde Licht”. Dann bleibt es nach meinen bisherigen Erfahrungen dunkel, es sei denn, der Tag bricht an oder ein anderer hat sein Wissen genutzt und es an gemacht.

          Reply
          • Yon Thewa
            17. Februar 2013

            Sorry DerThor,

            Das war vielleicht ein überflüssiger Schnellschuß von mir. Wenn ich Ihre Fragestellung beantworten darf: da ich der Überzeugung bin dass es sich im Leben Gott sei Dank alles um die Liebe dreht wurde ich mich darauf einstellen dass es nichts als ein Instinkt ist um das Überleben der menschliche Rasse zu sichern. Ein Luxusgefühl dass man sich gönnen kann wenn die Rolle als Platzhirsch gesichert ist. Auch Schönheit und Wahrheit hätten kein Wert. Das wäre die Welt der Opportunisten und Profiteure wo dem Stärksten natürlich das Sagen zusteht. Als Bestandteil des Tierreichs würde man Spiritualität als überflüssig betrachten (das braucht doch kein Mensch… ääh, Tier).
            Gott sei Dank, ein unvorstellbares Szenario.
            Was Ihnen passieren würde wenn Sie an Gott glauben würden? Stellen Sie sich vor es wäre nichts zufälliges an Ihre Fähigkeiten. Alles was Sie können ist wichtig und ergibt ein Sinn. Sie haben drei klare Aufgaben: Ihre Fähigkeiten kennen zu lernen, sie zu entfalten, und Ihre Mitmenschen zu Verfügung zu stellen. Es würde Sie zutiefst glücklich machen und mit Dankbarkeit erfüllen.
            Sie würden es nicht aus Eitelkeit und Geltungssucht tun.

            Mit freundlichen Grüßen,

            Yon Thewa

  48. Jakob
    10. Februar 2013

    Hi… habe mir eben den sogenannten ” Disput ” angeschaut und bin am Anfang froh gewesen das es solche Diskussionen auch mal auf Deutsch gibt.. leider müsste ich feststellen das das dies kaum an die vielen Dakwins, Sam Harris etc.. ran reicht.. Außer Sie sie sind mit “Argumenten gekommen” die mit Statistiken untermauert sind, dazu waren sie noch lustig. Ich will nicht ihre Kollegen schlecht reden aber ich fand es extrem schwach was da gesagt wurde besonders die erste Sprecherin von der Atheisten Seite hat es direkt zu einfach gemacht mit Lobeshymnen auf die Kirche :(…
    Dazu kommt noch das ich es wieder mal erschreckend finde das in Deutschland es immer so einfach ist sobald das gegen über das Wort „JUDE..“ sagt man versucht aus ihm einen Antisemiten zumachen. Dass die Leute nicht selbst schämen für so eine primitive art von Diskussion-tatik zeugt nur von ihrer Angst als Idolen entlarvt zu werden.. lange rede kurze Sinn ohne Sie wäre diese Diskussion runde eine totaler „faceplam „ für den Atheismus in Deutschland „.. Danke dafür!

    Reply
  49. Juliette
    10. Februar 2013

    @Phil: Der Punkt ist eben nicht Leuten ihren Glauben abzusprechen, soll jeder dran glauben woran er mag.

    Allerdings eine gesamte Bevölkerung einen Glauben als Teil Ihrer Kultur und Staates aufzuzwingen, finde ich extrem schockierend.

    Ich bin selber französin und kann mich dran errinern, als ich zum ersten Mal für einen Schüleraustausch in einer deutschen Schule gab. Ich bin atheist und bin in einem laistischem Staat aufgewachsen, ich voll völlig schockiert darüber.

    Meinungsfreiheit ja, aber wenn dann für alle gleich, dafür braucht man aber eine neutrale Basis, die keiner Religion bevorzügt und vor allem nicht an dem Staat gebunden ist!
    Diese Neutralität ist in Deutschland nicht gegeben.

    Reply
  50. aftertheplague
    12. Februar 2013

    Ich studiere derzeit im Studiengang Frühe Bildung und musste mir gerade ein Semester lang jeden Montag zwei Seminare und eine Vorlesung Religion geben. Zu allem Überfluss muss ich aktuell sogar eine Hausarbeit für eines dieser Seminare schreiben. Urgh! Egal welches Buch ich zum Thema interreligiöses Lernen in die Hand nehme, lange dauert es nie bis zu dem Gedanken: “Ahm, NEIN!” oder auch “Wozu, verdammt nochmal, benötigt ein Kind ein religiöses Zugehörigkeitsgefühl? Beiträge wie diese von Herrn Möller helfen da, nicht ganz zu verzweifeln. Danke.

    Reply
  51. Jens Hauck
    16. Februar 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    ich habe die Anne-Will-Sendung „Letzte Ausfahrt Paradies – gibt es ein Leben nach dem Tod?“ erst jetzt gesehen und möchte (besser spät als nie) noch einmal DANKE sagen für diese leider noch immer ungewohnten, offenen und vor allem überzeugenden kritischen Worte von Ihnen. Ich kann Ihre Rede nur unterschreiben. Danke, dass Sie den Mut hatten, sich den Gläubigen entgegenzustellen und ihnen einen Spiegel vorzuhalten.

    Weiterhin viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen
    J. Hauck, Berlin

    Reply
  52. DerThor
    18. Februar 2013

    Zu Yon Thewa
    vom 17. Februar 2013

    “Alles was Sie können ist wichtig und ergibt ein Sinn.” Ist schon ohne Gott so.
    “Sie haben drei klare Aufgaben: Ihre Fähigkeiten kennen zu lernen, sie zu entfalten, und Ihre Mitmenschen zu Verfügung zu stellen.” Mache ich schon ohne Gott.
    “Es würde Sie zutiefst glücklich machen und mit Dankbarkeit erfüllen.” Ich bin schon gottlos glücklich.
    “Sie würden es nicht aus Eitelkeit und Geltungssucht tun.” Arme Wesen, die das ohne Gott nicht können.

    Alles in allem, ich weiß nicht wozu ich Gott brauche.

    Nun Sie! Ohne Gott! Was passiert mit Ihnen an einem Tag ohne Gott???

    (Keine Angst, es passiert Ihnen nichts! Keine Angst! Nur mal drüber nachdenken. Keine Angst! Es passiert Ihnen nichts, wirklich! Keine Angst, alles wird danach wieder gut…., nur mal versuchen, nicht an Gott denken. Kein Gebet. Nicht vor dem Essen, nicht vor dem Schlafen, nicht wenn es blitzt, nicht wenn es donnert. Nicht wenn die Tür knarrt. Keine Angst! Es passiert Ihnen nichts. Ganz ruhig, es passiert nichts.)

    Reply
  53. righteous
    19. Februar 2013

    danke für den artikel “gottlos glücklich” ! und danke für das buch-habe es gestern ausgelesen und fand es sehr aufschlussreich, amüsant, schockierend und kurzweilig.

    Reply
  54. phil
    19. Februar 2013

    Liebe Nutzer “Yon Thewa” und “DerThor”,

    ich finde ihr habt meine Homepage nun ausreichend als Schauplatz für eure (meines Erachtens etwas ziellose) Diskussion genutzt und werde keine entsprechenden Kommentare mehr freischalten.

    Beste Grüße,

    Phil

    Reply
  55. Nils
    21. Februar 2013

    Wie oft hat man Ihnen schon gesagt, das diese Rede genial war?
    Machen Sie auf jeden Fall weiter so…

    Reply
    • phil
      22. Februar 2013

      Schon so manches Mal, aber ich höre / lese es natürlich immer wieder gern. Danke!

      Reply
      • Michael
        23. Januar 2014

        Ich denke mir das hat weniger damit zu tun, dass die Rede genial war, sie war schon ganz gut, aber genial? (Jedenfalls spricht sie mir aus der ‘Seele’)
        Ich glaube eher das viele Leute noch nie so klare Argumente gehoert haben. Es gibt ein Tabu Glauben zu kritisieren, was natuerlich mit der uebernatuerlichen Herkunft der Relidion zu tun hat. Viele Leute habe diese Angst etwas zu sagen fuer den Fall das der ganze Schwachsinn doch stimmt. Man will ja nicht in der Hoelle landen nur weil man den einen Abend das dumme Maul nicht halten konnte.

        Reply
  56. Martina Bedregal Calderón
    26. Februar 2013

    Ich glaube schon an einige Götter, ankeltische sumerische, und einige der Quechua sind wohl auch dazwischen. Ich bin im christlich geprägten Deutschland aufgewachsen,habe aber auch in Tunesien, Marokko, Irland, Peru und Bolivien gelebt. Meine Freunde sind Moslems, Juden, Christen, Wicca-Anhänger, Heiden (im besten Sinne, darunter auch Polynesier und Melanesier) Buddhisten und Hindus. Und so ist von allem etwas hängengeblieben, in Sachen Kultur, Lebensstil, Religion, Denkweisen. Interessant ist, dass die Anhänger all der genannten Religionen mit meiner Sicht- und Glaubensweise keine Probleme haben. Bis auf die deutschen Christen, die betrachten mich immer wieder als Satanskult-Anhängerin…hahahaha. Das sagt einiges aus über die angebliche christliche Nächstenliebe und Toleranz.

    Reply
  57. Frank
    10. März 2013

    Sehr geehrter Herr Möller, ein kleiner Tipp: Vielleicht sollten Sie sich die Mühe machen, einmal zu definieren, bevor Sie subsumieren. Was verstehen Sie eigentlich unter “Gott” und was unter “Religion”? Wenn ich Ihre Beiträge lese, so beschleicht mich gar der Verdacht, dass Sie beides gleichsetzen (anders gesagt: den Unterschied nicht kennen).

    Mal ein Beispiel: Ich nehme für mich in Anspruch, sehr wohl an einen Gott als Schöpfer von ALLEM zu glauben ( meines Erachtens die einzige Antwort auf die simple Frage: Warum ist nicht nichts? ), aber nicht an einen Weltenlenker mit weißem Bart, der bei Auschwitz zufällig nicht hingesehen hat. Glaube ich nun an Gott oder nicht?

    Abschließend sollten Sie vielleicht auch noch zu differenzieren lernen zwischen Religion und dem, was im Namen der Religion von Menschen so alles veranstaltet worden ist. Dann blieben Ihnen so peinliche “Argumente” wie das “Segnen deutscher Waffen durch die Kirchen” sicherlich erspart, die auf Sie zurückfallen und Ihrer nicht würdig sind. Das Christentum verbietet das Töten eines Menschen als Todsünde, wie Sie wissen, und daran ändert sich auch nichts dadurch, dass in seinem Namen Waffen gesegnet, Hexen verbrannt und Kreuzzüge durchgeführt worden sind. Oder dürfte ich es gegen Sie anführen,wenn jemand – gegen ihren erklärten Willen – in Ihrem Namen einen Mord beginge? Selbstverständlich steht es ihnen frei, christliche Werte abzulehnen ( auch ich bin mit vielem nicht einverstanden ), aber bitte nicht pauschal und nicht auf diesem Niveau.

    Reply
    • Lorenz
      12. März 2013

      “Ich nehme für mich in Anspruch, sehr wohl an einen Gott als Schöpfer von ALLEM zu glauben ( meines Erachtens die einzige Antwort auf die simple Frage: Warum ist nicht nichts? ), aber nicht an einen Weltenlenker mit weißem Bart, der bei Auschwitz zufällig nicht hingesehen hat. Glaube ich nun an Gott oder nicht?”
      – Ja, Sie sind Deist.

      “Dann blieben Ihnen so peinliche “Argumente” wie das “Segnen deutscher Waffen durch die Kirchen” sicherlich erspart, die auf Sie zurückfallen und Ihrer nicht würdig sind. Das Christentum verbietet das Töten eines Menschen als Todsünde, wie Sie wissen, und daran ändert sich auch nichts dadurch, dass in seinem Namen Waffen gesegnet, Hexen verbrannt und Kreuzzüge durchgeführt worden sind. Oder dürfte ich es gegen Sie anführen,wenn jemand – gegen ihren erklärten Willen – in Ihrem Namen einen Mord beginge?”
      – Der Reihe nach:
      1. Dass die Kirchen die Waffen gesegnet haben, ist kein peinliches Argument, sondern furchtbar.
      2. Es gibt keine glasklare Definition des Christentum, daher sind Formulierung, wie “Das Christentum verbietet…” Unsinn.
      3. Jesus sagte (angeblich): “Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.” (Mt. 5,17) Wenn man sich nun die Gesetze, wie sie vom 2. bis zum 5. Buch Mose stehen, ansieht, wird klar, dass Jesus kein Gegner der Todesstrafe war.
      4. Päpste rechtfertigten die Kreuzzüge mit den von den Israeliten angezettelten Angriffskriegen.

      “Selbstverständlich steht es ihnen frei, christliche Werte abzulehnen ( auch ich bin mit vielem nicht einverstanden ), aber bitte nicht pauschal und nicht auf diesem Niveau”
      – Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Hochnäsigkeit Leute anderen ein niedriges Niveau attestieren, obwohl sie selbst bis zum Hals im Sumpf stecken.

      Reply
  58. Martin
    16. März 2013

    Satire?

    Liebe Arbeitgeber in Sozialen Einrichtungen,

    Sie haben Probleme mit Tarifverträgen und Starken Betriebsräten?

    Werden Sie Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO)!

    Mitarbeitervertretungen haben weniger Rechte und praktisch keine Möglichkeit diese umzusetzen, wenn Sie sie gekonnt ignorieren.

    Auch die Urteile unseres Kirchengerichts sind für Sie nicht von Bedeutung.
    Genau wie für die folgenden Einrichtungen

    Agaplesion Bethanien Diakonie Sohienhaus, Berliner Stadtmission Brandenburgische
    Diakonie gGmbH, Seniorenzentrum Bestensee, CJD Berlin, CJD Rüdersdorf, CJD Seelow, CJD Prignitz, CJD Löbau, casablanca gGmbH Kinder- und Jugendhilfe, DASI Berlin gGmbH, Diakonie-Pflege Reinickendorf und Wedding gGmbH, Diakonie-Sozialstation Südstern gGmbH, Diakoniestation der Ev. Kirchengemeinde Lichtenrade, Diakonie-Stationen im Oberlinhaus
    gGmbH, Sozialstation Waldfriede, Wichern-Pflegedienste gGmbH (Diakoniestation und Hospiz), Dienste der Diakonie Berlin-Wilmersdorf gGmbH, DS-Wilmersdorf-Bethanien gGmbH, DS Schöneberg gGmbH Hauptstr. 47 III 10827 Berlin, Diakonie-Pflege Simeon gGmbH (vorm.
    Diakonie-Pflege Neukölln gGmbH), DS Doberlug-Kirchhain, DS SZ Bethel Friedrichshain gGmbH, Diakonisches Werk Oderland-Spree, Diakonisches Werk Hoyerswerda, EJF gAG Berlin, EJF e.V., EJF Service und Fürsorge gGmbH Integrationtionsfirma, Ev. Johannesstift Behindertenhilfe gGmbH, Ev. Johannesstift – Jugendhilfe gGmbH, Ev. Johannesstift – Altenhilfe gGmbH, Ev. Johannesstift – Proclusio gGmbh, Die Wille gGmbH, Frauenhaus Bora e.V., Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin, Günter-Schäfer-Haus Mathilde-Zimmer-
    Stiftung, Krankenhaus Waldfriede, LAFIM, Martinshof Rothenburg Diakoniewerk, Oberlinklinik gGmbH, Verein-Oberlinhaus e.V, Berufbildungswerk im Oberlinhaus, Sozialdiakonische Arbeit Lichtenberg-Oberspree GmbH, Tochtergesellsch. Sozialdiakonische Arbeit Lichtenberg-Oberspree GmbH, Tochtergesellsch. Sozialdiakonische Arbeit Viktoriastadt GmbH, gStephanus-Gesellschaft mbH, Wichernheim FFO e.V. (Integrationskita”Hilde Coppi”), Aufwind gemeinnützige GmbH/
    Wicherngruppe, Wichern-Wohnstätten und Soziale Dienste gGmbH.

    Sie befinden sich also in bester Gesellschaft.

    Das DWBO freut sich aufrichtig auf ihren Mitgliedsbeitrag!!!

    Achtung !!! Diese Satiere beruht leider auf wahren Begebenheiten.

    Reply
  59. Krompro
    8. April 2013

    Hallo Herr Mülla.

    Ich könnte jetzt einen Roman schreiben, aber ich fasse mich lieber kurz.

    Was können Sie zu folgenden Stichpunkten sagen: Abschaffung, des Zöllibats, Papst Franziskus, ‘Religion und Glaube dient dem Seelenfrieden’, Geldgier als Hauptursache für Kriege, ‘Die letzten werden die ersten sein’

    Aber eins steht fest: Geniales Buch :)

    Reply
  60. Anna
    10. April 2013

    Herr Möller, wie Sie sich als Misionar für den Ateismus einsetzen, all die Energie, ich wette darauf, wenn Sie Ihr Hirn erforschen, benimmt er sich so, wie sich ein Hirn eines gläubigen benimmt. Also haben Sie ja auch eine Religion, an die Sie glauben gefunden :)
    Btw. was sagen Sie zu der Publikation Ihres Fachkollegen Eben Alexander: “Proof of Heaven: A Neurosurgeon’s Journey into the Afterlife”? Würde mich einfach interessieren. Viele Grüße!

    Reply
  61. rumpelstelze
    22. April 2013

    Herr Möller, ich bedanke mich für Ihr tolles Buch. Habe es mit Freude und Entsetzen gelesen ;)
    Ich freue mich auch schon auf Ihr nächstes, was man so davon hört macht neugierig.

    Und noch etwas zum Thema “gottlos glücklich”:
    Ja, es ist möglich ohne einen Gott glücklich zu sein. Punkt. Ich bin es selber und ich kenne viele Leute denen es genauso geht.

    Mein aktueller Lieblingsspruch dazu:

    “Nicht jeder Gott braucht eine Kirche,
    nicht jeder Glaube braucht einen Gott,
    nicht jeder Mensch braucht einen Glauben.”

    Besten Gruß

    Reply
  62. John Ripley III
    22. Mai 2013

    Hallo,

    Religionskritik ist in der heutigen Zeit ein Trend und zum Teil auch leider eine Notwendigkeit.

    Jedoch lebt der Mensch nicht vom Brot allein.

    Bei aller Liebe zu Ihrer Kritik:

    Glaube, Liebe und Hoffnung.

    Verstand, Rationalität und Humanismus alleine
    haben noch nie den Menschen das gegeben was sie innterlich brauchen.

    Die Zukunft wird von Leuten unserer Generation geprägt. Alte Traditionen und ganz besonders der Glaube an Gott wird systematisch abgeschafft, zumindest bei denen, dessen Lebenstandard dies zulässt.

    Gespannt warte ich auf die nächsten Jahrzehnte wie sich die Welt ohne einen Glauben an einen Gott sich entwickelt wird.

    Die Weltbevölkerung wächst, bestimmte Staaten werden die Oberhand gewinnen und die dort herschende Religion wird sich ausbreiten.

    Die Religionskritik an sich ist zwar gut und schön – aber nur für die wohlhabende Bevölkerungsschicht, die Anderen haben nur die Religion, um zu überleben.

    Cheers!!!
    JR III

    Reply
  63. Zimmermann
    30. Mai 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,
    da ich beruflich mit Sozialarbeit zu tun habe, dachte ein Freund, dass Ihr Schulhofbuch ein gutes Geburtstagsgeschenk für mich wäre. Der ungewollte Sprachwitz der Kinder löste wiederholt ein Lächeln aus, wobei die geschilderte Situation, sollte sie signifikant für einen großen Teil Berlins sein, jedes Lächeln ersticken kann. Schade, dass Sie nicht dauerhaft eine Anstellung als Lehrer gefunden haben, da ich denke, dass gerade in den Grundschulen “echte Typen” (Autoritäten) wie Sie und die von Ihnen gezeichnete Figur des Herrn Geier gebraucht werden. An manchen Stellen Ihres Buches fühlte ich mich leider über Gebühr belehrt und fand Ihren Religionsexkurs (Schwule, Adam&Eva, Saurier und der liebe Gott)etwas unvermittelt. Ob man tatsächlich bei einem Schulausflug zwischen U-und Kegelbahn mal so nebenbei grundlegende (über die Eltern tradierte) Lebensannahmen der Kinder vom Tisch wischt, scheint mir etwas fragwürdig zu sein. Da ist dann leider auch im Buch Ihr atheistisches Sendungsbewusstsein mit Ihnen durchgegangen. Dazu, zu den emotionalen Seiten 280 und 281 Ihres Buches und zu Ihrer gottlos-glücklichen Seite eine Anmerkung: ist doch alles nur´n bischen Biochemie und einige mehr oder weniger geglückte Verknüpfungen im Hirn – Oder?! Und wenn es so ist, einfach mal den (religionskritischen) Ball flachhalten! Manche Menschen (ich denke so um die 8 Milliarden) brauchen halt das “große Kuscheltier”, sonst können sie nicht leben. Nehmen Sie doch mal ihrer Tochter ihr Lieblingstier weg: ist doch nur Stoff, ein bischen Schaumgummi und einige Fäden – Oder?!
    Liebe Grüße, D. Zimmermann

    Reply
  64. Monika
    31. Mai 2013

    Ich war schon oft draußen im Weltraum”, protzte der Kosmonaut, “aber ich habe weder Gott noch Engel gesehen.” – “Und ich habe schon viele kluge Gehirne operiert”, antwortete der Gehirnforscher, “aber ich habe nirgendwo auch nur einen einzigen Gedanken entdeckt.”

    Vieleicht gibt es ja auch eine Aufstellung von Greultaten und Verbrechen, die Humanisten und nicht religiöse Menschen so vollbracht haben, wäre evtl. Interessant sich diese auch anzuschauen. Das Einzige was man da sehen wird ist, das der Mensch grausam ist. Über Gott dann eher weniger. Und wenn man davon ausgeht, dass es keinen Gott gibt, wieso ist dann das “Böse” was die Christen so machen, ein Beweis dafür das es keinen Gott gibt, obwohl es ja kein “Böse” und “Gut” in dem Sinne gibt?

    Der beste Beweis dafür das es Gott gibt ist, das so viele Menschen wütend auf ihn sind. Wieso sollte ich mich über jemanden aufregen der nicht existiert.

    Da Meinungsfreiheit herrscht und sich darüber niemand aufregen wird, ein Zitat aus meinem Lieblingsbuch:

    Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken”

    Gruß
    Monika

    Reply
    • Michael
      23. Januar 2014

      1. Ich bin nicht wuetend auf Gott, den das waere so als waere ich beim lesen eines Krimis boese auf den Moerder. Ich bin boese auf Kirchen die uns verdummen, ausbeuten, sexuell missbrauchen und allen die nicht dazu gehoeren das Leben schwer machen.
      2. Es gab hunderte von Kriegen die im Namen Gottes gefuehrt wurden. Aber selbst der Kommunist Stalin hat seinen Krieg nicht im Namen des Atheismius gefuehrt.
      3. Ihr Zitat heisst uebersetzt: Denke nicht fuer Dich selbst sondern gehorche wenn andere Dir sagen was Du zu glauben hast.

      Reply
  65. Oliver
    17. Juni 2013

    Jeder Mensch hat seine Religion und jeder Mensch glaubt an etwas anderes. Das müssen wir verstehen und nicht versuchen, den Glauben des Anderen zu widerlegen. Auf beiden “Seiten”!
    Ich glaube an Gott, weil es mir hilft und weil ich seine Existenz im Herzen spüren kann. Dieser Glaube ist für mich das einzig Beständige in dieser Welt und gibt mir alle Antworten auf Fragen des Lebens, sowie Gelassenheit und Frieden, ohne vor den Problemen zu fliehen, sondern eben genau damit auf sie zu zugehen.
    Das Problem ist die Falschinterpretation von Bibelstellen. Begriffe wie Gottesfurcht und Sünde erscheinen nicht mehr zeitgemäß, hinter ihnen verbirgt sich jedoch etwas ganz anderes als man assoziieren würde und als es noch zahlreiche Menschen verstehen, die an Ritualen festhalten, die wirklich erschreckend erscheinen.
    Durch den Glauben gehen wir auf Menschen zu, zu den Schwachen, die Neugierigen, die Zweifler und Desillusionierten. Auf alle, das ist einer unserer eigentlichen Aufträge. Das ist unser eigentliches Verständnis von Frieden.
    Wir brauchen einen Dialog um darüber zu reden, offenherzig und ohne den Drang, den anderen verurteilen zu wollen.
    Leben und reden wir doch zusammen!
    Gruß
    Olli

    Reply
    • rumpelstelze
      28. Juni 2013

      Was Oliver sagt ist gut. Jeder hat einen anderen Zugang zu seiner Umwelt. Und wenn er aus seinem Glauben an einen Gott heraus ein guter Mensch ist bin ich es eben aus meinem Unglauben an einen Gott.
      (Ich behaupte jetzt einfach mal, wir wären beide gute Menschen ;)

      Dass beides möglich ist sollte mittlerweile jedem klar sein.

      Und interpretieren birgt immer ein gewisses Fehlerpotential, da sollte jeder bereit sein, sich nützlichen Argumenten zu öffnen.

      Gruß,
      rumpelstelze

      Reply
    • Michael
      23. Januar 2014

      Sorry, Olli, ich hab keine Religion und lebe da ganz gut mit.
      Ich bin was glauben an geht eigentlich ganz tolerant. Ob Sie nun an Gott, Goetter, UFOs oder den Osterhasen glauben macht mir nicht aus. Macht aber fuer mich auch keinen Unterschied. Wenn mich allerdings jemand mit seinem Glauben bedraengt moechte ich das Recht haben Schwachsinn Schwachsinn zu nennen.
      Ich glaube Sie uebersehen das alle Religionen auf Texten aufbauen die in anspruch nehmen die allein richtigen zu sein. Das alle Religionen auf Texten aufbauen die dazu auffordern die anders denkenden auszurotten.
      De Dialog faengt an wenn wir die boesen alten Buecher los sind und direkt miteinander reden und nicht mittels Uebersetzungen von Uebersetzungen von nacherzaehlten antiken Psychosen.
      Mit Ihrer ach so lieben Art grenzen Sie doch gleich wieder die aus die tausende von Jahren Volksverdummung satt sind.
      Fahren Sie mit ihrem lieben Dialog doch mal nach Irland oder Israel.

      Reply
  66. lora
    23. Juni 2013

    Hallo Philipp Möller,

    ich habe das Schulhof-Buch gelesen, genauer gesagt: ich wollte eigentlich nur kurz durchblättern, weil ich es als Geburtstagsgeschenk für meine Schwester (Sonderpädagogin in NRW) ausgesucht hatte..das Ende war, ich habe es fast ganz durchgelesen. Ich finde es sehr gut. An ein paar wenigen Stellen nur wurde mir mulmig. Nachher war mir klar, warum: Du bist Atheist. Da ich aber weiß, dass meine Schwester “mitten im Leben steht” (wie DU übrigens! – sie unterrichtet allerdings Religion), kann ich ihr das Buch zumuten ;-).
    Was mir in Bezug auf Dich einfiel, als ich einiges im Internet von Dir sah und hörte.. -Es fiel mir “Saulus” ein, der zum “Paulus” wurde. Die Geschichte im NT kennst Du sicher. Ich stelle mir diesen (S-P)aulus vor und sehe Dich! Bitte nicht böse sein. Ich wollte Dir das nur mitteilen. Gut, dass es Dich gibt. Es ist unglaublich wichtig, dass Christen nicht selbstgefällig werden. Auch wenn wir gegen ihn sind, ist er doch für uns; er braucht gewissermaßen unsere Zustimmung zu ihm nicht, was seine Liebe zu uns angeht. Er ist ja der völlig souveräne Gott, und wir sind sein Ebenbild. Lies mal Nikolaus von Kues (ca 800 nach Christus). Dir alles Gute-

    lora

    Reply
    • Meyer Gerald
      1. November 2013

      auch dir danke für deinen Mittelpunktwahn,
      (wir sind sein Ebenbild???)Bitte lese noch viele gute Bücher.

      Reply
      • phil
        5. Dezember 2013

        Bitte lies noch viele gute Bücher.

        Imperativ Singular – sorry, alte Lehrerkrankheit ;)

        Reply
  67. Alexander
    30. Juni 2013

    Hey Philipp,

    mach bitte weiter so,bist mein Vorbild!!!
    Bin auch gottlos sehr glücklich!!!

    Mfg Alex

    Reply
  68. Nikolai Bastians
    8. Juli 2013

    Ich habe mir die Seite der gbs angeshen und ich muss zugeben, das ist wirklich genial. Es werden nicht nur alle Fragen beantwortet, die man hat (oder nicht), die Argumentation und die Ziele sind auch einfach schön. Allerdings wage ich zu behaupten, dass Philipp Möller die An- oder Absichten der gbs nicht angemessen vertritt. Der “Atheismus” der gbs ist keine Religion, man behauptet weder, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein, noch Religion einfach abzulehnen, man will deren Schattenseiten aufzeigen.
    Philipp Möller hingegen behauptet, dass die Existenz eines göttlichen Wesens Schwachsinn ist. Natürlich versucht er sich rauszureden, wenn er darauf angesprochen wird, aber der von ihm praktizierte Atheismus hat viele Eigenschaften einer “echten” Religion. In “Isch geh Schulhof” sagt er den Schülern, dass es klar sei, dass weder Gott noch eine Hölle existieren, er meint also, im Besitz einer allgemeingültigen Wahrheit zu sein.
    Kritik an jedwedem System ist nötig und sinnvoll, Kritik an der Kirche, den Religionen und wie man sie praktiziert, aber auch Kritik am Atheismus, an der gbs oder auch Philipp Möller, und das muss er hinnehmen können, ohne beleidigend zu werden.
    Auf jeden Fall möchte ich Philipp Möller und der gbs dafür danken, dass sie sich für etwas mehr Gerechtigkeit und etwas weniger Intoleranz in der Welt einsetzen. Macht bitte weiter so!

    Reply
  69. Nikolai Bastians
    8. Juli 2013

    Ich empfehle Herrn Möller übrigens unbedingt, “Die Legende vom Großinquisitor” zu lesen.(einen Teil der Brüder Karamasow).
    Wunderbare Religionskritik von Dostojewski, die sich mit der Inquisition, Missbrauch der “von Gott gegebenen” Legitimität, treu-doofem Verhalten einiger Gläubiger un vielem mehr auseinandersetzt. Die Diskussion des Erzählers mit seinem Bruder ersetzt die meisten auf dieser Seite, und ist auch noch sehr anregend.
    Man muss sich vorstellen, das war im Zarenrussland, das musste der sich erstmal trauen.

    Reply
  70. Nikolai Bastians
    8. Juli 2013

    Ich habe gerade “Weltuntergang oder Weihnachten: Macht Glaube selig?” gesehen und bin insgesamt leider enttäuscht. Die Teilnehmer heben größtenteils aneinander vorbeigeredet und waren nicht bereit, den Standpunkt der anderen zu verstehen und zu akzeptieren (auch Philipp Möller).
    Einen Lichtblick gab es jedoch:
    “Was man nicht wissen kann, darüber muss man schweigen.”
    Das ist das Problem der meisten Religionen, die Wissenschaft muss akzeptieren (und akzeptiert meistens), das man nicht alles wissen kann, sie kennt also im Idealfall ihre Grenzen.
    Viele Menschen können damit nicht leben und versuchen, diese Lücke zu füllen – mit Religion, Esoterik oder manchmal auch mit der Einstellung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man alles weiß.
    Die Wissenschaft versucht, die Welt logisch zu erklären und Aussagen zu beweisen. Die Philosophie versucht, die Ergebnisse der Wissenschaft zu deuten und in eine gewisse Ordnung zu bringen, was letztlich aber auch das Ziel aller Religionen ist. In dem Sinne ist die Philosophie nur eine Religion, die sich nicht organisiert hat, weil jeder Vertreter seine eigene Meinung besitzt (und den anderen meistens widerspricht). Humanismus, Kommunismus und Religion haben manches gemeinsam, manches nicht.
    Alle sind sie eine wunderschöne Idee, die die Erde zu einem Ort machen will, auf dem es sich besser leben lässt.
    Bei allen drei scheitert es jedoch an der Umsetzung. Gesellschaften, die vom Kommunismus oder oder von der Religion beeinflusst wurden, gab es schon, die Folgen sind bekannt, trotz aller hehren Ziele.
    Eine humanistische Gesellschaft gab es noch nicht. Wäre dies der Fall und es hätte funktioniert, so könnte der Humanismus von sich behaupten, “besser” als die Religion zu sein (oder der Welt so geholfen zu haben, wie es Religion und Kommunismus nicht geschafft haben).
    Solange dies allerdings nicht geschehen ist, trennt den Humanismus nicht von anderen Versuchen ähnlicher Art wie Religion und Kommunismus.

    Reply
  71. Aufklärung
    16. Juli 2013

    Hallo,

    habe gerade den Beitrag aus dem NachtCafé gesehen und folgendes and unseren Unverbesserlichen geschrieben:

    Bin sonst eher aus der Abteilung “FreiwilligFrei”, aber diesen Gottes-Knechten muss man ja wirklich mal Einhalt gebieten.

    Ausschnitt aus meinem Mail: Falls aktiver Support aus der Schweiz gefragt ist: Lass es mich bitte wissen:

    Wenn ich so etwas Unmenschliches, wie Franz-Josef, in
    Menschen-Gestalt erlebe, dann ist der Teufel, ganz nah.

    So eine heuchlerische, verdammte Selbstverliebtheit, wird sich
    ganz natürlich vernichten, oder, und das ist unsere Aufgabe, vernichtet
    werden in ihrer Ideologie.

    Wir werden die Menschheit befreien vom Kapitalismus und vom
    verklärten, auf Angst basierten Katholizismus, mit allen Mitteln.

    Liebe Grüsse

    aufklaerung@gmx.ch

    Reply
  72. M.Kupsch
    17. Juli 2013

    Lieber Herr Möller, habe Ihr Buch gerne gelesen, bin seit 36 Jahren immer noch gerne Förderschullehrerin.Deshalb fand ich Ihren Bericht realistisch.Sie haben gut beobachtet und zu einigen wichtigen Themen einen guten Standpunkt, z.b.Gewaltspiele, Ritalin….Leider ist aber nicht unser veraltetes Schulsystem die Ursache für den Abbau der Bildung,denn Sie haben ja in dieser fürchterlichen Schule schließlich einiges gelernt, sondern dauernde, teilweise jedem gesunden Menschenverstand widersprechende Reformen,der sogenannt offene Unterricht, der Lehrer als Begleiter, das “individuelle Lernen”, der Einfluss der Medien, die Eltern, die nicht mehr erziehen wollen und können und schließlich die Ausrichtung der Bildung an ökonomischen Zielen, daher sämtliche Begriffe, “Schülerkapital”, Kompetenzen,Input-Output………, das Ziel der Bildung zu einer selbstständig denkenden Persönlichkeit mit einem fundierten Wissen , die sich für Demokratie einsetzt, ist längst aufgegeben.Ihr Buch gefällt mir, weil Sie den Kindern Beziehung angeboten haben. Daran mangelt es in erster Linie, das ist Politik, keine Kontinuität, kein Wachsen vertrauensvoller Beziehungen mehr,der Lehrer soll in den Hintergrund. Sie haben ja selbst Ihre Bedeutung erlebt. Soviel zum Buch, umso enttäuschter war ich dann nach dem Googeln und Ansehen einiger Ausschnitte der zahlreichen Talkshows, in denen Sie auftreten, da ich selbst nicht viel fernsehe, kannte ich Sie bisher nicht.Der sympathische, für Kinder engagierte junge Mann, der die Welt verändern will, mit seinem Buch, verbringt jetzt seine Zeit damit,gläubige, engagierte Menschen vor den Kopf zu stoßen, Menschen gegeneinander aufzuhetzen,sich in den Mainstreammedien zu profilieren, anstatt seinen Humanismus zu leben, z.b. weiter Schüler zu unterstützen oder sich für das, was auf der Welt wirklich passiert zu interessieren, bzw.darüber diskussionen in gang zu setzen. So groß ist der Einfluss der Religion doch heute gar nicht mehr, die Kirchen sind wenn überhaupt noch halbvoll, wie wollen Sie mit dem Thema etwas ändern? Schade ! M.Kupsch

    Reply
    • Humanist
      2. August 2013

      @M. Kupsch

      Wie sie durchaus richtig erkannt haben, sind die Kirchen halbleer, aber der Einfluss und die zugeteilten Gelder mindestens genauso groß.
      Da leben sie doch eher in einer Traumwelt.

      Ich finde, dass hiergegen scharf angegangen werden muss.
      Persönlich stosse ich hier gerne involtierte Menschen vor den Kopf.
      Sachte, leicht und ruhig bringt damgar nichts.

      -Religiös motivierte Behinderung der Stammzellenforschung
      – die Förderung von Religionsgemeinschaften mit allgemeinem Steuergeld
      – die ständige Berieslung mit religiösen Themen (Presse, TV, Rundfunk)
      – die erzwungene Gehirnwäsche von Säuglingen, Kleinkindern, Kindern mit Religion durch “christliche” KiTas, Kindergärten, Reli-Unterricht(!mit Noten!)
      – den (VIEL zu großen) politischen Einfluß, den Religionen nehmen: TV-/Rundfunk-Räte, Jugendschutz, Ethikkommissionen, ganz allgemein Politik, Gottesbezug in GG, uvm
      -Unterstützung von Menschenrechtsverletzungen
      -Hetze gegen Minderheiten
      Permanente Zurschaustellung von Gewalt und Folter(Jesusstatuen…)
      Anmassende Lärmbelästigung
      Verschwendung von Steuergeldern ( bekämen der Bildung bestimmt besser)
      Religionsunterricht als Zeitverschwendung und Indoktrination
      Aufgezwungene Feiertage

      Diese,kleine Liste ist erheblich erweiterbar.
      Herr Möller hetzt niemanden auf, im Gegenteil.
      Er nimmt nur kein Blatt vor den Mund.

      Grüße

      Reply
  73. martin
    24. Juli 2013

    Hallo Philipp,
    als Kollege: coole Texte, und so super rübergebracht… einfach klasse. Ich bleib dran!!!

    Reply
  74. Dennis Sültmann
    22. August 2013

    Sehr geehrter Herr Möller,

    zunächst möchte ich erwähnen, dass Ihr Buch, welches ich in den vergangenen Tagen lesen durfte, einfach nur weiterempfehlen kann. Ebenso kann ich die von Ihnen getätigten Argumente hinsichtlich der Auswirkungen fanatischer Religionsanhänger nur unterstreichen. Ich bin selbst in der Erwachsenenbildung tätig und bekomme nahezu wöchentlich die Ausprägungen, bzw. Nachwehen der von Ihnen, in Ihrem Buch umschriebenen Bildungspolitik somit hautnah mit.

    Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

    MfG Dennis Sültmann

    Reply
  75. Kritisch
    2. September 2013

    Ich habe es satt, ständig Rücksicht auf Religionen und das Religiöse zu nehmen. Alle Offenbarungstexte und mythologischen Bilder dienen lediglich der Weitergabe von Erzählungen, die Menschen seit jeher berührt haben. Es sind Erzählungen von Liebe, Freundschaft, Verrat, Treue, Loyalität, Gewalt, und es handelt sich um die verbildlichte Darstellung von Naturkatastrophen oder von einem unerklärlichen „Rest“ der Welt, den ein aufgeklärter Mensch wiederum aushält, ohne gleich in Vorstellungen von Gott und Gottesbotschaftern aufzugehen. Ein so genannter Offenbarungstext kann einen poetischen Wert haben, der hermeneutisch erschlossen werden kann, kündet aber nicht von einer absoluten Wahrheit, die es ohnehin nicht geben kann. Realitäten sowie Weltvorstellungen resultieren nämlich aus der mentalen Konstruktionsleistung des Menschen, der ein Produkt kultureller, sozialer sowie psychischer Umstände ist. Ein Mensch ist ein Mensch und nicht ein Schäfchen der Herde oder das Kind eines Gottes. Allein diese bildlichen Wendungen zeigen doch, dass Religionen primitiver Allgemeinplätze bedürfen. Diese suggerieren, dass eine deskonstruierende, sachliche, rationale Diskussion und Ausdrucksweise nicht Gegenstand der Religionen sein können. Sachlich hieße es: Der Mensch ist nicht irgendein ein Schäfchen eines Hirten, sondern ein Lebewesen unter vielen, das einer komplexen, mühsam ausgehandelten Ethik bedarf und die Fairness, die es von anderen für sein eigenes Wohlergehen verlangt, auch anderen entgegenbringen muss. Fertig! Wozu dann also Religion?
    Michael Schmidt-Salomon hat bereits in mehreren Zusammenhängen darauf hingewiesen, dass Religionskritik als Teil einer umfassenden Ideologiekritik verstanden werden muss. In verabsolutierten Ideologien gibt es einen Verkünder, der vorgibt, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. Diese absolute Wahrheit darf nicht der akademischen sowie allgemeinen Kritik unterzogen werden. Diese absolute Wahrheit dominiert und bestimmt alle gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Entwicklungen, sodass alle individuellen Interessen sowie Bedürfnisse unterdrückt werden müssen. Mit anderen Worten: Alle Religionen und Faschismen widerstreben demokratischen, aufklärerischen sowie neuhumanistischen Menschenbildern. Mit weiteren Worten: Alle Religionen kommen durch chauvinistische Ansprüche zustande und werden durch chauvinistische Ansprüche aufrechterhalten. Dabei werden primitiv konstruierte Pole aufgemacht. Entweder entspricht eine Person den Machtansprüchen der Religion, nimmt sich dieser an und führt diese fort, oder diese Person hat keine Macht. Religion ist die Verführung zu Macht. Leider sehr erfolgreich. Nach religiösen Vorstellungen gehen Frauen als Jungfrauen in die Ehe, sind Männer beschnitten, wird Sex nur zur Fortpflanzung genutzt, sind so genannte Geistliche Jungfrauen, Homosexuelle Sünder und Geschiedene nicht geschieden. Religionen sind sexualisierte Weltanschauungen, die ihre Macht darauf aufbauen, in erster Linie die Schamgrenzen eines Menschen durch soziale Kontrolle auszubeuten, um hierüber Machtstrukturen zu sichern. Diese chauvinistischen Ansprüche werden nicht nur von Männern getragen, sondern auch weltweit millionenfach von Frauen vertreten. Das ist die bittere Realität. Zu dieser gehört auch der Fakt, dass religiöse Menschen fordern, man solle sie tolerieren und nicht das Gelebte mit den eigentlichen Geboten der Religion verwechseln. Ein muslimischer Mann, der aber nach den Geboten des Korans handelt, darf folgendes definitiv tun: Wenn er eine ungehorsame Tat durch seine Frau befürchtet, darf er sie ermahnen, ihr in einem nächsten Schritt das Benutzen des Schlafgemachs verweigern, und wenn er nach wie vor der Ansicht ist, dass sie ungehorsam sei, sie zum Schluss schlagen. Ganz einfach: Der Koran stellt dieses Gebot auf. Wo wäre also der Unterschied zwischen dem Gebotenen und der Praxis, wenn der Mann seine Frau wegen Ungehorsams schlagen würde? Stutzig sollte die Gläubige schon werden, wenn sie bemerkt, dass der Koran über Frauen nur in der dritten Person spricht. Männer sind Geschöpfe Gottes, die Frauen ihre Gehilfinnen.
    Viele undemokratische und inhumane Beispiele lassen sich ebenfalls in allen anderen Offenbarungstexten finden. Ich habe keine Lust mehr, etwas zu tolerieren, das meinem rationalen Urteil nicht standhält. Darüber diskutiere ich nicht. Toleranz kann ich nur den Religiösen entgegenbringen, aber nicht den Religionen. Was es heißt, zu tolerieren, haben ich von der Geschichte der Aufklärung und des Humanismus gelernt: Die Ansichten einen Menschen dulden, auch wenn sie einem widerstreben. Und religiöse Personen toleriere ich nur, weil sie Menschen sind und nicht die Schäfchen eines Hirten.

    Reply
  76. David
    25. Oktober 2013

    Gute Leistug am 25.10 im SWR.

    Dem Bischof hätte man vielleicht noch das Argument “Naturkatastrophen” um die Ohren hauen sollen, als er mit “das Übel der Welt ist von Menschen gemacht, nicht von Gott” kontern wollte. ;)

    Reply
    • Gast
      17. Januar 2014

      Worauf wollen Sie hinaus?
      Natürlich hat Gott die Macht Naturkatastrophen zuzulassen. Er ist immerhin der Schöpfer der ganzen Welt.

      Reply
  77. Alex Schulz
    26. Oktober 2013

    Hallo Herr Möller,

    wir haben Sie gestern abend im Nachtcafe auf SWR gesehen. Ich möchte einmal ausdrücken, dass es mich wirklich freut, im TV zum Thema Religion mal wieder eine vernünftige Stimme zu vernehmen! Als gelernte Erzieherin bin ich schon vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten – nicht nur wegen meines Unglaubens, sondern auch, um im Falle einer eventuellen Arbeitslosigkeit nicht an eine kirchliche Institution vermittelt werden zu können. Ihren obigen Text können mein Mann und ich nur unterschreiben. Und natürlich ist es möglich, durch eigenes Nachdenken und Prüfen von Argumenten das Konzept ‘Gott’ als eine Imagination zu erkennen. Unseren Sohn hben wir zum Nachfragen und Selberdenken erzogen. Natürlich – das kann schon mal ganz schön anstrengend sein, weil man sich stellen muß. Aber das ist es wert! Heute ich er 16 und ein schlauer junger Mann, der von sich aus erkannt hat, dass es wohl keinen Gott gibt, der die Religionen gut durchschaut und das Konzept ‘Wissen’ dem Konzept ‘Glauben’ vorzieht. Es war keineswegs nötig, ihn zu ‘indoktrinieren’. Mich freut’s, denn ich habe nie wert darauf gelegt, ihn nach meinen Ansichten zu ‘formen’ – es war mir immer wichtig, dass er seine eigene Persönlichkeit entwickeln kann.
    Vielen herzlich Dank für ihr Engagement für die Vernunft und das freie Denken – Sie machen Ihren Job prima, Herr Möller!

    Beste Grüße, Alex Schulz

    Reply
  78. ShenTe
    26. Oktober 2013

    Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe mittlerweile gelernt, den meisten Menschen einfach nicht mehr zu widersprechen, um nicht einen Mob gegen sich zu haben, der dann reichlich gottlos eine Hexenjagd veranstaltet. Fanatiker brauchen offensichtlich ein Idol zum anbeten, egal ob das dann Justin Bieber, Jesus oder ein Großindustrieller ist. Man kann sich identifizieren mit der Macht, der Anziehungskraft oder dem Einfluß und fühlt sich nicht mehr alleine, klein und ohnmächtig, außerdem haben solche Leute auch die unangenehme Eigenschaft sich als Sprachrohr dieser Instanz zu profilieren.
    Ich schreibe nun einfach, weil es meinen Erfahrungswerten entspricht, dass bei solchen Menschen Geltungsdrang und der Wunsch andere Menschen zu manipulieren — meist zum ganz eigenen Vorteil, Antrieb ist.Das ist zumindest was eine religiöse Glaubensrichtung anbetrifft, nicht in den jeweiligen Thesen so vorgesehen. Auf entsprechende Argumentation reagieren solche Leute meist aggressiv und beleidigend. Diesen Bus ( glücklich ohne Gott) und ihr Engagement kannte ich vor der Ausstrahlung des Nachtcafes ( mit Sabatina James und der wirklich hervorragend argumentierenden Angelika Kallwas) nicht.
    Ich würde mir mehr Aufklärung in dieser Hinsicht wünschen, auf dass es nicht mehr so vielen Menschen möglich ist, sich hinter einer höheren Instanz zu verstecken, um anderen Leid zuzufügen.

    Reply
    • Meyer Gerald
      1. November 2013

      sehr gut erkannt, dem stimme ich zu.

      Reply
  79. Ein Mensch
    28. Oktober 2013

    Guten Tag Herr Möller,

    wenn Sie in der Sendung Nachtcafé einfach nur mal “glücklich” geschaut hätten, dann hätte ich es Ihnen abnehmen können, “gottlos glücklich” zu sein.
    So haben Sie auf mich einfach nur den Eindruck eines “nach irgendetwas suchendem Menschen” gemacht.
    Wäre Ihnen wirklich zu wünschen, wenn Sie das finden, was Sie suchen

    Reply
  80. Meyer Gerald
    1. November 2013

    Hallo Herr Möller,

    am Freitag den 26.10.13 habe ich die Sendung Nacht Cafe mit dem Titel “wer glaubt wird selig” gesehen.
    Ich war total gegeistert von Ihnen und Ihrer messerscharfen Analyse zum Thema Glaube, Kirche und Religion. Sie bringen die Sachverhalte
    absolut treffend auf den Punkt. Man kann auch ein guter Mensch sein, ohne an die Zahnfee glauben zu müssen. Religion scheint wirklich Opium fürs Volk zu sein. was die anderen Teilnehmer außer Fr. Kallwass ja auch in der Sendung eindeutig wiedergespiegelt haben.
    Die eine, vom Islam gebeutelt, konvertiert zum (durch den Humanismus und Aufklärung) weich gespülten Christentum. Der andere, von einem halluzinogenen Drogen zustand in den nächsten, letztendlich bei einem imaginären Gott gelandet.
    Der Mensch scheint sich nicht mit der Tatsache abfinden zu können, dass er nur ein Zufallsprodukt in der Evolution darstellt. Deshalb projiziert er alle seine Hoffnungen und Wünsche auf einen transzendentalen Erschaffer einen Gott, der alles für ihn in seinem Sinne regelt. Wer diesen Erschaffer aber erschaffen hat, und somit alle bekannten Naturgesetze im Universum außer Kraft setzt, scheint hierbei keine Rolle zu spielen. Da es sich bei dem uns bekannten Universum um ein rein physikalisches System handelt, stellt sich hier wirklich die Frage, was an einem solchen System Sinn gebend sein soll.
    Die Kirche, mit ihren Maffia ähnlichen Strukturen möchte ihrerseits natürlich an der gewonnen Macht festhalten. Diese Institution verkauft nichts anderes als Illusionen. Das schlimme daran ist, dass Kirche und
    Religion den Humanismus und den Fortschritt hunderte von Jahren ausgebremst haben. Wir könnten heute mit all unserem Wissen das wir haben, schon sehr viel weiter sein. Stattdessen unterstützt der Staat
    diese Institution auch noch mit Milliarden Euro aus Steuergeldern und sichert weiterhin die ungebrochene Macht, anstatt die gesetzlich geforderte Trennung von Kirche und Staat zu vollziehen. Somit legitimiert der Staat weiterhin diese Abartigkeiten und Entgleisungen der Kirche, die bis heute nicht aufgearbeitet wurden, sondern weiterhin unter den vermoderten Kutten eines verstaubten antiquierten Zölibats unangetastet bleiben sollen. Dass die Kirche in der NS Zeit keine Probleme damit hatte, dass Millionen Juden ausradiert wurden, und dem tatenlos zusahen, zeigt doch sehr anschaulich, was alle diese verkauften Illusionen eines gütigen und gerechten Gottes wert sind.
    Für mich wäre es einmal sehr interessant zu erfahren, wie viele Menschen bereits in der Vergangenheit und heute noch wegen Religionskriegen ihr Leben lassen mussten und noch lassen werden.
    Menschen schlachten sich gegeneinander ab, im Besitz der einzig, gültigen Wahrheit zu sein. Nitzsche war ganz offensichtlich seiner Zeit damals weit voraus, als er “der Anti Christ” geschrieben hat.

    Ich bin froh, dass es Menschen wie Sie gibt, Herr Möller, die dazu beitragen, die Welt (die keine Scheibe ist) jeden Tag ein Stück besser zu machen, als sie ist.

    Wir werden immer mehr, denn auch ich bin fest davon überzeugt dass sich über kurz oder lang die Ratio, zu der der Mensch ja fähig ist, durchsetzen wird, auch wenn wir sicherlich noch einige “unserer Helden” auf dem Scheiterhaufen brennen werden sehen.

    mit humanistischen lieben Grüßen

    Reply
  81. Rainer Ostendorf
    20. November 2013

    “Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.” Andre Gide

    Der Blog und der Artikel gefallen mir. Zum Thema Glauben habe ich eine eigene Ausstellung in der Freidenker Galerie. Hier findet ihr viele Zitate und Bilder von mir zum Thema Glauben. Über euren Besuch würde ich mich freuen. http://www.freidenker-galerie.de/acrylbilder-lustige-zitate-politik-und-religion-2/

    Reply
  82. Rainer Ostendorf
    21. November 2013

    “Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.” Ludwig Feuerbach

    Das Video und der Blog gefallen mir. In meiner Freidenker Galerie beschäftige ich mich auch mit dem Thema Atheismus. Wie ein roter Faden zieht sich atheistisches Gedankengut durch die gesamte Galerie. Mehr Infos über mich und meine Arbeiten findet ihr hier:
    http://www.freidenker-galerie.de/acrylbilder-lustige-zitate-politik-und-religion-2/

    Reply
  83. Benny
    12. Januar 2014

    Fand ich mal geil, am besten das es nicht 1Stunde gedauert hat :)
    Kurz und knackig!
    So liebe ich Infomaterial.

    Gruß
    Benny

    Reply
  84. Michael
    23. Januar 2014

    ‘das Christentum, sowie andere Religionen auch, ist die institutionalisierte Beleidigung der Menschenwürde, der Menschenrechte und des Intellekts.’

    DANKE
    DANKE
    DANKE
    Ganz meine Meinung. Allesdings ist es mir bis jetzt noch nie gelungen das irgendeinem noch so liberalen Religioesen deutlich zu machen, aber ich habe mich mit der Rolle des intoleranten unteren Darmausganges abgefunden.

    Reply
  85. caroline
    23. Januar 2014

    Guten Abend Herr Moeller,

    ich konnte keine allgemeine Kontaktadresse finden, also schreibe ich hier einfach zu diesem Forum.
    Mit grossem Vergnuegen und Interesse habe ich gerade ”Isch gehe Schulhof” gelesen. Als Franzoesin – daher Auslaenderin – , die mit 19 nach Deutschland gezogen ist und ihre Kinder zweisprachig erzog, fand ich Ihr Buch hoechst ansprechend und mit viel Humor gewuerzt. Mein Ex-Mann ist Deutschlehrer und wir waren 17 Jahre verheiratet.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass man mildere Umstaende walten lassen sollte, denn meine Sprache ist sicherlich nicht einfach zu lernen, allerdings aendern wir nicht staendig die Rechtschreibung. Mein Anlass, heute zu schreiben, ist einfach, weil ich gerade eine Werbung im TV sah, wo chokoladengenuss geschrieben wird. Ich habe ein Uebersetzerdiplom fuer Recht und Wirtschaft, allerdings blicke ich seit ein paar Jahren nicht mehr durch, wie man was wie schreibt. Wie sollen wir dann eine Sprache lernen, wenn staendig sich etwas aendert? Diese Bestaendigkeit waere schon notwendig, denn die Kinder fuehlen sich dann erst recht verloren.
    Was meinen Sie?

    liebe Gruesse
    caroline

    Reply
  86. Manuel
    23. Januar 2014

    Was mir nicht gefällt: Sie sehen in erster Linie das, was (fehlbare) Menschen aus der Religion machen und nicht das, um was es bei einer Religion eigentlich geht bzw. gehen sollte.
    Ich habe den Sinn einer Religion auch lange nicht begriffen – aber nachdem ich beschlossen hatte: “Ich probier den Glauben einfach mal aus” musste ich feststellen, dass es da einiges zu entdecken gibt, was einem “Ungläubigen” verborgen bleiben wird.
    Das genauer zu erklären würde den Rahmen sprengen – aber genauso, wie sie es schwierig finden, mit einem Gläubigen sachlich zu diskutieren, wird es jedem Gläubigen unmöglich sein, mit Ihnen vernünftig zu reden, weil Ihnen eine Erfahrung fehlt, die vermutlich die meisten Gläubigen irgendwann gemacht haben – eine Erfahrung, die sich (natur-)wissenschaftlicher Analyse entzieht.
    Erst wenn sie aufrichtig versuchen werden, die Beweggründe und Erlebenswelt der anderen Seite zu verstehen (und zwar ohne Vorurteile), werden sie in der Lage sein darüber zu Urteilen, welche Rolle Religion in der Gesellschaft idealerweise spielen sollte – und insbesondere – wie ein toleranter gemeinsamer Weg von Atheisten und Gläubigen aussehen könnte.
    Erst wenn sie wissen, was Glaube bedeutet, wenn man glaubt, können Sie sich glaubwürdig ;-) für einen Neuordnung unserer Gesellschaft einsetzen.

    Reply

Leave a Reply